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News im Ticker

Ukraine-Krieg aktuell: Putin lehnt Vorschlag zu Stopp von Langstreckenangriffen ab

Aktuelle News zum Ukraine-Krieg: Putin räumt Treibstoffmangel ein. Mehrere Tote nach Saporischschja-Angriff. Der Ticker.

Dieser Ukraine-Ticker ist beendet. Alle aktuellen News zum Ukraine-Krieg finden Sie hier in unserem neuen Ticker.

Update, 6:55 Uhr: Kiew hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs haben die russischen Streitkräfte binnen 24 Stunden etwa 1230 Soldaten verloren. Insgesamt sind demnach bereits mehr als 1,4 Millionen russische Soldaten im Kampf getötet oder schwer verwundet worden. Zudem gibt die Ukraine an, in den vergangenen 24 Stunden 49 Artilleriesysteme, 7 Marschflugkörper und etwa 1700 Drohnen zerstört zu haben. Nachfolgend ein Überblick der von Kiew genannten Zahlen zu den russischen Gesamtverlusten im Ukraine-Krieg.

  • Soldaten: 1.402.200 (+1230 zum Vortag)
  • Panzer: 12.066 (+3)
  • Artilleriesysteme: 44.969 (+49)
  • Marschflugkörper: 4797 (+7)
  • Drohnen: 379.224 (+1724)

Die Daten lassen sich unabhängig nicht überprüfen und basieren auf Schätzungen des ukrainischen Generalstabs.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg aktuell: Putin lehnt Vorschlag für Verzicht auf Langstreckenangriffe ab

Update, 29. Juni, 5:50 Uhr: Der ⁠russische Präsident Wladimir Putin hat einen ukrainischen Vorschlag für einen gegenseitigen Verzicht auf Langstreckenangriffe abgelehnt. Russland werde stattdessen ⁠an ‌seinem Ziel festhalten, die vier Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja vollständig einzunehmen, sagte Putin am späten Sonntagabend ‌in einem Interview des russischen Staatsfernsehens. Er werte den Vorstoß aus Kiew lediglich als Versuch, den ⁠Druck auf die ukrainischen Truppen entlang der 1250 Kilometer langen Frontlinie zu lindern. Russland habe nicht vor, „das Kiewer Regime zu retten“. Eine Stellungnahme des ukrainischen Präsidialamtes lag zunächst nicht vor.

Sieht seine Kriegskasse in Gefahr: Russlands Präsident Wladimir Putin. (Archivfoto)

Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj ruft Projekt zur Errichtung einer Gedenkstätte ins Leben

Update, 22:07 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat ein Gesetzesprojekt zur Errichtung einer Gedenkstätte für alle herausragenden Persönlichkeiten der Ukraine ins Leben gerufen. „Ich habe heute den Gesetzentwurf für ein nationales Pantheon in das Parlament eingebracht“, sagte der ukrainische Präsident bei einer Veranstaltung zum Tag der Verfassung. „Die Namen aller Helden, die in verschiedenen Jahrhunderten und Epochen für die Ukraine gekämpft und die Ukraine inspiriert haben, werden vereint und für immer in unsere Geschichte eingeschrieben.“

Update, 20:31 Uhr: Wladimir Putin hat eine Krisensitzung zu den aktuellen russischen Versorgungsproblemen mit Treibstoff einberufen. Zuallererst müssten die Auswirkungen der wiederholten ukrainischen Angriffe gegen Raffinerien und anderen Objekten der Erdölindustrie abgefedert werden. „Wir müssen die Folgen terroristischer Anschläge auf unsere zivilen Einrichtungen und die Infrastruktur reduzieren“, wurde er von der Staatsagentur Tass zitiert. An der Sitzung nahmen Vertreter diverser Ministerien sowie der wichtigsten Erdöl-Produzenten Russlands teil.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Die zuletzt verstärkten ukrainischen Angriffe gegen die Erdölindustrie in Russland haben zu ernsthaften Versorgungsproblemen geführt. „An den Tankstellen gibt es Warteschlangen, die benötigten Benzinsorten sind nicht immer vorrätig“, sagte Putin. Er bestätigte, dass bereits über ein Exportverbot für Diesel-Treibstoff nachgedacht werde. Russland habe inzwischen begonnen, seine Benzinreserven anzuzapfen.

