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Stimmen aus Berlin, Brüssel, Moskau und Peking
„Einen frohen Dritten Weltkrieg“ – wilde Reaktionen auf US-Angriff im Iran
Kanzler Merz will deeskalieren, Trump steht in den USA in der Kritik. Die internationale Gemeinschaft zeigt unterschiedliche Reaktionen auf den Iran-Krieg.
Update, 22:20 Uhr: Marjorie Taylor Greene hat sich mit wilden Spekulationen zum Iran-Krieg zu Wort gemeldet. Auf dem Kurznachrichtendienst X stimmte die ehemalige Abgeordnete des US-Kongresses der Behauptung eines anderen Accounts zu, dass Donald Trump den Militärschlag als Vorwand nutzen könne, um eine „nationale Notlage“ zu erklären. Dies wiederum würde es dem US-Präsidenten ermöglichen, die im November anstehenden Midterms abzusagen. „Ich kann mir das vorstellen. Verrückt!“, schrieb Greene.
Update, 20:45 Uhr: Die Comedy-Show Saturday Night Live des US-Senders NBC hat mit beißender Satire auf den US-Angriff auf den Iran reagiert. Ein als Donald Trump verkleideter Moderator begrüßte das Publikum mit dem Satz: „Guten Abend und einen frohen Dritten Weltkrieg!“ Im Anschluss sagte die Trump-Parodie: „Wir haben diesen Angriff gestartet, nachdem ich und mein Friedensrat entschieden haben, dass wir genug vom Frieden hatten.“
Update, 20:11 Uhr: Bei den im Exil lebenden Iranerinnen und Iranern hat der US-Angriff auf das Mullah-Regime positive Reaktionen ausgelöst. In Hamburg fanden sich am Sonntag tausende Menschen zu einer Kundgebung zusammen, auf der sie die Meldungen über den Tod von Führern des Irans bejubelten. Das berichtete das Abendblatt.
Erstmeldung vom 1. März 2026: Zahlreiche Staats- und Regierungschefs haben mittlerweile auf die Eskalation im Nahen Osten reagiert. Die Weltgemeinschaft zeigt sich in ihrer Reaktion auf den Iran-Krieg aber gespalten. Eine Übersicht:
Einig sind sich die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premier Keir Starmer die iranischen Gegenangriffe auf Staaten in der Region scharf. „Wir verurteilen die iranischen Angriffe auf Staaten in der Region auf das Schärfste. Iran muss seine willkürlichen Militärschläge unterlassen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der drei europäischen Regierungschefs, wie die Tagesschau berichtet. Merz forderte den Iran über Regierungssprecher Stefan Kornelius nachdrücklich auf, die Angriffe gegen Israel und andere Partner sofort einzustellen. Die Bundesregierung stehe in engem Austausch mit den USA, Israel sowie Partnern in der Region und Europa, wie Die Welt berichtet.
Reaktionen aus den USA: Kritik an Trump wegen Angriff auf den Iran
In den USA gibt es im Zuge des Iran-Kriegs erste kritische Reaktionen, die sich vorwiegend mit der Rolle von US-Präsident Donald Trump beschäftigen. Laut US-Medien stehen die meisten Republikaner hinter Trump und den Militärschlägen. Die Demokraten wiederum werfen dem Präsidenten völkerrechtswidrige Aggressionspolitik vor. Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, forderte eine Unterrichtung des Kongresses über den Militäreinsatz.
UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte sowohl die Anwendung von Gewalt durch die USA und Israel gegen das Mullah-Regime als auch die Vergeltungsmaßnahmen Irans. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen rief zur maximalen Zurückhaltung auf und kündigte Unterstützung für EU-Bürgerinnen und ‑Bürger in der Region an. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rief die Außenminister der EU zu einer Sondersitzung per Videokonferenz zusammen, berichtet der Deutschlandfunk.
Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran
Russland verurteilt US-Angriff, China ist besorgt – Reaktionen auf Iran-Krieg
Auch aus dem Kreml liegen Reaktionen auf den Iran-Krieg vor. Russlands Regierung unter Präsident Wladimir Putin sprach von „verantwortungslosen Handlungen“ der Trump-Regierung und forderte eine sofortige Rückkehr zu einer politischen und diplomatischen Lösung. Ex-Präsident Dmitri Medwedjew erklärte mit Blick auf Donald Trump: „Der Friedensstifter hat einmal mehr sein wahres Gesicht gezeigt“. Das berichtet unter anderem Die Welt. Die Regierung der Volksrepublik China zeigte sich „zutiefst besorgt“ über die militärischen Angriffe und forderte einen sofortigen Stopp der Militäroperationen.
Besonders deutlich fiel die Kritik an den USA nach dem Angriff auf den Iran in Spanien aus. Ministerpräsident Pedro Sánchez verurteilte die Militäraktion der USA und Israels und bezeichnete den Angriff als Eskalation, die zu einer unsichereren internationalen Ordnung beitrage. Das berichtet die Deutsche Welle.
Die Streitkräfte der USA und Israels haben am Vormittag des 28. Februar massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden zahlreiche Führungspersonen des Mullah-Regimes getötet, darunter auch Ajatollah Ali Chamenei, oberster geistiger Führer der islamischen Republik. Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in der Region. Die Bundesregierung war nach eigenen Angaben vorab über die Militärangriffe informiert worden. (Verwendete Quellen: CNN, Die Welt, Tagesschau, Deutschlandfunk, u. a.) (dil)