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Projekt für 542 Milliarden US-Dollar
Trumps Festung für die USA: „Golden Dome“ wird Raketenschirm der Superlative
Raketenschirm „Golden Dome“: Trumps milliardenschwere Sicherheitsinitiative soll Amerika komplett vor Angriffen abschirmen.
Washington, D.C. – Mit dem Projekt „Golden Dome“ will US-Präsident Donald Trump ein gewaltiges Verteidigungsnetz aufspannen, das die Vereinigten Staaten vor modernen Raketenbedrohungen schützen soll. Eine nationale Version von Israels berühmtem „Iron Dome“, skaliert auf Supermacht-Niveau – so die Vision.
Trumps „Golden Dome“ wird US-Raketenschirm der Superlative
Erste architektonische Entwürfe sind nun offenbar fertig, wie das Pentagon gegenüber Bloomberg am 15. Mai konkretisierte. Laut Pentagon-Sprecher Sean Parnell habe man „die besten technischen Köpfe versammelt, um eine zuverlässige Schutzkuppel für das Heimatland zu entwickeln“.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat demnach gemeinsam mit anderen Behördenchefs dem Präsidenten mehrere Optionen vorgelegt. In Kürze soll der finale Umsetzungsplan folgen. Trumps Ziel ist es, mit einem mehrschichtigen Verteidigungssystem gegen große Rivalen wie Russland, China oder Nordkorea eine neue Ära der nationalen Sicherheit einzuläuten, erläutert die Newsweek.
Rückblick auf die ersten 100 Tage: Trump krempelt die USA um – eine Chronik
Kosten, Kritik und erste Milliarden: Trumps Golden Dome startet mit voller Kraft
Ein zentrales Element des Golden Dome ist der geplante Weltraum-Abwehrschirm. Laut Schätzungen des Congressional Budget Office, dem Haushaltsamt des Kongresses, könnten allein die Weltraumkomponenten des Systems bis zu 542 Milliarden US-Dollar kosten, schreibt Bloomberg.
Das umfasst insbesondere sogenannte Weltraum-Abfangraketen, deren Technologie bisher weitgehend hypothetisch ist. General Shawn Bratton von der Space Force betont im Air & Space Forces Magazine: „Wir wurden beauftragt, genau das zu untersuchen: Abfangen in der Startphase aus dem Orbit.“
Laut dem Verteidigungsministerium, so The Hill, sind rund 25 Milliarden US-Dollar als Startfinanzierung vorgesehen. Davon fließen rund7,2 Milliarden in Weltraumsensoren und 5,6 Milliarden in Raketen-Abfangsysteme im Orbit. Verteidigungsminister Hegseth versprach am 13. Mai im Kongress: „Amerika wird stärker sein als je zuvor – mit dem besten Luft- und Weltraumschutz.“
Der „Golden Dome“, dessen aktueller Stand am 12. Mai im Weißen Haus präsentiert wurde, könnte die Verteidigungsstrategie der USA für Jahrzehnte prägen. Trumps Vision: Ein undurchdringlicher Raketenschirm für das Heimatland.
Argument für den Golden Dome: US-Nachrichtendienst DIA veröffentlicht Bedrohungskarte
In dieser Woche veröffentlichte der militärischer Nachrichtendienst Defense Intelligence Agency (DIA) eine Bewertung der vermeintlichen Gefahrenlage auf diversen Social-Media-Plattformen, die potenzielle Bedrohungen visualisiert. Die grafische Karte zeigt Raketenflugbahnen, Ursprungsländer und Zielzonen, die Amerika in den kommenden Jahren gefährden könnten – insbesondere durch Russland, China, Iran und Nordkorea
Laut DIA-Direktor Generalleutnant Jeffrey Kruse, wie dieser gemäß Bloomberg klarmachte, liefert die Agency „maßgebliche nachrichtendienstliche Bewertungen, um das Verteidigungsministerium bei der Ausgestaltung und dem Einsatz der notwendigen Schutzmaßnahmen im Rahmen der Golden-Dome-Initiative zu unterstützen.“
Kritik am Golden Dome: Machbarkeit und Motivation der Trump-Administration werden angezweifelt
Doch das Projekt ist nicht unumstritten. Experten wie Michael O’Hanlon vom Thinktank Brookings Institute vergleichen den Umfang mit dem Manhattan-Projekt – nur dass diesmal Unsicherheiten über Effektivität, Kosten und Strategie bestehen, heißt es im The Independent. Tom Karako von der Denkfabrik Center for Strategic and International Studies hält es für „weder bezahlbar noch sinnvoll“, Iron-Dome-ähnliche Systeme flächendeckend in den USA zu installieren, sagte er gegenüber The Hill.
