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Brüchiger Frieden

Milliarden-Poker um Irans Mautstation: Wer kontrolliert die Straße von Hormus – und zu welchem Preis?

Die Erhebung von Gebühren für Tanker, die die Straße von Hormus nutzen, würde Iran bereichern und den weltweiten Seehandel beeinflussen. Trump hat andere Pläne.

Teheran – Öltanker fuhren früher mitten durch die Straße von Hormus. Doch seit dem 28. Februar müssen alle, die die 21 Meilen (circa 34 km) breite Wasserstraße überqueren wollen, einen Umweg nehmen. In dem, was als die „Teheraner Mautstation“ bekannt geworden ist, müssen Schiffe nun näher an die iranische Küste heranfahren und sich zwischen den Inseln Qeschm und Larak hindurchzwängen.

Die Straße von Hormus, durch die täglich Millionen Barrel Öl fließen, ist seit dem Konflikt zwischen Iran, USA und Israel zur neuralgischen Schaltstelle der globalen Energieversorgung geworden.

Reeder durchlaufen dann einen komplexen – und teuren – Verhandlungsprozess. Zunächst müssen sie laut Bloomberg Zwischenfirmen informieren, die mit den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) verbunden sind, und Angaben zur Ladung, zum Zielhafen und zum letztendlichen Eigentümer des Schiffes machen. Iran erhebt anschließend eine „Maut“ von mindestens 1 US-Dollar pro Barrel, wobei der Satz je nach der wahrgenommenen Freundlichkeit des nationalen Betreibers steigt.

Wie Irans inoffizielle Maut in der Straße von Hormus funktioniert

Die Gebühren müssen in chinesischen Yuan oder einer Kryptowährung gezahlt werden. Der durchschnittliche Satz für einen einzelnen Öltanker beträgt 2 Millionen US-Dollar. Wenn alles genehmigt ist, stellen IRGC-Boote schließlich eine Eskorte in die „Mautstation“ hinein und wieder hinaus. Einige Analysten glauben, dass damit in fünf Jahren bis zu 500 Milliarden US-Dollar eingenommen werden könnten. Dieses System – vorerst informell und illegal – stellt Irans größten Gewinn aus dem Krieg mit den Vereinigten Staaten dar.

Es ist nun das Ziel der zweiwöchigen Waffenruhe, die Donald Trump angekündigt hat. Der US-Präsident hat erklärt, dass die Kampfpause strikt „abhängig“ sei von der „VOLLSTÄNDIGEN, SOFORTIGEN UND SICHEREN ÖFFNUNG“ der Straße von Hormus. Nach den Bedingungen des von Pakistan vermittelten Abkommens muss die „Mautstation“ de facto abgebaut werden, um die zugesagte sichere Durchfahrt der Schiffe zu ermöglichen. Die Zukunft dieses Systems ist die zentrale Bedingung der zweiwöchigen Waffenruhe, die Donald Trump angekündigt hat.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Die Waffenruhe im Iran-Krieg und das Ringen um die Straße von Hormus

Der US-Präsident hat erklärt, dass die Kampfpause von der „vollständigen, sofortigen und sicheren Öffnung“ der Straße abhängt und damit faktisch ein Ende der Mautstation fordert. Bliebe sie bestehen, könnte ein rachsüchtiger Schurkenstaat Hunderte Milliarden US-Dollar einnehmen und sowohl den Nahen Osten als auch den weltweiten Seehandel grundlegend umgestalten. Diese Aussicht mache ihr langfristiges Überleben unwahrscheinlich, sagten Analysten gegenüber The Telegraph. „Iran hat gelernt, wie man die Weltwirtschaft in eine Geiselsituation bringt“, sagte Petras Katinas, Research Fellow beim in London ansässigen Thinktank Royal United Services Institute.

Am Montag teilte Iran den USA mit, dass es nur einem dauerhaften Friedensabkommen zustimmen werde, nicht einer 45-tägigen Waffenruhe. Und es werde dies nur tun, wenn es die „Mautstation“ dauerhaft verankern dürfe, wobei es die Gewinne mit Oman, dem Golfstaat an der gegenüberliegenden Küste, teilen wolle. Zeitweise schien Donald Trump von der Idee angezogen zu sein, die Mautstation selbst zu betreiben, anstatt eine freie Durchfahrt zu ermöglichen. „Was ist damit, dass wir Maut verlangen?“ sagte er diese Woche.