Update, 18:59 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Region Saporischschja sind mindestens zwei Menschen getötet und 16 weitere verletzt worden. Dies berichtet die Ukrainska Pravda unter Berufung auf Iwan Fedorow, den Leiter der Militärverwaltung der Oblast Saporischschja. Unter den Toten sei eine 53-jährige Frau; Angaben zur zweiten getöteten Person würden noch geprüft. Fedorow hatte den Angriff am Vormittag gemeldet. Zunächst war bis 13.45 Uhr ein Todesopfer bestätigt worden, später stieg die Zahl der Getöteten und Verletzten nach Angaben der Behörden weiter an.

Ukraine-Krieg aktuell: Putin gesteht „Probleme ein“ – und drängt sich in Opferrolle

Update, 15:56 Uhr: Trotz jüngster Rückschläge an den Fronten und spürbarer wirtschaftlicher Probleme gibt sich Russlands Präsident Wladimir Putin kämpferisch. Beim Kongress der Regierungspartei „Edinaja Rossija“ (Geeintes Russland) in Moskau warf er dem Westen vor, Russland weder militärisch noch politisch destabilisieren zu können. „Dem Westen gelingt es nicht, Russland auf dem Schlachtfeld zu besiegen, deshalb versucht er, die politische Lage zu destabilisieren, doch auch das gelingt ihm nicht“, sagte Putin. Die Parteiführung war zusammengekommen, um die Linie für die Parlamentswahlen im September festzulegen.

Russland sei einem „beispiellosen Druck“ westlicher Eliten ausgesetzt, erklärte der Kremlchef. Zugleich beklagte er, der Westen ignoriere die Angriffe Kiews auf Russland und verhänge gleichzeitig immer neue Sanktionen. „Und gleichzeitig verhängt er gerade gegen uns immer neue – ich betone: unrechtmäßige – Sanktionen“, sagte Putin und stellte sein Land damit als Opfer dar – obwohl Russland seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Putin räumte Probleme ein, versicherte jedoch, der Staat werde reagieren. „Ja, wir sehen Probleme“, sagte er. „Wir sind uns dessen bewusst, reagieren darauf, werden aber auf jeden Fall sowohl die Sicherheit des Landes als auch die unserer Bürger sowie die Unverletzlichkeit unserer Grenzen auf lange Sicht gewährleisten.“

Trotz anderslautender Berichte von den Fronten behauptete Putin, ukrainische Truppen zögen sich „in alle Richtungen zurück“. Zudem warf er Kiew „terroristische Methoden“ vor und sagte, die Ukraine werde vom Westen „als Rammbock im Kampf gegen Russland“ unterstützt.

Ukraine-Krieg aktuell: Deutliche Ansage an Kreml aus Kiew

Update, 14:37 Uhr: Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat auf jüngste russische Behauptungen reagiert, wonach sich die USA vom sogenannten „Geist von Anchorage“ entfernten. Moskau solle sich stattdessen auf echte Verhandlungen zur Beendigung des Krieges konzentrieren, schrieb Sybiha auf X. Das berichtete die Europäische Prawda. Sybiha erklärte, abgesehen von Russland selbst verstehe niemand vollständig, was Moskau mit dem „Geist von Anchorage“ meine, wenn es sich auf das Ergebnis des Gipfels der russischen und US-amerikanischen Staats- und Regierungschefs im vergangenen Jahr in Alaska beziehe.

„Die Realität macht eines klar: Wenn der ‚Geist von Anchorage‘ überhaupt existiert hat, dann ist er jetzt ganz sicher tot. Für Russland lautet die Lehre von Anchorage: Jeder Friedensplan, der ohne die Ukraine entwickelt wird, ist dazu verdammt, zu einem Geist zu werden und zu verschwinden“, sagte der Außenminister. „Moskau sollte aufhören, an Geister zu glauben, und stattdessen auf die ernsthaften Vorschläge der Ukraine reagieren, sich an den Verhandlungstisch zu setzen und den Krieg zu beenden. Je länger Putin sich weigert, die Realität zu akzeptieren, dass er auf dem Schlachtfeld niemals irgendwelche Ziele erreichen wird, desto schlimmer wird es für Russland“, fügte Sybiha hinzu.

