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Debatte um Leihmutterschaft

Jens Spahn tritt zurück: Sein Schreiben im Wortlaut – „Lasst uns immer auch menschlich im Ton bleiben“

Jens Spahn hat seinen Rücktritt erklärt. In einem Schreiben an die Mitglieder der CDU/CSU begründet der Fraktionsvorsitzende seine Entscheidung.

Unionsfraktionschef Jens Spahn tritt angesichts der Debatte um seine Elternschaft mit Hilfe einer Leihmutter in den USA zurück. Das geht aus einem Schreiben Spahns an die Mitglieder der CDU/CSU-Fraktion hervor, das dem Münchner Merkur vorliegt. Unten lesen Sie dieses im Wortlaut.

Jens Spahn (Archivfoto) erklärt seinen Rücktritt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich habe die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, darüber informiert, dass ich mit diesem Schreiben an unsere Fraktion von meinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurücktrete. Beiden danke ich für das in mich gesetzte Vertrauen.

Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt. Denn der Spagat zwischen meiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an mich als Vorsitzenden unserer Fraktion ist größer geworden, als ich es erwartet hatte.

Es war mir eine große Ehre, Vorsitzender unserer gemeinsamen Fraktion sein zu dürfen. Ich danke ganz besonders Alexander Hoffmann und dem gesamten Fraktionsvorstand für die immer vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit. Auch Matthias Miersch möchte ich ausdrücklich für die gute und enge Zusammenarbeit danken. Diese war ein Stabilitätsanker für die Koalition.

Die zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung hat mich sehr nachdenklich gemacht. Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben. Denn das zeichnet uns als christlich-demokratische Volksparteien der Mitte aus.

Eines ist mir in den letzten Tagen immer klarer geworden: Meine Familie ist mir das Wichtigste.

Ich danke Euch allen für die gemeinsame Arbeit in den letzten 14 Monaten und wünsche Euch alles Gute!
Euer Jens Spahn
(Quellen: dpa, Schreiben von Jens Spahn) (tt)

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka / dpa

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