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Treibstoffknappheit in 14 Regionen

Die Ukraine zwingt Putin zum Rückzug – Drohnenkampagne stranguliert Russlands Krim-Logistik

Russland zieht sich von Kinburn-Nehrung zurück. Die Ukraine klemmt Nachschubwege ab. Drohnen machen ernneut den Unterschied.

Der schmale Sandstreifen, der sich fast zehn Kilometer in den nördlichen Teil des Schwarzen Meeres erstreckt, wirkt auf den ersten Blick nicht wie die wichtigste strategische Trophäe. Doch die Kinburn-Nehrung ist für die Ukraine seit Langem ein Problem: Russische Soldaten eroberten die hakenförmige Halbinsel vier Monate nach Beginn der großangelegten Invasion im Jahr 2022.

Russlands Präsident Wladimir Putin, dessen Streitkräfte auf der Kinburn-Nehrung unter dem Druck ukrainischer Drohnenkampagnen Stellungen räumen müssen.

Als Wächter am Mündungsgebiet des Dnipro erwies sich der frühere Kurort im Ukraine-Krieg als idealer Aufmarschpunkt für Moskaus Truppen. Von dort aus konnte Russland die Routen zu den Häfen von Mykolajiw und Cherson überwachen, seine Einheiten auf der besetzten Krim absichern und mit häufigen Raketen- und Artillerieangriffen auf nahe ukrainische Stellungen seinen Griff festigen.

Aufmarschpunkt für Moskaus Truppen: Von Nehrung aus konnte Russland Häfen und Krim überwachen

Trotz mehrerer Vorstöße der Ukraine schien eine Rückeroberung der Nehrung lange in weiter Ferne. Nun könnte sich das ändern – in einer Entwicklung, die zu den bedeutendsten des Krieges in diesem Jahr zählen könnte. Nach Angaben von Atesh, der auf der Krim aktiven ukrainischen Partisanenbewegung, werden russische Einheiten wegen unterbrochener Nachschubwege gezwungen, ihre Positionen zu räumen.

Der Wandel dürfte nach Einschätzung des Institute for the Study of War auf eine Kampagne ukrainischer Angriffe mittlerer Reichweite gegen russische Nachschub- und Verbindungsrouten in den besetzten Gebieten zurückgehen, insbesondere in der Region Cherson. Der in Washington ansässige Thinktank erklärte, Kyjiws Kampagne mittlerer Reichweite „scheint Gefechtsfeldwirkungen zu erzeugen, die sich in naher Zukunft voraussichtlich weiter entfalten werden“.