Update, 13:45 Uhr: Bei den neuen Angriffen Russlands auf die Ukraine wurden nach bisherigem Stand 36 Menschen verletzt, darunter auch drei Kinder. Das berichtet The Kiyv Independent und bezieht sich auf Angaben örtlicher Behörden. Putins Truppen feuerten sechs ballistische Raketen und fast 150 Drohnen auf verschiedene Gebiete in der Ukraine ab. Bis 10 Uhr am Vormittag hätten die Attacken angedauert.

Ukraine-Krieg aktuell: Ukraine attackiert Raffinerien tief in Russland

Update, 10:55 Uhr: Das ukrainische Militär hat in der Nacht zwei russische Raffinerien mit Drohnen angegriffen. Das teilte der ukrainische Präsident Selenskyj mit. Er bestätigte einen Einschlag in einer Anlage im südrussischen Krasnodar, den russische Behörden zuvor bereits eingeräumt hatten. „Außerdem haben wir eine Raffinerie in der Region Jaroslawl getroffen, die etwa 700 Kilometer von unserer Grenze entfernt liegt“, schrieb er bei Telegram. Die Angaben sind unabhängig nicht überprüfbar.

Die Raffinerie in Jaroslawl zählt zu den größten Russlands und war in den vergangenen Monaten wiederholt angegriffen und beschädigt worden. Einen Treffer in dieser Nacht bestätigten die Behörden dort bislang nicht. Gouverneur Michail Jewrajew meldete via Telegram Drohnenalarm und berichtete über Straßensperren im Bereich der Anlage, hob den Alarm später jedoch ohne Angabe von Folgen wieder auf. In sozialen Netzwerken kursierende Bilder geben keinen Aufschluss über das Schadensausmaß.

Selenskyj kündigte weitere Angriffe auf strategische Ziele in Russland an. „Jede unserer Langstrecken-Sanktionen verringert die Ressourcen, die für die russische Kriegsmaschinerie arbeiten und ist ein Schritt zum Frieden“, schrieb er.

Update, 9:27 Uhr: Neue Informationen zu den Angriffen Russlands in der Nacht: Laut Kiev Post handelte es sich um einen „koordinierten Luftangriff auf die Ukraine“ durch die russischen Truppen. Kiew nahm Russland mit ballistischen Raketen ins Visier, zugleich wurde die Region Dnipropetrowsk beschossen und die Stadt Tschernihiw mit Kampfdrohnen attackiert.

Zwischen 2 und 2.35 Uhr heute Nacht seien in Kiew demnach „mindestens sieben heftige Explosionen“ zu hören gewesen, an mehreren Stellen brannte es danach. Die Zahl der Verletzten stieg laut dem örtlichen Gouverneur auf zwei. In Tschernihiv im Norden der Ukraine trafen Trümmer von Kampfdrohnen eine Schule sowie ein fünfstöckiges Wohnhaus. Es soll zwei Verletzte geben.

Ukraine-Krieg: Ukraine schießt russische Raffinerie in Brand

Update, 8:05 Uhr: In der Region Krasnodar in Russland hat ein ukrainischer Drohnenangriff einen Brand in einer Raffinerie ausgelöst. Ein Mensch wurde getötet, wie Gouverneur Wenjamin Kondratjew auf Telegram mitteilte. Beschädigt wurden zudem mehrere Häuser sowie eine Strom- und eine Gasleitung in der Stadt Slawjansk-na-Kubani.

In sozialen Netzwerken kursierende Bilder und Videos zeigen einen großen Brand. Die Raffinerie verarbeitet vier bis fünf Millionen Tonnen Öl pro Jahr. Wegen ihrer Nähe zur annektierten Halbinsel Krim war sie bereits mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe.

Erstmeldung: Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist im Ukraine-Krieg in der Nacht erneut von Russland angegriffen worden. Laut Kyiv Independent waren mehrere Explosionen zu hören. Im Stadtteil Darnyzja wurde mindestens eine Person verletzt, wie Militärverwaltungschef Timur Tkatschenko mitteilte. Auch Journalisten in Kiew berichteten über Explosionen und Lichtblitze am Himmel, während die Luftverteidigung im Einsatz war.

Die ukrainische Luftwaffe hatte zuvor vor ballistischen Waffen aus dem Norden gewarnt. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, die Luftabwehr sei im Einsatz, und rief die Bevölkerung auf, Schutzräume aufzusuchen.

Rubriklistenbild: © Anastasia Barashkova/Pool/AFP

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