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Aktuelle Lage im Ticker

Israels Armee zerstört Wohnviertel und Dörfer im Libanon

Die Lage in Nahost im News-Ticker: Schäden im Libanon sind massiv. Mehrere Orte im Süden des Landes fast komplett zerstört.

Update vom 21. Oktober, 5.15 Uhr: Nach erneuten israelischen Angriffen sind die Schäden im Libanon massiv. Im Süden des Landes zerstörte die israelische Armee laut libanesischen Sicherheitskreisen mehrere Orte fast komplett. Wohngebiete in Vororten der Hauptstadt Beirut liegen Augenzeugen zufolge in Schutt und Asche. Die Angriffe gelten der Schiitenmiliz Hisbollah, die seit gut einem Jahr täglich Raketen auf Israel feuert. Doch unter dem Krieg leidet vor allem die Zivilbevölkerung. Auch die libanesische Armee, die sich in dem Konflikt eigentlich neutral verhält, vermeldet Verluste.

Israels Luftwaffe fliegt erneut Angriffe im Libanon.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update vom 20. Oktober, 21.40 Uhr: Die israelische Armee hat Angriffe auf die mutmaßliche Finanzvertretung der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon angekündigt. Armeesprecher Avichay Adraee erklärte am Sonntagabend im Onlinedienst X, alle Menschen, die in der Nähe der Al-Kard Al-Hassan-Büros lebten, sollten sich in Sicherheit bringen. Die Organisation sei „an der Finanzierung der terroristischen Einsätze der Hisbollah gegen Israel beteiligt“. Daher werde jetzt deren Infrastruktur angegriffen.

Später gab der Sprecher die Lage von mehreren Gebäuden im Süden der Hauptstadt Beirut sowie in der Bekaa-Ebene bekannt, die Ziele seien. Ein AFP-Korrespondent berichtete aus der Hafenstadt Sidon, in der Nähe des dortigen Al-Kard Al-Hassan-Büros sei Panik ausgebrochen. Aus dem Süden Beiruts meldete die amtliche libanesische Nachrichtenagentur NNA kurze Zeit später mindestens vier israelische Angriffe auf Büros des Unternehmens Al-Kard Al-Hassan.

Bodenoffensive im Libanon: Spannungen zwischen Israel und Unifil

Update vom 20. Oktober, 21.20 Uhr: Das israelische Militär hat nach UN-Angaben erneut einen Posten der Blauhelmsoldaten im Südlibanon angegriffen. Ein Bulldozer des israelischen Militärs habe absichtlich einen Beobachtungsturm und den Zaun einer Stellung der Friedenstruppen in Marwahin zerstört, teilte die UN-Mission im Libanon (Unifil) mit. Marwahin liegt nahe der Grenze zu Israel.

Unifil rief das israelische Militär und „weitere Akteure“ dazu auf, ihrer Verpflichtung nachzukommen, die Sicherheit von UN-Personal und -Eigentum zu gewährleisten. Die Beschädigung von UN-Posten und -Eigentum stelle eine Verletzung internationalen Rechts und einer UN-Resolution dar, hieß es in der Mitteilung. 

Update vom 20. Oktober, 19.20 Uhr: Im Süden des Libanons hat die israelische Armee laut dortigen Sicherheitskreisen mehrere Orte fast komplett zerstört. Das Militär habe im Grenzgebiet unter anderem den Ort Ramja nahe Bint Dschubail gesprengt, erfuhr die dpa aus libanesischen Sicherheitskreisen. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. 

Vor einer Woche hatte die israelische Armee ein weiteres Dorf zerstört, wie die New York Times nach der Auswertung von Videos und Satellitenfotos berichtete. Soldaten sprengten demnach große Teile des Dorfs Mhaibib, das ebenfalls im Grenzgebiet liegt. In dem Ort befand sich ein Schrein Benjamins, Sohn Jakobs, der im Islam als Prophet verehrt wird und der auch in der Bibel erwähnt wird.

