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News zum Ukraine-Krieg

Ukraine-Krieg aktuell: Trump zweifelt russische Angaben zu Angriff auf Putin-Residenz an

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Kiews Bürgermeister meldet russischen Luftangriff. Die Koalition der Willigen startet neue Verhandlungen. Der News-Ticker.

Dieser Ticker ist beendet. Neue Informationen zum Ukraine-Krieg finden Sie im neuen News-Ticker.

Update, 5:50 Uhr: US-Präsident Donald ⁠Trump zweifelt die russischen Angaben zu einem angeblichen ukrainischen Angriff auf eine ‍Residenz des Präsidenten Wladimir Putin an. „Ich glaube nicht, dass dieser Angriff stattgefunden hat“, sagte Trump. Es sei zwar etwas in der Nähe passiert, dies habe aber nichts damit zu tun. Moskau wirft Kiew vor, ⁠am Montag versucht zu haben, ​mit 91 Langstreckendrohnen eine Residenz Putins in der nordrussischen Region Nowgorod anzugreifen. Die Ukraine und westliche Staaten bestreiten die russische Darstellung.

Wladimir Putin hatte Donald Trump (rechts) bei einem Telefonat über den angeblichen Angriff informiert. (Archivbild)

Update, 5. Dezember, 5:10 Uhr: Russland greift die ukrainische Hauptstadt Kiew aus ‍der Luft an. Das teilte Bürgermeister Vitali Klitschko über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Luftabwehr sei im Einsatz. Klitschko rief die Bevölkerung auf, in den Schutzräumen zu bleiben.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update, 22:11 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereitet sich auf eine neue diplomatische Woche in den Bemühungen um eine friedliche Lösung für sein von Russland angegriffenes Land vor. „Es werden Treffen in Europa stattfinden, die für die Ukraine einen weiteren Beitrag zu unserem Schutz und zur Beendigung des Krieges leisten sollen“, teilte er in seiner abendlichen Videoansprache mit. Über Zeit und Ort der Gespräche nannte Selenskyj keine Details.

Lage im Ukraine-Krieg: Erstmals tragbares Luftverteidigungssystem erbeutet

Update, 19:40 Uhr: Erstmals wurde ein tragbares Luftverteidigungssystem (MANPADS) auf einer russischen Kampfdrohne vom Typ Shahed entdeckt. Das teilte Ukrainska Pravda mit. Der Experte für militärische Funktechnologie, Serhii „Flash“ Beskrestnov, erklärte: „Die Shahed ist mit einer Kamera und einem Funkmodem ausgestattet. Die Rakete wird vom Shahed-Operator gestartet, der sie vom Territorium der Russischen Föderation aus steuert.“ Tragbare Luftverteidigungssysteme (MANPADS) dienen der Bekämpfung niedrig fliegender Luftziele wie Hubschrauber, Flugzeuge, Drohnen und Marschflugkörper.

Update, 18:15 Uhr: Ein Schwarm ukrainischer Drohnen ist nach russischen Angaben beim Anflug auf die Hauptstadt Moskau ins Visier der Flugabwehr geraten. Mindestens 32 Drohnen seien bereits abgeschossen worden, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin nach Angaben der Staatsagentur Tass mit. Über eventuelle Schäden oder mögliche Opfer machte er keine Angaben. 

Wegen des Anflugs der Drohnen wurde auf den Moskauer Flughäfen Schukowski und Wnukowo aus Sicherheitsgründen vorübergehend der Flugbetrieb eingestellt. Ankommende Flüge wurden umgeleitet. 

Update, 15:20 Uhr: Bei einer Autoexplosion in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach Behördenangaben ein Soldat verletzt worden. Wie die Staatsanwaltschaft der Millionenmetropole mitteilte, kam es beim Öffnen des Kofferraums zu der Detonation. Der Soldat sei durch Splitter verletzt worden. Ermittelt werde wegen des Verdachts eines Terroranschlags. Nähere Angaben etwa zum Besitzer des Fahrzeugs oder möglichen Hintergründen machten die Ermittler nicht.

