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Zollstreit mit Kanada
Wegen eines Werbespots: Trump will neue Zölle gegen Kanada erheben – und wittert „feindselige Handlung“
Zuletzt schien eine Einigung im Zollstreit zwischen den USA und Kanada denkbar, nun aber knallt es: US-Präsident Trump hat die Verhandlungen abrupt beendet.
Update vom 26. Oktober, 7.37 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat am Samstagabend zusätzliche Zölle gegen Kanada in Höhe von zehn Prozent angekündigt. Als Grund nannte der Republikaner auf der Plattform Truth Social, dass eine angeblich irreführende kanadische Werbekampagne gegen Zölle nicht sofort entfernt worden sei. Stattdessen sei sie in der vergangenen Nacht während eines Baseball-Spiels der World Series gezeigt worden, schrieb Trump.
Not amused: US-Präsident Donald Trump erhebt wegen einer spitzzüngigen Werbekampagne aus Kanada neue Zölle gegen den neuntgrößten Wirtschaftsstandort der Welt. (Archivfoto)
Am Freitag hatte die kanadische Provinz Ontario nach heftiger Kritik von Trump die Ausstrahlung des Anti-Zoll-Werbeclips ausgesetzt – jedoch nicht mit sofortiger Wirkung. Der Premierminister von Ontario, Doug Ford, kündigte auf der Plattform X an, nach einem Gespräch mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney werde Ontario seine Werbekampagne ab Montag aussetzen. Zugleich machte er deutlich, dass dieses Wochenende die Werbekampagne weiterhin gezeigt werde. Man habe das Ziel der Kampagne erreicht, indem das amerikanische Publikum auf höchster Ebene erreicht worden sei. Intention sei gewesen, eine Diskussion darüber anzustoßen, welche Folgen Zölle auf Arbeitnehmer und Firmen haben.
Schon als Trump den Stopp der Handelsgespräche mit dem Nachbarland verkündete, warf er Kanada eine irreführende Werbekampagne vor. In dem von der Regierung der kanadischen Provinz Ontario veröffentlichten Video ist die Stimme des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan zu hören, der sich zu Nachteilen von Zöllen äußert. In seinem jüngsten Post warf Trump Kanada nun neben Falschdarstellung auch eine „feindselige Handlung“ vor. Er unterstellte auch erneut, dass Kanada Richter in den USA, die sich mit Zöllen befassen, beeinflussen wolle.
Trump droht Kanada mit Zöllen – Werbekampagne war Auslöser
Update vom 25. Oktober, 23:10 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat neue Zölle gegen das Nachbarland Kanada ausgerufen. Die zusätzlichen Zölle sollen bei zehn Prozent liegen, wie Trump auf seiner Plattform Truth Social am Samstag bekannt gab. Als Grund nannte er eine angebliche kanadische Werbekampagne gegen Zölle, die nicht umgehend entfernt wurde. Zuvor hatte Trump die Verhandlungen mit Kanada plötzlich beendet.
Trump wirft Kanadas Regierung wegen Reagan-Werbespot „ungeheuerliches Verhalten“ vor
Erstmeldung von Freitag, 24. Oktober 2025: Washington, D.C./Ottawa – Im August hatte US-Präsident Donald Trump Zölle von 35 Prozent auf alle kanadische Einfuhren in die USA ausgeweitet. Bis dahin standen zunächst Aluminium, Stahl und Automobile aus Kanada auf der Sanktionsliste des Republikaners, doch kanadische Gegenzölle brachten Trump zur Verschärfung seiner Zollpolitik. Kanadas Premierminister Mark Carney versuchte zuletzt wochenlang, mit dem US-Präsidenten zu einer Einigung im Zollstreit zu gelangen. Nun jedoch erklärte Trump alle Handelsgespräche mit Kanada plötzlich für beendet.
Am späten Donnerstagabend (US-Ortszeit) erklärte US-Präsident Trump sämtliche Handelsgespräche mit dem Nachbarland Kanada abrupt für beendet, berichteten US-Medien wie CNN und CNBC sowie internationale Nachrichtenagenturen wie Reuters oder die Deutsche Presse-Agentur (dpa) übereinstimmend. Als Grund für das Aus der Verhandlungen nannte Trump eine kanadische Werbekampagne, die auf negative wirtschaftliche Folgen durch Zölle aufmerksam machen sollte.
Auf dem von ihm mitbegründeten Kurznachrichtendienst Truth Social warf Trump der kanadischen Regierung am Donnerstag ein „ungeheuerliches Verhalten“ vor. Trump bezichtigte Kanadas Regierung in Ottawa, den früheren US-Präsidenten Ronald Reagan in einem Werbespot falsch zitiert zu haben. Den Wahlwerbespot nannte Trump einen „Fake“ und unterstellte ihm „betrügerische Absichten“. Außerdem schrieb Trump: „Zölle sind für die nationale Sicherheit und die Wirtschaft der USA sehr wichtig.“
Trump kritisiert, Aussagen Reagans seien in kanadischem Werbespot unrechtmäßig platziert worden
Im betreffenden Werbespot kritisiert der Republikaner Reagan Zölle auf ausländische Waren und warnt vor negativen wirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Effekten, wie Arbeitsplatzverlusten und Handelskriegen. Die US-Organisation The Ronald Reagan Presidential Foundation & Institute hatte zuvor gemahnt, dass die Aufnahmen einer Radioansprache Reagans aus dem Jahr 1987 ohne Genehmigung für den Werbeclip verwendet worden seien.
Darüber hinaus hätten die Macher des Videos „selektiv genutzte Aussagen“ des 2004 verstorbenen Ex-US-Präsidenten irreführend in das Video eingebettet. Nun habe die Reagan Foundation die Prüfung rechtlicher Schritte veranlasst, wie die Organisation in einem Beitrag auf X (vormals Twitter) bekannt gab. Trump warf den Urhebern des Spots auch vor, mit ihm Richter beeinflussen zu wollen, die sich mit Zöllen befassen.
Die Entscheidung über das Ende der Zollverhandlungen mit Kanada erfolgte überaus plötzlich, da eine Lösung im Zollstreit beider Länder zuletzt nicht mehr ausgeschlossen schien. Erst vor rund zwei Wochen war der kanadische Premierminister Carney zu Trump nach Washington, D.C. gereist, um eine Lockerung der US-Zölle zu erreichen. Erst am Donnerstag sagte Kanadas Premier Carney, sein Land werde den USA keinen Marktzugang zu unfairen Bedingungen gewähren, sollten die Verhandlungen über verschiedene Handelsabkommen scheitern. (Quellen: CNN, CNBC, Reuters, dpa, Truth Social, X) (fh)