Israels Militär teilte mit, man habe ein von der Hisbollah-Miliz genutztes Tunnel-Netzwerk „zerlegt“, das durch den „Kern eines Dorfs“ im Libanon geführt habe. Das Militär veröffentlichte auch ein Video, das die Sprengung des auf einem Hügel gelegenen Dorfs zeigt. Libanesischen Sicherheitskreisen zufolge wurden im Grenzgebiet auch Jarun, Marun al-Ras sowie weitere Dörfer weitgehend zerstört. Der Ort Nabatija im Südosten, ein kommerzielles Zentrum der Region, soll demnach ebenfalls teilweise zerstört sein. 

Im Südlibanon geraten auch immer wieder libanesische Soldaten ins Kreuzfeuer. Drei Soldaten wurden nach Angaben der Streitkräfte bei einem Angriff getötet. Das israelische Militär habe auf ein Armeefahrzeug in der Nähe von Ain Ebel unweit der Grenze zu Israel gefeuert, teilte das Militär mit. Die israelischen Streitkräfte äußerten sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Israels Offensive im Libanon: Vororte von Beirut erneut beschossen

Update vom 20. Oktober, 10.13 Uhr: Israels Luftwaffe hat erneut ein Ziel in einem der Vororte von Beirut beschossen. Dabei soll es sich um eine strategische Einrichtung der Hisbollah gehandelt haben. Außerdem sei eine unterirdische Waffenfabrik attackiert worden, hieß es in einer Mitteilung der Armee. Es seien zuvor Schritte unternommen worden, um Schaden an Zivilisten zu verringern, hieß es. Zu möglichen Opferzahlen wurde nichts mitgeteilt. Die Angaben des Militärs ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Update vom 19. Oktober, 20.04 Uhr: Nach dem fehlgeschlagenen Drohnenangriff auf eines seiner Anwesen hat der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu dem Iran und dessen Verbündeten einen Attentatsversuch vorgeworfen. Den Versuch, ihn und seine Frau „zu ermorden“, würden der Iran und dessen Verbündete noch „bereuen“, erklärte Netanjahu am Samstagabend. „Ich sage den Iranern und ihren Partnern der Achse des Bösen: Jeder, der den Bürgern des Staates Israel Schaden zufügt, wird einen hohen Preis dafür zahlen.“

Außenminister Israel Katz erklärte im Onlinedienst X, mit dem „Attentatsversuch“ auf Netanjahu und seine Familie habe der Iran „ein weiteres Mal sein wahres Gesicht“ gezeigt.

Am Morgen war in der Stadt Caesarea nach israelischen Angaben eine aus dem Libanon kommende Drohne über der Privatresidenz der Netanjahus abgeschossen worden. „Der Ministerpräsident und seine Frau waren nicht vor Ort, und es gab keine Verletzten“, teilten die Behörden mit.

Erneut israelische Luftangriffe auf Beirut

Update vom 19. Oktober, 16.13 Uhr: Die israelische Armee hat nach libanesischen Angaben am Samstag erneut Luftangriffe im Süden von Beirut ausgeführt. 45 Minuten nach der Veröffentlichung eines Evakierungsaufrufs durch die israelischen Streitkräfte seien zwei Angriffe geflogen worden, verlautete aus libanesischen Sicherheitskreisen.

Auf Bildern der Nachrichtenagentur AFP waren Rauchschwaden über Teilen der als Hochburg der Hisbollah-Miliz bekannten südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt zu sehen. Der amtlichen libanesischen Nachrichtenagentur ANI zufolge wurde das Viertel Haret Hreik getroffen.

Die Armee hatte den Evakuierungsaufruf zuvor an die Bewohner dieses Viertels gerichtet. „Sie wohnen in der Nähe von Einrichtungen (...) der Hisbollah“, warnte ein Armeesprecher im Onlinedienst X.

Türkischer Außenminister: Israel will den Iran in Krieg „hineinziehen“

Update vom 19. Oktober, 14.33 Uhr: Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat Israel vorgeworfen, den Iran in einen Krieg zu verwickeln. Israels Premier Benjamin Netanjahu eröffne „ständig neue Fronten in der Region“, so Fidan bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi. „Die aggressive Haltung Israels zwingt den Iran, legitime Schritte zu unternehmen“, fuhr Fidan fort.

