Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Treffen wohl am Donnerstag

Grönland-Streit: Trump auf Kollisionskurs: – „Es wird erledigt werden!!!“

Trump macht neue Anspielungen auf seine Grönland-Forderung. Die EU plant als Reaktion auf den US-Präsidenten einen Sondergipfel am Donnerstag.

Update, 6:35 Uhr: Im Streit um Grönland hat US-Präsident Donald Trump Dänemark erneut vorgeworfen, nicht genug gegen die Bedrohung der arktischen Insel durch Russland zu tun. Seit zwei Jahrzehnten warne die NATO Dänemark vor der „russischen Bedrohung“, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. „Leider war Dänemark bisher nicht in der Lage, etwas dagegen zu unternehmen. Jetzt ist es an der Zeit, und es wird erledigt werden!!!“ Trump ließ offen, welche konkreten Schritte er damit meint.

US-Präsident Donald Trump scheint seinen Grönland-Plan konsequent zu verfolgen. (Archivbild)

Update, 19. Januar, 5:10 Uhr: Nach Drohungen nun offene Erpressung: US-Präsident Donald Trump versucht, seinen widerrechtlichen Besitzanspruch auf Grönland mit Zöllen für Deutschland und andere Staaten durchzudrücken. Mit Spannung wird nun der Konter Europas erwartet. Bei einem Sondergipfel Ende der Woche dürften die europäischen Staats- und Regierungschefs über milliardenschwere Gegenmaßnahmen debattieren. 

Update, 21:50 Uhr: EU-Ratspräsident António Costa hat nach Donald Trumps neuen Zoll-Drohungen im Grönland-Streit einen Sondergipfel für Ende der Woche angekündigt. Als Termin für ein Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs kommt nach Angaben einer EU-Beamtin Donnerstag infrage. Der US-Präsident will ab Februar Strafzölle von zunächst 10 Prozent auf alle europäischen Waren verhängen, bis ein Abkommen über den Kauf Grönlands erzielt wird.

Costa erklärte, die Konsultationen hätten gezeigt, dass Zölle die transatlantischen Beziehungen untergraben würden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will das sogenannte Anti-Coercion Instrument aktivieren – die sogenannte „Handels-Bazooka“ der EU, die Vergeltungszölle auf US-Importe im Wert von bis zu 93 Milliarden Euro ermöglichen würde.

Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern

Grönland
Donald Trump ist nicht der erste US-Präsident, der ein Auge auf Grönland geworfen hat. Schon in den 1860ern gab es einen ersten US-Vorstoß zum Kauf. So ließ Außenminister William Seward im Jahr 1868 einen „Bericht über die Ressourcen Islands und Grönlands“ erstellen. Es gebe dort Rohstoffvorkommen, die für die USA von Nutzen sein könnten, hieß es damals. Kurz zuvor hatte Seward bereits den erfolgreichen Kauf Alaskas vom russischen Zarenreich organisiert und wollte die Expansionspolitik fortsetzen. © Odd Andersen/AFP
Grönland
Der erste konkrete Kaufversuch scheiterte nicht an Dänemark, sondern am US-Kongress selbst. Dänemark hatte dem Verkauf Grönlands zugestimmt, doch der amerikanische Kongress wollte nicht schon wieder hohe Summen für nahezu unbewohnte „Eisregionen“ ausgeben. Die Abgeordneten waren nach dem teuren Alaska-Kauf skeptisch gegenüber weiteren kostspieligen Territorialerwerbungen in unwirtlichen Gebieten. © Odd Andersen/AFP
Expeditionen nach Grönland
Zwischen 1853 und 1909 führten die USA systematisch wissenschaftliche Expeditionen nach Nordgrönland durch, das damals noch staatsrechtliches Niemandsland war. Forscher wie Elisha Kent Kane, Isaac Israel Hayes und Robert Edwin Peary (dessen Basislager der Expedition von 1909 im Bild zu sehen ist) erkundeten das von den Inughuit bewohnte Gebiet und lieferten sich spektakuläre Wettläufe um die Erreichung des Nordpols. Diese Expeditionen legten den Grundstein für spätere amerikanische Gebietsansprüche. © Imago
Dänisch Westindien
1916/17 gelang den USA ein diplomatischer Schachzug: Dänemark verkaufte seine Kolonie Dänisch-Westindien in der Karibik an die Vereinigten Staaten, die daraufhin im Gegenzug die dänische Oberhoheit über ganz Grönland anerkannten. Dieser Handel war strategisch wichtig, da Dänemark bis dahin nur die grönländische Westküste kolonisiert hatte und Nord- sowie Ostgrönland Niemandsland gewesen waren. © Imago
Dänemark im Jahr 1940
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besetzung Dänemarks am 9. April 1940 flammte das US-Interesse an Grönland erneut auf. Washington befürchtete, Nazi-Deutschland könnte die gewaltige Insel unter seine Kontrolle bringen und damit eine strategische Bedrohung für Nordamerika darstellen. Grönland war durch die britische Seeherrschaft von dem besetzten Dänemark abgeschnitten. © Imago
Grönland
Der dänische Gesandte Henrik Kauffmann handelte am 9. April 1941 eigenmächtig einen Vertrag mit den USA aus, der die Errichtung amerikanischer Militärbasen in Grönland genehmigte. Kauffmann erklärte, dass er keine Weisungen aus dem deutsch besetzten Kopenhagen mehr entgegennehmen werde und sich zum alleinigen Vertreter der dänischen Interessen für Grönland erkläre. Diese „Entscheidung ebnete den Weg für die amerikanische Militarisierung Grönlands, die seither aufrechterhalten wurde.“ © Odd Andersen/AFP
Rostiges Fahrzeug ehemaliger US Luftwaffenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg Ikatek Grönland
Bis Kriegsende waren knapp 6000 US-Militärs auf vier Marine- und 13 Armeestützpunkten auf Grönland stationiert (im Bild: der ehemalige US-Luftwaffenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg, Ikatek). Die Insel diente vor allem als Basis für atlantiküberwachende Flugzeuge auf der Suche nach deutschen U-Booten und wurde als Auftankstation für eigene Seemissionen genutzt. 1941 wurde zudem die Sirius-Schlittenpatrouille gegründet, um deutsche Versuche zur Errichtung von Wetterstationen der Wehrmacht in der Arktis zu verhindern. © Egmont Strigl/Imago
Harry Truman unterzeichnet NATO-Vertrag 1949
Nach dem Krieg wollte Dänemark die amerikanische Militärpräsenz auf der Insel wieder rückgängig machen, doch ohne Erfolg. US-Präsident Harry Truman (hier bei der Unterzeichnung des NATO-Pakts 1949) schlug Kopenhagen drei Optionen vor: entweder das Abkommen von 1941 fortzusetzen, die US-Stützpunkte für 99 Jahre zu leasen oder Grönland für 100 Millionen US-Dollar in Gold zu kaufen. Die dänische Antwort war eindeutig: „Absurd.“ © Imago