2000 russischen Luftangriffen auf die Ukraine in der Neujahrswoche

Update, 11:44 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach rund 2000 russischen Luftangriffen in der Neujahrswoche die Verbündeten zu mehr Unterstützung für das Land aufgerufen. „Stabilität und Vorhersehbarkeit der Hilfe für die Ukraine sind das, was Moskau wirklich zur Diplomatie bewegen kann“, schrieb Selenskyj auf Telegram. Im Laufe der vergangenen Woche habe Russland mehr als 1070 Gleitbomben, fast 1000 Drohnen und 6 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt.

Update, 9:33 Uhr: Welche Auswirkungen könnte Trumps Venezuela-Politik auf den Ukraine-Krieg haben? Darüber wollen europäische Regierungschefs bei ihrem Treffen in Paris am Dienstag (6. Januar) beraten. Außenpolitikexperten und Politiker warnen vor einem gefährlichen Präzedenzfall, so Reuters.

Die Sorge: Sollte sich Washington das Recht herausnehmen, den venezolanischen Präsidenten verhaften und außer Landes bringen zu lassen, könnte Putin dies als Legitimation für einen „Regime-Change“ in der Ukraine interpretieren, warnte unter anderem der britische Labour-Abgeordnete John McDonnell auf der Plattform X.

Wladimir Putin Anfang Dezember in Camouflage-Uniform.

Update, 4. Januar, 7:26 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Angriff auf Venezuela und die Festnahme des gestürzten Staatschefs Nicolás Maduro als wegweisend gelobt, wie mit „Diktatoren“ umzugehen ist. „Wenn man mit Diktatoren so umgehen kann, dann wissen die Vereinigten Staaten von Amerika, was sie als Nächstes tun müssen“, sagte Selenskyj ukrainischen Medien zufolge in Kiew vor Journalisten.

Demnach ließ der Kontext der Äußerung darauf schließen, dass Selenskyj Kremlchef Wladimir Putin im Blick hatte, ohne ihn namentlich zu erwähnen. Auf einer Pressekonferenz mit US-Präsident Donald Trump in Florida meinte zuvor Außenminister Marco Rubio, dass die Operation gegen Maduro eine Warnung auch für andere in der Welt sei, dass Amerika ernstzunehmen sei.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Ende des Ukraine-Kriegs: Selenskyj pocht auf Sicherheitsgarantien

Update, 21:33 Uhr: Mit Blick auf ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs hat Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass die Sicherheitsgarantien die physische Präsenz von Streitkräften, mindestens aus Frankreich und Großbritannien, in der Ukraine umfassen müssten. Gleichzeitig setzt die Ukraine auch auf die Unterstützung anderer Länder. „Zweifellos ist die [militärische] Präsenz wichtig für uns. Und zweifellos ist nicht jeder dazu bereit… Aber die Präsenz ist einer der wichtigsten Faktoren, und selbst die Existenz der Koalition der Willigen hängt davon ab, ob sie bereit sind, ihre Präsenz zu verstärken“, sagte Selenskyj während einer Pressekonferenz.

Update, 18.30 Uhr: Neue Offensive im Angriffskrieg: Russische Streitkräfte haben die Region Tscherkassy mit Raketen attackiert und dabei fünf Zivilisten verletzt. Die Lage im Ukraine-Krieg verschärft sich damit auch fernab der Front durch Angriffe auf zivile Gebiete. Der Raketenangriff traf das Rayon Solotonoscha, wie der Leiter der regionalen Militärverwaltung Ihor Taburets mitteilte. Zwei Verletzte mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Durch herabstürzende Trümmerteile und die Explosionswelle wurden Wohnhäuser sowie ein Privatunternehmen beschädigt.