Hisbollah startet Luftangriffe gegen Israel – Ein Mann stirbt nach einem Raketenangriff

Update vom 19. Oktober, 13.25 Uhr: Laut dem Rettungsdienst in Israel ist ein Mann nach einem Raketen- und Drohnenangriff der Hisbollah-Miliz gestorben. Demnach wurde der 50-Jährige in seinem Auto von einem Schrapnell getroffen, wie die Helfer von Magen David Adom auf X mitteilten. Insgesamt habe die Hisbollah im Laufe des Vormittags rund 115 Projektile auf Israel abgefeuert. Einige seien von der Luftabwehr abgefangen worden, andere sollen auf offenem Gelände eingeschlagen sein. Medienberichten zufolge traf eine nicht näher bezifferte Zahl der Geschosse auch Wohngebiete.

Update vom 19. Oktober, 12.40 Uhr: Die Hisbollah-Miliz soll etwa 55 Raketen auf die Gegend um Haifa und Westgaliläa abgefeuert haben. Wie die Times of Israel berichtet, wurden dabei mindestens neun Menschen verletzt.

Israelischer Angriff im Gazastreifen – Berichte von Toten in Flüchtlingslager

Update vom 19. Oktober, 11.45 Uhr: Mindestens elf Menschen sollen bei einem israelischen Angriff auf das Flüchtlingslager Al Maghasi im Gazastreifen ums Leben gekommen sein, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Wie die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, läuft aktuell die Suche nach vermissten Personen unter den Trümmern.

Update vom 19. Oktober, 11.02 Uhr: Kurz vor dem Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz in der Türkei hat das Land sein Beileid für den getöteten Hamas-Chef Yahya Sinwar ausgesprochen. Wie ein Schreiben des Außenministeriums der Türkei offenlegte, kondolierte der türkische Außenminister Hakan Fidan bei einem Treffen mit Vertretern des sogenannten Schura-Rates und des Politbüros der Hamas. Fidan habe zudem angekündigt, „alle politischen Mittel gegen die humanitäre Katastrophe in Gaza zu mobilisieren“.

Update vom 19. Oktober, 9.27 Uhr: Der libanesische Drohnenangriff soll das auf Wohnhaus von Benjamin Netanjahu in der Küstenstadt Caesarea abgezielt haben. Das bestätigte das Büro des israelischen Premiers, wie die Times of Israel berichtet. Demnach seien jedoch weder Netanjahu noch dessen Frau zum Zeitpunkt des Angriffs in ihrem Wohnhaus in Caesarea gewesen.

Update vom 19. Oktober, 8.55 Uhr: Wie die israelische Armee mitteilte, feuerte der Libanon drei Drohnen auf Israel ab. Eine soll ein Gebäude in der Hafenstadt Caesarea getroffen haben, berichtete die Times of Israel. In der Stadt befindet sich auch ein Wohnhaus des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu. Zunächst war laut israelischen Medienberichten nicht bekannt, ob sich Netanjahu zum Zeitpunkt des Angriffs in der Küstenstadt aufhielt.

Im Zuge des Angriffs sei es weder zu Toten, noch zu Verletzten gekommen. Die beiden anderen Drohnen habe die Luftverteidigung Israels abgewehrt.

Update vom 19. Oktober, 8.10 Uhr: Ajatollah Ali Chamenei, das religiöse und politische Oberhaupt des Iran, hat angegeben, dass der Tod des Hamas-Chefs Yahya Sinwar nicht das Ende der Achse des Widerstandes bedeute. Laut Chamenei soll die Hamas weiter existieren, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Israel greift wohl Flüchtlingslager im Gazastreifen an – Hamas-Behörde meldet 33 Tote

Update vom 19. Oktober, 7.47 Uhr: Bei einem Angriff der israelischen Armee auf das größte Flüchtlingslager im Gazastreifen, in der Stadt Dschabalia, sind laut palästinensischen Angaben mindestens 33 Menschen gestorben. 85 weitere seien bei dem Vorstoß verletzt worden. Da weiter nach vermissten Personen unter den Trümmern gesucht werde, könne die Zahl der Opfer noch weiter steigen, berichtete die von der Hamas geführte Regierung im Gazastreifen. Israel äußerte sich bislang nicht zu den Berichten.

