Treffen wohl am Donnerstag
Grönland-Streit: Trump auf Kollisionskurs: – „Es wird erledigt werden!!!“
Trump macht neue Anspielungen auf seine Grönland-Forderung. Die EU plant als Reaktion auf den US-Präsidenten einen Sondergipfel am Donnerstag.
Update, 6:35 Uhr: Im Streit um Grönland hat US-Präsident Donald Trump Dänemark erneut vorgeworfen, nicht genug gegen die Bedrohung der arktischen Insel durch Russland zu tun. Seit zwei Jahrzehnten warne die NATO Dänemark vor der „russischen Bedrohung“, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. „Leider war Dänemark bisher nicht in der Lage, etwas dagegen zu unternehmen. Jetzt ist es an der Zeit, und es wird erledigt werden!!!“ Trump ließ offen, welche konkreten Schritte er damit meint.
Update, 19. Januar, 5:10 Uhr: Nach Drohungen nun offene Erpressung: US-Präsident Donald Trump versucht, seinen widerrechtlichen Besitzanspruch auf Grönland mit Zöllen für Deutschland und andere Staaten durchzudrücken. Mit Spannung wird nun der Konter Europas erwartet. Bei einem Sondergipfel Ende der Woche dürften die europäischen Staats- und Regierungschefs über milliardenschwere Gegenmaßnahmen debattieren.
Update, 21:50 Uhr: EU-Ratspräsident António Costa hat nach Donald Trumps neuen Zoll-Drohungen im Grönland-Streit einen Sondergipfel für Ende der Woche angekündigt. Als Termin für ein Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs kommt nach Angaben einer EU-Beamtin Donnerstag infrage. Der US-Präsident will ab Februar Strafzölle von zunächst 10 Prozent auf alle europäischen Waren verhängen, bis ein Abkommen über den Kauf Grönlands erzielt wird.
Costa erklärte, die Konsultationen hätten gezeigt, dass Zölle die transatlantischen Beziehungen untergraben würden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will das sogenannte Anti-Coercion Instrument aktivieren – die sogenannte „Handels-Bazooka“ der EU, die Vergeltungszölle auf US-Importe im Wert von bis zu 93 Milliarden Euro ermöglichen würde.
Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern




Grönland-Streit: Kritik an Zoll-Ankündigung von Trump
Update, 14:21 Uhr: Deutschland und sieben weitere betroffene Länder haben die von US-Präsident Donald Trump wegen des Streits um Grönland angekündigten Sonderzölle scharf kritisiert. „Zolldrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko einer Eskalation“, erklärten Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Großbritannien am Sonntag in einer gemeinsamen Stellungnahme. Zugleich betonten sie: „Wir sind entschlossen, unsere Souveränität zu wahren.“
Update, 13:26 Uhr: Die Bundeswehr hat ihr Erkundungsteam angeblich überraschend aus Grönland abgezogen. Die 15 Soldaten und Offiziere verließen die Arktisinsel bereits wieder mit einer Boeing 737 der Fluggesellschaft Icelandair vom Flughafen der Hauptstadt Nuuk, berichtet die Bild.
Der Abreisebefehl soll erst in den frühen Morgenstunden aus Berlin eingetroffen sein – ohne Begründung. Alle geplanten Termine im hohen Norden wurden abgesagt, hieß es weiter. Erst am Freitag (16. Januar) war das Team gelandet, gestern hieß es noch, die Soldaten würden länger als geplant bleiben.
Grönland-Streit: Meloni ruft Trump wegen Zolldrohung an – „Ihm gesagt, was ich denke“
Update, 13:06 Uhr: Giorgia Meloni hat die von Trump angekündigten Sonderzölle als „Fehler“ bezeichnet. Sie habe mit dem US-Präsidenten telefoniert „und ihm gesagt, was ich denke“, sagte die italienische Regierungschefin jetzt bei einem Besuch in Südkorea. „Ich habe auch mit dem NATO-Generalsekretär gesprochen, der mir bestätigte, dass die NATO begonnen hat, sich mit diesem Thema zu befassen.“
„Die NATO ist der Ort, an dem wir gemeinsam Abschreckungsmaßnahmen gegen potenziell feindselige Einmischung in einem eindeutig strategisch wichtigen Gebiet organisieren müssen“, sagte Meloni mit Blick auf Grönland. Zugleich versuchte Meloni – deren Land von Trumps-Zollankündigung nicht betroffen ist – die Spannungen zwischen den USA und Europa zu entschärfen. Es habe „ein Problem bei der Kommunikation und beim Verstehen“ gegeben.
