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Aktuelle News im Live-Ticker

Ukraine-Krieg: Spahn und Miersch überraschend in Kiew – Trumps Verhandlungs-Frist läuft ab

Lage im Ukraine-Krieg: Kiew beschießt russische Einheiten auf der Krim. Merz warnt vor den Folgen ukrainischer Kapitulation für Europa. Der News-Ticker.

Dieser Ticker ist beendet. Weitere Entwicklungen des Ukraine-Kriegs finden Sie in unserem neuen News-Ticker.

Update vom 1. September, 7.13 Uhr: Die Vorsitzenden der beiden Koalitionsfraktionen, Jens Spahn (CDU/CSU) und Matthias Miersch (SPD), sind zu einem gemeinsamen Solidaritätsbesuch in der von Russland angegriffenen Ukraine eingetroffen. In der Hauptstadt Kiew wollen sie im Laufe des Tages Gespräche über die weitere deutsche Unterstützung der Ukraine und die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges führen.

Spahn und Miersch gemeinsam im Zug auf dem Weg in die Ukraine.

Update, 20.39 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erinnert daran, dass die zwei Wochen, die US-Präsident Donald Trump Moskau gegeben hat, um seine Bereitschaft zu echten Verhandlungen im Ukraine-Krieg zu signalisieren, bald auslaufen. „Vor zwei Wochen wurde in Washington gesagt, dass dies der Zeitrahmen sei, in dem Russland sich auf echte Gespräche und ein Treffen der Staats- und Regierungschefs vorbereiten solle“, zitiert Ukrainska Pravda Selenskyjs Rede.

Am 22. August hatte Trump gegenüber dem US-Sender CNN erklärt, er werde in zwei Wochen wissen, was er tun will. Trump sagte, er werde dann entscheiden, ob er „massive Sanktionen“ verhängen oder nichts unternehmen und seine Bemühungen beenden werde. Damit wiederholte Trump erneut eine Frist, die er Moskau bereits zuvor gesetzt hatte und folgenlos hat verstreichen lassen. Selenskyj fordert Druck und erklärt in seiner Rede am Sonntag: „Wir erwarten, dass niemand eine Verlängerung des Krieges tolerieren wird; wir zählen auf eine starke Position der USA, Europas und der G20-Länder.“

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update, 19.46 Uhr: Russland hat nach ukrainischen Angaben seit Beginn des Jahres entlang der gesamten Front im Ukraine-Krieg mehr als 290.000 Soldaten verloren, die getötet oder verwundet wurden. Das berichtet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einem Bericht des Oberbefehlshabers der ukrainischen Streitkräfte Oleksandr Syrskyi. Die schwersten Verluste hat Russland demnach im Gebiet Donezk erlitten – insbesondere an der Front bei Pokrowsk, so Selenskyj auf X. Dort habe Russland zwar seine Hauptanstrengungen konzentriert, seine strategischen Ziele jedoch nicht erreicht.

Trump hat nach Putin-Treffen mit Ende des Ukraine-Kriegs gerechnet

Update, 18.49 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben nach dem Gipfeltreffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin geglaubt, ein Ende des Ukraine-Kriegs würde bevorstehen. „Wir haben uns gut verstanden. Sie haben es gesehen, wir hatten über die Jahre hinweg ein gutes Verhältnis, sogar ein sehr gutes“, sagte Trump in einem Interview mit der rechtskonservativen US-amerikanischen Nachrichtenseite Daily Caller. „Deshalb dachte ich wirklich, wir würden das hinbekommen. Ich hätte es sehr gerne hinbekommen“, so der US-Präsident.

Trump hatte nach dem Gipfel in Alaska ein Treffen zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Aussicht gestellt. Europäischen Vertretern sagte er, Putin habe ihm eine Teilnahme zugesagt. Der Kreml jedoch lehnt ab und spielt auf Zeit, während der Krieg in der Ukraine weitergeht.

Verluste für Putin: Kiew greift im Ukraine-Krieg russische Einheiten auf der Krim an

Update, 17.38 Uhr: Kiew nimmt russische Einheiten auf der besetzten Krim ins Visier: Nach eigener Darstellung hat das ukrainische Militär eine Reihe von Angriffen durchgeführt. Bei einem Angriff von Kampfdrohnen gegen einen Stützpunkt in der Nähe von Simferopol seien mindestens drei Hubschrauber getroffen und zerstört worden, berichteten Militärs in einem Telegram-Kanal. Zudem seien mehrere Raketen auf einen russischen Stützpunkt bei Woloschino an der Küste abgefeuert worden. Dabei seien mindestens sechs Luftkissenboote zerstört worden. Die Auswirkungen eines Raketeneinschlags in einer Kaserne seien vorerst nicht bekannt. 