Hinzu kommen ethische und politische Bedenken: So soll laut einem Bericht, ebenfalls von The Hill, Elon Musks Unternehmen SpaceX als Hauptauftragnehmer im Gespräch sein – Musk fungiert gleichzeitig als Berater des Präsidenten und hat über 270 Millionen US-Dollar in Trumps Wahlkampf investiert. 42 demokratische Abgeordnete sehen hierin einen schwerwiegenden Interessenskonflikt.
Ein Schirm gegen jede Bedrohung – oder das Ende der Abschreckung für Trumps USA?
Der neue Schild soll freilich mehr können als nur klassische Interkontinentalraketen abwehren. Auch Hyperschallwaffen, Marschflugkörper und sogenannte „Fractional Orbital Bombardment Vehicle (FOBV)“, ein Waffensystem, das aus dem All zuschlagen könnte, stehen auf der Abwehrliste, weiß defense.gov. Generalleutnant Collins von der Missile Defense Agency, dem US-Raketenabwehramt, sieht seine Behörde „im Zentrum der Entwicklung“ eines Systems, das alle bekannten und unbekannten Angriffsarten abwehren kann.
Doch Abgeordnete wie Seth Moulton (Demokraten) warnen vor den Konsequenzen. Er erklärt auf The Hill: „Sie bauen Dinge für Milliarden Dollar, die andere Nationen womöglich präventiv zerstören wollen.“ Zudem bleibe unklar, ob Angriffe von See aus – etwa durch in US-Häfen eindringende Schiffe – überhaupt abgedeckt seien.
Hightech-Raketenabwehr als präsidialer Traum: Von Reagan bis Trump
Die Idee eines strategischen Raketenschilds ist indes nicht neu. Bereits Ronald Reagan träumte in den 1980ern von einer „Weltraumabwehr“, genannt „Star Wars“. Doch erst jetzt sieht Trump die technologische Reife erreicht: „Damals war die Technik nicht mal ansatzweise da – heute schon“, erklärte er bei einer Ansprache im März.
Trump sieht die Golden Dome-Initiative als Rückgrat seiner nationalen Sicherheitsstrategie. Ein Raketenangriff sei „die katastrophalste Bedrohung für die Vereinigten Staaten“, erklärte er jüngst, wie die Newsweek notiert. In seiner Vision wird das System „komplett in den USA gebaut“ und über Jahre hinweg mit immer neuen Elementen ergänzt.
Golden Dome: Schutz oder Provokation? Die USA auf dem Weg zur Festung
Obwohl viele Details noch offen sind, zeigt sich: Trump will mit dem Golden Dome nicht nur ein technisches Mammutprojekt starten, sondern ein geopolitisches Signal senden – die USA als uneinnehmbare Festung. Doch Experten warnen: Ein solcher Schild könnte Gegner eher zur Aufrüstung provozieren als zur Abrüstung führen.
„Wenn Sie wirklich versuchen, sich gegen einen russischen Atomangriff vollständig zu wappnen, dann befeuern Sie genau jene Debatten, die bereits in den 1980ern als riskant galten“, sagt O’Hanlon im Independent. So könnte der Golden Dome am Ende weniger ein Schutzschirm sein – und mehr ein Spiegelbild eines neuen Wettrüstens im All.