Sanchez - US-Invasion in Grönland würde Putin glücklich machen
Update, 9:01 Uhr: Eine US-Invasion in Grönland würde nach den Worten des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez Kremlchef Wladimir Putin „zum glücklichsten Mann der Welt machen“. „Warum? Weil sie seinen versuchten Einmarsch in die Ukraine legitimieren würde“, erklärte der spanische Regierungschef laut Reuters der Zeitung La Vanguardia. Jede militärische Aktion der USA gegen die Insel würde dem westlichen Militärbündnis schaden und wäre „der Todesstoß für die NATO“, warnte Sanchez. „Putin wäre doppelt erfreut.“
Grönland-Krise: Top-Demokrat will Trumps Zollpläne im Senat stoppen
Update, 18. Januar, 6:08 Uhr: Der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, hat angekündigt, die angedrohten Zölle von US-Präsident Donald Trump gegen europäische Verbündete im Konflikt um Grönland stoppen zu wollen. „Die Demokraten im Senat werden ein Gesetz einbringen, um diese Zölle zu blockieren, bevor sie der amerikanischen Wirtschaft und unseren Verbündeten in Europa weiteren Schaden zufügen“, teilte Schumer mit. Die törichten Zölle Trumps hätten die Preise bereits in die Höhe getrieben und der US-Wirtschaft geschadet.
Jetzt verschlimmere Trump die Lage nur noch mehr, teilte Schumer mit. „Es ist unglaublich, dass er diese Dummheit noch verstärken will, indem er unseren engsten Verbündeten Zölle auferlegt, um sein unrealistisches Streben zur Übernahme Grönlands zu erreichen.“ Die Demokraten sind im Senat zwar in der Minderheit, zu Trumps Zoll-Plänen haben sich aber auch bereits Republikaner kritisch geäußert.
Grönland-Streit: Trump kündigt Zölle gegen acht Länder an – EU-Sondersitzung am Sonntag
Update, 22:33 Uhr: Nach Donald Trumps Zoll-Drohung im Konflikt um Grönland treffen sich Vertreter der EU-Staaten an diesem Sonntag zu einer Sondersitzung. Nach den jüngsten Ankündigungen der USA sei für den Nachmittag eine außerordentliche Sitzung auf Botschafterebene einberufen worden, teilte die derzeitige zypriotische Ratspräsidentschaft laut Bericht der Deutschen Presse-Agentur mit. Ob bei der Sondersitzung mögliche Gegenmaßnahmen besprochen werden, blieb zunächst unklar.
Seit 2023 verfügt die EU über ein Instrument, um sich gegen handelspolitischen Druck zu wehren. Dabei geht es laut der entsprechenden Verordnung um eine Situation, in der ein Drittland versucht, die EU oder einen Mitgliedstaat durch Handelsmaßnahmen zu einer bestimmten Entscheidung zu bewegen. Gegenzölle und viele weitere Maßnahmen sind der Verordnung nach dann möglich. Allerdings soll das Instrument nur ein letztes Mittel sein.
Update, 21:37 Uhr: Die EU-Spitzen warnen angesichts der Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump vor einer Eskalation. Strafzölle würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und drohten, eine „gefährliche Abwärtsspirale“ auszulösen, teilen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa auf der Plattform X mit. „Europa wird weiterhin geeint und koordiniert vorgehen und sich für die Wahrung seiner Souveränität einsetzen.“
Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Diplomaten-Kreise berichtet, kommen die EU-Botschafter am Sonntag zu einer Dringlichkeitssitzung in Brüssel zusammen. Themen seien die Lage in Grönland sowie die neuen Zolldrohungen.
Macron weist Trumps Zolldrohung im Grönland-Streit zurück: „Inakzeptabel“
Update, 20:14 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußert Kritik an den Zolldrohungen seines US-Amtskollegen Donald Trump im Streit um Grönland: „Zollandrohungen sind inakzeptabel und haben in diesem Zusammenhang keinen Platz“, schreibt Macron auf der Online-Plattform X. Frankreich bekenne sich zur Souveränität und Unabhängigkeit der Nationen in Europa und anderswo. „Keine Einschüchterung und keine Drohung werden uns beeinflussen – weder in der Ukraine, noch in Grönland, noch irgendwo sonst auf der Welt, wenn wir mit solchen Situationen konfrontiert sind“, führt Macron aus. „Die Europäer werden geschlossen und koordiniert reagieren, sollten sie bestätigt werden.“
Erstmeldung: Washington D.C. – US-Präsident Donald Trump hat im Streit um Grönland Strafzölle gegen acht europäische Länder angekündigt. In einem Post auf seiner Online-Plattform Truth Social schrieb Trump am Samstag (17. Januar), dass die USA die Länder Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Niederlande und Finnland ab dem 1. Februar 2026 mit einem Zollsatz von 10 Prozent belegen werden. Dieser gelte auf alle Waren, die in die USA geliefert werden.