Update vom 19. Oktober, 6.45 Uhr: Nach Angaben des verantwortlichen Forensikers wurde der von Israel getötete Hamas-Chef Yahya Sinwar durch einen Kopfschuss getötet. „Die Todesursache ist eine Schussverletzung am Kopf“, sagte Chen Kugel, leitender Pathologe am Nationalen Zentrum für Forensik in Tel Aviv. Neben der tödlichen Schusswunde sei Sinwar durch Schrapnelle und auf ihn gestürztes Mauerwerk verletzt worden.

Sinwar wurde laut der israelischen Armee am Mittwoch in Rafah getötet. Der Hamas-Chef sei dort zufällig entdeckt worden, woraufhin die Streitkräfte das Feuer eröffnet hätten. Sinwar habe sich in einem Haus versteckt. Die Identität soll die Armee per DNA-Test festgestellt haben.

Update vom 18. Oktober, 22.06 Uhr: Die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon hat eigenen Angaben zufolge Sprengstoffdrohnen auf einen Militärstützpunkt der Luftabwehr im Zentrum Israels abgefeuert. Es sei eine „Reaktion auf Angriffe auf Zivilisten“ gewesen und „im Dienste“ des getöteten Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah erfolgt, erklärte die Miliz am Freitag. Nasrallah war im vergangenen Monat bei einem israelischen Luftangriff getötet worden.

Die Hisbollah-Miliz hatte nach dem Großangriff der mit ihr verbündeten islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 mit permanenten Luftangriffen eine zweite Front gegen Israel eröffnet. Die israelische Armee ging danach massiv gegen die Hamas im Gazastreifen vor.

Russland will bei Kompromiss zwischen Israel und Iran helfen

Update vom 18. Oktober, 19.05 Uhr: Russland ist nach den Worten seines Präsidenten Wladimir Putin bereit, bei der Suche nach einem Kompromiss zwischen den beiden Erzfeinden Israel und Iran zu helfen. Das sei zwar schwierig, aber möglich, sagt Putin in Moskau vor der Presse. „Wir stehen in Kontakt mit Israel, wir stehen in Kontakt mit dem Iran. Wir pflegen recht vertrauensvolle Beziehungen. Und wir würden uns sehr wünschen, dass dieser endlose Schlagabtausch irgendwann ein Ende findet. Und dass Wege zur Lösung der Situation gefunden werden, die beide Seiten zufriedenstellen.“ Russland sei zu einem Engagement bereit, wenn beide Seiten dies wünschten. „Wenn dies gefordert wird, sind wir bereit, im Kontakt mit beiden Seiten alles in unserer Macht Stehende zu tun, um dazu beizutragen, diese Kompromisse zu finden.“ 

Israel hat in den vergangenen Wochen gezielt mehrere Anführer und Kommandeure der Hamas im Gazastreifen und der Hisbollah im Libanon getötet. Mit beiden radikalen Organisationen ist der Iran verbündet. Auch die Tötung von Hamas-Politikchef Ismail Hanijeh Ende Juli in der iranischen Hauptstadt Teheran wird Israel zugeschrieben. Der Iran hat als Vergeltung am 1. Oktober Raketen auf Israel abgefeuert, die überwiegend abgefangen wurden. Israel hat seinerseits mit Vergeltung gedroht.

Update vom 18. Oktober, 14.10 Uhr: Die palästinensische Terrororganisation Hamas hat den Tod ihres Anführers Yahya Sinwar bestätigt. Israelische Soldaten hatten den Strategen des Massakers vom 7. Oktober 2023 nach Militärangaben im Gazastreifen getötet.

Update vom 18. Oktober, 12.50 Uhr: Nach der von Israel verkündeten Tötung von Hamas-Chef Yahya Sinwar gibt es nach Ansicht von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Nahost nun „hoffentlich die konkrete Aussicht auf einen Waffenstillstand“. Diese Einschätzung äußerte Scholz am Freitag beim Empfang von US-Präsident Joe Biden im Kanzleramt in Berlin. Es müssten „eine weitere Eskalation und ein regionaler Flächenbrand“ verhindert werden, sagte der Kanzler.

