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US-Medien unter Trump
CNN unter Druck: Trump-Minister Hegseth drängt auf rasche Übernahme – „Je früher, desto besser“
Pete Hegseth teilt im Pentagon scharf gegen die Presse aus. Einen CNN-Bericht nennt er „Fake News“. Dann stichelt er in Richtung Eigentümerwechsel.
Pete Hegseth hat im Pentagon scharf gegen die US-Medien ausgeteilt. Grund ist die Berichterstattung über den Iran-Krieg. Für den US-Verteidigungsminister ist klar: Die Presse stellt die Militäroperationen gegen den Iran in einem zu negativen Licht dar. Im Mittelpunkt seiner Generalattacke stand dabei der TV-Sender CNN, der vergleichsweise häufig sehr kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet.
Hegseths Angriff richtete sich besonders gegen einen Bericht des TV-Senders. Darin hieß es, die Trump-Regierung habe die Auswirkungen ihres Militäreinsatzes im Iran auf die Straße von Hormus unterschätzt. Durch diese Meerenge fließen rund 20 Prozent des weltweiten Öls. Hegseth bezeichnete den Bericht als „Fake News“ und nannte die Einschätzung „schlicht lächerlich“. Er ergänzte mit deutlichem Unterton: „Je früher David Ellison diesen Sender übernimmt, desto besser.“
CNN vor ungewisser Zukunft – Trump-Minister Hegseth drängt auf Übernahme
David Ellison ist der Sohn von Oracle-Gründer Larry Ellison und Chef von Paramount Skydance. Sein Unternehmen hat den Kauf von Warner Bros. Discovery vereinbart – dem Mutterkonzern von CNN. Die Medienbehörde FCC muss den Zusammenschluss noch genehmigen. Angesichts ihrer Nähe zu Donald Trump dürfen die Ellisons auf eine positive Nachricht hoffen. So hat Trump die Ellisons laut New York Times öffentlich als „Freunde“ bezeichnet, die mit ihren Medienunternehmen schon „das Richtige tun“ würden.
Im Dezember hatte Trump bereits gesagt, es müsse sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den Besitzer wechsele. Damit steht zu befürchten, dass der TV-Sender unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Unbegründet ist die Sorge nicht: Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS schlug seit der Übernahme durch die Ellisons einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an.
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US-Sender CBS zieht Trump-kritische Sendung zurück
Dort installierte Ellison die Meinungsjournalistin Bari Weiss als Chefredakteurin von CBS News. Weiss gilt als Kritikerin traditioneller Medienorganisationen und steht der Trump-Regierung nahe. Ein Beispiel: Im Dezember nahm sie einen Beitrag über das Hochsicherheitsgefängnis Cecot in El Salvador, in das wiederholt aus den USA abgeschobene Migranten geschickt worden waren, wenige Stunden vor Ausstrahlung aus dem Programm. Die Reportage wurde wenige Wochen später doch noch gezeigt – allerdings zu einem derart ungünstigen Zeitpunkt, dass kaum jemand einschaltete.
Ellison versicherte zuletzt gegenüber CNBC, nicht in die Arbeit der betroffenen Sender eingreifen zu wollen. „Die redaktionelle Unabhängigkeit wird selbstverständlich gewahrt bleiben. Sie wird bei CBS gewahrt; sie wird auch bei CNN gewahrt bleiben.“ CNN sei eine „unglaubliche Marke mit einem unglaublichen Team“. Ob und welche Rolle Weiss bei einem künftigen Ellison-CNN spielen könnte, ist bislang unklar.
Pentagon schränkt Medienzugang systematisch ein
Hegseths Angriff auf CNN steht nicht allein. So hat er den Zugang der Presse zum Pentagon seit seinem Amtsantritt stark eingeschränkt. Ein Journalist berichtete dem Guardian zufolge, ihm sei der Zutritt zur Pressekonferenz verweigert worden – offiziell wegen „unvorteilhafter“ Aufnahmen von Hegseth. Hintergrund sind die neuen Regeln, die Hegseth im Oktober für das Pressekorps erlassen hat. Selbst der den Republikanern nahestehende Sender Fox News, für den der Pentagonchef früher tätig war, hat sich geweigert, die neuen Regeln zu unterzeichnen.
Die einzigen Medien, die regelmäßig vor Ort sind, stehen deshalb Trump und der MAGA-Bewegung nahe und berichten entsprechend unkritisch über die Arbeit im Pentagon. Regulären Zugang erhalten jetzt nur noch Medien wie Lindell TV, das von dem Verschwörungsgläubigen Mike Lindell geleitet wird. Zu den weiteren Unternehmen zählen laut Daily Beast auch die Rechtsaußen-Portale Breitbart, Gateway Pundit und The Federalist.
CNN selbst reagierte unmissverständlich auf die Kritik von Hegseth. Ein Sprecher erklärte gegenüber dem Daily Beast: „Wir stehen zu unserer Berichterstattung.“ Vorstandschef Mark Thompson legte nach: „Politiker haben ein offensichtliches Motiv, Journalismus, der ihre Entscheidungen hinterfragt, als falsch zu bezeichnen. Unser einziges Interesse ist es, die Wahrheit zu berichten – und keine politischen Drohungen oder Beleidigungen werden daran etwas ändern.“ (Quellen: New York Times, Daily Beast, Guardian, CNBC, CNN) (cs)