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Renten-Vorstoß: Wer fit und Rentner ist, soll Pflichtdienst leisten

Rentner sitzen auf Bank am See
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„Mit 65 – oder oft genug schon mit 63 – sind die Leute plötzlich nur noch Privat- und Urlaubsmenschen“, sagt ein Soziologe.

Deutschlands bekanntester Jugendforscher will fitte Rentner zur Arbeit verpflichten. Es geht um Gerechtigkeit zwischen den Generationen.

Dortmund – Mit 65 in Rente und dann nur noch Urlaub machen? Das soll sich ändern, fordert der Soziologe Klaus Hurrelmann. Fitte Rentner sollen einen Pflichtdienst leisten – genauso wie junge Leute früher beim Zivildienst. Der 81-Jährige nennt einen klaren Grund: Die Jungen stemmen schon genug.

Renten-Vorstoß: Wer fit und Rentner ist, soll Pflichtdienst leisten

Die Rechnung ist simpel: Junge Menschen finanzieren das Rentensystem. Sie zahlen die Corona-Schulden ab. Im Ernstfall sollen sie das Land verteidigen. Aber bekommen sie später selbst eine ordentliche Rente? Fraglich.

Hurrelmann sagt im Spiegel-Interview: „Von den Jungen zu erwarten, dass sie im Ernstfall allein das Land verteidigen, ist nicht gerecht.“ Seine Lösung: Ein echter Dienst an der Gesellschaft für Ältere. Vor kurzem erst haben Wissenschaftler einen „Boomer-Soli“ gefordert, bei dem reiche Rentner für ärmere Rentner zahlen sollen.

Pflichtdienst für Rentner: Was würde das Konzept bedeuten?

Hurrelmann bleibt bei den Details recht vage. Klar ist nur: Es sollen fitte Rentner sein, die noch etwas beitragen können. Wie lange und in welcher Form lässt er offen. Denkbar wären:

  • Unterstützung in Krankenhäusern und Pflegeheimen
  • Hilfe in Schulen und Kindergärten
  • Katastrophenschutz und Zivilverteidigung
  • Betreuung von Flüchtlingen
Soziologe Klaus Hurrelmann ist mit 81 Jahren selbst noch aktiv im Berufsleben.

Hurrelmann kritisiert das aktuelle System scharf: „Mit 65 – oder oft genug schon mit 63 – sind die Leute plötzlich nur noch Privat- und Urlaubsmenschen. Was ist denn das für ein Konzept?“

Pflichtdienst für alle: Ältere Umfrage zeigt Zustimmung

Die Idee ist gar nicht so verrückt, wie sie klingt. Eine Bertelsmann-Umfrage aus 2022 zeigte damals: Etwa zwei Drittel der Deutschen fanden ein Pflichtjahr für alle Generationen gut. Ob das heute noch so wäre, ist offen. CDU-Politikerin Kristina Schröder hatte schon 2023 Ähnliches gefordert.

Ihr Argument hatte damals auch mit der Corona-Pandemie zu tun: „Wir haben ihnen für über zwei Jahre fast alles genommen, was unbeschwerte und prägende Jugend ausmacht, das meiste davon unwiederbringlich.“

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Arbeit statt Rente: Wissenschaftler nimmt Ältere in die Pflicht

Hurrelmann lebt vor, was er fordert. Der 81-Jährige arbeitet noch immer, beantwortet E-Mails von Schülern, besucht Schulklassen. „Als Wissenschaftler spüre ich eine gewisse Bringschuld gegenüber der Gesellschaft.“

„Wir müssen aufpassen, dass wir gesellschaftlich nicht in eine Schieflage geraten. Die Jungen leisten viel – auch wenn die Alten gern auf sie schimpfen“, warnt er. Die junge Generation verhalte sich bereits solidarisch – etwa während Corona, als sie als Letzte geimpft wurde und Schulen monatelang geschlossen blieben.

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