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Raffinerie in Flammen
Putins Öl-Empire bröckelt: Silvester-Offensive treibt neues Loch in Russlands Kriegskasse
Russlands Wirtschaft unter Druck: Eine Drohnen-Offensive setzt Putins Raffinerie in Brand und treibt Ölpreise auf Tiefstand. Der Kreml reagiert verzweifelt.
Tuapse – Schwerer Schlag für Russlands Wirtschaft im Ukraine-Krieg: Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Nacht zum Silvestertag erneut strategisch wichtige Energieanlagen in Russland und den besetzten Gebieten angegriffen. Nach Berichten der russischen Telegram-Kanäle und lokaler Behörden wurden sowohl die Tuapse-Ölraffinerie in der Region Krasnodar als auch ein Öldepot in der besetzten Stadt Rowenky in der Oblast Luhansk getroffen.
Die Angriffe markieren eine weitere Eskalation in Kiews systematischer Kampagne gegen Russlands Energieinfrastruktur – eine Strategie, die darauf abzielt, Moskaus Exporteinnahmen zu reduzieren und die Logistik der russischen Streitkräfte zu stören. Die Wirksamkeit dieser Taktik zeigt sich bereits in dramatisch gesunkenen Ölpreisen und verzweifelten Gegenmaßnahmen von Präsident Wladimir Putin.
Angriff auf Putins Wirtschaft: Ukraine-Armee setzt Raffinerie und Öllager in Russland in Brand
Laut dem operativen Hauptquartier der Region Krasnodar wurden bei dem Angriff auf Tuapse sowohl ein Pier im Seehafen als auch die Ölraffinerie getroffen. „Ein Feuer an einem der Piers wurde schnell gelöscht. Das Feuer in der Raffinerie auf einer Fläche von 300 Quadratmetern wurde ebenfalls gelöscht“, teilten die Behörden mit, wie die Ukrainska Pravda berichtete.
Die Tuapse-Ölraffinerie, die dem staatlich kontrollierten Unternehmen Rosneft gehört, ist Russlands einzige Raffinerie an der Schwarzmeerküste und zählt zu den zehn größten des Landes. Damit nimmt sie eine zentrale Bedeutung für die Wirtschaft von Russland ein. Die Anlage ist im Ukraine-Krieg bereits wiederholt Ziel von Drohnenangriffen gewesen, die dem ukrainischen Sicherheitsdienst und dem Verteidigungsgeheimdienst zugeschrieben werden.
Die Tuapse-Ölraffinerie nimmt eine einzigartige strategische Position in Russlands Energiesektor ein. Als einzige russische Raffinerie an der Schwarzmeerküste ist sie ein kritischer Knotenpunkt für Moskaus Ölexporte in südliche Märkte.
Die Anlage, die etwa 75 Kilometer nordwestlich der Großstadt Sotschi liegt, kann jährlich rund 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeiten. Ihre Lage macht sie besonders wertvoll für den Export über das Schwarze Meer – eine Route, die für Russland angesichts westlicher Sanktionen und der Blockade anderer Transportwege zunehmend wichtig geworden ist.
Parallel dazu meldeten russische Telegram-Kanäle einen Angriff auf das Öldepot in Rowenky in der besetzten Oblast Luhansk. Fotos und Videos in sozialen Medien zeigten große Flammen, die aus den Ölanlagen aufstiegen. Das Depot war bereits im Oktober 2024 Ziel ukrainischer Angriffe gewesen, als Kiews Generalstab bestätigte, dass ukrainische Truppen in Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst HUR die Anlage angegriffen hatten.
Die anhaltenden Angriffe auf Russlands Wirtschaft zeigen bereits messbare und für Moskau schmerzhafte Auswirkungen. Wie Bloomberg Anfang Dezember berichtete, fielen die russischen Ölpreise auf den niedrigsten Stand seit Beginn der vollständigen Invasion der Ukraine.
Auswirkungen für Putins Wirtschaft: Drohnen-Angriffe treiben russischen Ölpreis an den Abgrund
Noch dramatischer sind die aktuellen Entwicklungen: Laut Welt-Informationen erreichen die Preisnachlässe für russisches Öl an den Exportterminals erneut historische Höchststände. Die westlichen Sanktionen zwingen die russischen Ölkonzerne, Rohöl mit hohen Preisnachlässen zu verkaufen, die im Dezember 20 bis 30 Dollar pro Barrel unter dem Brent-Preis liegen. Laut Reuters-Daten ist es die größte Differenz in russischen Häfen seit Anfang 2022.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland
Diese Preisnachlässe haben die Margen geschmälert und einige Lieferanten in die Verlustzone gedrängt. Dennoch bleiben viele Unternehmen dank staatlicher Steuererleichterungen laut Reuters-Daten weiterhin profitabel – ein Zeichen dafür, dass der russische Staat bereits jetzt erhebliche Mittel aufwenden muss, um seine Ölindustrie zu stützen.