Militärparade am Tag des Sieges: Putins Verluste werden in Moskau deutlich

Am 9. Mai feiert Russland den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland.
Am 9. Mai feiert Russland den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Eingeführt wurde der Feiertag bereits 1965. Bis heute wird er in Moskau mit einer Militärparade.  © afp
Russische Soldaten stehen in einer Formation vor der Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau.
Am 9. Mai stehen russische Soldaten in einer Formation vor der Militärparade in Moskau. © Pavel Bednyakov/dpa
Nordkoreanische Soldaten stehen in einer Formation vor der Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau.
Auch Soldaten aus Nordkorea sind bei der Militärparade zum Tag des Sieges am 9. Mai in Moskau vor Ort. © Pavel Bednyakov/dpa
Nordkoreanische Soldaten warten auf den Beginn der Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau.
Hier warten die nordkoreanischen Soldaten auf den Beginn der Militärparade. © Pavel Bednyakov/dpa
Kremlchef Putin kann die Militärparade zum 9. Mai im Schutz einer Waffenruhe abnehmen.
Präsident Wladimir Putin sagte in seiner Rede, dass die russische Armee in der Ukraine gegen „aggressive“, von der Nato unterstützte Streitkräfte kämpfe. Die „große Leistung“ der Roten Armee im Kampf gegen Nazi-Deutschland inspiriere die heutigen Soldaten bei ihrem Einsatz in der Ukraine, fügte er hinzu. Moskaus Sache sei „gerecht“. © Imago
Der russische Präsident Wladimir Putin (M, hinten) nimmt an einer Zeremonie zur Niederlegung von Blumen am Grab des Unbekannten Soldaten an der Kremlmauer in Moskau teil.
Der russische Präsident Wladimir Putin nimmt an einer Zeremonie zur Niederlegung von Blumen am Grab des Unbekannten Soldaten an der Kremlmauer in Moskau teil.  © Alexander Nemenow/AFP
Tag des Sieges in Russland
Hier ist Putin nur verdeckt zu sehen. © Alexander Nemenov/dpa
Russische Soldaten marschieren am 9. Mai während über den Roten Platz in Moskau.
Russische Soldaten marschieren am 9. Mai während der Militärparade über den Roten Platz in Moskau. © Igor Iwanko/AFP
Gäste nehmen an der Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau teil.
Gäste nehmen an der Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau teil. © Maxim Shipenkov/dpa
Russische Militärjets überfliegen die Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau.
Russische Militärjets überfliegen die Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau.  © Maxim Shipenkov/dpa
Russische Soldaten, die an der sogenannten „militärischen Spezialoperation“ in der Ukraine beteiligt sind, marschieren am 9. Mai 2026 während der Militärparade zum Tag des Sieges über den Roten Platz in Moskau.
Russische Soldaten, die an der sogenannten „militärischen Spezialoperation“ in der Ukraine beteiligt sind, marschieren am 9. Mai 2026 während der Militärparade zum Tag des Sieges über den Roten Platz in Moskau. © Igor Iwanko/AFP
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko (links) begleitet Putin bei der Militärparade.
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko (links) begleitet Putin bei der Militärparade. © Pavel Bednyakov/dpa
Moskau am Donnerstag, den 7. Mai 2026, zwei Tage vor der Parade zum Tag des Sieges. Unweit des Roten Platzes sammeln sich an diesem Tag bereits Rekruten der Russischen Armee für Proben.
Die Vorbereitungen für die Militärparde liefen auch im Jahr 2026 im Vorfeld bereits auf Hochtouren. Moskau am Donnerstag, den 7. Mai 2026, zwei Tage vor der Parade zum Tag des Sieges. Unweit des Roten Platzes sammeln sich an diesem Tag bereits Rekruten der Russischen Armee für Proben. © dpa
Unweit der Großen Steinernen Brücke stellen sich Marine-Kadetten auf, um einer nächtlichen Probe für die Siegesparade in Moskau zu Ehren des Tages des Sieges am 9. Mai teilzunehmen.
Unweit der Großen Steinernen Brücke stellen sich Marine-Kadetten auf, um an einer nächtlichen Probe für die Siegesparade in Moskau zu Ehren des Tages des Sieges am 9. Mai teilzunehmen. © afp
Rekruten der russischen Armee besprechen sich vor Beginn der Generalprobe zur Militärparade am Tag des Sieges in Moskau.
Rekruten der russischen Armee besprechen sich vor Beginn der Generalprobe zur Militärparade am Tag des Sieges in Moskau. © afp
In den vergangenen Jahren haben bei der Parade zum Tag des Sieges in Moskau zwischen 9.000 und 11.000 Soldaten teilgenommen. Darunter Einheiten der Marine, der Luftwaffe und der Infanterie.
In den vergangenen Jahren haben bei der Parade zum Tag des Sieges in Moskau zwischen 9000 und 11.000 Soldaten teilgenommen. Darunter Einheiten der Marine, der Luftwaffe und der Infanterie. © dpa
Eine Marschkolonne aus etwa 40 Soldaten probt die Militärparade in Moskau.
Eine Marschkolonne aus etwa 40 Soldaten probt die Militärparade in Moskau. Bewaffnet sind die Soldaten mit Kalaschnikow-Gewehren des Typs AK-12, das aktuelle Standard-Sturmgewehr der russischen Armee. Gekleidet ist der Trupp einheitlich in modernen Felduniformen mit schwarzen Beretten, was sie als Teil der Marine-Infanterie erkennbar macht. © dpa
Im Hintergrund der Soldaten ist ein Wohnhaus an der Kotelnitscheskaja-Uferstraße zu sehen.
Im Hintergrund der Soldaten ist ein Wohnhaus an der Kotelnitscheskaja-Uferstraße zu sehen. Es handelt sich dabei um einen der als „Sieben Schwestern“ bekannten Wolkenkratzer im stalinistischen Baustil, die sich in der russischen Hauptstadt finden. © dpa