Trumps schwankende Drohungen und Interessen im Nahen Osten

„Ich würde das lieber tun, als sie sie haben zu lassen. Warum sollten wir nicht? Wir sind der Gewinner. Wir haben gewonnen.“ Während der US-Präsident zuvor gedroht hatte, Irans „gesamte Zivilisation“ zu zerstören, falls es sich nicht ergebe und die Straße öffne, wurde diese Frist durch das in letzter Minute zustande gekommene Waffenstillstandsabkommen abgewendet. Golfstaaten befürchten, dass Trump eine letzte, wütende Runde regionaler Bombardierungen auslösen und dann abziehen wird, wobei die Straße – zumindest vorübergehend – unter Teherans Kontrolle stünde. Einige Länder könnten anfangs gezwungen sein, die Exportmaut zu zahlen, sagte eine diplomatische Quelle aus dem Golf gegenüber The Telegraph.

Abu Dhabi, Katar und Bahrain verfügen über keine alternativen Pipelines, und Lieferungen von Flüssigerdgas können nur per Schiff erfolgen. Länder wie Indien könnten eigene Tanker durch die Straße schicken, um Öl und Gas abzuholen und die Kosten der „Mautstation“ selbst zu tragen. Doch auf Dauer werden die Golfstaaten ein System nicht dulden, das enorme Reichtümer in Richtung eines feindlichen Regimes lenkt, das bereits Teile ihrer kritischen Infrastruktur in die Luft gesprengt hat, sagte die diplomatische Quelle. Hugo Dixon, Kolumnist bei Reuters, schätzte, dass Teheran in den nächsten fünf Jahren 500 Milliarden US-Dollar verdienen könnte und so lange Gewinne abschöpft, wie es dauert, neue Pipelines zu bauen.

Finanzielle Sprengkraft der Mautstation in der Straße von Hormus

Schon ein Bruchteil dieser Summe würde den schiitischen Staat in die regionale Dominanz katapultieren. Es würde den IRGC ermöglichen, sein ausgelöschtes Militär vielfach wiederaufzubauen. „Ich glaube nicht, dass dieser Krieg enden kann, wenn Iran noch immer die ‚Mautstation‘ betreibt“, sagte Ellen R. Wald, Non-Resident Senior Fellow am Global Energy Centre des Atlantic Council mit Sitz in Washington D.C. Mit den für Freitag in Islamabad geplanten Verhandlungen werden die USA darauf drängen, dieses System zu demontieren. Sie sagte, dass „Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Golfstaaten das nicht hinnehmen können“ und schließlich „eine Armee aufbauen und kämpfen müssten“.

