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News-Ticker

Ukraine-Krieg: „Wahllos“ – Putin-Sprecher kontert Merz nach Drohnen-Vorfällen

Krim-Ölterminal nach Drohnenangriff in Flammen. Schwere Schäden an Energieanlagen in Belgorod. Der Newsticker zum Ukraine-Krieg.

Dieser News-Ticker ist beendet: Aktuelle Informationen rund um den Ukraine-Krieg finden Sie in unserem neuen Ticker.

Update, 13:02 Uhr: Nach Russlands Angriffen im Ukraine-Krieg am Sonntag kritisiert der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass noch immer viele Komponenten der russischen Waffen aus dem Ausland stammen – auch aus Deutschland. In einem Beitrag auf der Plattform X schrieb Selenskyj: „Während des massiven kombinierten Angriffs auf die Ukraine in der Nacht des 5. Oktober hat Russland 549 Waffensysteme benutzt, die 102.785 im Ausland hergestellte Komponenten enthielten.“

Darunter: Bauteile von Unternehmen aus Deutschland, den USA, China und Taiwan sowie Großbritannien. Die Partner der Ukraine hätten bereits detaillierte Informationen über die Firmen und Produkte. „Es ist entscheidend, jede Umgehung von Sanktionen zu unterbinden, denn Russland nutzt jede, um weiter zu töten“, forderte Selenskyj.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update, 12:15 Uhr: Moskau hat Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zurückgewiesen, wonach Russland vermutlich hinter den meisten Drohnenflügen steckt, die kürzlich unter anderem in Deutschland für Aufsehen gesorgt haben. „Viele Politiker in Europa neigen nun dazu, Russland für alles die Schuld zu geben“, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. „Sie tun dies unbegründet und wahllos.“

Mitten im Ukraine-Krieg: Medwedew spricht über Drohnenflüge in Europa

Update, 11:25 Uhr: Die jüngsten Flugstörungen durch Drohnen sind laut dem früheren russischen Präsidenten Dmitri Medwedew eine nützliche Erinnerung für die Europäer an die Kriegsgefahr. Vorwürfe, Russland könne hinter den Vorfällen in Deutschland und Dänemark stecken, wies Medwedew der Nachrichtenagentur Reuters zufolge zurück. Russlands Sympathisanten würden ihre Ressourcen nicht verschwenden. Die „Agenten und Maulwürfe“ Russlands warteten auf gesonderte Befehle, schreibt er auf seinem Telegram-Kanal. Das Wichtigste sei, dass die Europäer die Kriegsgefahr am eigenen Leib spürten.

Wörtlich schrieb Medwedew: „Die Hauptsache ist, dass engstirnige Europäer die Gefahren des Krieges am eigenen Leib erfahren. Sich fürchten und zittern wie stumme Tiere in einer Herde, die zur Schlachtbank getrieben werden. Sich vor Angst in die Hose machen und ihr bevorstehendes und schmerzhaftes Ende erwarten.“ Er wirft Friedrich Merz und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vor, aus politischen und finanziellen Gründen einen Krieg anzuzetteln. Durch die Angst hofft Medwedew die Bevölkerung zu einem Umsturz bewegen zu können.

Angriff im Ukrane-Krieg: Kiew attackiert Ölraffinerie

Update, 10:25 Uhr: Ein Drohnenangriff im Ukraine-Krieg hat das strategisch wichtige Ölterminal Feodossija auf der besetzten Krim in Brand gesetzt. Die Anlage gilt als größter Treibstoffspeicher der Halbinsel mit einer Kapazität von 250.000 Tonnen. Laut dem pro-ukrainischen Kanal Crimean Wind waren die Explosionen und der daraus resultierende Brand über Dutzende Kilometer sichtbar. Parallel wurden weitere Detonationen bei den Militärflugplätzen Saki und Katscha gemeldet.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Update, 9:40 Uhr: Die Ukraine hat mit neuen Angriffen die Energieinfrastruktur in der russischen Grenzregion Belgorod schwer beschädigt. Rund 40.000 Menschen sind ohne Strom, wie Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow mitteilte. „Wir haben erhebliche Schäden. Der Arbeitsumfang wird beträchtlich sein“, sagte Gladkow laut dem Kyiv Independent. Krankenhäuser in Belgorod sind auf Notstrom umgestiegen, während Reparaturarbeiten in sieben Gemeinden laufen.

