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Auf Chemie verzichten

Rote Beete, Kurkuma und Co. – damit könnt Ihr Ostereier natürlich einfärben

Die Suche nach Osternestern steht bald wieder an.
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Die Suche nach Osternestern steht bald wieder an.

Wer beim Färben von Ostereiern auf chemische Mittel verzichten möchte, der kann zu unterschiedlichen natürlichen Zutaten greifen. Wir verraten Euch, welche das sind und wie Ihr beim Färben am besten vorgeht.

Schon vor hunderten von Jahren haben die Menschen in der Osterzeit Eier gefärbt, damals hatte das allerdings eher praktische Gründe. Neben Fleisch haben die Menschen in der Fastenzeit auch auf Eier verzichtet, somit haben sich über 40 Tage lang, von Aschermittwoch bis zum Ostersonntag, die Eier angesammelt. Um diese nicht verderben zu lassen, wurden sie gekocht, um die Haltbarkeit zu verlängern
Um die hartgekochten Eier von den frischen zu unterscheiden, wurden sie eingefärbt, meist rot. Das erinnerte an das Blut Christi, welches er bei seiner Kreuzigung vergossen hatte. Dann wurden die Eier größtenteils als Pachtzins an die Pächter abgegeben, da dieser kurz vor Ostern fällig war. Die übrigen Eier konnten dann an Ostern verzehrt werden.

Zu der Zeit damals gab es zum Färben noch keine chemischen Farben, so wurde dann mit natürlichen Zutaten eingefärbt. Wenn auch Ihr heute lieber auf die chemischen Mittel verzichten wollt, um stattdessen mit natürlichen Zutaten bunte Eier zu kreieren, dann verraten wir Euch hier, wie Ihr das ganz einfach zu Hause hinbekommt.

Rot, blau, grün oder doch gelb - diese Farben sind möglich

Mit verschiedenen Materialien bekommt man ganz unterschiedliche, bunte Farben:

  • Rot/Rosa: Rote Beete, Traubensaft, rote Zwiebelschale
  • Gelb: Kamillenblüten, Kümmelsamen, Safran, Kurkumapulver
  • Orange: Zwiebelschalen, Karotte
  • Grün: Brennnesselblätter, Johanniskraut, Spinat, Petersilie
  • Blau/Lila: Blaukraut, Heidelbeersaft, Holundersaft
  • Braun: Kaffee, schwarzer Tee
Rote Beete, Kurkuma und noch einige andere natürliche Zutaten eignen sich zum Eier färben für Ostern

Die Farben sind nicht so kräftig wie bei chemischen Eierfarben, sondern gehen eher in die pastellige Richtung und es kann passieren, dass nicht immer die Farbe herauskommt, die man sich erhofft hat.

Wenn die Farben besonders gut zu sehen sein sollen, verwendet man am besten Eier mit weißer Schale, bei solchen mit brauner wird die Farbe nicht so kräftig, also meist nicht so effektiv aufgenommen. Außerdem sollte die Schale unversehrt sein, das heißt, keine Sprünge oder Risse haben.

Farbsude vorbereiten - das ist zu tun

Je nachdem, womit Ihr färbt, ob mit Gewürzpulver oder Gemüse, braucht Ihr eine unterschiedliche Menge des Materials, welches Ihr in einem Wasserbad aufkocht.

Als Menge für den Farbsud kann man sich an der Faustregel von zwei bis drei Tassen orientieren. Bei Gewürzen wie Kurkuma reichen zwischen zehn und zwanzig Gramm, je nachdem wie intensiv die Farbe des Wassers sein soll. Aber auch hier gilt, es wird nicht jedes Ei gleich aussehen, also experimentiert ein bisschen herum, so werden die Eier garantiert einzigartig.

  • Zuerst wird das gewünschte Färbematerial in rund einem Liter Wasser aufgekocht.
  • Anschließend sollte ein Sud mit Beeren, Blättern oder auch Pulver etwa eine halbe Stunde kochen, mit Gemüse rund 30 bis 40 Minuten und Wurzeln und Hölzer etwa eine Stunde.
  • Nach dem Kochen können die Stückchen aus dem Sud entfernt werden, so bekommen die Eier eine gleichmäßige Färbung, wenn die Stücke drin bleiben, können sich Muster bilden, ob sie also drin bleiben oder nicht, hängt ganz vom eigenen Geschmack ab.
  • Um die Farbintensität selbst zu bestimmen, sollten die Eier bereits gekocht sein, bevor sie in den Farbsud gelegt werden. So können sie einige Minuten, aber auch Stunden in dem Wasserbad verbringen und bekommen die Farbe, die gewünscht ist.
  • Für einen schönen Glanz einfach die Eier nach dem Färben und Abtrocknen leicht mit Pflanzenöl einreiben.