Comeback der Atomwaffen-Tests: die nukleare Bedrohung kehrt zurück

Atompilz der nuklearen Explosion bei einem Test am 24. Juni 1957 in Nevada
Sie ist der Schrecken der Moderne und galt lange Zeit als die größte Bedrohung für das Überleben der Menschheit: die Atombombe. Ihre Erfindung nahm ihren Anfang mit der Entdeckung der Kernspaltung durch Otto Hahn und Fritz Straßmann im Jahr 1938. Der erste Test einer Atomwaffe fand am 16. Juli 1946 im US-Bundesstaat New Mexico statt. Dieses Foto zeigt den ikonografischen Atompilz der nuklearen Explosion bei einem Test am 24. Juni 1957 in Nevada. © dpa
Als Vater der Atombombe gilt Dr. J. Robert Oppenheimer.
Als Vater der Atombombe gilt Dr. J. Robert Oppenheimer. Der Atomphysiker leitete das „Manhattan Project“, in dem unter höchster Geheimhaltung ein nuklearer Sprengkörper entwickelt werden sollte. Nach dem ersten erfolgreichen Test war Oppenheimer die Tragweite seiner Erfindung offenbar schnell bewusst. Das machte der Wissenschaftler mit einem aus der Bhagavad Gita, einer heiligen Schrift im Hinduismus, entliehenen Zitat deutlich: „Ich bin zum Tod geworden, der Zerstörer der Welten.“ © Imago
Die erste jemals gezündete Kernwaffe trug den Code-Namen „The Gadget“
Die erste jemals gezündete Kernwaffe trug den Code-Namen „The Gadget“ und war Teil des „Trinity Tests“, der unter Leitung Oppenheimers am 16. Juli 1945 durchgeführt wurde. In diesem Bild posiert der Atomphysiker Norris Edwin Bradbury einen Tag zuvor, am 15. Juli 1945, mit der im Bau befindlichen Bombe. Die erste Atombombe der Menschheitsgeschichte hatte eine Sprengkraft von 21 Kilotonnen TNT.  © Imago
Die Druckwelle der ersten Atombombe in der Menschheitsgeschichte war über 160 Kilometer zu spüren.
Die Druckwelle der ersten Atombombe in der Menschheitsgeschichte war über 160 Kilometer zu spüren. Die Pilzwolke erreichte eine Höhe von etwa zwölf Kilometern. Aufgrund der enormen Hitze, die durch die Atomexplosion freigesetzt wurde, schmolz der Sand in der Umgebung zu grünlichem Glas, das auch als Trinitit bezeichnet wird. Es folgen zahlreiche weitere Tests, darunter dieser am 1. März 1954 auf dem Bikini Atoll im Pazifischen Ozean. © Imago
Die Aufnahme zeigt die Explosion der ersten Atombombe im Rahmen des Trinity-Tests am 16. Juli 1945.
Die Aufnahme zeigt die Explosion der ersten Atombombe im Rahmen des Trinity-Tests am 16. Juli 1945. © Imago
Diese Aufnahme zeigt die Explosion einer Kernwaffe mit der Sprengkraft von 61 Kilotonnen am 4. Juni 1953 in Nevada.
In den Folgejahren testeten die USA munter weiter. Die Sprengkraft der Atombomben wurde dabei sukzessive erhöht. Diese Aufnahme zeigt die Explosion einer Kernwaffe mit der Sprengkraft von 61 Kilotonnen am 4. Juni 1953 in Nevada. © Imago
Soldaten zu Versuchszwecken in der unmittelbaren Nähe von Atomtests
Zu Beginn der Atomwaffenforschung in den USA ignorierte die damalige Militärführung die Gefahren, die durch die radioaktive Strahlung für Menschen in der Umgebung der Explosion entstand. Stattdessen schickte man tausende Soldaten zu Versuchszwecken in die unmittelbare Nähe der Atomtests, wie hier im Jahr 1951 im US-Bundesstaat Nevada. Die größtenteils jungen Soldaten wurden angewiesen, während der Tests die Augen mit Händen oder Ellbogen zu schützen. © imago
Abwurf einer Atombombe auf Nagasaki
Im Zweiten Weltkrieg kam es zum ersten und bislang einzigen Einsatz von Atomwaffen. Am 6. August bombardierten die USA zuerst die japanische Stadt Hiroshima mit einer Kernwaffe. Am 9. August folgte der zweite Abwurf einer Atombombe auf Nagasaki (im Bild). Den Befehl zum Abwurf gab der damalige US-Präsident Harry S. Truman. Sechs Tage nach der Bombardierung von Nagasaki gab Kaiser Hirohito die Kapitulation Japans bekannt. © Imago
Die erste Atombombe (im Bild), die jemals zum Einsatz kam und über Hiroshima detonierte, trug den Codenamen „Little Boy“
