Trump droht mit Konsequenzen
Spanien stellt sich offen gegen Trump: So begründet Ministerpräsident Sánchez sein „Nein“ zum Iran-Krieg
Die spanische Regierung hat sich offen gegen das US-amerikanische Vorgehen im Iran-Krieg gestellt. In einer Videobotschaft erklärte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez die Haltung seines Landes. Trump reagiert wütend.
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat in einer Videobotschaft die Haltung seiner Regierung zum Krieg der USA und Israels gegen den Iran erläutert. „Die Position der spanischen Regierung zu dieser Situation ist klar und konsequent. Sie entspricht der Haltung, die wir in der Ukraine und im Gazastreifen eingenommen haben“, sagte Sánchez in der Ansprache. Spanien hatte sich bereits zuvor offen gegen das militärische Vorgehen der USA gestellt und die jüngsten Angriffe scharf verurteilt.
Sánchez: „Nein zum Bruch des Völkerrechts“
In seiner Rede wandte sich Sánchez deutlich gegen eine weitere militärische Eskalation im Nahen und Mittleren Osten. „Nein zum Bruch des Völkerrechts, das uns alle schützt, insbesondere die Zivilbevölkerung. Nein zu der Annahme, dass die Welt ihre Probleme nur mit Bomben lösen kann. Nein zum Krieg“, erklärte der Regierungschef. Er betonte in einer Fernsehansprache, wer so handle, spiele „russisches Roulette mit dem Schicksal von Millionen“ und warnte vor „großen Katastrophen der Menschheit“.
Auslöser der schweren Spannungen mit den USA ist die Entscheidung der spanischen Linksregierung, die US‑Luftwaffenstützpunkte Rota und Morón in Andalusien nicht für Operationen gegen den Iran freizugeben. Beide Basen dienen seit Jahrzehnten als strategische Drehscheibe für US‑Militäreinsätze in Europa, Afrika und dem Nahen Osten. Verteidigungsministerin Margarita Robles stellte mit Blick auf den Iran klar, diese Einrichtungen leisteten „keine, wirklich keine Unterstützung für diese Angriffe“ und verwies darauf, dass das Kooperationsabkommen nur gelte, solange die Einsätze auf internationalem Recht beruhen.
Trump droht Spanien mit Handelsstopp
US‑Präsident Donald Trump reagierte mit scharfen Drohungen und stellte die spanische Souveränität über die Stützpunkte offen infrage. Spanien habe sich „furchtbar“ verhalten, er habe angeordnet, „alle Abkommen mit Spanien zu kappen“, sagte Trump und kündigte an, er könne den Handel mit Spanien „morgen oder sogar besser noch heute“ vollständig stoppen. „Wir können sie nutzen, wann immer wir wollen. Niemand wird uns das Gegenteil sagen“, erklärte er mit Blick auf die Basen in Rota und Morón. Inzwischen wurden US‑Flugzeuge von dort abgezogen und unter anderem nach Ramstein in Deutschland verlegt.
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Die spanische Regierung versucht, ihre Position als proeuropäische und völkerrechtsorientierte Mittlerin zu präsentieren. Außenminister José Manuel Albares erklärte, die Militäraktionen der USA und Israels seien „kein gemeinschaftliches Vorgehen“ und würden „nicht von UN‑Recht abgedeckt“, zugleich kritisierte er „illegitime Attacken Irans“ in der Region. Sánchez betonte, er lehne das „hasserfüllte Regime“ in Teheran ab, setze aber weiter auf Diplomatie: „Naiv ist, zu denken, dass Gewalt die Lösung ist.“
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