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Imperialistische US-Fantasien
Trump plant schon die nächste Annexion: US-Präsident provoziert mit Foto auf Truth Social
Donald Trump macht keinen Hehl aus seinen Besitzansprüchen auf Grönland. Jetzt gießt der US-Präsident weiter Öl ins Feuer – und nimmt Kanada ins Visier.
Washington, D.C. – Donald Trump kann es nicht lassen. Einen Tag vor seiner mit Spannung erwarteten Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos provoziert der US-Präsident auf seinem Sprachrohr Truth Social mit einer Fotomontage. Erneut wird eine Annexion angedeutet: Diesmal geht es aber nicht nur um Grönland, sondern auch um den nördlichen Nachbarn Kanada.
Der Republikaner veröffentlichte zwei offensichtliche KI-Fotos: Auf einem der Bilder wird Trump im Oval Office mit europäischen Staats- und Regierungschefs und einem Plakat gezeigt, auf dem neben den USA auch Venezuela, Grönland und Kanada in US-Farben dargestellt werden. Ein weiteres Foto zeigt Trump, wie er – mit seinem Vize JD Vance und Außenminister Marco Rubio im Rücken – die US-Flagge in grönländischen Boden rammt.
Trump träumt schon länger von Kanada als „51. Bundesstaat“ der USA
Bei dem Originalbild hatten sich unter anderem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der britische Premierminister Keir Starmer und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im August mit Trump im Oval Office getroffen und über Lösungen im Ukraine-Krieg gesprochen. Die nun von Trump verbreitete Fotomontage zeigt auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als Gast im Weißen Haus.
Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern
Trumps eisiges Verhältnis zu Kanada: Carney kann sich Militärpräsenz auf Grönland vorstellen
Traditionell pflegen Kanada und die USA freundschaftliche Beziehungen. Diese verschlechterten sich jedoch nicht nur durch Trumps Zölle im vergangenen Jahr, sondern auch durch seine wiederholten Annexionsfantasien, denen zufolge Kanada Teil der USA werden soll. Dieser Gedanke scheint Donald Trump noch immer nicht loszulassen. Denn wie auch Grönland besitzt Kanada reiche Rohstoffvorkommen und hat darüber hinaus eine strategisch wichtige Lage in der Arktis inne.
Da überrascht es wenig, dass Kanada nun öffentlich in Erwägung zieht, Militärpräsenz auf Trumps heißgeliebtem Grönland zu zeigen. Als NATO-Partner habe man gegenüber dem Königreich Dänemark und Grönland gewisse „Verpflichtungen“, betonte Premier Carney auf einer Pressekonferenz in Peking.
Grönland-Gespräche in Davos: Trump leakt vorab Nachricht von NATO-Chef Rutte
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Trump derweil davor gewarnt, die transatlantischen Beziehungen wegen Grönland in eine Abwärtsspirale zu stürzen. Die von Trump angekündigten Zusatzzölle gegen europäische Alliierte seien ein Fehler, sagte sie beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Zudem werde man in Brüssel prüfen, wie man Sicherheitspartnerschaften mit Ländern wie Großbritannien, Kanada, Norwegen, Island und anderen stärken könne.
In Davos soll es laut Trump zu einem multilateralen Treffen über seine Pläne zur Übernahme Grönlands kommen, schrieb er auf Truth Social. Er habe während eines „sehr guten“ Telefonats mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte einem „Treffen der verschiedenen Parteien“ in Davos zugestimmt. Zudem veröffentlichte Trump eine Kurznachricht, die seinen Angaben zufolge von Rutte stammt. Darin ist zu lesen, wie der NATO-Generalsekretär ihm zusichert, er wolle eine Lösung für das Grönland-Thema finden.
Mit einer großen Gegenwehr der Europäer rechne er bei seinen Übernahme-Plänen für die zu Dänemark gehörende Insel nicht, hatte Trump noch am Montag (19. Januar) gesagt. Die Europäer könnten Grönland nicht schützen. (Quellen: Truth Social, dpa, AFP) (nak)