Die erste Atombombe (im Bild), die jemals zum Einsatz kam und über Hiroshima detonierte, trug den Codenamen „Little Boy“. Den Sprengkörper, der kurz darauf Nagasaki zerstörte, taufte die US-Luftwaffe auf den Namen „Fat Man“. Die Militärführung der USA wählte die Großstadt Hiroshima als erstes Ziel, weil diese von Luftangriffen bis dahin verschont geblieben war. Die Auswirkungen einer Atombombe konnten so besser eingeschätzt werden. © Imago
Frau, die mit ihrem Kind auf dem Rücken durch die Trümmer des zerstörten Nagasakis läuft.
Die Folgen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki waren verheerend. Die Explosionen töteten laut Schätzungen etwa 100.000 Menschen sofort. An Folgeschäden starben bis Ende 1945 weitere 130.000 Menschen. In den Folgejahren starben weitere Menschen an durch die nukleare Strahlung ausgelösten Krankheiten. Japan gibt die Gesamtzahl der Todesopfer mit etwa 540.000 an. Im Bild zu sehen ist eine Frau, die mit ihrem Kind auf dem Rücken durch die Trümmer des zerstörten Nagasakis läuft. © Imago
Friedensdenkmal von Hiroshima
An den Einschlag der Atombombe in Hiroshima erinnert noch heute das dortige Friedensdenkmal. Untergebracht ist es einem 1915 erbauten Haus, das infolge der Explosion vollständig ausbrannte. Wegen des geringen Abstands von 140 Metern zum Einschlagsort der Atombombe blieben viele Gebäudestrukturen erhalten, darunter auch die charakteristische Stützkonstruktion des Kuppeldachs. © Imago
Sasaki-Denkmal
In unmittelbarer Nähe des Friedensmuseums befindet sich das Friedensdenkmal der Kinder. Es erinnert an die Schülerin Sadako Sasaki, die zur weltweit bekanntesten Hibakusha (Überlebende der Atombombenabwürfe) wurde. Sie wurde 1943 geboren, blieb zunächst unverletzt, erkrankte aber zehn Jahre später an Leukämie. Sie starb am 25. Oktober 1955 im Alter von 12 Jahren. Die von ihr gefalteten Origami-Kraniche sind zu einem Symbol der internationalen Friedensbewegung und des Widerstands gegen den Atomkrieg geworden. © Imago
Ein Bild vom 6. August 1945 zeigt das vollständig zerstörte Hiroshima und verdeutlich so die Wirkung der Atombombe.
Ein Bild vom 6. August 1945 zeigt das vollständig zerstörte Hiroshima und verdeutlicht so die Wirkung der Atombombe. © Imago
Die erste Wasserstoffbombe in der Geschichte der Menschheit
Am 31. Oktober 1952 gelang den USA der nächste Durchbruch bei der Erforschung von Massenvernichtungswaffen. Unter dem Codenamen „Ivy Mike“ wurde die erste Wasserstoffbombe in der Geschichte der Menschheit über dem Pazifik gezündet. Die Bombe setzte eine Energie von mehr als 10 Megatonnen TNT-Äquivalent frei, was der 800-fachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe entsprach. © Imago
Am 29. August 1949 führte die UdSSR einen erfolgreichen Atombombentest durch
Die USA sind bis heute die einzige Nation, die je eine Atomwaffe in einem Krieg eingesetzt hat. Sie sind aber nicht das einzige Land, das nukleare Bomben im Arsenal hat. Am 29. August 1949 führte die UdSSR einen erfolgreichen Atombombentest durch (im Bild) – und leitete damit einen nuklearen Rüstungswettlauf mit den USA ein, der die Beziehungen beider Länder die nächsten 50 Jahre bestimmen sollte. © Imago
Rakete des Typs Topol-M
Heute soll Russland über mehr als 5400 Atomsprengköpfe verfügen. Bei den jährlich stattfindenden Militärparaden in Moskau präsentiert das Land unter Machthaber Wladimir Putin immer wieder voller Stolz seine atomar bestückbaren Langstreckenraketen, so geschehen im Jahr 2010, als eine Rakete des Typs Topol-M über den roten Platz rollte. © dpa
Aufnahme zeigt einen Atomwaffentest, den die Royal Air Force am 8. November 1957 im Pazifik nahe der Weihnachtsinsel durchführte.
Am 2. Oktober 1952 wurde Großbritannien als dritte Nation der Welt zur Atommacht. Diese Aufnahme zeigt einen Atomwaffentest, den die Royal Air Force am 8. November 1957 im Pazifik nahe der Weihnachtsinsel durchführte. © Imago