Update vom 18. Oktober, 12.25 Uhr: Nach der von Israel verkündeten Tötung von Hamas-Chef Yahya Sinwar hat ein Vertreter der islamistischen Palästinenserorganisation Spekulationen über ein Ende der Gruppe zurückgewiesen. Die Hamas sei eine „Befreiungsbewegung, die von Menschen geführt wird, die nach Freiheit und Würde streben und das kann nicht eliminiert werden“, erklärte Bassem Naim, hochrangiges Mitglied des Hamas-Politbüros, in einer am Freitag an die Nachrichtenagentur AFP übermittelten Stellungnahme.

Naim bestätigte Sinwars Tod nicht, sondern erklärte lediglich: „Offenbar glaubt Israel, dass das Töten unserer Anführer das Ende unserer Bewegung und des Kampfes des palästinensischen Volkes bedeutet.“ Die Hamas sei aber mit jedem Tod eines ihrer Anführer „stärker und beliebter“ geworden, argumentierte Naim. Die Getöteten seien zu „Symbolfiguren für künftige Generationen“ geworden.

Hamas-Chef Sinwar getötet: Hisbollah droht mit „Eskalation“ gegen Israel

Update vom 18. Oktober, 9.45 Uhr: Nach dem Tod von Hamas-Chef Yahya Sinwar droht die libanesisch-schiitische Miliz Hisbollah mit einer „Eskalation“ des Krieges gegen Israel. In einer Erklärung der Miliz hieß es, man gehe in eine „neue und eskalierende Phase der Konfrontation mit Israel“ über. Auch der Iran äußerte sich: Die UN-Botschaft des Landes erklärte, Sinwars Tod werde „den Geist des Widerstands“ gegen Israel stärken. Sinwar werde ein Vorbild für junge Menschen und Kinder sein, „die diesen Pfad bis zur Befreiung Palästinas fortsetzen werden“.

Update vom 18. Oktober, 5.30 Uhr: Israels Streitkräfte haben nach der Tötung des Anführers der islamistischen Hamas im Gazastreifen ein Video veröffentlicht, das die letzten Momente im Leben von Yahya Sinwar zeigen soll. Auf den von einer Drohne gefilmten Aufnahmen ist ein vermummter und in Staub gehüllter Mann zu sehen, der in einem ausgebombten Gebäude auf einem Sessel sitzt. Als sich die Drohne nähert, wirft er einen Stock auf das ferngesteuerte Fluggerät. Das israelische Militär identifizierte den Mann in dem Video als Sinwar.

Wenig später wurde Sinwar nach Angaben der israelischen Streitkräfte in der Stadt Rafah im südlichen Gazastreifen getötet - wobei das Militär zu diesem Zeitpunkt anscheinend noch nicht wusste, dass der Hamas-Chef nach monatelanger Suche zur Strecke gebracht worden war. Nachdem Soldaten ihn und zwei weitere Bewaffnete geortet hatten, feuerte ein Panzer eine Granate in das Gebäude, wie die Zeitung „The Times of Israel“ berichtete. Erst später soll den Soldaten die Ähnlichkeit eines der Toten mit dem Hamas-Chef aufgefallen sein.

Update vom 17. Oktober, 22.10 Uhr: US-Vizepräsidentin Harris hat nach der Tötung von Hamas-Führer Sinwar von einer Chance zum Ende des Krieges gesprochen. „Dieser Moment ermöglicht uns, den Krieg in Gaza endlich zu beenden. Und er muss so enden, dass Israel sicher ist: Die Geiseln werden freigelassen. Das Leiden in Gaza hat ein Ende, und das palästinensische Volk kann sein Recht auf Würde, Sicherheit, Freiheit und Selbstbestimmung wahrnehmen“, sagte Harris. US-Präsident Joe Biden hatte sich zuvor ähnlich geäußert. Im Vergleich zu Biden hob Harris aber deutlicher das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung hervor.

Update vom 17. Oktober, 19.56 Uhr: Außenministerin Annalena Baerbock hat nach der Tötung von Hamas-Führer Sinwar die Freilassung aller im Gazastreifen verbleibenden Geiseln gefordert. „Das Leid der Menschen in Gaza muss endlich aufhören“, erklärte die Grünen-Politikerin am Abend. „Sinwar war ein brutaler Mörder und Terrorist, der Israel und seine Menschen vernichten wollte. Als Drahtzieher des Terrors am 7. Oktober brachte er Tausenden Menschen den Tod und unermessliches Leid über eine ganze Region“, stellte Baerbock fest. 

