Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

News-Ticker

Israel attackiert Hamas-Anführer in Doha – Katar erwägt Reaktion auf „eklatanten Angriff“

Israel attackiert eine Hamas-Delegation in Katar. Der arabische Staat reagiert erbost; auch international gibt es Kritik. Der News-Ticker.

Update, 19.44 Uhr: Die nach den israelischen Luftangriffen in Katar für Mittwoch einberufene Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats ist um einen Tag verschoben worden. Wie der südkoreanische Vorsitz des Gremiums mitteilte, wurden die Beratungen zur „Sicherheit im Nahen Osten“ auf Wunsch Katars verschoben, um die Teilnahme von Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani zu ermöglichen. Unklar war zunächst, ob dieser persönlich oder per Videoschaltung an der Sitzung teilnehmen will.

Update, 10. September, 7.11 Uhr: Der Angriff Israels auf die Hamas in Katar sorgt nicht nur in arabischen Staaten für Empörung. Heute beschäftigt sich der UN-Sicherheitsrat ab 21 Uhr (MEZ) in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Thema. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Diplomatenkreisen. Beantragt habe die Dringlichkeitssitzungssitzung unter anderem Algerien.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Update, 23.01 Uhr: Nach dem israelischen Angriff auf die Hamas-Führungsebene in Katar behält sich das Golfemirat laut Regierungschef Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani eine Reaktion vor. Al-Thani sprach vor Journalisten von einem „eklatanten Angriff“ und forderte eine „Antwort aus der gesamten Region auf solch barbarische Handlungen“. Der israelische Angriff sei ein „entscheidender Moment“ für die Region.

Zugleich fügte Al-Thani an, sein Land werde weiterhin zwischen Israel und der Hamas vermitteln. Das Vermitteln sei „ein fester Bestandteil der Identität“ des Landes, nichts werde Katar „davon abhalten, diese Rolle in allen Fragen, die uns in der Region betreffen, weiterhin wahrzunehmen“, antwortete er auf eine entsprechende Frage der Presse.

Update, 22.34 Uhr: Katar hat nach eigenen Angaben keine Vorabinformation über den israelischen Luftangriff auf die Hamas-Führung in Doha erhalten. Medienberichte, die etwas anderes behaupten, seien falsch, erklärte Madschid al-Ansari, Sprecher des katarischen Außenministeriums. Ein Vertreter der US-Regierung habe erst in dem Moment angerufen, als die Explosionen bereits stattgefunden hätten. Mit dieser Aussage widersprach al-Ansari der Darstellung der US-Regierung. Eine Sprecherin des Weißen Hauses hatte zuvor erklärt, Präsident Trump habe seinen Nahost-Sondergesandten Steve Witkoff beauftragt, Katar über den bevorstehenden Angriff zu informieren.

Israel-Angriff auf Hamas-Gruppe in Katar: Trump wurde vorab informiert

Update, 21.49 Uhr: Donald Trump bedauert laut Angaben des Weißen Hauses, dass Katar Ziel eines israelischen Angriffs auf die islamistische Hamas geworden ist. Der US-Präsident sehe in Katar einen engen Verbündeten und Freund der Vereinigten Staaten, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses. Regierungssprecherin Karoline Leavitt betonte, dass eine „einseitige Bombardierung auf dem Gebiet Katars, eines souveränen Staates und engen Partners der USA“, weder den Interessen Israels noch denen der Vereinigten Staaten diene. Katar habe sich gemeinsam mit den USA „engagiert und mutig“ für den Frieden eingesetzt. Trump wünsche sich ein Ende des Krieges und die Freilassung aller Geiseln aus dem Gazastreifen.

Stellungnahme der Terrororganisation: Israel-Angriff in Katar laut Hamas „gescheitert“

Update, 20.46 Uhr: Die Hamas hat den israelischen Angriff auf ihre Führungsspitze in Katar als „gescheitert“ bezeichnet. Laut einer Mitteilung der Organisation sei kein Mitglied ihres Verhandlungsteams dabei getötet worden. Allerdings seien bei dem Angriff in Doha, den die Hamas als „abscheuliches Verbrechen“ verurteilte, sechs Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern befänden sich der Sohn des ranghöchsten Hamas-Anführers im Ausland, Chalil al-Haja, sowie dessen Büroleiter.