Die Effektivität der ukrainischen Angriffe auf die Wirtschaft wird durch Putins jüngste Reaktion unterstrichen. Der russische Präsident hat laut BBC ein Dekret unterzeichnet, das die Entsendung von Reservisten zu speziellen Übungsverbänden zum Schutz kritischer Infrastruktur anordnet. Gemäß dem Dekret werden die Verbände gebildet, „um den Schutz kritischer Anlagen und anderer lebenswichtiger Infrastrukturen zu gewährleisten“.
Putins Gegenmaßnahme: Reservisten sollen Infrastruktur im Ukraine-Krieg bewachen
Das russische Verteidigungsministerium teilte dem Bericht zufolge mit, dass die Reservisten zum Schutz von Ölraffinerien und anderen Energieanlagen vor ukrainischen Drohnenangriffen eingesetzt werden sollen. Diese Maßnahme zeigt, wie ernst die Bedrohung für Russlands Energiesektor geworden ist und wie sehr die ukrainischen Angriffe Moskau unter Druck setzen.
Die Angriffe verdeutlichen Kiews zunehmende Fähigkeit, tiefe Schläge gegen militärische und industrielle Einrichtungen in Russland und den besetzten Gebieten zu führen. Dabei setzt die Ukraine hauptsächlich auf selbst entwickelte Drohnen, die eine Reichweite von bis zu 2.000 Kilometern haben können.
Der Kyiv Independent berichtete, dass bei dem Angriff auf Tuapse auch fünf Häuser beschädigt und zwei Menschen verletzt wurden. Diese Kollateralschäden zeigen die Herausforderungen bei der präzisen Zielerfassung, während die ukrainischen Streitkräfte ihre Kampagne gegen die russische Energieinfrastruktur intensivieren.
Die systematischen Angriffe auf Russlands Öl- und Gasanlagen stellen eine Form der wirtschaftlichen Kriegsführung dar, die darauf abzielt, Moskaus Fähigkeit zur Finanzierung des Ukraine-Krieges zu untergraben. Laut Bloomberg-Daten erreichten die Angriffe im Dezember 2025 mit mindestens 24 Attacken auf russische Ölraffinerien, Tanker und Pipeline-Infrastruktur einen neuen Rekord seit Kriegsbeginn. Bereits im November hatte die Ukraine mit mindestens 14 Drohnenangriffen auf russische Ölraffinerien einen damaligen Monatsrekord aufgestellt, wie die Moscow Times berichtet.
Sanktionen gegen Russland: EU zieht Daumenschrauben an
Die systematische Kampagne zeigt ihre Wirkung: Bis Ende Oktober hatten ukrainische Drohnenschläge mehr als 50 Prozent von Russlands 38 großen Raffinerien mehrfach getroffen, wobei 21 der größten 38 Anlagen bis Anfang Oktober beschädigt waren und 38 Prozent von Russlands primärer Ölraffinierungskapazität laut dem Time-Magazine zeitweise außer Betrieb standen. Seit August 2025 hat Kiew seine Angriffe auf russische Ölexportanlagen markant verstärkt, was zu Treibstoffengpässen und Preisanstiegen in Teilen Russlands führte und die russischen Ölraffinerien nach CNN-Informationen dazu zwang, etwa 6 Prozent weniger Öl als im Vorjahr zu verarbeiten.
Parallel zu den ukrainischen Militäraktionen bereitet die Europäische Union (EU) nach Informationen der Welt ein neues Sanktionspaket gegen Russlands Kriegswirtschaft vor. Diese neuen Brüsseler Maßnahmen sollen den bereits bestehenden Druck auf Moskaus Energiesektor zusätzlich verstärken und die wirtschaftlichen Grundlagen für Putins Kriegsführung weiter aushöhlen. Geplant sind demnach neue Reisebeschränkungen gegen russische Privat- und Geschäftsleute sowie weiterhin das Einfrieren von Vermögenswerten in der EU. Überlegt wird in Brüssel, den Import von russischem Uran zu verbieten und damit die Föderale Agentur für Atomenergie Russlands (Rosatom) zu sanktionieren. (Quellen: Ukrainska Pravda, Kyiw Independent, Moscow Times, Bloomberg, Reuters, Welt, CNN, Time-Magazine) (jek)