News-Ticker
Israel attackiert Hamas-Anführer in Doha – Katar erwägt Reaktion auf „eklatanten Angriff“
Israel attackiert eine Hamas-Delegation in Katar. Der arabische Staat reagiert erbost; auch international gibt es Kritik. Der News-Ticker.
Update, 19.44 Uhr: Die nach den israelischen Luftangriffen in Katar für Mittwoch einberufene Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats ist um einen Tag verschoben worden. Wie der südkoreanische Vorsitz des Gremiums mitteilte, wurden die Beratungen zur „Sicherheit im Nahen Osten“ auf Wunsch Katars verschoben, um die Teilnahme von Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani zu ermöglichen. Unklar war zunächst, ob dieser persönlich oder per Videoschaltung an der Sitzung teilnehmen will.
Update, 10. September, 7.11 Uhr: Der Angriff Israels auf die Hamas in Katar sorgt nicht nur in arabischen Staaten für Empörung. Heute beschäftigt sich der UN-Sicherheitsrat ab 21 Uhr (MEZ) in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Thema. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Diplomatenkreisen. Beantragt habe die Dringlichkeitssitzungssitzung unter anderem Algerien.
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Update, 23.01 Uhr: Nach dem israelischen Angriff auf die Hamas-Führungsebene in Katar behält sich das Golfemirat laut Regierungschef Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani eine Reaktion vor. Al-Thani sprach vor Journalisten von einem „eklatanten Angriff“ und forderte eine „Antwort aus der gesamten Region auf solch barbarische Handlungen“. Der israelische Angriff sei ein „entscheidender Moment“ für die Region.
Zugleich fügte Al-Thani an, sein Land werde weiterhin zwischen Israel und der Hamas vermitteln. Das Vermitteln sei „ein fester Bestandteil der Identität“ des Landes, nichts werde Katar „davon abhalten, diese Rolle in allen Fragen, die uns in der Region betreffen, weiterhin wahrzunehmen“, antwortete er auf eine entsprechende Frage der Presse.
Update, 22.34 Uhr: Katar hat nach eigenen Angaben keine Vorabinformation über den israelischen Luftangriff auf die Hamas-Führung in Doha erhalten. Medienberichte, die etwas anderes behaupten, seien falsch, erklärte Madschid al-Ansari, Sprecher des katarischen Außenministeriums. Ein Vertreter der US-Regierung habe erst in dem Moment angerufen, als die Explosionen bereits stattgefunden hätten. Mit dieser Aussage widersprach al-Ansari der Darstellung der US-Regierung. Eine Sprecherin des Weißen Hauses hatte zuvor erklärt, Präsident Trump habe seinen Nahost-Sondergesandten Steve Witkoff beauftragt, Katar über den bevorstehenden Angriff zu informieren.
Israel-Angriff auf Hamas-Gruppe in Katar: Trump wurde vorab informiert
Update, 21.49 Uhr: Donald Trump bedauert laut Angaben des Weißen Hauses, dass Katar Ziel eines israelischen Angriffs auf die islamistische Hamas geworden ist. Der US-Präsident sehe in Katar einen engen Verbündeten und Freund der Vereinigten Staaten, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses. Regierungssprecherin Karoline Leavitt betonte, dass eine „einseitige Bombardierung auf dem Gebiet Katars, eines souveränen Staates und engen Partners der USA“, weder den Interessen Israels noch denen der Vereinigten Staaten diene. Katar habe sich gemeinsam mit den USA „engagiert und mutig“ für den Frieden eingesetzt. Trump wünsche sich ein Ende des Krieges und die Freilassung aller Geiseln aus dem Gazastreifen.
Stellungnahme der Terrororganisation: Israel-Angriff in Katar laut Hamas „gescheitert“
Update, 20.46 Uhr: Die Hamas hat den israelischen Angriff auf ihre Führungsspitze in Katar als „gescheitert“ bezeichnet. Laut einer Mitteilung der Organisation sei kein Mitglied ihres Verhandlungsteams dabei getötet worden. Allerdings seien bei dem Angriff in Doha, den die Hamas als „abscheuliches Verbrechen“ verurteilte, sechs Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern befänden sich der Sohn des ranghöchsten Hamas-Anführers im Ausland, Chalil al-Haja, sowie dessen Büroleiter.