Tipp: Wenn die Eier vor dem Färben mit Essig eingerieben werden, dann nehmen sie die Farbe besser auf und die Farbintensität steigt. Wer sich diesen Schritt sparen möchte, der fügt den Essig direkt zu dem Farbsud hinzu

Wer nicht so viel Zeit mit dem Färben verbringen möchte, der kann auch aus dem Bioladen pflanzliches Färbepulver besorgen und dann die Eier damit färben.

Muster - So werden die Eier einzigartig

Um nicht nur einfarbige Eier zu haben, kann man auch Muster auf die Schale bringen, das ist sowohl vor als auch nach dem Färben möglich.

Blätter- und Blütenmuster auf den Eiern machen was her fürs Auge. Dafür vor dem Färben ein Blatt, eine Blüte oder auch alte Spitze auf die gewünschte Stelle der Schale legen. Das Ei wird nun in eine Feinstrumpfhose gesteckt und diese wird dann fest zugeknotet, dass die Strumpfhose während des Färbevorgangs nicht verrutscht. Anschließend wie oben beschrieben im Farbsud ziehen lassen. Ist die gewünschte Farbe erreicht, das Ei aus dem Wasser nehmen und die Strumpfhose, sowie das Blatt/die Blüte von dem Ei nehmen, fertig ist das Muster auf der Schale. Je länger das Ei im Sud liegen bleibt, desto besser kann man das gewählte Muster dann erkennen.

Wenn vor dem Färben das Ei mit Wollfäden oder einem Gummiband umwickelt wird, können ganz einfach Streifen, Kreuze und noch einige andere Muster kreiert werden.

Nach dem Färben zu Zitronensaft oder Essig und einem Wattestäbchen zu greifen und Muster auf das Ei malen, das ist besonders gut für die Kreativen geeignet. Hierbei sind der Fantasie und den Ideen keine Grenzen gesetzt und es ist nahezu alles möglich.
Wer aus derselben Farbe unterschiedliche Töne haben möchte, kann auch einige Eier länger oder kürzer im Sud lassen. So kann man mit einem Wasserbad mehrere Farbintensitäten auf die Eier bringen.

Wie lange halten selbst gefärbte Eier?

Hier liegt die Spanne bei zwei bis vier Wochen. Wurden die Eier direkt nach dem Kochen abgeschreckt, also mit kaltem Wasser übergossen oder in dieses gelegt, dann sollten sie im Kühlschrank gelagert und innerhalb von zwei Wochen gegessen werden. Auch wenn die Schale beschädigt ist, sollten diese Eier, egal ob abgeschreckt oder nicht, innerhalb von zwei Wochen konsumiert werden.

Wenn die Eier hingegen nicht abgeschreckt wurden, sind sie auch rund vier Wochen nach dem Koch- und Färbeprozess noch zum Verzehr geeignet. Eine Empfehlung lautete deshalb, Eier, die für Ostern gefärbt und möglicherweise auch verschenkt werden, nicht abzuschrecken, denn so verlängert sich die Haltbarkeit. Außerdem gilt, sobald die Eier streng oder ungewohnt riechen, sollten sie nicht mehr gegessen werden.

So schädlich sind die Eierfarben aus dem Supermarkt

Aber warum nicht einfach Eierfarbe aus dem Supermarkt verwenden? In den meisten Eierfarben befindet sich ein Stoff, welcher im Verdacht steht bei empfindlichen Menschen Pseudoallergien auszulösen, bei Kindern kann dieser zu hyperaktiven Verhalten führen. Deshalb muss seit dem 20. Juli 2010 auf allen Verpackungen mit dem Farbstoff stehen: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“.

Zudem steht Anilin, aus welchem die Azofarbstoffe hergestellt werden, im Verdacht krebserregend zu sein. Im Körper werden manche der Farbstoffe von Enzymen gespalten und so wird eben dieses Anilin im Körper frei. Alle Lebensmittel, in denen einer der Azofarbstoffe enthalten ist, müssen diesen in der Zutatenliste fettgedruckt haben, denn die genannten Farbstoffe sind beispielsweise auch in Soft Getränken, Gummibärchen, Zuckerwatte oder Lollis enthalten, also alles was eine dominante Farbe aufweist. Zudem findet sich der Farbstoff auch teilweise in der Kleidung wieder.

ci

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