Regierungsumbau im Ukraine-Krieg: Selenskyj ernennt aktuell neuen Energieminister

Update, 17:30 Uhr: Die Regierungsumbildung in der Ukraine nimmt weiter Formen an: Der bisherige Verteidigungsminister Denys Schmyhal soll nach dem Willen von Präsident ⁠Wolodymyr Selenskyj neuer Energieminister und ⁠erster stellvertretender Ministerpräsident werden. Das teilte der ukrainische Regierungschef laut der Nachrichtenagentur Reuters am Nachmittag mit. Die Erfahrung Schmyhals sei ‍angesichts der zunehmenden russischen Angriffe für die ‌Stabilität des ‌Energiesektors von entscheidender Bedeutung, betont Selenskyj. Zuvor war bekannt geworden, dass der bisherige Digitalminister Mychailo Fedorow das Wehrressort übernehmen soll.

Ende vom Ukraine-Krieg: „Koalition der Willigen“ führt aktuell Gespräche

Update, 15:47 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj und Großbritanniens Premierminister Keir Starmer haben telefonisch über die Vorbereitung des Gipfeltreffens der „Koalition der Willigen“ am 6. Januar gesprochen. „Auch die nationalen Sicherheitsberater arbeiten sehr produktiv – heute ist ein aktiver Tag mit 18 Teilnehmern aus Europa, die gemeinsam an Projekten arbeiten. Wir stimmen uns außerdem mit der amerikanischen Seite ab“, schrieb Selenskyj auf X.

Update vom 3. Januar, 14:55 Uhr: Delegationen der europäischen Verbündeten der Ukraine sowie der NATO sind am Samstagvormittag zu neuen Beratungen in Kiew eingetroffen. „Sicherheitsberater aus europäischen Ländern sind in Kiew eingetroffen“, schrieb der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umerow im Onlinedienst Telegram. Es stehe „ein arbeitsreicher Tag“ bevor mit Beratungen zu Sicherheits- und Wirtschaftsfragen und der Abstimmung weiterer Schritte mit den Verbündeten.

CDU und FDP halten einen Einsatz der Bundeswehr in der Ukraine für möglich

Update vom 3. Januar, 11:57 Uhr: Politikerinnen und Politiker von CDU und FDP halten einen Einsatz der Bundeswehr in der Ukraine für möglich - nach einem Waffenstillstand und innerhalb einer multinationalen Truppe. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sagte dem Spiegel, die Frage der Bodentruppen stelle sich erst nach einem Waffenstillstand. Er betonte aber: „Deutschland als selbst ernannte Führungsnation sollte hier zumindest in der öffentlichen Kommunikation nichts ausschließen.“

Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament, sagte dem Magazin: „Deutschland muss bei einer möglichen Friedensabsicherung selbstverständlich dabei sein, das sollte jedem klar sein.“ Welche Fähigkeiten die Bundeswehr dabei einbringen sollte, müssten die Generäle der beteiligten Staaten klären. Hier sei vieles denkbar, „sowohl Bodentruppen als auch Luftabwehr; gegebenenfalls auch die Marine, sofern die Türkei den Zugang ins Schwarze Meer zulässt“. Nichts sollte ausgeschlossen werden, so die frühere Bundestagsabgeordnete.

Mychailo Fedorow wird neuer Verteidigungsminister der Ukraine

Update vom 3. Januar, 9:24 Uhr: Wichtige Neubesetzung im Regierungsteam zum Jahresbeginn: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj tauscht seinen Verteidigungsminister aus. Auf seinen Wunsch solle der Posten vom bisherigen Digitalminister Mychailo Fedorow übernommen werden, sagte Selenskyj am Freitag in seiner täglichen Videoansprache. Der bisherige Verteidigungsminister Denys Schmyhal war erst ein halbes Jahr im Amt. Derweil wollen am Samstag in Kiew die nationalen Sicherheitsberater der sogenannten Koalition der Willigen zu Beratungen zusammenkommen.