Frederik IX
„Wir verkaufen nicht!“ – Diese klare Absage stammte vom dänischen König Frederik IX (hier ein Gedenkstein in Nuuk) im Jahr 1960, nachdem US-Präsident Eisenhower wiederholt die Absicht geäußert hatte, Grönland von Dänemark kaufen zu wollen. 65 Jahre später sind die Aussagen Dänemarks und der USA zum gleichen Thema nahezu identisch, auch an den Motiven Washingtons hat sich im Wesentlichen nichts geändert. © Imago
Thule Air Base in Grönland
1951 gelang es den USA dennoch, ein Abkommen auszuhandeln, das ihnen gewährte, Grönland weiterhin militärisch zu nutzen, wenn sie dafür die Verteidigung Grönlands übernahmen. In diesem Jahr wurde die Thule Air Base als wichtigster militärischer Stützpunkt in Grönland errichtet. Bis 1958 nutzten die USA den Flughafen Narsarsuaq und bis 1992 den Flughafen Kangerlussuaq als Militärbasen. © Imago
Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base 1968
Die amerikanische Militärpräsenz führte zu schweren diplomatischen Krisen und Problemen. Zu den bedeutendsten gehörten die Zwangsumsiedlung der Bewohnerinnen und Bewohner von Uummannaq direkt neben der Thule Air Base nach Qaanaaq im Jahr 1953 und der Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base 1968 (im Bild). Mit diesem Vorfall musste Dänemark anerkennen, dass die USA heimlich Atomwaffen in Grönland lagerten. © Imago
Grönland
Nach Ende des Kalten Kriegs verminderten die USA ihre militärischen Aktivitäten und zogen sich 1991 aus Kangerlussuaq (im Bild) und Kulusuk zurück. Jedes Mal hinterließen sie das Gebiet mit Schrott verunreinigt und häufig mit umweltschädlichen Stoffen verseucht, weigerten sich aber dafür zu haften. Dänemark erklärte sich bereit, die Verantwortung für das Aufräumen zu übernehmen. © Sergi Reboredo/Imago
Colin Powell, Per Stig Møller und Josef Motzfeldt
2004 wurde das sogenannte Igaliku-Abkommen von den Außenministern Colin Powell (USA, rechts), Per Stig Møller (Dänemark, links) und Josef Motzfeldt (Grönland, Mitte) unterzeichnet. Die USA verpflichteten sich zur Zusammenarbeit für den Umweltschutz und Grönland erhielt mehrere entwicklungsmäßige und finanzielle Vorteile von den USA. Das Abkommen wurde im Heimatort des grönländischen Außenministers geschlossen. © AFP
Klimawandel in Grönland
Das schmelzende Polareis verschärft die strategische Bedeutung Grönlands dramatisch. Die Arktis erwärmt sich laut einer Studie der Stiftung für Wissenschaft und Politik viermal so stark wie im globalen Durchschnitt. Das zurückgehende Meereis öffnet neue Seewege zwischen Asien und Europa und macht Lagerstätten von Rohstoffen an Land und auf dem Meeresboden besser zugänglich. © Jason Briner/dpa
Grönland
In der Arktis werden in Gebieten, die durch die Klimakrise zugänglich werden, riesige Mengen an unentdeckten Erdgas- und Erdölvorkommen vermutet. Diese beiden Faktoren - Kontrolle der neuen Seewege in der Arktis und Zugang zu den immensen Rohstoffvorkommen - sind die wesentlichen Gründe für den jetzigen, erneuten Vorstoß der USA, sich Grönland „anzueignen.“ © Steffen Trumpf/dpa
Anti-Trump-Demo in Kopenhagen 2019
Donald Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit 2019 ein „gieriges Auge“ auf Grönland geworfen und einen Kauf der Insel ins Gespräch gebracht. Seine Begründung: Man benötige die strategisch gelegene Insel für die „nationale Sicherheit“ der USA. In Kopenhagen kam es deswegen schon damals zu Demonstrationen.  © Niels Christian Vilmann/Imago
Grönland und Trump