Die Hamas erklärte weiter, der Angriff auf ihre Verhandlungsdelegation, die gerade über einen Vermittlungsvorschlag von Donald Trump beraten habe, zeige erneut, dass Israels Ministerpräsident Netanjahu und seine Regierung kein Interesse an einem Abkommen hätten. Israels Führung versuche gezielt, ohne Rücksicht auf das Leben der Geiseln, alle Bemühungen um eine Beendigung des Krieges zu sabotieren. Zudem machte die Hamas die USA mitverantwortlich, da sie Israel weiterhin uneingeschränkt unterstützten.

Baerbock kritisiert Israel-Angriff in Katar – Trump wusste vorab Bescheid

Update, 20.06 Uhr: Das Weiße Haus hat Berichte bestätigt, denen zufolge Donald Trump im Voraus von Israel über den Angriff auf Hamas-Führer in Katar informiert wurde.

Update, 19.06 Uhr: Die neue Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock (Grüne), hat den israelischen Luftangriff auf hochrangige Hamas-Mitglieder in Katar scharf kritisiert. „Die heutige Eskalation ist zweifellos besorgniserregend“, erklärte die ehemalige Außenministerin in New York. Sie betonte, dass die Souveränität und territoriale Integrität aller UN-Mitgliedstaaten gewahrt und von keinem Staat verletzt werden dürfe.

Baerbock appellierte an alle Beteiligten, äußerste Zurückhaltung zu üben, wie es in der UN-Charta vorgesehen ist. „Weitere Spannungen in der Region können wir uns nicht leisten“, sagte sie. Stattdessen forderte sie verstärkte diplomatische Anstrengungen für einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand sowie Maßnahmen zur Verbesserung der humanitären Situation der Zivilbevölkerung im Gazastreifen, die durch die israelische Regierung unterstützt werden müssten. Gleichzeitig rief sie die Hamas dazu auf, alle Geiseln unverzüglich freizulassen.

Lage in Doha nun „sicher“: Netanjahu rechtfertigt Israel-Angriff auf Katar

Update, 18.13 Uhr: Benjamin Netanjahu hat laut offiziellen Angaben nach einem tödlichen Anschlag in Jerusalem und einem Angriff auf Soldaten im Gazastreifen die Entscheidung getroffen, bei dem Angriff in Katar die „Führung der Hamas auszuschalten“. Medienberichten zufolge soll die Hamas hinter beiden Angriffen stehen.

Update, 17.45 Uhr: Katars Innenministerium erklärte nach dem Israel-Angriff, die Lage in Doha sei nun „sicher“. Ziel der Attacke war demnach eine Residenz der Hamas in der Hauptstadt Katars, wie das Ministerium auf X mitteilte. Der Vorfall werde jetzt vor Ort genauer untersucht.

Israelischer Angriff auf Katar: Ungewissheit bezüglich der Hamas-Spitze

Update, 17.30 Uhr: Israels Luftwaffe bestätigte inzwischen, sie sei an dem Angriff beteiligt gewesen. Laut Medienberichten griffen Kampfjets und Drohnen an. Der israelische Armeesender berichtete, der Angriff mit dem Codenamen „Feuergipfel“ habe die Tötung des Hamas-Führers Chalil al-Haja zur Folge gehabt. Aktuell kursieren allerdings widersprüchliche Berichte.

Update, 16.50 Uhr: Die von Israel angegriffene Hamas-Delegation hat den israelischen Angriff in Doha überlebt, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Mitglieder der Hamas berichtet. Von offizieller Seite wurde dies aber noch nicht bestätigt.

Netanjahu äußert sich nach Angriff auf Katar: „Israel übernimmt volle Verantwortung“

Update vom 9. September, 16.24 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich zu den Angriffen auf Katar geäußert. Es handele sich um eine „gänzlich unabhängige israelische Operation“, schrieb er auf X. „Israel hat die Aktion initiiert, Israel hat sie durchgeführt und Israel übernimmt die volle Verantwortung“.

US-Präsident Donald Trump gab einem Medienbericht zufolge jedoch grünes Licht für den Angriff. Der israelische Fernsehsender Channel 12 berief sich auf einen israelischen Regierungsvertreter.

