Wann die Alarmglocken läuten sollten
Identitätsdiebstahl: Größte Bedrohung der digitalen Welt und wie Ihr Euch schützen könnt
Von Eurem Bankkonto gehen unbekannte Geldbeträge ab? Ihr erhaltet merkwürdige Mahnungen? Jemand verschickt in Eurem Namen Nachrichten? Identitätsdiebstahl ist eine der größten Bedrohungen, mit denen wir heute konfrontiert sind. In unserer digitalen Welt ist es wichtiger denn je, persönliche Daten zu schützen. Wir zeigen Euch, wie das am besten funktioniert, aber auch, wie Ihr merkt, dass Eure Identität geklaut wurde und was Ihr dann machen könnt.
In der heutigen Zeit verbringen wir immer mehr Zeit online, hier kaufen wir ein und verwalten unsere Finanzen. Diese zunehmende Verlagerung unseres Lebens ins Internet hat auch neue Bedrohungen, wie den Identitätsdiebstahl, mit sich gebracht.
Identitätsdiebstahl bedeutet, dass jemand Eure persönlichen Daten und Informationen, wie zum Beispiel Name, Adresse, Sozialversicherungsnummer oder Geburtsdatum, ohne Eure Zustimmung verwendet, um in Eurem Namen Käufe zu tätigen, Konten zu eröffnen oder kriminelle Aktivitäten durchzuführen - mit teils verheerenden Folgen für Euren finanziellen Status und Eure Online-Reputation.
Im Grunde kann jeder Account im Internet gehackt und missbraucht werden. Ob Phishing-E-Mail oder ein Firmen-Datenleck - für Betroffene ist oft unklar, wie genau die eigenen persönlichen Daten in die Hände von Kriminellen gekommen sind.
Identitätsdiebstahl - die Folgen
Die Folgen reichen von finanziellen Verlusten bis hin zu ernsthaften juristischen Konsequenzen: So kann der Dieb Kreditkonten eröffnen oder Käufe tätigen, die dann auf das Konto des Opfers übertragen werden. Dies kann zu hohen Schulden führen und die Kreditwürdigkeit beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall kann das Opfer fälschlicherweise beschuldigt werden, für Verbrechen verantwortlich zu sein, die eigentlich der Dieb begangen hat.
Dazwischen gibt es die ganze Palette von einem beschädigten Ruf bis hin zu einer enormen emotionalen Belastung: Ein beschädigter Kreditstatus kann dazu führen, dass es schwieriger wird, einen Kredit zu bekommen oder eine Wohnung zu mieten. Es kann mitunter Monate dauern, um den Schaden zu beheben und das eigene Image wiederherzustellen. Das Opfer fühlt sich darüber hinaus oftmals verletzt, verängstigt oder wütend.
Identitätsdiebstahl - die Anzeichen
Um diese Folgen zu vermeiden, ist es wichtig, vorsichtig mit persönlichen Informationen umzugehen und die Anzeichen von Identitätsdiebstahl zu erkennen, um schnell reagieren zu können. Wenn Ihr eines dieser Anzeichen bemerkt, solltet Ihr so schnell wie möglich handeln, um weitere Schäden zu vermeiden:
- Unerwartete Kontoauszüge: Wenn Ihr plötzlich eine Überweisung oder eine Abbuchung von Eurem Konto entdeckt, die Euch nicht bekannt vorkommt.
- Ungewöhnliche Kreditkartenaktivitäten: Wenn Ihr Benachrichtigungen von Eurer Bank oder Eurem Kreditkartenunternehmen erhaltet, dass eine Transaktion auf Eurer Karte ungewöhnlich ist.
- Fehlerhafte Kreditberichte: Wenn Ihr ungewöhnliche oder fehlerhafte Einträge entdeckt.
- Unerwartete Forderungen: Wenn Ihr plötzlich von einem Unternehmen oder einer Organisation eine Forderung erhaltet, die Ihr nicht erkennt.
- Phishing-E-Mails oder -Anrufe: Wenn Ihr unerwartet eine E-Mail oder einen Anruf bekommt, in dem Ihr aufgefordert werdet, Eure persönlichen Informationen preiszugeben. Das könnte ein Versuch sein, Eure Identität zu stehlen.
Identitätsdiebstahl - das ist zu tun
Wenn ein Verdacht auf Identitätsklau besteht, ist schnelles Handeln gefragt. Wird zum Beispiel unberechtigt Geld vom Bankkonto abgebucht, solltet Ihr sofort folgende Maßnahmen ergreifen:
- Überprüft alle Eure Kredit-Berichte, um sicherzustellen, dass keine ungewöhnlichen oder fehlerhaften Aktivitäten stattgefunden haben.
- Lasst Euer Konto sperren, am schnellsten über den Sperr-Notruf 116 116.
- Benachrichtigt Eure Bank oder das Kreditkartenunternehmen: Informiert sie darüber, dass Ihr möglicherweise Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden seid. Bittet sie, Eure Konten zu überprüfen, mögliche Überweisungen zu stoppen oder einen unrechtmäßig abgebuchten Betrag zurückzubuchen.
- Erstattet Anzeige bei der Polizei (das geht auch bei der zuständigen Onlinewache): Meldet den Vorfall und fordert eine Kopie des Polizeiberichts an, um Beweise für den Identitätsdiebstahl zu sammeln.
- Ändert alle Passwörter für Eure Online-Konten, um zu verhindern, dass der Dieb weitere Aktivitäten durchführt.
- Überwacht Eure Kredit-Berichte weiter, um zu überprüfen, ob weitere ungewöhnliche Aktivitäten stattfinden.
Am besten bereits vorab gegen Identitätsklau schützen
Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, aber doch einige Vorsichtsmaßnahmen, wie das IT-Portal „heise online“ erklärt:
Klickt keinesfalls auf Anhänge und Links von E-Mails unbekannter Absender. Euren Bank-Account zum Beispiel nie über einen Link in einer Mail aufrufen, sondern immer über den Browser. Seid überhaupt vorsichtig mit E-Mails und Anrufen, die verdächtig erscheinen, und gebt niemals persönliche Informationen an Unbekannte weiter. Teilt so wenig wie möglich persönliche Informationen im Internet und achtet immer darauf, wem Ihr vertraut.
Bringt außerdem Eure Software wie Betriebssystem und Virenprogramm regelmäßig per Update auf den neuesten Stand. Verwendet eine Firewall und Antivirus-Software, um Euren Computer und das Netzwerk vor Viren und Hackerangriffen zu schützen. Vermeidet in diesem Zusammenhang möglichst öffentliche Computersysteme, wenn Ihr sensible Informationen eingeben müsst, da diese Systeme oft anfälliger für Hackerangriffe sind.
Verwendet darüber hinaus für jeden Account ein einzigartiges, sicheres Passwort, das aus einer Kombination von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen besteht. Ändert diese Passwörter regelmäßig. Passwort-Manager helfen dabei, und eine Zwei-Faktor-Authentifizierung gibt weitere Sicherheit.
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