Erster erfolgreicher Atomwaffentest Frankreichs nahe der Stadt Reggane in Algerien
Am 13. Februar 1960 folgte Frankreich. Die „Grande Nation“ unternahm ihren ersten erfolgreichen Atomwaffentest nahe der Stadt Reggane, die sich in Algerien befindet und von Wüste umgeben ist. Insgesamt 17 nukleare Sprengkörper zündete die französische Armee dort zu Testzwecken in den Folgejahren, davon vier oberirdisch. © Imago
die Überbleibsel der französischen Militärbasis auf einer der unbewohnten Inseln des Atolls.
Es folgten zahlreiche weitere französische Atomwaffentests, der Großteil auf dem Moruroa-Atoll im Süd-Pazifik. Von 1966 bis 1995 sollen dort insgesamt 179 Kernwaffen gezündet worden sein. Im Bild zu sehen sind die Überbleibsel der französischen Militärbasis auf einer der unbewohnten Inseln des Atolls. © AFP
Jacques Chirac, hier bei einem Treffen mit Wladimir Putin am 30. Mai 2008 in Paris
Frankreichs Präsident Jacques Chirac, hier bei einem Treffen mit Wladimir Putin am 30. Mai 2008 in Paris, geriet infolge der Atomwaffentests in den 1990er Jahren in die Kritik. Es dauerte bis ins Jahr 2008, ehe Frankreich die negativen Auswirkungen der jahrelangen Atomwaffentests auf das Mururoa-Atoll anerkannte und sich bereit erklärte, Entschädigungen für das militärische Personal und betroffene Zivilisten zu übernehmen. © AFP
chinesische Arbeiter, die über den erfolgreichen Atomwaffen-Test in der autonomen Region Xinjiang jubeln.
Am 16. Oktober 1964 wurde die Volksrepublik China Mitglied im erlauchten Kreis der Atommächte. Mithilfe von sowjetischer Technik gelang es den Wissenschaftlern der sozialistischen Diktatur, 15 Jahre nach ihrer Gründung eine eigene Kernwaffe zu entwickeln. Auf dem Bild zu sehen sind chinesische Arbeiter, die über den erfolgreichen Atomwaffen-Test in der autonomen Region Xinjiang jubeln. © Imago
indische Soldaten, die an einem Militärmanöver teilnehmen, bei dem es auch zur Zündung einer Nuklerwaffe kam.
Indien gilt seit 1974 offiziell als Atommacht. Im Bild zu sehen sind indische Soldaten, die an einem Militärmanöver teilnehmen, bei dem es auch zur Zündung einer Nuklearwaffe kam. © Imago
Atrappe der pakistanischen Atombombe
Im Jahr 1976 begann daraufhin das Atomwaffentestprogramm in Pakistan. Der erste erfolgreiche Atomwaffentest Pakistans erfolgte aber erst 1998. Seitdem gilt auch das mit Indien verfeindete Nachbarland offiziell als Atommacht. Beide Staaten streiten bis heute über die Grenzregion Kaschmir. Bei einer dortigen Demonstration im Jahr 2002 trugen Teilnehmer eine Attrappe der pakistanischen Atombombe durch die Straßen. © AFP
israelische F-15-Kampfjets
Israel gilt seit 1985 als faktische Atommacht. Offiziell ist das Nuklear-Programm des Landes aber bis heute nicht. Das Atomwaffenarsenal des Landes wird auf bis zu 200 Sprengköpfe geschätzt. Abgefeuert werden können diese unter anderem von israelischen F-15-Kampfjets (im Bild) und U-Booten der Dolphin-Klasse. © Imago
m Jahr 2005 verkündete Nordkorea, eigene Kernwaffen entwickelt zu haben.
Im Jahr 2005 verkündete Nordkorea, eigene Kernwaffen entwickelt zu haben. International traf diese Behauptung zunächst auf Skepsis. Doch kurz darauf schienen seismische Messungen die Angaben zu bestätigen. Im Jahr 2009 sollen weitere erfolgreiche Tests unternommen worden sein. Zweifelsfrei bestätigt ist das Atomwaffenprogramm Nordkoreas bis heute aber nicht. Zeitgleich entwickelte Nordkorea unter der Führung von Kim Jong-un Trägerraketen mit hoher Reichweite (im Bild). © Imago
Uran-Anreicherungsanlage in Natanz, Iran
Auch der Iran betreibt seit Jahren atomare Forschung. Laut dem Mullah-Regime geht es dabei aber nur um die zivile Nutzung der Kernenergie. Sowohl Israel als auch die mit ihm verbündeten USA bezweifeln dies und gehen davon aus, dass der Iran in Uran-Anreicherungsanlagen wir hier in Natanz auch an der Entwicklung von waffenfähigem Plutonium forscht. © Imago