Die Feuerwehr löscht ein in Brand geratenes Öldepot in Russland. (Archivbild)

Update, 8:55 Uhr: Kiew hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs haben die russischen Streitkräfte binnen 24 Stunden knapp 1090 russische Soldaten verloren. Die Gesamtzahl der russischen Verluste erhöht sich damit auf rund 1.116.340 Soldaten. Mit Verlusten sind stets getötete oder schwer verwundete Soldaten gemeint. Die Zahlen lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Russland will 251 Drohnen aus der Ukraine zerstört haben

Update, 7:55 Uhr: Russland hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht 251 ukrainische Drohnen abgefangen. 61 davon seien über dem Schwarzen Meer zerstört worden, teilte das Ministerium auf Telegram mit. Eine Drohne sei auf Kurs Richtung Moskau gewesen.

Luftangriffe aus Russland im Ukraine-Krieg machen Kiew zu schaffen

Update, 22:20 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach massiven russischen Angriffen einen einseitigen Luftwaffenstillstand gefordert. „Ein einseitiger Waffenstillstand im Himmel ist durchaus möglich“, schrieb Selenskyj auf seinem Telegram-Kanal. In russischen Staatsmedien wie der Nachrichtenagentur Tass werden diese Worte bereits als radikaler Kurswechsel Selenskyjs im Ukraine-Krieg beurteilt. Doch auch in der Ukraine ist die Verblüffung groß: Die Nachrichtenseite Strana sah in Selenskyjs Forderung bereits ein Eingeständnis des Präsidenten, die Luftangriffe Russlands nicht effektiv verteidigen zu können.

Update, 16.24 Uhr: Ukraines Präsident, Wolodymyr Selenskyj, hat den Westen deutlich für die ausbleibende Reaktion auf die neuen russischen Angriffe im Ukraine-Krieg kritisiert. „Es gibt keine würdevolle, starke Reaktion der Welt auf alles, was geschieht, auf die ständige Eskalation des Ausmaßes und der Dreistigkeit der Angriffe“, sagte Selenskyj laut BBC bei seiner Rede am Sonntag. Russland habe bereits alle Angebote zur Beendigung des Krieges oder zumindest der Angriffe zurückgewiesen und versuche nun offen, die zivile Gas- und Energieinfrastruktur kurz vor dem Winter zu zerstören.

Laut Selenskyj enthielten die etwa 500 Drohnen, die bei dem Angriff in der Nacht zum Sonntag eingesetzt wurden, mehr als 100.000 Komponenten ausländischer Produktion. „Jede russische Rakete, jede russische Kampfdrohne enthält Komponenten, die Russland noch immer aus westlichen Ländern und aus verschiedenen Ländern in der Nähe Russlands geliefert werden.“ Der ukrainische Präsident forderte eine strengere Kontrolle der Exporte und ein entschiedeneres Vorgehen gegen Lieferungen an Russland.

Litauen fordert von Europa sofortigen Stopp von Öl- und Gasimporten aus Russland

Update, 15:54 Uhr: Nach den russischen Angriffen auf die Ukraine hat der litauische Außenminister Kęstutis Budrys europäische Staaten dazu aufgefordert, den Import von russischem Öl und Gas zu stoppen. Budrys schrieb auf X: „Wie viele Ukrainer müssen noch sterben, bevor Europa die russischen Öl- und Gasimporte entschlossen stoppt und der Ukraine hilft, sich ausreichend zu bewaffnen, um diesem Übel ein für alle Mal ein Ende zu setzen?!“

Die Hauptimporteure russischen Gases sind nach Angaben Europäischen Rats und des Rats der Europäischen Union aktuell Frankreich, Spanien, Italien, Niederlande und Belgien. Die EU will bis 2027 auf russisches Gas verzichten.