Die Hamas erklärte weiter, der Angriff auf ihre Verhandlungsdelegation, die gerade über einen Vermittlungsvorschlag von Donald Trump beraten habe, zeige erneut, dass Israels Ministerpräsident Netanjahu und seine Regierung kein Interesse an einem Abkommen hätten. Israels Führung versuche gezielt, ohne Rücksicht auf das Leben der Geiseln, alle Bemühungen um eine Beendigung des Krieges zu sabotieren. Zudem machte die Hamas die USA mitverantwortlich, da sie Israel weiterhin uneingeschränkt unterstützten.
Baerbock kritisiert Israel-Angriff in Katar – Trump wusste vorab Bescheid
Update, 20.06 Uhr: Das Weiße Haus hat Berichte bestätigt, denen zufolge Donald Trump im Voraus von Israel über den Angriff auf Hamas-Führer in Katar informiert wurde.
Update, 19.06 Uhr: Die neue Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock (Grüne), hat den israelischen Luftangriff auf hochrangige Hamas-Mitglieder in Katar scharf kritisiert. „Die heutige Eskalation ist zweifellos besorgniserregend“, erklärte die ehemalige Außenministerin in New York. Sie betonte, dass die Souveränität und territoriale Integrität aller UN-Mitgliedstaaten gewahrt und von keinem Staat verletzt werden dürfe.
Baerbock appellierte an alle Beteiligten, äußerste Zurückhaltung zu üben, wie es in der UN-Charta vorgesehen ist. „Weitere Spannungen in der Region können wir uns nicht leisten“, sagte sie. Stattdessen forderte sie verstärkte diplomatische Anstrengungen für einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand sowie Maßnahmen zur Verbesserung der humanitären Situation der Zivilbevölkerung im Gazastreifen, die durch die israelische Regierung unterstützt werden müssten. Gleichzeitig rief sie die Hamas dazu auf, alle Geiseln unverzüglich freizulassen.
Lage in Doha nun „sicher“: Netanjahu rechtfertigt Israel-Angriff auf Katar
Update, 18.13 Uhr: Benjamin Netanjahu hat laut offiziellen Angaben nach einem tödlichen Anschlag in Jerusalem und einem Angriff auf Soldaten im Gazastreifen die Entscheidung getroffen, bei dem Angriff in Katar die „Führung der Hamas auszuschalten“. Medienberichten zufolge soll die Hamas hinter beiden Angriffen stehen.
Update, 17.45 Uhr: Katars Innenministerium erklärte nach dem Israel-Angriff, die Lage in Doha sei nun „sicher“. Ziel der Attacke war demnach eine Residenz der Hamas in der Hauptstadt Katars, wie das Ministerium auf X mitteilte. Der Vorfall werde jetzt vor Ort genauer untersucht.
Israelischer Angriff auf Katar: Ungewissheit bezüglich der Hamas-Spitze
Update, 17.30 Uhr: Israels Luftwaffe bestätigte inzwischen, sie sei an dem Angriff beteiligt gewesen. Laut Medienberichten griffen Kampfjets und Drohnen an. Der israelische Armeesender berichtete, der Angriff mit dem Codenamen „Feuergipfel“ habe die Tötung des Hamas-Führers Chalil al-Haja zur Folge gehabt. Aktuell kursieren allerdings widersprüchliche Berichte.
Update, 16.50 Uhr: Die von Israel angegriffene Hamas-Delegation hat den israelischen Angriff in Doha überlebt, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Mitglieder der Hamas berichtet. Von offizieller Seite wurde dies aber noch nicht bestätigt.
Netanjahu äußert sich nach Angriff auf Katar: „Israel übernimmt volle Verantwortung“
Update vom 9. September, 16.24 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich zu den Angriffen auf Katar geäußert. Es handele sich um eine „gänzlich unabhängige israelische Operation“, schrieb er auf X. „Israel hat die Aktion initiiert, Israel hat sie durchgeführt und Israel übernimmt die volle Verantwortung“.
US-Präsident Donald Trump gab einem Medienbericht zufolge jedoch grünes Licht für den Angriff. Der israelische Fernsehsender Channel 12 berief sich auf einen israelischen Regierungsvertreter.
