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US-Präsident missversteht Insel-Deal
Trump schlägt um sich – jetzt nimmt er sich Großbritannien vor: „Große Dummheit“
Donald Trump sucht nach einer Legitimation für eine Grönland-Annexion. Nun findet er einen hanebüchenen „Grund“ in einem neuen Plan von Großbritannien.
Washington, D.C./London – Inmitten der Grönland-Krise stößt Donald Trump einem weiteren NATO-Partner vor den Kopf. Diesmal im Visier: Großbritannien. Der US-Präsident hat die Briten für eine strategische Entscheidung im Indischen Ozean attackiert. Die nach langen Verhandlungen vereinbarte Rückgabe der Chagos-Inseln an Mauritius sei „ein Akt großer Dummheit“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Dabei hatte die Trump-Regierung den Deal im letzten Jahr noch ausdrücklich begrüßt. US-Außenminister Marco Rubio sagte damals, Trump habe seine „Unterstützung für diese monumentale Errungenschaft“ zum Ausdruck gebracht. Heute will der Republikaner davon aber offenbar nichts mehr wissen. Darüber hinaus hat Trump einen entscheidenden Punkt übersehen.
Trump versteht Großbritanniens Insel-Deal nicht – und sieht „weiteren“ Grund für Grönland-Annexion
Denn für die für Trump entscheidende Insel Diego Garcia, auf der ein gemeinsam von Großbritannien und den USA genutzter Militärstützpunkt liegt, gilt allerdings eine Ausnahme. Die Insel soll trotz der Souveränität Mauritius‘ noch mindestens 99 Jahre unter britischer Kontrolle bleiben. Dafür zahlen die Briten eine Milliardensumme.
Jetzt schrieb der US-Präsident bei Truth Social ohne den Kontext des Pachtvertrages, Großbritannien plane, die Insel Diego Garcia an Mauritius abzugeben. Es gebe „keinen Zweifel“ daran, dass China und Russland diesen „Akt der totalen Schwäche“ bemerkt hätten. Darin sieht Trump nun „einen weiteren“ Grund, warum Grönland an die USA übergeben werden muss.
Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern
Eine mutmaßliche Bedrohung durch Russland und China führt Donald Trump als Hauptgrund dafür an, dass die USA das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland besitzen müssten. Vielmehr dürften ihn jedoch die Bodenschätze der Arktis-Insel sowie eine Vergrößerung des eigenen Staatsgebiets interessieren. Doch auch der nicht erhaltende Friedensnobelpreis sei ein Grund, schrieb Trump selbst in einem Brief.
Reaktion auf Trumps Eskapaden: Republikaner Johnson versucht, die Wogen in London zu glätten
Die Chagos-Inseln liegen mitten im Indischen Ozean. Premierminister Keir Starmer hatte die Lage des Militärstützpunkts als von „größter Bedeutung für Großbritannien“ bezeichnet. Der Stützpunkt sei einer der wichtigsten Beiträge, die das Land in der Sicherheitspartnerschaft mit den USA mache. In Großbritannien wird Trumps jüngste Kritik auch als Zeichen sich deutlich verschlechternder Beziehungen zwischen dem US-Präsidenten und dem britischen Premier gewertet.
Dem versuchte der republikanische Vorsitzende im Repräsentantenhaus, Mike Johnson, bei einer Rede im britischen Parlament entgegenzuwirken. Er habe gestern lange mit Trump gesprochen und diesem angekündigt, die Wogen zu glätten, so Johnson in der Ansprache vor Parlamentariern beider Kammern in London. „Wir waren immer in der Lage, unsere Differenzen ruhig und freundschaftlich beizulegen. Das werden wir auch weiterhin tun und ich möchte Ihnen versichern, dass dies weiterhin der Fall ist“, sagte Johnson. (Quellen: Truth Social, dpa) (nak)