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Datenschutz auf dem Smartphone

Tracking durch Apps: Ein unterschätztes Risiko

Handydisplay mit Hinweis zu Tracking
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Datenschutzabfrage auf einem iPhone: Hier können Nutzer über das Betriebssystem ein Anbieter-übergreifendes Werbe-Tracking gestatten oder untersagen.

Im Netz und von Apps auf Schritt und Tritt verfolgt werden: Klingt nicht gut. Tatsächlich verfolgen viele Apps die Aktivitäten ihrer Nutzer im Hintergrund – oft ohne deren Wissen. Wie Ihr Tracking und Werbung systemweit blockieren und Eure Privatsphäre effektiv schützen könnt, erfahrt Ihr hier.

Smartphones sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch viele der darauf gespeicherten Apps sammeln im Hintergrund Daten über das Nutzerverhalten. Das sogenannte Tracking ist vor allem dann problematisch, wenn es um personenbezogene Daten geht oder die Datensammlung ohne ausdrückliche Zustimmung erfolgt.

DNS-Server: Eine effektive Methode gegen Tracking

Häufig sind in Apps Software-Komponenten von Drittanbietern integriert, die diese Nutzerdaten erfassen. Sie werden genutzt, um personalisierte Werbung zu schalten oder Nutzerprofile zu erstellen.

Eine effiziente Möglichkeit, sich vor unerwünschtem Tracking zu schützen, ist die Nutzung alternativer DNS-Server. DNS steht für „Domain Name System“ und fungiert als eine Art Telefonbuch des Internets. Es übersetzt für Menschen lesbare Domainnamen in IP-Adressen, die für die Kommunikation im Internet notwendig sind.

Hier kommen die alternativen Betreiber alternativer DNS-Sever ins Spiel: Sie erkennen unter anderem die IP-Adressen von Tracking-Dienstleistern und blockieren alle Anfragen dorthin. Das betrifft nicht nur den Datenverkehr aller Apps, auch das Surfen mit beliebigen Browsern auf dem Smartphone ist so vor Tracking von Dritten geschützt.

So ändert man den DNS-Server auf dem Smartphone

Ein empfehlenswerter Anbieter ist das spendenfinanzierte Projekt Dnsforge.de. Laut IT-Sicherheitsforscher Mike Kuketz bietet es einen werbefreien, zensurfreien und datenschutzfreundlichen DNS-Dienst an. Die Einrichtung ist denkbar einfach:

Android:

  1. Öffnet die Einstellungen Eures Geräts.
  2. Navigiert zu Netzwerk & Internet -> Privates DNS.
  3. Wählt „Hostname des Anbieters des privaten DNS“ aus.
  4. Gebt dnsforge.de ein und speichert die Einstellung.

iOS:

  1. Öffnet den Safari-Browser und besucht dnsforge.de.
  2. Scrollt zum Abschnitt iOS.
  3. Ganz oben neben „Normal“ auf „dnsforge.de (DoT)“ tippen, um das Konfigurationsprofil herunterzuladen.
  4. Folgt den fünf Anweisungen zur Aktivierung des Profils.

Nach der Einrichtung filtert Dnsforge automatisch Anfragen an bekannte Tracking- und Werbedomains. Die Blocklisten werden täglich aktualisiert und basieren auf renommierten Quellen wie StevenBlack und NoTrack.

Weitere Optionen für fortgeschrittene Nutzer

Neben Dnsforge gibt es weitere Dienste und Tools, die erweiterten Schutz bieten:

  • NextDNS: Ein konfigurierbarer DNS-Dienst, der individuelle Filterlisten und detaillierte Statistiken bietet.
  • Pi-hole: Eine selbst gehostete Lösung, die Werbung und Tracker im gesamten Netzwerk blockiert. Ideal für den Einsatz auf Geräten wie dem Raspberry Pi.
  • AdGuard DNS: Ein cloudbasierter DNS-Dienst, der Werbung, Tracker und schädliche Domains auf Netzwerkebene blockiert. (Kuketz Blog)

Diese Lösungen erfordern jedoch ein gewisses technisches Verständnis und sind eher für versierte Nutzer geeignet.

Fazit: Mit einfachen Mitteln zu mehr Datenschutz

Das Ändern des DNS-Servers ist eine unkomplizierte und effektive Methode, um sich vor unerwünschtem Tracking und Werbung zu schützen. Dienste wie Dnsforge bieten eine benutzerfreundliche Lösung, die ohne zusätzliche Apps oder tiefgreifende Systemänderungen auskommt. Für Nutzer, die noch mehr Kontrolle wünschen, stehen erweiterte Tools wie NextDNS oder Pi-hole zur Verfügung. (as/dpa)

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