Israels Armee attackiert Hamas-Führung in Katar-Hauptstadt Doha
Erstmeldung: Doha/Tel Aviv – Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge die Führungsspitze der islamistischen Hamas in der Katar-Hauptstadt Doha angegriffen. „Jahrelang leiteten diese Mitglieder der Hamas-Führung die Operationen der Terrororganisation, sind direkt für das brutale Massaker vom 7. Oktober verantwortlich und orchestrierten und steuerten den Krieg gegen den Staat Israel“, teilte das israelische Militär mit. Hamas-Quellen bestätigten Al-Dschasira, dass der Angriff auf das Verhandlungsteam der Organisation gezielt habe.
Der Nachrichtenkanal Al-Arabija berichtete, dass bei dem Angriff nach vorläufigen Informationen Chalil al-Haja getötet worden sei. Eine Bestätigung für den Tod al-Hajas oder anderer Hamas-Funktionäre gab es zunächst nicht. Al-Haja ist der höchste Hamas-Führer im Ausland, der auch die Hamas-Delegation bei den indirekten Verhandlungen mit Israel um eine Waffenruhe leitet. Al-Haja hielt sich die meiste Zeit in Katar auf. Andere höhere Hamas-Funktionäre im Ausland leben ebenfalls zumeist in Katar oder in der Türkei.
Katar verurteilte den Angriff scharf. Dieser habe auf Wohngegenden gezielt, in denen Mitglieder des politischen Büros der Hamas wohnten, erklärte der Sprecher des katarischen Außenministeriums Madschid al-Ansari. Er sprach von einem „eklatanten Verstoß gegen alle internationalen Rechte und Normen“ und einer „ernsthaften Gefahr für die Sicherheit“ der Bevölkerung in Katar.
Nach der Explosion in der katarischen Hauptstadt war eine große Rauchwolke zu sehen, wie die Fernsehsender Al-Arabija und Al-Dschasira berichteten. Die katarische Nachrichtenseite Doha News zeigte ein zerstörtes Gebäude, vor dem ein schwarzer Geländewagen parkt. Auch berichtete Doha News, dass Israel das Hamas-Verhandlungsteam angegriffen habe.
Katar vermittelt zusammen mit Ägypten und den USA im Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas. Die Verhandlungen um eine Waffenruhe kommen aber seit Monaten nicht voran. Israels Regierung beabsichtigt unterdessen, die Stadt Gaza militärisch vollständig einzunehmen.
Israel drohte Katar schon mehrfach
Nach den Unruhen der arabischen Aufstände in der Region eröffnete die Hamas 2012 ein politisches Büro in Katar. Schon vorher war aus dem Golfemirat viel Geld an die Hamas geflossen, die 2007 die Macht im Gazastreifen übernommen hatte. Nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 auf Israel wurden Forderungen an die Regierung Katars lauter, das Büro zu schließen.
Der israelische Generalstabschef Ejal Zamir hatte vor zehn Tagen Angriffe auf Hamas-Führer im Ausland angedroht. „Mit unseren Aktionen sind wir noch nicht fertig“, sagte er nach einem Angriff auf den Hamas-Sprecher Abu Obaida. „Die meisten Hamas-Führer sind im Ausland, und wir werden auch zu ihnen vordringen.“
Vor Israel-Angriff auf Katar: Trumps „letzte Warnung“ an die Hamas
Zuvor hatte bereits US-Präsident Donald Trump eine „letzte Warnung“ an die Hamas ausgesprochen, um kurz vor Israels weiteren Vorstoß in der Stadt Gaza eine diplomatische Lösung zu erzwingen. Israel habe seine Bedingungen akzeptiert, es sei an der Zeit, dass auch die Hamas sie akzeptiere, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die Hamas zeigte sich daraufhin zu „sofortigen Verhandlungen“ bereit. Man begrüße „jeden Schritt, der dazu beiträgt, die Aggression gegen unser Volk zu beenden“.
Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor fast zwei Jahren hat Israel bereits zahlreiche ranghohe Hamas-Anführer und Kommandeure im Gazastreifen getötet, unter ihnen Jihia al-Sinwar und Mohammed Deif. Den damaligen politischen Führer der Hamas, Ismail Hanija, tötete Israel bei einem Anschlag in Teheran. (red mit Agenturen)
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