Update vom 17. Oktober, 18.55 Uhr: Auch die israelischen Streitkräfte haben mittlerweile den Tod von Yahya Sinwar offiziell bestätigt. „Eliminiert: Yahya Sinwar“, schrieben die IDF knapp in einem Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X. „Dies ist eine große militärische und moralische Errungenschaft für Israel und ein Sieg für die gesamte freie Welt gegen die böse Achse des radikalen Islam unter der Führung des Iran“, schrieb Außenminister Katz zur Tötung Sinwars. Im weiteren Verlauf des Abends wird auch ein Pressestatement von Premierminister Netanjahu erwartet.

Update vom 17. Oktober, 18.45 Uhr: Der israelische Außenminister, Israel Katz, hat die Tötung von Hamas-Chef Sinwar im Gazastreifen bestätigt. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP. „Der Massenmörder Yahya Sinwar, der für das Massaker und die Gräueltaten vom 7. Oktober verantwortlich ist, wurde heute von IDF-Soldaten getötet“, zitiert das Portal The Times of Israel aus einer Meldung von Katz.

Update vom 17. Oktober, 18.23 Uhr: Eine offizielle Bestätigung der Tötung von Hamas-Anführer Yahya Sinwar steht weiterhin aus. Forensiker der israelischen Polizei verglichen Fotos der Zähne des Leichnams von einem der Männer im Gazastreifen mit denen von Sinwar aus dessen Haftzeit in Israel. Dabei sei Übereinstimmung festgestellt worden, berichteten israelische Medien. Eine DNA-Analyse sei im Gange. Die Ergebnisse werden später am Abend erwartet. Erst sie erlauben definitiven Aufschluss über die Identität des Getöteten.

Update vom 17. Oktober, 17.27 Uhr: Die israelischen Streitkräfte haben nach wie vor nicht offiziell bestätigt, dass es sich bei einem der drei im Gazastreifen getöteten Terroristen um den Hamas-Anführer Yahya Sinwar handeln soll. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet jedoch aus Regierungskreisen, das israelische Sicherheitskabinett sei darüber informiert worden, dass der Extremistenführer sehr wahrscheinlich getötet worden sei.

Auf den sozialen Medien werden derweil Bilder verbreitet, welche den vermeintlichen Leichnam von Sinwar umringt von IDF-Soldaten zeigen sollen. Die Echtheit dieser Aufnahmen kann jedoch aktuell nicht unabhängig verifiziert werden. Sinwars Tod wäre der nächste Erfolg für die israelischen Streitkräfte. In den vergangenen Wochen waren bereits der Auslandschef der Hamas, Ismail Hanija, und der Anführer der im Libanon ansässigen Hisbollah-Miliz, Hassan Nasrallah, durch Israel getötet worden.

Medienberichte: Israel soll Hamas-Anführer Sinwar getötet haben

Update vom 17. Oktober, 15.50 Uhr: Der arabische Nachrichtensender Al Arabiya berichtet, dass ein erster DNA-Test auf der Leiche, die Berichten zufolge Hamas-Chef Yahya Sinwar zuzuordnen ist, positiv war. Demnach wurde Sinwar tatsächlich bei Zusammenstößen mit israelischen Truppen im Gazastreifen getötet. Das israelische Armeeradio GLZ Radio berichtete unter Berufung auf eine diplomatische Quelle, Israel habe Länder in der Region bereits benachrichtigt, dass Sinwar ausgeschaltet wurde. Eine weitere Quelle teilte gegenüber dem staatlichen Sender Kan News mit, dass Sinwar getötet wurde.

Update vom 17. Oktober, 15.10 Uhr: Das israelische Armeeradio GLZ Radio berichtet unter Berufung auf Sicherheitsbeamte: Eine im Gazastreifen getötete Person sei „höchstwahrscheinlich“ Hamas-Chef Yahya Sinwar. Alles würde darauf deuten, betonten die Sicherheitsbeamten demnach.

