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Kritische Treffer
Angriffe auf Putins Energiezentrale: Ukraine will Russland an den Verhandlungstisch zwingen
Systematische Attacken auf russische Ölanlagen führen zu langen Schlangen an Tankstellen und steigenden Spritpreisen im ganzen Land.
Kiew – Eine klare Nacht in der Ukraine und ein geplanter Angriff – zwingen diese Drohnen Wladimir Putin an den Verhandlungstisch? Drohnen mit 7,3 Meter Spannweite und 50 Kilogramm Sprengstoff werden für ihren nächtlichen Flug nach Russland vorbereitet. „Am Morgen werdet ihr lesen, dass eine Ölraffinerie brennt“, sagte Kommandeur „Casper“ laut New York Times, während er durch ein Nachtsichtgerät beobachtet, wie die Drohnen in der Dunkelheit verschwinden.
Was im August als vereinzelte Angriffe Kiews begann, hat sich im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu einer systematischen Kampagne entwickelt, die Moskaus Energiesektor ins Mark trifft. „Das Ganze hat systematischen Charakter“, erklärt der ukrainische Militärexperte Ivan Stupak gegenüber Ukrainska Pravda. Seit August greife die Ukraine den russischen Ölsektor im großen Maßstab an.
Ukraine zielt auf Russlands Energiesektor: Präzise Treffer mit weitreichenden Folgen
Die ukrainischen Streitkräfte haben ihre Taktik verfeinert. Statt wie früher hauptsächlich Öltanks anzugreifen, zielen sie nun auf kritische Anlagenteile ab. Neun erfolgreiche Treffer verzeichneten sie auf atmosphärische und Vakuum-Destillationseinheiten – das Herzstück jeder Raffinerie. Fünf weitere Angriffe trafen technologische Rohrleitungen, die verschiedene Anlagenteile miteinander verbinden.
Das Institute for the Study of War bestätigt die jüngsten Erfolge: In der Nacht zum 16. Oktober trafen ukrainische Drohnen die Saratow-Raffinerie zum dritten Mal binnen eines Monats. Parallel dazu wurde die Lukoil-Anlage in Kstovo, Oblast Nischni Nowgorod, getroffen. „Die ukrainischen Drohnenangriffe führen dazu, dass die Raffinerien für Tage, Wochen, vielleicht sogar für Monate nicht betriebsfähig sind“, analysiert Russlandexperte Andrey Gurkov die Auswirkungen.
Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands
Die Folgen der Angriffe sind in ganz Russland spürbar. Wie Defense.info berichtet, haben die ukrainischen Drohnenangriffe fast 40 Prozent der russischen Raffineriekapazität außer Betrieb gesetzt. The Moscow Times berichtet, dass die Internationale Energieagentur warnt: Ein Drittel aller Raffinerien wurde seit August getroffen, die Produktion werde erst im Juni 2026 wieder normale Werte erreichen.
Treibstoffknappheit und Preisanstiege haben sich in zahlreichen Regionen Russlands ausgebreitet. Es wurden lange Schlangen an Tankstellen in verschiedenen Regionen gemeldet. Die Regierung reagierte mit drastischen Maßnahmen: Das Exportverbot für Benzin wurde bis Ende 2025 verlängert, auch Dieselexporte wurden teilweise untersagt.
Energiekrise in Russland: Strategischer Druck auf den Kreml – USA liefert Satellitendaten
Präsident Wolodymyr Selenskyj macht die Ziele der Kampagne deutlich: „Der Feind muss die Kosten dieses Krieges tragen. Aber wir töten keine Zivilisten“, betont er laut Institute for the Study of War. Die Angriffe zielen bewusst auf Russlands wirtschaftliche Grundlage ab. Öl und Erdölprodukte machen etwa 30 Prozent der russischen Haushaltseinnahmen aus – Geld, das Moskau für Waffen und Söldner verwendet. Anders als Russlands Angriffe auf die ukrainische Zivilbevölkerung richten sich die ukrainischen Schläge gegen militärisch relevante Infrastruktur.
Die Präzision der ukrainischen Angriffe wird durch amerikanische Unterstützung ermöglicht. Wie die Financial Times und das Wall Street Journal berichteten, liefern die USA der Ukraine Satellitendaten, die gezielte Angriffe auf russische Raffinerien ermöglichen. Diese Informationen helfen den ukrainischen Streitkräften dabei, ihre begrenzten Ressourcen maximal effektiv einzusetzen und kritische Infrastruktur zu treffen. Die Trump-Administration hat damit eine deutliche Kehrtwende vollzogen. Unter seinem Vorgänger Joe Biden waren solche weitreichenden Angriffe auf russisches Staatsgebiet noch untersagt. Washington setzt nun bewusst auf eine Strategie der wirtschaftlichen Schwächung Russlands, um Putin zu Verhandlungen zu bewegen.
Tomahawks als entscheidendes Druckmittel für Ukraine-Verhandlungen?
Das ultimative Druckmittel könnten jedoch Marschflugkörper vom Typ Tomahawk werden. Diese weitreichenden Präzisionswaffen sind deutlich schlagkräftiger als die bisher verwendeten ukrainischen Drohnen und könnten Russlands Energieinfrastruktur noch schwerer treffen. Trump deutete bereits an, über die Lieferung solcher Waffen nachzudenken. Sollte Putin weiterhin auf militärische Lösungen setzen und gleichzeitig Verhandlungsbereitschaft vortäuschen, könnte Washington zur nächsten Eskalationsstufe übergehen. Die Drohung mit Tomahawk-Lieferungen allein könnte ausreichen, um den russischen Präsidenten zum Umdenken zu bewegen.
Der Kreml versucht verzweifelt, die Krise zu bewältigen. Wie The Moscow Times berichtet, importiert Russland nun Treibstoff aus Belarus und bereitet Importe aus China, Singapur und Südkorea vor. Laut Modern Diplomacy kündigte Energieminister Sergei Tsivilev an, geplante Wartungsarbeiten in Raffinerien zu verschieben, um die Produktion aufrechtzuerhalten. Die wirtschaftlichen Kosten des Krieges werden für Russland täglich spürbarer – ein Druckmittel, das Putin möglicherweise an den Verhandlungstisch zwingen könnte. Quellen: Moscow Times, New York Times, Institute for the Study of War, Defense.info, Ukrainska Pravda, Modern Diplomacy, Financial Times, Wall Street Journal) (cgsc)