Doch so unverhohlen wie jetzt hatte Trump noch nie gedroht, Grönland „haben“ zu wollen. Trump verweist auf die zunehmende Präsenz russischer und chinesischer Schiffe in der Arktis-Region und behauptet, Dänemark sei nicht in der Lage, Grönland ausreichend zu schützen. Sogar eine militärische Intervention schließt er nicht aus. Die große Mehrheit der rund 57.000 auf der Insel lebenden Menschen wollen dagegen mit den USA nichts zu tun haben: Grönland stehe nicht zum Verkauf, hieß es bei einer Demonstration im März 2025. © Christian Klindt Soelbeck/dpa
Vance in Grönland
Ende März 2025 reiste US-Vizepräsident JD Vance nach Grönland. Dort äußerte er vor den stationierten US-Soldaten scharfe Kritik am NATO-Verbündeten Dänemark, zu dem die riesige Eisinsel gehört. Das Land tue angesichts der Bedrohungen durch Russland und China zu wenig für die Sicherheit Grönlands, sagte Vance auf die US-Militärstützpunkt Pituffik im abgeschiedenen Norden Grönlands.  © Jim Watson/AFP
Die Frau von Trump-Berater Stephen Miller zündelt.
Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller stellte in einem CNN-Interview sogar infrage, ob Grönland rechtmäßig zum NATO-Partner Dänemark gehöre. „Nach welchem Recht hat Dänemark die Kontrolle über Grönland?“, fragte Miller provokativ. Ein Social Media Post seiner Ehefrau Katie Miller zeigte eine Karte von Grönland in US-amerikanischen Farben. © Screenshot X
Grönland-Konflikt
In der EU und in der NATO hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Donald Trump meint es ernst mit seinen Grönland-Ambitionen. Europas Spitzenpolitiker reagieren mit klaren Worten auf Trumps Forderungen. Deutschland und weitere Länder stellen sich nach Trumps Drohungen demonstrativ hinter Grönland und Dänemark. Erst im September 2025 hatten dänische Streitkräfte mit Hunderten Soldaten aus mehreren europäischen Staaten an einer NATO-Übung auf Gönland teilgenommen (im Bild). © Ebrahim Noroozi/dpa
Mette Frederiksen und Donald Trump
Dänemark hat Trumps Anspruch auf Grönland und die militärischen Drohungen entschieden zurückgewiesen. Regierungschefin Mette Frederiksen sagte: „Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann hört alles auf.“ Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und damit auch der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur. © Christian Hartmann/AFP
Thule, Grönland
Mehrere NATO-Bündnisstaaten haben sich zuletzt für eine stärkere Präsenz des Bündnisses in der Region ausgesprochen – auch Deutschland. Im Gespräch ist dabei unter anderem der Start eines neuen Überwachungseinsatzes mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis). Er soll den USA das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann. © Imago
US-Militärbasis Pituffik Space Base in Grönland
Die USA betreiben schon heute auf Basis von Abkommen mit Dänemark die Pituffik Space Base auf Grönland. Dieser Stützpunkt unterstützt Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und Weltraumüberwachungsmissionen. Dänemark hat grundsätzlich nichts gegen eine verstärkte US-Militärpräsenz auf der Insel, solange die Souveränität respektiert wird. Die dänischen Streitkräfte sind hauptsächlich über das Arktische Kommando in Nuuk auf der Insel präsent. © Thomas Traasdahl/dpa
Grönland
Dass die Trump-Regierung bislang auch militärischen Zwang nicht ausschließt, um die Kontrolle über Grönland zu erlangen, sorgt in Europa für große Beunruhigung. Tatsächlich ist der Fall, dass ein NATO-Land das andere überfällt, in den Statuten der Allianz nicht vorgesehen – der Feind kommt traditionell immer von außen. © Mads Claus Rasmussen/Imago
Alpenglühen in Alaska
Trump hat im Streit um Grönland aber auch immer von einem „Erwerb“ gesprochen. Der Kauf zusätzlichen Territoriums ist in der US-Geschichte kein Novum. In der Vergangenheit haben die USA für bestimmte Gebietserweiterungen immer wieder Geld in die Hand genommen. Dazu zählt beispielsweise auch Alaska (im Bild), das die damalige US-Regierung im Jahr 1867 für einen Spottpreis von 7,2 Millionen Dollar von Russland erwarb.  © Al Grillo/dpa