Israels Armee attackiert Hamas-Führung in Katar-Hauptstadt Doha

Erstmeldung: Doha/Tel Aviv – Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge die Führungsspitze der islamistischen Hamas in der Katar-Hauptstadt Doha angegriffen. „Jahrelang leiteten diese Mitglieder der Hamas-Führung die Operationen der Terrororganisation, sind direkt für das brutale Massaker vom 7. Oktober verantwortlich und orchestrierten und steuerten den Krieg gegen den Staat Israel“, teilte das israelische Militär mit. Hamas-Quellen bestätigten Al-Dschasira, dass der Angriff auf das Verhandlungsteam der Organisation gezielt habe. 

Der Nachrichtenkanal Al-Arabija berichtete, dass bei dem Angriff nach vorläufigen Informationen Chalil al-Haja getötet worden sei. Eine Bestätigung für den Tod al-Hajas oder anderer Hamas-Funktionäre gab es zunächst nicht. Al-Haja ist der höchste Hamas-Führer im Ausland, der auch die Hamas-Delegation bei den indirekten Verhandlungen mit Israel um eine Waffenruhe leitet. Al-Haja hielt sich die meiste Zeit in Katar auf. Andere höhere Hamas-Funktionäre im Ausland leben ebenfalls zumeist in Katar oder in der Türkei.

Eine Rauchsäule steigt nach dem Israel-Angriff auf Katar auf.

Katar verurteilte den Angriff scharf. Dieser habe auf Wohngegenden gezielt, in denen Mitglieder des politischen Büros der Hamas wohnten, erklärte der Sprecher des katarischen Außenministeriums Madschid al-Ansari. Er sprach von einem „eklatanten Verstoß gegen alle internationalen Rechte und Normen“ und einer „ernsthaften Gefahr für die Sicherheit“ der Bevölkerung in Katar.

Nach der Explosion in der katarischen Hauptstadt war eine große Rauchwolke zu sehen, wie die Fernsehsender Al-Arabija und Al-Dschasira berichteten. Die katarische Nachrichtenseite Doha News zeigte ein zerstörtes Gebäude, vor dem ein schwarzer Geländewagen parkt. Auch berichtete Doha News, dass Israel das Hamas-Verhandlungsteam angegriffen habe.

Katar vermittelt zusammen mit Ägypten und den USA im Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas. Die Verhandlungen um eine Waffenruhe kommen aber seit Monaten nicht voran. Israels Regierung beabsichtigt unterdessen, die Stadt Gaza militärisch vollständig einzunehmen.

Israel drohte Katar schon mehrfach

Nach den Unruhen der arabischen Aufstände in der Region eröffnete die Hamas 2012 ein politisches Büro in Katar. Schon vorher war aus dem Golfemirat viel Geld an die Hamas geflossen, die 2007 die Macht im Gazastreifen übernommen hatte. Nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 auf Israel wurden Forderungen an die Regierung Katars lauter, das Büro zu schließen.

Der israelische Generalstabschef Ejal Zamir hatte vor zehn Tagen Angriffe auf Hamas-Führer im Ausland angedroht. „Mit unseren Aktionen sind wir noch nicht fertig“, sagte er nach einem Angriff auf den Hamas-Sprecher Abu Obaida. „Die meisten Hamas-Führer sind im Ausland, und wir werden auch zu ihnen vordringen.“

Vor Israel-Angriff auf Katar: Trumps „letzte Warnung“ an die Hamas

Zuvor hatte bereits US-Präsident Donald Trump eine „letzte Warnung“ an die Hamas ausgesprochen, um kurz vor Israels weiteren Vorstoß in der Stadt Gaza eine diplomatische Lösung zu erzwingen. Israel habe seine Bedingungen akzeptiert, es sei an der Zeit, dass auch die Hamas sie akzeptiere, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die Hamas zeigte sich daraufhin zu „sofortigen Verhandlungen“ bereit. Man begrüße „jeden Schritt, der dazu beiträgt, die Aggression gegen unser Volk zu beenden“.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor fast zwei Jahren hat Israel bereits zahlreiche ranghohe Hamas-Anführer und Kommandeure im Gazastreifen getötet, unter ihnen Jihia al-Sinwar und Mohammed Deif. Den damaligen politischen Führer der Hamas, Ismail Hanija, tötete Israel bei einem Anschlag in Teheran. (red mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Jacqueline Penney/AFPTV/AFP

Kommentare