Update vom 17. Oktober, 15 Uhr: Ein israelischer Armeesprecher teilte der Nachrichtenagentur Reuters mit, es sei möglich, dass Hamas-Chef Yahya Sinwar bei einem Luftangriff im Gazastreifen ausgeschaltet wurde. Derzeit prüfe die israelische Armee diese Berichte. In sozialen Medien kursieren derzeit mehrere Fotos einer Leiche, die Yahya Sinwar gehören soll.

Israels Angriffe im Gazastreifen: Offenbar 15 Menschen getötet

Update vom 17. Oktober, 14.20 Uhr: Bei einem israelischen Luftangriff auf ein ehemaliges Schulgebäude im nördlichen Gazastreifen sind nach Krankenhausangaben mindestens 15 Menschen getötet worden. Weitere Menschen erlitten Verletzungen, wie ein Sprecher des Kamal-Adwan-Krankenhauses mitteilte. Die israelische Armee teilte mit, die Luftwaffe habe dort einen „operativen Treffpunkt für Terroristen der Hamas und des Islamischen Dschihad angegriffen“. 

Dutzende von Terroristen beider Organisationen hätten sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Gebäude aufgehalten, das als Unterkunft für Vertriebene diente, hieß es in der Mitteilung. Diese seien an Raketenangriffen auf israelisches Gebiet sowie Angriffen auf israelische Truppen in den vergangenen Tagen beteiligt gewesen. 

Update vom 17. Oktober, 12.54 Uhr: Offenbar hat Israel im Krieg in Nahost eine neue Front eröffnet. Das geht aus einem US-Medienbericht hervor. Israelische Truppen rückten nun auch in Nakura an der Mittelmeerküste vor, berichtete die New York Times nach der Auswertung von Satellitenfotos. Auf den Bildern sei zu sehen, wie israelische Militärfahrzeuge in den vergangenen Tagen die Grenze zum Nachbarland überquert hätten.

Der Auswertung zum Einsatz von Israel im Libanon zufolge rückt die Armee aus Gebieten im Norden Israels vor, die zu geschlossenen militärischen Zonen erklärt wurden. Demnach sind die Bodentruppen inzwischen an drei Fronten im Grenzgebiet in den Libanon vorgerückt: nahe Nakura an der Mittelmeerküste, weiter östlich im Raum Bint Dschubail sowie im Gebiet um den Ort Udaissa. 

Israel geht mit Bodenoffensive gegen Hisbollah im Libanon vor – 45 Kämpfer getötet

Update vom 17. Oktober, 12 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden hat Israels Armee bei Kämpfen in Nahost mehr als 45 Kämpfer der Hisbollah getötet. Darunter sei auch der Kommandeur eines Bataillons in Bint Dschubail im Süden des Libanons, teilte das Militär mit. Er stehe hinter Angriffen auf Israel von südlibanesischen Dörfern aus. Zudem habe die Armee im Libanon „150 Terrorziele angegriffen“, hieß es in der Mitteilung.

Derweil ist bekannt geworden, dass Israels Armee die Bewohner der südlibanesischen Stadt Tyros aufruft, vor den Angriffen auf die Hisbollah zu evakuieren. Der arabische Sprecher der IDF, Avichay Adraee, veröffentlicht auf X eine Karte des Angriffsgebiets und fordert alle in der Nähe befindlichen Personen auf, mindestens 500 Meter Abstand zu halten.

Angriffe im Libanon: Deutsche Korvette wehrt Hisbollah-Drohne ab

Update vom 17. Oktober, 11.25 Uhr: Die als Teil der UN-Truppe Unifil vor der libanesischen Küste eingesetzte Korvette Ludwigshafen am Rhein hat inmitten wachsender Spannungen in Nahost eine anfliegende Drohne abgewehrt. Der unbemannte Flugkörper sei vor der Küste des Libanons mit einem Abwehrsystem kontrolliert zum Absturz gebracht worden, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Erstmeldung: Tel Aviv – Seit über einem Jahr liegt Israel im Krieg mit verschiedenen Terrorgruppen in Nahost. Erst vor wenigen Wochen weiteren die israelischen Streitkräfte ihren Einsatz gegen die Hisbollah im Libanon aus. Nach Luftschlägen bei Beirut und einer Bodenoffensive im Süden des Landes mehrt sich allerdings die zunehmend die Kritik an Israel. Nach wiederholtem Beschuss von Blauhelmsoldaten im Süden des Libanons hat US-Verteidigungsminister Lloyd Austin die israelische Militärführung zu einem besseren Schutz der UN-Beobachtermission Unifil aufgerufen.

