Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Wehrdienst oder Wehrpflicht?
Wehrpflicht-Streit auf SPD-Parteitag: Pistorius wehrt sich gegen Juso-Rebellion
Die SPD ringt auf dem Parteitag um die Wehrpflicht. Für die Bundeswehr sind laut Nato-Ziel 200.000 Reservisten nötig. Die Jusos haben klare Meinung.
Update, 27. Juni, 11.06 Uhr: Verteidigungsminister Boris Pistorius hält kurz vor dem SPD-Bundesparteitag entschlossen an seinem Entwurf für einen neuen Wehrdienst fest. Er setzt auf Freiwilligkeit und einen attraktiven Dienst, um engagierte und talentierte junge Menschen zu gewinnen, wie er der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Pistorius erklärte: „Ich teile daher explizit nicht Forderungen aus der Union, die möglichst schnell auf die Wehrpflicht umstellen will.“ Derzeit fehlen Kasernen und Übungsplätze, obwohl mehr Infrastruktur als in den vergangenen Jahren errichtet wird. Die Anzahl der Freiwilligen werde zunächst ausreichen.
SPD-Parteitag: Pistorius übt Kritik an Stimmen innerhalb der SPD, die Wehrpflicht ablehnen
Pistorius äußerte sich auch zu den Stimmen der Jusos, die jegliche Verpflichtung ausschließen wollen: „Ich stelle mich aber auch gegen die Stimmen, die meinen, wir müssten jegliche Verpflichtung ausschließen.“ Der Zeitpunkt, wann eine verpflichtende Einberufung notwendig werde, lasse sich momentan nicht genau bestimmen.
Vom Schützen bis zum General: Das sind die Dienstgrade der Bundeswehr
Der Minister betonte: „Entscheidend ist: Der Mechanismus ist im Gesetz verankert.“ Ihm war von Anfang an wichtig, dass eine Pflicht nicht unüberlegt eingeführt wird, insbesondere nicht im Alleingang. „Dabei war mir von Anfang an wichtig, dass wir die Pflicht nicht leichtfertig einführen – und schon gar nicht im Alleingang. Der Gesetzentwurf sieht für einen solchen Schritt daher eine Zustimmung des Kabinetts und des Deutschen Bundestags vor.“
Vor SPD-Parteitag: Hitzige Debatte in der SPD um Wehrpflicht und Wehrdienst
Erstmeldung: Berlin – Die SPD hat kurz vor ihrem Parteitag in Berlin eine heftige interne Debatte über die mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht entfacht. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat Pläne für eine teilweise Rückkehr zur Wehrpflicht vorgelegt, was bei den Jusos auf starken Widerstand stößt.
Juso-Chef Philipp Türmer kritisierte die Überlegungen scharf: „Es ist mir ein Rätsel, warum jetzt die Wehrpflicht wieder auf den Tisch kommt“, sagte Türmer dem Portal t-online. Die Jugendorganisation der SPD plant, auf dem Parteitag am Freitag einen Initiativantrag gegen die Wehrpflicht einzubringen. Die Wehrpflicht wurde in Deutschland 2011 ausgesetzt, aber nicht abgeschafft. Angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa diskutiert die Regierung unter Friedrich Merz über eine mögliche Wiedereinführung. Pistorius möchte im geplanten neuen Wehrdienstgesetz eine Option für eine „Teilverpflichtung von Teiljahrgängen“ verankern, falls die Zahl der Freiwilligen nicht ausreicht.
Vor Parteitag: SPD bei Wehrpflicht gespalten – Klingbeil plädiert für mögliche Vorbereitungen
Die Positionen innerhalb der SPD gehen weit auseinander. Während die Jusos die Wehrpflicht ablehnen, zeigt sich Parteichef Lars Klingbeil offen für Vorbereitungen: „Jetzt schon die Voraussetzungen dafür schaffen, dass auch verpflichtend eingezogen werden könnte“. Diese Äußerung stößt auf Kritik in den eigenen Reihen.
Gleichzeitig erhöht die Union den Druck auf die SPD für eine schnelle Entscheidung bei der Debatte über die Wehrpflicht. Kanzleramtschef Thorsten Frei betonte: „Wir haben nicht die Zeit, bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag zu warten“. Die CDU/CSU sieht angesichts der Bedrohung aus Russland dringenden Handlungsbedarf.
Vor SPD-Parteitag: Mehrheit der Deutschen für Wehrpflicht – Kritik von den Linken
Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt, dass 54 Prozent der Deutschen für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht sind. Die Zustimmung variiert jedoch stark zwischen den Altersgruppen und Parteianhängern. Die Debatte wirft wichtige Fragen auf: Wie kann die Bundeswehr angesichts der Bedrohungslage personell verstärkt werden? Verteidigungsminister Pistorius schätzt den zusätzlichen Bedarf auf 50.000 bis 60.000 Soldaten. Ist dies durch Freiwilligkeit zu erreichen oder braucht es verpflichtende Maßnahmen?
Kritiker wie Linksfraktionschef Sören Pellmann warnen: „Die Jugend muss diese weitere Militarisierung der Gesellschaft perspektivisch am eigenen Leib ausbaden“. Die Linken sehen die persönliche Freiheit junger Menschen gefährdet und zweifeln am Nutzen einer Wehrpflicht für die moderne Landesverteidigung.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD, re.) treibt die Aufrüstung der Bundeswehr zur Abschreckung von Wladimir Putins Russland-Regime voran.
Braucht die Bundeswehr zur Erfüllung der Nato-Ziele eine Wehrpflicht?
Eine Wiedereinführung der Wehrpflicht – sollte sie tatsächlich umgesetzt werden – zielt in erster Linie auf den Aufbau der Reservetruppen ab, wie die Zeit schreibt. Die Kerntruppe der Bundeswehr soll demnach weiter aus Berufs- und Zeitsoldaten bestehen. Selbst, wenn eine Wehrpflicht kommen sollte.
Und die Wehrpflicht lässt sich allein logistisch gar nicht von heute auf morgen umsetzen. Optimistische Annahmen gehen von mindestens zwei Jahren aus, bis sich die Wehrpflicht in Deutschland implementieren lässt. Aktuell gibt es zu den 182.000 Bundeswehr Soldaten und Soldatinnen nur 34.000 Reservisten, die regelmäßig für den Notfall trainieren. Laut den Nato-Fähigkeitszielen bräuchte die Bundeswehr-Reserve allerdings nochmal zusätzlich 200.000 Reservisten. (sischr/afp/dpa)