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„Tag des Sieges“ am 9. Mai
Moskauer Siegesparade ohne Panzer und Raketen: Selenskyj droht mit Drohnen über dem Roten Platz
Nach über vier Kriegsjahren sieht Präsident Selenskyj Russland geschwächt. Der Kreml spricht davon, Gefahr zu minimieren.
In der Nacht zum 9. Mai 1945 wurde aus Gegenwart Geschichte: Durch die vollständige Kapitulation der deutschen Wehrmacht endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Während in Deutschland der 8. Mai als Tag der Befreiung von der NS-Herrschaft gilt, feiert Russland den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland am 9. Mai. Die Militärparade in Moskau anlässlich dessen wird dieses Jahr jedoch weniger spektakulär ausfallen. Auf Panzer und Raketen soll laut Kreml verzichtet werden.
Russlands Präsident Wladimir Putin bei der Siegesparade am 9. Mai 2025 auf dem Roten Platz in Moskau. Panzer und Raketen werden 2026 nicht zu sehen sein.
Für die Ukraine spricht der Verzicht auf Militärtechnik eine eindeutige Sprache. Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht den Angreifer Russland nach mehr als vier Jahren Ukraine-Krieg deutlich geschwächt, während sein eigenes Land stärker werde. Es könne sogar passieren, dass ukrainische Drohnen über der Moskauer Parade zum „Tag des Sieges“ am 9. Mai flögen, sagte Selenskyj beim Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Armeniens Hauptstadt Eriwan.
Parade zum 9. Mai: Fürchtet sich Putin vor ukrainischen Drohnen?
„Das zeigt, dass sie nicht so stark sind wie früher“, folgerte Selenskyj. Laut Mitschnitt seiner Rede sagte er zudem: „In diesem Sommer wird der Moment kommen, an dem Putin entscheiden wird, was er weiter tun will: den Krieg ausweiten oder den Weg der Diplomatie einschlagen.“ In der Nacht zum Montag (4. Mai) flog erstmals seit Langem eine ukrainische Drohne bis in das Zentrum von Moskau und schlug in ein Wohnhochhaus ein. Verletzt wurde niemand.
Vor wenigen Tagen hatte das Verteidigungsministerium die Entscheidung, bei der traditionellen Parade auf Panzer und Raketen zu verzichten, bekannt gegeben. Grund sei „die operative Lage“, hieß es. Möglicherweise befürchtet Präsident Putin ukrainische Drohnenangriffe während der Parade. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte ergänzt: „Vor dem Hintergrund der terroristischen Bedrohung werden natürlich Maßnahmen zur Minimierung der Gefahr getroffen.“
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland
Militärparade als Demonstration der Macht Russlands
Peskow zufolge sollen aber weiterhin russische Soldaten aller Waffengattungen gezeigt werden. Es bleibe beim Vorbeimarsch Tausender Offiziersanwärter auf dem Roten Platz, so der Kremlsprecher. 2025 hatte Russland eine Marineparade in St. Petersburg nach mehreren Drohnenangriffen des ukrainischen Militärs abgesagt. In den vergangenen Monaten hat die Ukraine Gegenangriffe mit Kampfdrohnen auf das russische Hinterland ausgeweitet.
Die große Militärparade zum 9. Mai auf dem Roten Platz in Moskau hatte Putin für gewöhnlich dazu genutzt, die militärische Stärke Russlands zu demonstrieren. Die Zurschaustellung von Interkontinentalraketen und modernen Panzern war damit auch als ein Fingerzeig in Richtung Westen zu verstehen. Der Umfang der vorgeführten Militärtechnik schwankte jedoch auch in früheren Jahren. Zuletzt war 2007 keine Technik vorgeführt worden. (Quellen: dpa, AFP) (grmo)