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Putin-Trump-Telefonat

„Ich will deinen Krieg beenden“: Trump telefoniert ganze 90 Minuten mit Putin

Donald Trump berichtet von einem mehr als 90-minütigen Telefonat mit Wladimir Putin. Thema war eine vorübergehende Waffenruhe in der Ukraine.

Donald Trump sagte, er habe am Mittwoch ein „sehr gutes“ Telefongespräch mit Wladimir Putin geführt, bei dem die beiden Staatschefs über eine vorübergehende Waffenruhe in der Ukraine gesprochen hätten. „Wir hatten ein gutes Gespräch, ich kenne ihn schon lange“, sagte der US-Präsident gegenüber Reportern und fügte hinzu, Putin habe „ein kleines bisschen Waffenruhe“ in dem Krieg vorgeschlagen. „Und ich glaube, er könnte das tun“, fügte er hinzu.

Die Fotomontage zeigt Donald Trump und Wladimir Putin vor einer Ukraine-Flagge.

Das Gespräch, das mehr als 90 Minuten dauerte, war das erste bekannte Telefonat zwischen den beiden Staatschefs seit dem 9. März, neun Tage nachdem die Vereinigten Staaten und Israel militärische Maßnahmen gegen den Iran eingeleitet hatten. Russische Staatsmedien berichteten, das Gespräch sei „offen und geschäftsmäßig“ gewesen, und behaupteten, Trump habe gesagt, ein Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs sei „bereits nahe“.

Putin warnt Trump während ihres Telefonats vor den „terroristischen Methoden“ der Ukraine

Im vergangenen Jahr kündigte Putin eine ähnliche dreitägige Feuerpause zum 80. Jahrestag des sowjetischen Sieges im Zweiten Weltkrieg an, die jedoch von Wolodomyr Selenskyj, dem Präsidenten der Ukraine, als „Theater“ abgetan wurde. Russische Behörden planen bereits, die diesjährigen Feierlichkeiten wegen Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zu verkleinern.

Es wird erwartet, dass erstmals seit fast zwei Jahrzehnten keine Militärtechnik an der Parade auf dem Roten Platz teilnimmt, aus Angst vor Langstreckendrohnenangriffen. Am Mittwoch machte der Kreml dafür das, wie er es nannte, „ukrainische terroristische Aktivitäten“ verantwortlich. Putin warnte Trump während ihres Telefonats vor den „terroristischen Methoden“ der Ukraine, teilte der Kreml mit.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Gespräch zwischen Putin und Trump über Attentatsversuch und Waffenruhe

Juri Uschakow, ein ranghoher Berater Putins, sagte, Trump habe positiv auf den jüngsten Waffenruhrvorschlag reagiert. Er sagte: „Trump unterstützte diese Initiative aktiv und stellte fest, dass der Feiertag unseren gemeinsamen Sieg über den Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg würdigt.“ Uschakow fügte hinzu, dass die beiden Staatschefs auch über den Iran und die breitere Instabilität im Nahen Osten sowie über mögliche künftige wirtschaftliche und energiepolitische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington gesprochen hätten.

Trump sagte, Putin habe angeboten, bei der Frage des angereicherten Urans des Iran zu helfen, einem wichtigen Hindernis für ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs, sagte Reportern jedoch: „Ich sagte, ich würde viel lieber haben, dass du dich an der Beendigung des Kriegs in der Ukraine beteiligst.“ „Ich sagte: Bevor du mir hilfst, will ich deinen Krieg beenden“, sagte Trump.

Putin und Trump telefonieren über Iran, Waffenruhe und Sicherheitslage in Washington

Laut Uschakow unterstützte Putin die Entscheidung der USA, die Waffenruhe im Iran zu verlängern, und argumentierte, dies könne dazu beitragen, Raum für Verhandlungen zu schaffen und zur Stabilisierung der Lage beizutragen. Er nannte keine konkreten Vorschläge zum Iran, obwohl Moskau zuvor vorgeschlagen hatte, angereichertes Uran aus dem Land zu entfernen. Putin sprach auch einen jüngsten angeblichen Attentatsversuch auf Trump an, in den Cole Tomas Allen, 31, verwickelt sein soll, gegen den am Montag Anklage erhoben wurde, nachdem er angeblich versucht hatte, mit Waffen eine Gala-Veranstaltung in Washington zu stürmen.

Staatsanwälte sagten, Allen habe eine halbautomatische Handfeuerwaffe, eine Vorderschaftrepetierflinte und drei Messer bei sich getragen, als er am Samstag angeblich einen Sicherheitskontrollpunkt beim Dinner der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses durchbrochen habe. (Dieser Artikel von Lilia Sebouai entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk)

Rubriklistenbild: © Vyacheslav Prokofyev/dpa; Matt Rourke/dpa; imago (Montage: red)

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