Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Neuwahlen am 8. Februar

Umfragen zur Japan-Wahl: Plan der Regierungschefin birgt ein großes Risiko

In Japan regiert Ministerpräsidentin Takaichi mit knapper Mehrheit. Nun will sie mit Neuwahlen ihre Macht festigen. Was die Umfragen sagen.

In Japan wird wieder gewählt: Im Januar hat Ministerpräsidentin Sanae Takaichi das Unterhaus des Parlaments aufgelöst und damit den Weg für Neuwahlen freigemacht. Am 8. Februar sind nun die Wahlberechtigten bei der Shūgiin-Wahl 2026 dazu aufgerufen, über die Besetzung der mächtigen Parlamentskammer abzustimmen. Damit wählen sie indirekt auch die nächste Regierung des Landes. Das Shūgiin ist das Abgeordneten- oder Repräsentantenhaus der japanischen Nationalversammlung. 

Japans neue Regierungschefin Sanae Takaichi hat das Unterhaus des Parlaments aufgelöst und damit den Weg für Neuwahlen freigemacht. In den Umfragen zur Japan-Wahl 2026 liegt ihre Partei LDP an der Spitze.

Die nationalkonservative Politikerin Takaichi war erst Ende Oktober als erste Frau an die Spitze der Regierung gewählt worden. Als Regierungschefin genießt sie derzeit ungewöhnlich hohe Zustimmungswerte. Nun will die 64-Jährige ihre Popularität nutzen, um die hauchdünne Parlamentsmehrheit der Koalition aus ihrer Liberaldemokratischen Partei (LDP) und der konservativ-neoliberalen Partei Ishin auszubauen. 

Takaichi löst Parlament für Neuwahlen aus: Wie die Umfragen ausfallen

Die Neuwahlen sind für Takaichi jedoch nicht ohne Risiko. So bleibt abzuwarten, ob ihre große Beliebtheit im Wahlkampf auch auf die LDP abfärben wird. Die seit 1955 fast ununterbrochen regierende Partei hatte wegen Skandalen ihre Mehrheiten in beiden Kammern des Parlaments verloren. Aktuell verfügt die Partei zusammen mit ihrem neuen Koalitionspartner (Ishin) mit 233 von 465 Sitzen nur über eine hauchdünne Ein-Stimmen-Mehrheit im Unterhaus.

Zudem kündigten die größte Oppositionspartei, die Konstitutionelle Demokratische Partei Japans des früheren Ministerpräsidenten Yoshihiko Noda, und die Partei Komeito ihren Zusammenschluss an. Die neue Zentristische Reformpartei versteht sich als liberale Alternative zu Takaichis konservativer Koalition. Besonders brisant: Komeito war 25 Jahre lang Koalitionspartner der LDP und wechselte erst nach Takaichis Wahl zur Opposition. Die nachfolgende Tabelle zeigt die aktuellsten Umfragen der TV-Sender NHK und ANN. Typisch für Parlamentswahlen in Japan ist der Umstand, dass sich ein Großteil der Befragten noch unentschlossen zeigte. Die Daten können sich deshalb kurzfristig noch stark verändern.

ANNNHK
LDP36,1 %35,9 %
Reform15,3 %11,9 %
DVP6,3 %4,4 %
Ishin5,2 %3,3 %
Sanseito4,4 %3,5 %

Umfragen vor der Wahl in Japan zeigen: Populisten gewinnen an Boden

Die Komeito war 26 Jahre lang Koalitionspartner der LDP, kündigte die Koalition mit der LDP aber im Oktober wegen Takaichis harter Haltung in Fragen der Parteienfinanzierung und der Sicherheitspolitik auf. Die LDP hatte bis dahin von der Koalition mit der Komeito durch Wahlabsprachen profitiert.

Außer den etablierten Parteien drängen populistische Kräfte ins Rampenlicht. Die Demokratische Volkspartei (DVP) fokussiert sich auf Alltagssorgen der Bevölkerung und konnte bei der letzten Wahl ihre Sitzzahl nahezu vervierfachen. Noch bemerkenswerter ist der Aufstieg der Sanseito, Japans Antwort auf nationalistische Bewegungen im Westen. Die rechtsextreme Kleinpartei, die während der Corona-Pandemie durch Impfgegnerschaft und „Japan First“-Rhetorik bekannt wurde, zeigte sich bei der vergangenen Oberhauswahl deutlich verbessert und hat Themen wie Immigration ins Zentrum der politischen Debatte gerückt. (Quellen: ANN; NHK, The Economist, dpa) (cs)

Rubriklistenbild: © Kenichiro Ogane/Imago

Kommentare