Israel geht hart bei Einsätzen in Nahost vor: Schüsse auf UN-Blauhelme

Während Israel wegen des Vorgehens in Nahost und den Schüssen auf UN-Blauhelme international immer mehr in die Kritik gerät, ist nach israelischen Militärangaben vom Libanon aus auf den Norden Israels eine Salve von 30 Raketen abgefeuert worden. In zahlreichen Ortschaften, darunter auch in der Hafenstadt Haifa, heulten am Tag des jüdischen Laubhüttenfests Warnsirenen. Es gab zunächst keine Berichte über mögliche Opfer. Die libanesische Hisbollah-Miliz reklamierte Angriffe auf israelische Militärstützpunkte im Grenzgebiet für sich. 

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als einem Jahr kommt es immer wieder zu Angriffen der sogenannten Widerstandsachse von Verbündeten des Irans auf Israel. Dazu gehören neben der Hisbollah im Libanon und der Hamas im Gazastreifen auch Milizen im Irak sowie die Huthi-Rebellen im Jemen. Israel ist vor wenigen Wochen dazu übergegangen, nicht nur die Hamas im Gazastreifen, sondern auch die Hisbollah verstärkt zu bekämpfen. Nach gezielten Attacken auf die Führung der Miliz sollte eine Bodenoffensive im Libanon die Gruppierung weiter schwächen.

Bei Israels Einsätzen gegen die Hisbollah im Libanon ist es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Zwischenfällen mit UN-Blauhelmen gekommen. In einem Telefonat mit seinem israelischen Kollegen Joav Galant habe Austin betont, wie wichtig es sei, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der UN-Truppen und der libanesischen Streitkräfte zu gewährleisten, teilte das Pentagon mit. Austin habe auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, einen diplomatischen Weg zu beschreiten, um den Schutz der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten der israelisch-libanesischen Grenze zu verbessern.

Mitten in der angespannten Lage in Nahost waren Soldaten der UN-Beobachtermission in den vergangenen Tagen mehrmals beschossen worden. Sie haben teils israelische Truppen als Urheber benannt, teils von einer unklaren Lage in den Kämpfen zwischen israelischen Soldaten und der Schiiten-Miliz Hisbollah gesprochen. Ein Panzer aus Israel soll nach Angaben der Vereinten Nationen auf einen Beobachterturm der UN-Friedensmission Unifil im Südlibanon geschossen haben. „Heute Morgen beobachteten Friedenstruppen an einer Position in der Nähe von Kfar Kila, wie ein Merkava-Panzer der israelischen Streitkräfte auf ihren Wachturm feuerte“, teilte Unifil mit.

Israels Angriffe im Krieg in Nahost: UN mit deutlicher Kritik

Israels Angriffe im Krieg in Nahost auf Ziele im Libanon haben den Vereinten Nationen zufolge immer „schwerwiegendere Auswirkungen auf zivile Infrastrukturen und die Zivilbevölkerung“. Gesundheitseinrichtungen, Moscheen, historische Märkte, Wohnkomplexe und nun auch Regierungsgebäude würden in Schutt und Asche gelegt, hieß es in einer Erklärung des UN-Nothilfebüros Ocha. Ein „verheerender Angriff“ in Nabatija im Südlibanon habe „das Leben weiterer Zivilisten gefordert“.

Knapp ein Jahr nach Beginn der Kämpfe zeigt ein Bericht, wie die verheerend die wirtschaftlichen Folgen für die Region sind. ie Arbeitslosigkeit im Gazastreifen liege nach einem Jahr Krieg bei fast 80 Prozent, im von Israel besetzten Westjordanland bei fast 35 Prozent, berichtete die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf. In beiden Gebieten zusammen sei das reale Bruttoinlandsprodukt – also die Menge der produzierten oder verkauften Güter und Dienstleistungen – um gut 32 Prozent zurückgegangen. 

Unsere interaktiven Karten zum Israel-Gaza-Krieg zeigen Orte des Konflikts und dessen Verlauf. (red mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Hussein Malla/AP/dpa

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