Grönland-Streit: Kritik an Zoll-Ankündigung von Trump

Update, 14:21 Uhr: Deutschland und sieben weitere betroffene Länder haben die von US-Präsident Donald Trump wegen des Streits um Grönland angekündigten Sonderzölle scharf kritisiert. „Zolldrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko einer Eskalation“, erklärten Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Großbritannien am Sonntag in einer gemeinsamen Stellungnahme. Zugleich betonten sie: „Wir sind entschlossen, unsere Souveränität zu wahren.“

Update, 13:26 Uhr: Die Bundeswehr hat ihr Erkundungsteam angeblich überraschend aus Grönland abgezogen. Die 15 Soldaten und Offiziere verließen die Arktisinsel bereits wieder mit einer Boeing 737 der Fluggesellschaft Icelandair vom Flughafen der Hauptstadt Nuuk, berichtet die Bild.

Der Abreisebefehl soll erst in den frühen Morgenstunden aus Berlin eingetroffen sein – ohne Begründung. Alle geplanten Termine im hohen Norden wurden abgesagt, hieß es weiter. Erst am Freitag (16. Januar) war das Team gelandet, gestern hieß es noch, die Soldaten würden länger als geplant bleiben.

Grönland-Streit: Meloni ruft Trump wegen Zolldrohung an – „Ihm gesagt, was ich denke“

Update, 13:06 Uhr: Giorgia Meloni hat die von Trump angekündigten Sonderzölle als „Fehler“ bezeichnet. Sie habe mit dem US-Präsidenten telefoniert „und ihm gesagt, was ich denke“, sagte die italienische Regierungschefin jetzt bei einem Besuch in Südkorea. „Ich habe auch mit dem NATO-Generalsekretär gesprochen, der mir bestätigte, dass die NATO begonnen hat, sich mit diesem Thema zu befassen.“

„Die NATO ist der Ort, an dem wir gemeinsam Abschreckungsmaßnahmen gegen potenziell feindselige Einmischung in einem eindeutig strategisch wichtigen Gebiet organisieren müssen“, sagte Meloni mit Blick auf Grönland. Zugleich versuchte Meloni – deren Land von Trumps-Zollankündigung nicht betroffen ist – die Spannungen zwischen den USA und Europa zu entschärfen. Es habe „ein Problem bei der Kommunikation und beim Verstehen“ gegeben.

Sanchez - US-Invasion in Grönland würde Putin glücklich machen

Update, 9:01 Uhr: Eine US-Invasion in Grönland würde nach ⁠den Worten des spanischen ⁠Ministerpräsidenten Pedro Sanchez Kremlchef Wladimir Putin „zum glücklichsten Mann der Welt machen“. „Warum? Weil sie seinen versuchten Einmarsch in die Ukraine legitimieren würde“, erklärte der spanische Regierungschef laut Reuters der Zeitung La Vanguardia. Jede militärische Aktion der USA gegen die Insel würde dem westlichen Militärbündnis schaden und wäre „der Todesstoß für die NATO“, warnte Sanchez. „Putin wäre doppelt erfreut.“

Grönland-Krise: Top-Demokrat will Trumps Zollpläne im Senat stoppen

Update, 18. Januar, 6:08 Uhr: Der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, hat angekündigt, die angedrohten Zölle von US-Präsident Donald Trump gegen europäische Verbündete im Konflikt um Grönland stoppen zu wollen. „Die Demokraten im Senat werden ein Gesetz einbringen, um diese Zölle zu blockieren, bevor sie der amerikanischen Wirtschaft und unseren Verbündeten in Europa weiteren Schaden zufügen“, teilte Schumer mit. Die törichten Zölle Trumps hätten die Preise bereits in die Höhe getrieben und der US-Wirtschaft geschadet. 