Selenskyj begründete den geplanten Ministerwechsel nicht. Er lobte den 34-jährigen Fedorow jedoch dafür, dass er sich viel mit Drohnen beschäftigt habe „und sehr effektiv an der Digitalisierung der öffentlichen Dienstleistungen und Verfahren arbeitet“.

Update, 19:53 Uhr: Russland erzielte 2025 die größten Geländegewinne seit dem ersten Kriegsjahr 2022. Die russische Armee eroberte mehr als 5600 Quadratkilometer ukrainischen Territoriums, entsprechend 0,94 Prozent der Landesfläche, zeigt eine Datenauswertung des US-Institute for the Study of War (ISW).

Die Gewinne übertreffen die beiden Vorjahre zusammengenommen, bleiben aber deutlich unter den mehr als 60.000 Quadratkilometern des ersten Kriegsjahres. Den größten Vorstoß verzeichnete Russland im November mit 701 Quadratkilometern. Im Dezember eroberte die russische Armee 244 Quadratkilometer – der kleinste Geländegewinn seit März.

Ukraine veröffentlicht Details zum vorgetäuschten Tod von Denis Kapustin

Update, 14:05 Uhr: Der Verteidigungsnachrichtendienst der Ukraine hat weitere Details zum vorgetäuschten Tod von Denis „WhiteRex“ Kapustin veröffentlicht. „Um das Leben des Kommandeurs des russischen Freiwilligenkorps innerhalb der Tymur-Spezialeinheit des ukrainischen Militärgeheimdienstes zu schützen und ein feindliches Agentennetzwerk aufzudecken, führten Offiziere des Militärgeheimdienstes eine komplexe, mehrstufige Spezialoperation durch, bei der sein Tod inszeniert wurde“, heißt es in einer Erklärung.

Zudem veröffentlichte er Aufnahmen von Geheimdienstmitarbeitern, die Drohnenangriffe auf einen Minibus zeigen, in dem sich angeblich der Kommandeur befand. „Die Drahtzieher des Verbrechens innerhalb der russischen Geheimdienste glaubten, dass das Video echt sei, und zahlten den ukrainischen Geheimdienstoffizieren für den ‚Auftrag‘ 500.000 US-Dollar, der die Kampffähigkeiten der Spezialeinheiten der DIU erheblich stärken würde“, teilte der Nachrichtendienst weiter mit.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Selenskyj ernennt Budanow zum Leiter des Präsidentenbüros

Update, 13:03 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kyrylo Budanow, den Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes (DIU), zum Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine ernannt. „Die Ukraine benötigt derzeit einen stärkeren Fokus auf Sicherheitsfragen, den Ausbau der ukrainischen Verteidigungs- und Sicherheitskräfte sowie auf die diplomatischen Verhandlungen. Das Präsidialamt wird vorrangig zur Erfüllung dieser Aufgaben unseres Staates beitragen“, schrieb Selenskyj auf X. „Kyrylo verfügt über einschlägige Erfahrung und die nötige Kompetenz, um Ergebnisse zu erzielen.“

Update, 9:26 Uhr: Berichten zufolge haben russische Streitkräfte am ersten Tag des Jahres 2026 weiter mit ganzer Härte im Ukraine-Krieg angegriffen. Wie der ukrainische Generalstab auf Facebook schrieb, führten die Truppen von Wladimir Putin am Donnerstag einen Raketenangriff und 51 Luftangriffe durch, wobei sie auch 151 gelenkte Fliegerbomben abwarfen. Insgesamt wurden am 1. Januar 98 Kampfhandlungen registriert.