Kurzfristig könnten Irans Feinde ihre eigenen Raketen einsetzen, um die Schattenflotte des Regimes an Tankern ins Visier zu nehmen, die nun die doppelte Menge Öl wie vor dem Krieg transportieren – und das für fast den doppelten Gewinn. Am Mittwochmorgen, wenn nicht früher, wird die Welt erfahren, ob Trump seine Drohung wahrgemacht hat, Irans „gesamte Zivilisation“ ohne ein Abkommen zur Wiedereröffnung der Straße zu zerstören. Wenn nicht, gibt es keinen weiteren Weg für rhetorische Drohungen, und der wahrscheinlichste Ausweg aus dem Konflikt wird ein schneller und schmutziger Deal, der Teheran eine Form der Kontrolle überlässt.

US-Interessen, Europa und die Freiheit der Meere

Kürzlich deutete Trump an, dass die Vereinigten Staaten die Straße angesichts reichlicher heimischer Energiequellen nicht wieder öffnen müssten. Das ölhungrige Europa solle diese Aufgabe selbst übernehmen, sagte er. Doch US-Ölriesen, darunter Chevron, sind stark im Golf-Ölgeschäft engagiert, häufig in Form von Partnerschaften, und eine dauerhafte iranische „Mautstation“ würde das internationale Prinzip der Freiheit der Meere ernsthaft untergraben, sagte Wald. Nach dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen darf kein Staat die „unschuldige Durchfahrt“ von Schiffen durch maritime Engpässe oder Meerengen behindern.

Mautgebühren dürfen nur an künstlichen Kanälen wie Suez oder Panama erhoben werden. Im vergangenen Monat argumentierte Iran in einem Schreiben an die Internationale Seeschifffahrtsorganisation, seine „Mautstation“ sei durch Selbstverteidigung gerechtfertigt. Es müsse ausländische, möglicherweise feindliche Schiffe inspizieren, und die Gebühr decke solche Kosten, erklärte das Regime der Aufsichtsbehörde. Die Türkei erhebt eine kleine Gebühr für die Eskorte von Schiffen durch die Dardanellen, doch „das liegt daran, dass es sich um eine sehr gefährliche Wasserstraße handelt und die Türkei Küstenwachdienste bereitstellt“, sagte Wald.

Rechtliche Fiktion oder gefährlicher Präzedenzfall im Iran

Irans Rechtsanspruch sei dagegen absurd und beruhe schlicht auf Erpressung. „Die Vereinigten Staaten traten unter anderem in den Ersten Weltkrieg ein, um die Freiheit der Meere zu sichern“, fügte Wald hinzu. „Die Mautstation jetzt bestehen zu lassen, wäre, als würde man sagen: ‚Das ist uns nicht mehr wichtig – Großbritannien, ihr könnt den Leuten Gebühren berechnen, um in den Ärmelkanal einzufahren.‘“ Im schlimmsten Fall bricht das Seerecht zusammen und Russland oder China übernehmen eine stärkere Kontrolle über die Engpässe in ihrem Hinterhof.

Im Inneren Irans würden die Revolutionsgarden die Ölerlöse nutzen, um ihre laufende Übernahme des gesamten Staates zu turboladen, sagte Andreas Krieg, Senior Lecturer an der School of Security Studies des King’s College London. Während das gesamte Verkehrsaufkommen durch die Straße sinken würde – Sanktionen verbieten westlichen Firmen jegliche Geschäfte mit den Revolutionsgarden –, würde der Geldsegen der Mautstation „helfen, eine Militärdiktatur aufzubauen“. Die IRGC würden als ein „radikaleres, einflussreicheres, finanziell robusteres System hervorgehen, das Netzwerke nach Osten mit Russland und China aufbauen kann“.

Lontrollierte Meerengen wie die Straße von Hormus tragen das Risiko einer militärischen Eskalation

Die Aussicht sei für so viele Staaten derart katastrophal, dass es wahrscheinlicher sei, dass das System zusammenbricht, als dass es Fuß fassen darf, sagte Basil Germond, Professor für internationale Sicherheit an der Lancaster University. „Historisch gesehen neigen Versuche, strategische Meerengen zu konditionieren oder zu schließen – einschließlich Hormus im ‚Tankerkrieg‘ der 1980er Jahre –, dazu, eine Eskalation auszulösen … unter Beteiligung von Waffengewalt“, sagte er. Ob es um die Einnahme der Insel Chark, weitere US-Bombardierungen oder Gegenschläge der Golfstaaten geht, „es ist wahrscheinlicher, dass das Morast mit weiterem Einsatz kinetischer Gewalt beseitigt wird, als durch die Umsetzung einer stabilen, weithin akzeptierten und durchsetzbaren Mautstation“. (Dieser Artikel von Memphis Barker entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/imageBROKER/Allexxandar

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