Jetzt verschlimmere Trump die Lage nur noch mehr, teilte Schumer mit. „Es ist unglaublich, dass er diese Dummheit noch verstärken will, indem er unseren engsten Verbündeten Zölle auferlegt, um sein unrealistisches Streben zur Übernahme Grönlands zu erreichen.“ Die Demokraten sind im Senat zwar in der Minderheit, zu Trumps Zoll-Plänen haben sich aber auch bereits Republikaner kritisch geäußert.

Grönland-Streit: Trump kündigt Zölle gegen acht Länder an – EU-Sondersitzung am Sonntag

Update, 22:33 Uhr: Nach Donald Trumps Zoll-Drohung im Konflikt um Grönland treffen sich Vertreter der EU-Staaten an diesem Sonntag zu einer Sondersitzung. Nach den jüngsten Ankündigungen der USA sei für den Nachmittag eine außerordentliche Sitzung auf Botschafterebene einberufen worden, teilte die derzeitige zypriotische Ratspräsidentschaft laut Bericht der Deutschen Presse-Agentur mit. Ob bei der Sondersitzung mögliche Gegenmaßnahmen besprochen werden, blieb zunächst unklar.

Seit 2023 verfügt die EU über ein Instrument, um sich gegen handelspolitischen Druck zu wehren. Dabei geht es laut der entsprechenden Verordnung um eine Situation, in der ein Drittland versucht, die EU oder einen Mitgliedstaat durch Handelsmaßnahmen zu einer bestimmten Entscheidung zu bewegen. Gegenzölle und viele weitere Maßnahmen sind der Verordnung nach dann möglich. Allerdings soll das Instrument nur ein letztes Mittel sein.

Update, 21:37 Uhr: Die EU-Spitzen warnen angesichts der Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump vor einer ‍Eskalation. Strafzölle würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und drohten, eine „gefährliche Abwärtsspirale“ auszulösen, teilen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa auf der Plattform X mit. „Europa wird weiterhin geeint und koordiniert vorgehen und sich für die Wahrung seiner Souveränität einsetzen.“

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Diplomaten-Kreise berichtet, kommen die EU-Botschafter am Sonntag zu einer Dringlichkeitssitzung in Brüssel zusammen. Themen seien die Lage in Grönland sowie die neuen ‍Zolldrohungen.

Macron weist Trumps Zolldrohung im Grönland-Streit zurück: „Inakzeptabel“

Update, 20:14 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußert Kritik an den Zolldrohungen seines US-Amtskollegen Donald Trump im Streit um Grönland: „Zollandrohungen sind inakzeptabel und haben in diesem Zusammenhang keinen Platz“, schreibt Macron auf der Online-Plattform X. Frankreich bekenne sich zur Souveränität und Unabhängigkeit der Nationen in Europa und anderswo. „Keine Einschüchterung und keine Drohung werden uns beeinflussen – weder in der Ukraine, noch in Grönland, noch irgendwo sonst auf der Welt, wenn wir mit solchen Situationen konfrontiert sind“, führt Macron aus. „Die Europäer werden geschlossen und koordiniert reagieren, sollten sie bestätigt werden.“

Erstmeldung: Washington D.C. – US-Präsident Donald Trump hat im Streit um Grönland Strafzölle gegen acht europäische Länder angekündigt. In einem Post auf seiner Online-Plattform Truth Social schrieb Trump am Samstag (17. Januar), dass die USA die Länder Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Niederlande und Finnland ab dem 1. Februar 2026 mit einem Zollsatz von 10 Prozent belegen werden. Dieser gelte auf alle Waren, die in die USA geliefert werden.