Aktuelle Lage im Ukraine-Krieg: Analyse zeigt Situation an Front

Erstmeldung: Kiew/Moskau – Nach fast vier Jahren Ukraine-Krieg ist die Front noch immer über hunderte Kilometer festgefahren. Zumindest größtenteils: nach Angaben des Analyseteams Deepstate, das dem ukrainischen Militär nahesteht, hat Russland im abgelaufenen Jahr insgesamt 4336 Quadratkilometer in der Ukraine erobert. Das entspricht 0,72 Prozent der Gesamtfläche des Landes. Seit Januar 2023 konnten die Truppen von Wladimir Putin demnach 7463 Quadratkilometer besetzen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj drängt derweil weiter auf Verhandlungen – wie auch US-Präsident Donald Trump. In den kommenden Tagen soll es zu weiteren Gesprächen zwischen US-Amerikanern, Europäern und NATO-Vertretern kommen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Ukraine-Verhandlungen gehen weiter: Treffen von Vertretern der EU und NATO

„Das Wichtigste sind die Sicherheitsgarantien für die Ukraine“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft vom Donnerstag (1. Januar). „Politisch ist fast alles vorbereitet, und es ist wichtig, jedes Detail zu klären, wie die Garantien in der Luft, zu Lande und zu Wasser funktionieren werden, wenn es uns gelingt, den Krieg zu beenden“, führte er aus. Russland weigert sich bislang, sich auf einen Waffenstillstand einzulassen.

Beim Treffen der nationalen Sicherheitsberater an diesem Samstag (3. Januar) in Kiew hätten 15 Länder, Vertreter der EU und der NATO ihre Teilnahme zugesagt. Das amerikanische Team werde online zugeschaltet, sagte Selenskyj. Am 5. Januar solle es Gespräche auf Ebene der Generalstabschefs geben, gefolgt von einem Gipfel der „Koalition der Willigen“ am Dienstag (6. Januar). Die Ukraine bereite sich auf ein produktives Treffen vor, sagte Selenskyj.

Selenskyj berichtete auch von einem Besuch seines Chefunterhändlers Rustem Umjerow in der Türkei, der das Ziel hatte, die Gefangenenaustausche wieder aufzunehmen. „Wir brauchen diese Unterstützung, um unsere Ukrainer aus russischer Gefangenschaft nach Hause zu holen“, sagte Selenskyj. Nach viel Aktivität 2025 seien die Austausche zuletzt zum Erliegen gekommen.

Ukraine-Krieg aktuell: Militär dementiert angeblichen Silvester-Angriff

Die Ukraine dementierte zudem einen mutmaßlichen Angriff auf ein russisches Hotel in der Silvesternacht. „Die ukrainischen Verteidigungskräfte halten sich an das humanitäre Völkerrecht und führen ausschließlich Angriffe gegen militärische Ziele des Feindes, Einrichtungen des russischen Brennstoff- und Energiesektors und andere legitime Ziele durch, mit dem Ziel, das militärische Potenzial des Aggressorstaates zu verringern“, zitiert die Ukrainska Pravda einen Militärsprecher der Ukraine. Dies sei ein weiterer Versuch, den Verlauf der Friedensgespräche zu beeinflussen.

Russland warf der ukrainischen Armee einen Angriff auf ein Hotel auf einer Halbinsel in dem von Russland kontrollierten Teil der südukrainischen Region Cherson vor. Der von Russland eingesetzte Gouverneur von Cherson, Wladimir Saldo, sprach im Onlinedienst Telegram von mindestens 24 Toten und „Dutzenden“ Verletzten. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen; online kursieren Fotos, die das ausgebrannte Hotel zeigen sollen – allerdings ist nicht klar, von wann diese Fotos stammen.

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg steigen indes weiter. Binnen der letzten 24 Stunden hat Putins Armee laut ukrainischen Informationen unter anderem 910 Soldaten, sechs Panzer und 42 Artilleriesysteme verloren. Darüber hinaus habe Moskaus zwei Mehrfachraketenwerfer eingebüßt; auch seien 590 Drohnen abgeschossen worden, hieß es aus Kiew. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen. (red mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

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