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Schreiben an Dehoga
Grüne fordern Eispreisbremse: 50 Cent pro Kugel
Vielen Deutschen ist Eis zu teuer. Grüne in Berlin setzen sich daher für eine Eispreisbremse für finanziell benachteiligte Menschen ein.
Berlin – Wenn die Temperaturen die 30-Grad-Marke überschreiten, suchen viele Menschen nach einer kühlen Erfrischung beim Essen. An den Eisdielen bilden sich dann oft lange Schlangen. Doch die Vorfreude wird häufig getrübt, sobald die Kunden die Preisschilder sehen, auf denen manchmal sogar Zusatzkosten vermerkt sind.
Eispreise den meisten Deutschen zu hoch
Laut einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) empfinden zwei Drittel der Deutschen die Eispreise als zu hoch. Aufgrund der gestiegenen Preise bestellen sechs von zehn Menschen „immer“ oder „gelegentlich“ weniger Kugeln als noch vor fünf Jahren. „Einige Eisdielen haben die Preise erhöht“, erklärt Annalisa Carnio, Sprecherin des Verbandes der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland (Uniteis) der dpa.
Grüne in Berlin fordern Eispreisbremse: 50 Cent pro Kugel
Die Berliner Grünen haben einen Vorschlag, um die Situation für Familien und Menschen mit geringerem Einkommen zu verbessern, wie dieBerliner Zeitung (BZ)berichtet. In einem Schreiben an den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordern die Abgeordneten Benedikt Lux, Tuba Bozkurt und Marianne Burkert-Eulitz eine Preisbremse für Eis. Ihr Vorschlag sieht vor, dass eine Kugel Eis für Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien in jedem Laden 50 Cent kosten soll.
Die BZ zitiert aus dem Schreiben: „Gerne würden wir in der nächsten Zeit dazu intensiver in das Gespräch mit Ihnen kommen und beraten, ob dies ein tauglicher Vorschlag ist, den Sommer für alle in unserer schönen Stadt noch genussvoller zu gestalten“. Die Preisbremse soll jedoch auf freiwilliger Basis erfolgen. Die Dehoga hat laut BZ geantwortet, dass man sich austauschen werde. „Der Begriff Preisbremse ist eine eher unglückliche Formulierung. Aber wenn es um benachteiligte Kinder und Jugendliche geht, können wir ins Gespräch komme“, hieß es. Zahlen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zufolge galt in Berlin 2024 rund jeder sechste Bewohner als arm.
Eispreise unterscheiden sich stark nach Region: Städte führen Preistabelle an
Eine 50-Cent-Kugel könnte für ärmere Familien tatsächlich einen Unterschied machen. Annalisa Carnio von Uniteis erklärt der dpa, dass die Preise für eine Kugel Eis stark variieren. In einem Eiscafé mit großer Terrasse und viel Personal in einer Großstadt sei es teurer als in einer kleinen Eisdiele auf dem Land. Die Preise reichen von 1,30 Euro auf dem Land bis 2,80 Euro in Großstädten wie Hamburg, München oder Berlin.
Eine Umfrage des Portals coupons.de unter 176 Eisdielen in 60 Städten ergab, dass der durchschnittliche Kugelpreis im Frühjahr 1,81 Euro betrug. In Urlaubsorten wie Sylt und St. Peter-Ording sind die Preise mit bis zu 2,50 Euro am höchsten. In Halle (Saale) und Dortmund sind die Preise mit weniger als 1,50 Euro günstiger. Zum Vergleich: Der Durchschnittspreis für eine Kugel lag vor einem Jahr bei 1,72 Euro, 2023 waren es 1,62 Euro.
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Sechs von zehn Befragten in Deutschland finden laut der YouGov-Umfrage einen Preis zwischen 1 und 1,50 Euro angemessen. Annalisa Carnio erklärt, dass Eis in Deutschland im internationalen Vergleich relativ günstig sei. In Frankreich kostet eine Kugel zwischen 3,50 und 5 Euro, in Italien 2,50 bis 4 Euro, in Spanien 3 bis 4 Euro. In der Schweiz sind es laut coupons.de sogar mehr als fünf Euro. Auch in Österreich erreichen die Eispreise teilweise schwindelerregende Höhen.
Die beliebtesten Eissorten der Deutschen sind laut einer HelloFresh-Umfrage 2023 die Klassiker: Vanille, gefolgt von Schokolade, Stracciatella und Erdbeere. Bei Temperaturen über 30 Grad machen Eishändler jedoch eher keinen Gewinn. (jh)