Trump kündigt Strafzölle an: Grönland-Kauf als Bedingung für Ende
Am 1. Juni 2026 soll der Zollsatz auf 25 Prozent erhöht werden. Und: „Dieser Zoll ist fällig und zahlbar, bis eine Vereinbarung über den vollständigen und totalen Kauf Grönlands erzielt wird.“ Der US-Präsident begründet den Schritt in seinem Post damit, dass die USA Dänemark und „alle Länder der Europäischen Union viele Jahre lang subventioniert“ hätten, „indem wir ihnen keine Zölle oder andere Formen der Vergütung berechnet haben“. Trump schreibt: „Jetzt, nach Jahrhunderten, ist es an der Zeit, dass Dänemark etwas zurückgibt – der Weltfrieden steht auf dem Spiel!“
Trump belegt acht Länder mit Strafzöllen – und thematisiert Grönland-Erkundung der Staaten
Trump hatte seine Pläne, Grönland den Vereinigten Staaten einzuverleiben, immer wieder mit Sicherheitsbedenken wegen einer Bedrohung durch China und Russland in der Region begründet. Ländern, die gegen sein Vorhaben eintreten, hatte er in diesem Zuge bereits vor dem heutigen Schritt mit Strafzöllen gedroht. Die NATO-Verbündeten sind überzeugt, dass Grönland, das Teil des Königreichs Dänemark ist, nicht von den USA übernommen werden müsse, um die Arktis zu schützen.
Den acht Ländern, die die USA nun mit Strafzöllen belegen, wirft Trump in dem Post vor, „zu unbekannten Zwecken nach Grönland gereist“ zu sein. Am Freitag waren unter anderem Bundeswehrangehörige auf Grönland angekommen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind neben Deutschland auch Schweden, Norwegen, Großbritannien, die Niederlande und Island Teil der Erkundungsmission.
Grönland-Streit: Donald Trump richtet Vorwürfe an europäische Länder – „sehr gefährliches Spiel“
Trump wirft den Ländern vor, ein „sehr gefährliches Spiel“ zu spielen und ein Risiko in Kauf genommen zu haben, „das nicht tragbar und nicht nachhaltig ist“. Als Begründung für die Strafzölle führt der Republikaner an: „Daher ist es unerlässlich, dass zum Schutz des Weltfriedens und der globalen Sicherheit strenge Maßnahmen ergriffen werden, damit diese potenziell gefährliche Situation schnell und ohne Wenn und Aber beendet wird.“
Trump-Zölle wegen Grönland-Streit: Merz‘ Regierung berät mit Europäern
Die Bundesregierung berät nun mit den europäischen Partnern über eine Reaktion: Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte laut Bericht der Deutschen Presse-Agentur, dass sich die Regierung „in engster Abstimmung mit den europäischen Partnern“ befinde. „Gemeinsam werden wir zur gegebenen Zeit über geeignete Reaktionen entscheiden.“ Details nannte er nicht.
Norwegens Außenminister Espen Barth Eide erklärte als Reaktion auf Trumps Zollankündigung laut Bericht der Nachrichtenagentur Reuters: „Wir sind nicht der Meinung, dass die Frage von Zöllen in diesen Zusammenhang gehört.“ Man sei sich in der NATO nach wie vor einig, dass die Sicherheit in der Arktis einschließlich Grönlands gestärkt werden müsse, so der norwegische Außenminister.
Die Grünen richten unterdessen Forderungen an die Europäische Union: „Die EU darf angesichts der Zoll-Drohungen von Trump jetzt nicht zurückweichen“, sagte Fraktionschefin Katharina Dröge in Berlin. „Es braucht die klare Antwort an Trump, dass die EU auf Zollandrohungen mit Gegenzöllen antworten wird.“ Zudem richtete Dröge Kritik an Kanzler Friedrich Merz: „Die Strategie des Zurückweichens und der Beschwichtigung von Friedrich Merz ist gescheitert.“ Die Grünen-Fraktionschefin fordert: „Bei der Verteidigung der internationalen Ordnung braucht es Selbstbewusstsein und Klarheit.“ (Quellen: Truth Social, Reuters, dpa) (pav)
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