Von russischer Seite gab es dazu keine Berichte. Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR berichtete von einem erfolgreichen Einsatz gegen eine russische Radarstation auf der Krim. Mit Kampfdrohnen seien die Radarführung sowie andere Komponenten eines russischen Flugabwehrsystems S-400 zerstört worden, berichtete die Agentur Ukrinform unter Berufung auf HUR-Quellen. 

Update, 16.21 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz rechnet damit, dass der Ukraine-Krieg noch lange andauern könnte – darauf stelle sich der CDU-Chef ein, erklärte er im ZDF-Sommerinterview. Merz erklärte auf die Frage, ob er einen Waffenstillstand im Ukraine-Krieg noch in diesem Jahr für möglich halte: „Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir es hinbekommen. Aber ich mache mir auch keine Illusionen.“ Die Unterstützung der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine habe daher „absolute Priorität“.

Man werde weiter versuchen, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden: „Aber ganz sicher nicht um den Preis der Kapitulation der Ukraine“, betonte Merz. Eine Kapitulation der Ukraine sei „keine Option“, erklärt der Kanzler weiter, dies hätte für ganz Europa schwere Folgen: „Dann ist übermorgen das nächste Land dran. Und dann sind überübermorgen wir dran.“

Ukraine-Krieg: Bundeskanzler Friedrich Merz warnt vor weiterer Aggression Russlands. (Symbolbild)

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Kiew weist russische Behauptungen über Vormarsch zurück

Update, 15.04 Uhr: Der Generalstab der Ukraine weist Russlands Behauptungen über jüngste Erfolge im Ukraine-Krieg als „Wunschdenken“ und „glatte Lügen“ zurück. „Nach dreieinhalb Jahren umfassender Aggression durch den Kreml ist eine weitere seiner ‚saisonalen‘ Offensiven fast ohne Ergebnis zu Ende gegangen“, zitiert Kyiv Independent aus einem Facebook-Beitrag des Generalstabs.

Mit der Erklärung reagierte Kiew auf eine Stellungnahme des Chefs des Generalstabs der russischen Armee, Valery Gerasimov. Dieser hatte erklärt, dass russischen Streitkräfte einen strategischen Vorteil auf dem Schlachtfeld hätten. „Die von den Besatzern vorgelegten Zahlen zu eroberten Gebieten und Siedlungen sind stark übertrieben“, kontert der ukrainische Generalstab. „Das einzige zu 100 Prozent verifizierte Ergebnis, das Russland seit Anfang 2025 erzielt hat, sind seine eigenen Verluste – über 291.000 getötete und verwundete Soldaten.“

Ukraine-Krieg: Ukraine plant neue Angriffe tief in Russland

Update, 13.56 Uhr: Die Ukraine plant nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj neue Angriffe tief in Russland. Nach einem Treffen mit General Olexandr Syrskyj schriebt Selenskyj auf X, es seien auch neue, tiefgehende Angriffe geplant worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Zuletzt hatte die Ukraine ihre Angriffe auf russische Energie-Anlagen verstärkt.

Nach Drohnenangriff im Ukraine-Krieg: AKW in Kurs wieder in vollem Betrieb

Update, 12.25 Uhr: Der dritte Reaktor des russischen Atomkraftwerks Kursk läuft nach einem Drohnenangriff wieder mit voller Leistung. Das meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass, wie Reuters berichtet. Die Leistung des Reaktors war in der vergangenen Woche halbiert worden, nachdem eine abgeschossene Drohne in der Nähe explodiert war und einen Transformator beschädigt hatte.

142 Drohnen in einer Nacht: Kiew meldet im Ukraine-Krieg weiteren Angriff aus Russland

Update, 11.37 Uhr: Russland hat die Ukraine über Nacht mit 142 Drohnen angegriffen. Das teilte das ukrainische Militär heute mit. Die Luftabwehr habe 126 davon abgeschossen. Drohnen hätten jedoch an zehn Orten eingeschlagen. Die Angaben ließen sich unabhängig nicht überprüfen. Die Ukraine wiederum griff russische Ölraffinerien an.

Update, 9.32 Uhr: Die ukrainischen Behörden haben einen russischen Drohnenangriff auf den Großraum Odessa gemeldet. Getroffen worden sei eine Energieanlage in der Nähe der Hafenstadt, schrieb der Regionalgouverneur laut Reuters auf Telegram. Mehr als 29.000 Menschen hätten keinen Strom. Im an Odessa angrenzenden Ort Tschornomorsk seien auch Wohnhäuser und Verwaltungsgebäude beschädigt worden, es gebe einen Verletzten.

Putin-General Gerassimow kündigt im Ukraine-Krieg Herbstoffensive an

Update, 7.36 Uhr: Direkte Gespräche der beiden Kriegsparteien sind aktuell nicht in Sicht – und Russlands Generalstabschef Waleri Gerassimow ignoriert offenbar westliche Forderungen nach Friedensverhandlungen. Vielmehr hat er jetzt neue Ziele für eine Herbstoffensive angekündigt. Es liefen derzeit unaufhörlich Angriffe entlang der gesamten Frontlinie, sagte Gerassimow laut der dpa. „Heute legen wir die Aufgaben fest für die Gruppen der Streitkräfte, die auf die Herbstperiode gerichtet sind“, sagte er. Die Aussagen stehen im Gegensatz zu den Forderungen etwa von US-Präsident Donald Trump, den Krieg rasch zu beenden. 