Trump kündigt Strafzölle an: Grönland-Kauf als Bedingung für Ende

Am 1. Juni 2026 soll der Zollsatz auf 25 Prozent erhöht werden. Und: „Dieser Zoll ist fällig und zahlbar, bis eine Vereinbarung über den vollständigen und totalen Kauf Grönlands erzielt wird.“ Der US-Präsident begründet den Schritt in seinem Post damit, dass die USA Dänemark und „alle Länder der Europäischen Union viele Jahre lang subventioniert“ hätten, „indem wir ihnen keine Zölle oder andere Formen der Vergütung berechnet haben“. Trump schreibt: „Jetzt, nach Jahrhunderten, ist es an der Zeit, dass Dänemark etwas zurückgibt – der Weltfrieden steht auf dem Spiel!“

Trump belegt acht Länder mit Strafzöllen – und thematisiert Grönland-Erkundung der Staaten

Trump hatte seine Pläne, Grönland den Vereinigten Staaten einzuverleiben, immer wieder mit Sicherheitsbedenken wegen einer Bedrohung durch China und Russland in der Region begründet. Ländern, die gegen sein Vorhaben eintreten, hatte er in diesem Zuge bereits vor dem heutigen Schritt mit Strafzöllen gedroht. Die NATO-Verbündeten sind überzeugt, dass Grönland, das Teil des Königreichs Dänemark ist, nicht von den USA übernommen werden müsse, um die Arktis zu schützen.

Den acht Ländern, die die USA nun mit Strafzöllen belegen, wirft Trump in dem Post vor, „zu unbekannten Zwecken nach Grönland gereist“ zu sein. Am Freitag waren unter anderem Bundeswehrangehörige auf Grönland angekommen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind neben Deutschland auch Schweden, Norwegen, Großbritannien, die Niederlande und Island Teil der Erkundungsmission. 

Grönland-Streit: Donald Trump richtet Vorwürfe an europäische Länder – „sehr gefährliches Spiel“

Trump wirft den Ländern vor, ein „sehr gefährliches Spiel“ zu spielen und ein Risiko in Kauf genommen zu haben, „das nicht tragbar und nicht nachhaltig ist“. Als Begründung für die Strafzölle führt der Republikaner an: „Daher ist es unerlässlich, dass zum Schutz des Weltfriedens und der globalen Sicherheit strenge Maßnahmen ergriffen werden, damit diese potenziell gefährliche Situation schnell und ohne Wenn und Aber beendet wird.“

Trump-Zölle wegen Grönland-Streit: Merz‘ Regierung berät mit Europäern 

Die Bundesregierung berät nun mit den europäischen Partnern über eine Reaktion: Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte laut Bericht der Deutschen Presse-Agentur, dass sich die Regierung „in engster Abstimmung mit den europäischen Partnern“ befinde. „Gemeinsam werden wir zur gegebenen Zeit über geeignete Reaktionen entscheiden.“ Details nannte er nicht.

Norwegens Außenminister Espen Barth Eide erklärte als Reaktion auf Trumps Zollankündigung laut Bericht der Nachrichtenagentur Reuters: „Wir sind ‍nicht der Meinung, dass die Frage ⁠von Zöllen in diesen Zusammenhang gehört.“ Man sei sich in der NATO nach wie vor einig, dass die Sicherheit in ‌der Arktis einschließlich Grönlands gestärkt werden müsse, so der norwegische Außenminister.

Die Grünen richten unterdessen Forderungen an die Europäische Union: „Die EU darf angesichts der Zoll-Drohungen von Trump jetzt nicht zurückweichen“, sagte Fraktionschefin Katharina Dröge in Berlin. „Es braucht die klare Antwort an Trump, dass die EU auf Zollandrohungen mit Gegenzöllen antworten wird.“ Zudem richtete Dröge Kritik an Kanzler Friedrich Merz: „Die Strategie des Zurückweichens und der Beschwichtigung von Friedrich Merz ist gescheitert.“ Die Grünen-Fraktionschefin fordert: „Bei der Verteidigung der internationalen Ordnung braucht es Selbstbewusstsein und Klarheit.“ (Quellen: Truth Social, Reuters, dpa) (pav)

Rubriklistenbild: © Alex Brandon/AP/dpa

Kommentare