Update, 15.26 Uhr: Nach den schweren russischen Angriffen in der Nacht zum Sonntag sind in der Ukraine weiterhin tausende Einsatzkräfte im Einsatz, um Brände zu löschen und die Schäden zu beseitigen. Zehn der 13 Brände seien bereits unter Kontrolle, an drei weiteren werde noch gearbeitet, berichteten BBC und Ukrainska Pravda. Ukraines Innenminister Ihor Klymenko sagte, Ziel der Angriffe sei es gewesen, „Panik vor dem Winter zu verbreiten, insbesondere in den frontfernen Regionen“.

Russland hatte die Ukraine in der Nacht mit mehr als 500 Luftgeschossen angegriffen. Besonders betroffen waren die Regionen Saporischschja und Lwiw, wo es laut Behörden den schwersten Angriff seit Kriegsbeginn gab. Fünf Menschen kamen ums Leben, die Bergungsarbeiten dauern an. Die Energieinfrastruktur war ein Hauptziel der Attacken – mehr als 110.000 Menschen waren zeitweise ohne Strom, und es kommt weiterhin zu Ausfällen.

Russland meldet ukrainischen Beschuss im Ukraine-Krieg

Update, 15:02 Uhr: Nach russischen Angaben sind mehrere Orte in der Region Belgorod von ukrainischen Drohnen angegriffen worden. Wie die BBC unter Berufung auf lokale Behörden berichtete, gab es keine Verletzten. Die Drohnen seien vom russischen Militär abgeschossen worden.

Ukraine-Krieg: Putin warnt USA vor Tomahawk-Lieferung

Update, 14.28 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat die USA erneut vor der Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern an die Ukraine gewarnt. Eine solche Entscheidung würde „die Beziehungen ruinieren oder zumindest den sich abzeichnenden positiven Trend zunichtemachen“, sagte Putin nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur TASS. Bereits am Donnerstag hatte er in Sotschi erklärt, eine Lieferung dieser Waffen würde eine neue Stufe der Eskalation bedeuten.

Medienberichten zufolge soll der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im September den damaligen US-Präsidenten Donald Trump um die Bereitstellung von Tomahawk-Marschflugkörpern gebeten haben. Mit dem Waffensystem könnte die Ukraine Ziele im russischen Hinterland angreifen, die bisher außerhalb ihrer Reichweite liegen.

Update, 11.49 Uhr: Bei den jüngsten russischen Luftangriffen im Ukraine-Krieg sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens fünf Menschen getötet und weitere zehn verletzt worden. Russland habe bei einem kombinierten Angriff auf das Land mehr als 50 Raketen und Marschflugkörper sowie rund 500 Drohnen eingesetzt, teilte er in einem Post auf der Plattform X mit.

Laut Behörden starben allein in der Region Lwiw (Lemberg) im Westen des Landes an der polnischen Grenze vier Menschen. Für Lwiw sei dies der größte Angriff seit Kriegsbeginn gewesen, berichtet etwa ARD-Korrespondent Vassili Golod: „Wie andere Städte ist Lwiw in Teilen ohne Strom.“ Wie das Energieministerium auf Telegram mitteilte, wurde auch in Saporischschja und Tschernihiw die Energieinfrastruktur beschädigt.

Ukraine-Krieg: Polen nach Russland-Angriffen in Alarmbereitschaft – Kampfjets steigen auf

Update vom 5. Oktober, 6:11 Uhr: Russland hat die Ukraine in der Nacht erneut mit Drohnenschwärmen und Marschflugkörpern überzogen – auch gelenkte Flugzeugbomben und Raketen kamen zum Einsatz. Im gesamten Land herrschte Luftalarm. Landesweit hallten Explosionen durch die Nacht, teils von Einschlägen der Drohnen, teils verursacht von den Geschossen der Flugabwehr.

Die Stadt am Dnipro geriet am frühen Morgen in einen kombinierten Angriff von Drohnen und Kampfflugzeugen, wie der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram berichtete. Nach seinen Worten schlugen mindestens zehn Kampfdrohnen und gelenkte Flugzeugbomben in der Stadt ein. Ein Mensch sei ums Leben gekommen, mindestens acht weitere Bewohner seien verletzt worden. In einigen Stadtteilen sei die Versorgung mit Wasser und Strom ausgefallen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Uwe Koch

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