Ukrainischer Militärsprecher vermeldet Erfolge im Ukraine-Krieg

Update, 31. August, 6.41 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben von Militärsprecher Wiktor Trehubow Erfolge an der Front erzielt: Sie hinderten russische Truppen daran, Ziele in der Region Donezk einzunehmen und stoppten weitere Vorstöße in die Region Dnipropetrowsk. In einem Abschnitt seien zudem russische Einheiten eingekesselt worden. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor, wie Reuters berichtet.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Lage im Ukraine-Krieg: Brände nach Angriffen auf russische Ölraffinerien

Update, 13.45 Uhr: Die Ukraine hat nach eigenen Angaben Ölraffinerien in den russischen Städten Krasnodar und Sysran angegriffen. Das ukrainische Militär teilte mit, in Krasnodar im Süden Russlands habe es mehrere Explosionen gegeben und ein Feuer sei ausgebrochen. Auch in der Raffinerie in Sysran habe es infolge des Angriffs einen Brand gegeben. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in der Nacht elf ukrainische Drohnen über der Region Krasnodar abgeschossen zu haben.

Lage im Ukraine-Krieg: Wadephul dringt auf mehr Druck gegen Putin

Update, 12.15 Uhr: Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat angesichts der jüngsten russischen Angriffswelle auf die Ukraine stärkeren Druck auf Moskau gefordert. „Die Welt ist verhandlungsbereit, insbesondere die Ukraine ist verhandlungsbereit. Wer Krieg führen will, ist Wladimir Putin“, sagte Wadephul vor Beginn eines EU-Außenministertreffens in Kopenhagen am Samstag. Darum müsse die EU ihre „Maßnahmen verstärken, dass er an den Verhandlungstisch kommt“.

Lage im Ukraine-Krieg: Saporischschja beklagt Opfer nach Angriff von Russland

Update, 9.45 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf Saporischschja hat es nach Angaben des Regionalgouverneurs ein Todesopfer gegeben. Zudem seien mindestens 24 Menschen verletzt worden, teilte Gouverneur Iwan Fedorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Unter den Verletzten seien drei Kinder. Bei dem Angriff seien Wohngebäude und Infrastruktur beschädigt worden.

Update, 9.00 Uhr: Die Ukraine hat Zahlen zum massiven russischen Luftangriff aus der Nacht veröffentlicht. Der Luftwaffe zufolge hat Russland mit 537 Drohnen und 37 Marschflugkörpern und neun ballistischen Raketen angegriffen. Davon seien 510 Drohnen und 38 Raketen abgefangen worden. An sieben Orten seien Einschläge von 24 Drohnen und fünf Raketen festgestellt worden. Der nächtliche Angriff zählt damit zu den schwersten seit Beginn des Ukraine-Kriegs.

Lage im Ukraine-Krieg: Kiew meldet aktuelle Verluste für Russland

Update, 8.25 Uhr: Kiew hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs haben die russischen Streitkräfte binnen 24 Stunden etwa 850 russische Soldaten verloren. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der russischen Verluste auf rund 1.081.330 Soldaten. Mit Verlusten sind stets getötete oder schwer verwundete Soldaten gemeint. Die Zahlen lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Update, 7.45 Uhr: Die USA sind zur Lieferung mehrerer Patriot-Flugabwehrsysteme und anderer Waffen an den Nato-Partner Dänemark bereit, der die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland unterstützen will. Das Außenministerium in Washington genehmigte den Deal, dessen Umfang mit 8,5 Milliarden US-Dollar (7,3 Mrd Euro) beziffert wurde. Neben sechs Abschussrampen umfasst das Paket auch Radar- und Leitsysteme sowie entsprechende Raketen. 

Update vom 30. August, 6.40 Uhr: Das russische Militär hat in der Nacht eine Reihe von ukrainischen Städten mit Kampfdrohnen und Marschflugkörpern angegriffen. Vor allem die Städte Saporischschja und Dnipro lagen diesmal im Visier der russischen Angriffe. Die beiden Städte wurden nach Medienberichten von schweren Explosionen erschüttert. Auch aus Kiew und anderen Städten wurden Angriffe mit Kamikazedrohnen gemeldet. 

In Saporischschja seien drei Menschen verletzt worden, teilte Militärverwalter Iwan Fedorow mit. Mehrere Wohngebäude seien nach Treffern in Brand geraten. Aus den anderen angegriffenen Städten lagen zunächst keine Informationen über mögliche Opfer oder Schäden vor.

Rubriklistenbild: © Michael Fischer/dpa

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