Zwischen den Paradeproben gönnen sich die russischen Rekruten in Moskau eine Pause.
Zwischen den Paradeproben gönnen sich die russischen Rekruten in Moskau eine Pause. © afp
Daily life in Moscow
Die russische Hauptstadt ist Zentrum der Feierlichkeiten rund um den Tag des Sieges. Neben der traditionellen Militärparade sind zahlreiche weitere Veranstaltungen geplant. © IMAGO/Natalia Kolesnikova
Ganz Moskau ist vor den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges geschmückt. Auf der Moskwa-Brücke, östlich des Kreml gelegen, wehen bereits Tage vor der eigentlichen Siegesparade Fahnen mit der Aufschrift „Sieg“.
Ganz Moskau ist vor den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges geschmückt. Auf der Moskwa-Brücke, östlich des Kreml gelegen, wehen bereits Tage vor der eigentlichen Siegesparade Fahnen mit der Aufschrift „Sieg“. © afp
Vor dem am östlichen Ende des Kreml gelegenen Spasskaja-Turm („Erlöser-Turm“) werden bereits die Tribünen und sonstigen Anlagen für die Feierlichkeiten am Tag des Sieges errichtet.
Vor dem am östlichen Ende des Kreml gelegenen Spasskaja-Turm („Erlöser-Turm“) werden bereits die Tribünen und sonstigen Anlagen für die Feierlichkeiten am Tag des Sieges errichtet. Auf dem Roten Platz werden auch die Ehrengäste von Russlands Präsident Wladimir Putin ihren Platz einnehmen, um von dort die Siegesparade durch Moskau verfolgen zu können. © dpa
Die Sonne scheint und die Stimmung in Moskau scheint wenige Tage vor dem 9. Mai 2026 gut.
Die Sonne scheint und die Stimmung in Moskau wirkt wenige Tage vor dem 9. Mai 2026 gut. Das zumindest gilt für diese beiden jungen Menschen, die wenige Tage vor der großen Militärparade an einer Reihe von Fahnen vorbeilaufen, die zu Ehren des Tags des Sieges in Moskau aufgehängt wurden. © afp
Auf diesem Foto aus Moskau ist ein goldener Stern zu sehen, unter dem in kyrillischer Schrift geschrieben steht: „Heldenstadt Moskau“.
Auf diesem Foto aus Moskau ist ein goldener Stern zu sehen, unter dem in kyrillischer Schrift geschrieben steht: „Heldenstadt Moskau“. Der Schriftzug findet sich auf zahlreichen Plakaten und Fahnen. Den Titel erhielt die russische Hauptstadt bereits in der Sowjet-Zeit. Er soll den Heldenmut der Stadtbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs, in Russland als „Großer Vaterländischer Krieg“ bezeichnet, ehren. © afp
Bei der Militärparade zum Tag des Sieges am 9. Mai in Moskau finden sich auch jedes Jahr folkloristische Darbietungen, die an die Zeit des Zweiten Weltkriegs erinnern sollen.
Bei der Militärparade zum Tag des Sieges am 9. Mai in Moskau finden sich auch jedes Jahr folkloristische Darbietungen, die an die Zeit des Zweiten Weltkriegs erinnern sollen. Junge Rekruten schlüpfen in historische Uniformen und tanzen mit Frauen, die traditionelle Kleidung aus der Zeit der 1940er tragen. © dpa
Vor dem monumentalen Eingangstor der Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft üben hunderte Tänzerinnen und Tänzer den „Siegeswalzer“ ein.
Vor dem monumentalen Eingangstor der Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft üben hunderte Tänzerinnen und Tänzer den „Siegeswalzer“ ein. Im Hintergrund ist ein Modell des sowjetischen Siegesordens, des „Pobeda“, zu sehen – geschmückt mit dem Staatswappen der UdSSR und umrahmt mit roten Fahnen, auf denen das Wort „Sieg“ prangt. © dpa
Sogar Kavallerie-Einheiten nehmen an der Militärparade durch Moskau am Tag des Sieges teil.
Sogar Kavallerie-Einheiten nehmen an der Militärparade durch Moskau am Tag des Sieges teil. Hier zu sehen sind drei Soldaten, die im Stil der russischen Kosaken mit traditionellen Uniformen an den Proben für die Parade teilnehmen. Sie tragen den langen dunklen Mantel der Kosaken, Tscherkesska genannt, dazu die traditionelle Pelzmütze (Papakha) und den typischen kosakischen Säbel (Schaschka) sowie den Dolch (Kindschal). © dpa
Diese Offiziere tragen bereits zu den Proben der Militärparade in Moskau, zwei Tage vor dem eigentlichen Tag des Sieges, bereits ihre Paradeuniformen.
Diese Offiziere tragen bereits zu den Proben der Militärparade in Moskau, zwei Tage vor dem eigentlichen Tag des Sieges, ihre Paradeuniformen. Die blaugrünen Jacken mit Stehkragen und roten Paspeln sind typisch für das russische Heer. © imago
Auch Veteranen und aktive Soldaten nehmen an den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges in Moskau teil.
Auch Veteranen und aktive Soldaten nehmen an den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges in Moskau teil. Diese Soldaten, teils hochdekoriert, entspannen sich einige Tage vor der Militärparade in der russischen Hauptstadt. Der Mann in der Mitte trägt dabei unter der klassischen Tarn-Uniform der russischen Armee ein blau-weißes Hemd, das sogenannte Telnyashka. Es wird traditionell von russischen Luftlandetruppen oder Marine-Infanteristen verwendet. © afp
Unter den aktiven Soldaten, die vor dem Tag des Sieges in Moskau eintreffen, sind auch verletzte Veteranen.
Unter den aktiven Soldaten, die vor dem Tag des Sieges in Moskau eintreffen, sind auch verletzte Veteranen. Ob sie sich die Verletzungen auf dem Schlachtfeld im Ukraine-Krieg zugezogen haben, ist nicht bekannt. © afp
eimlicher Hauptdarsteller bei der Militärparade in Moskau am Tag des Sieges ist Russlands Machthaber Wladimir Putin
Heimlicher Hauptdarsteller bei der Militärparade in Moskau am Tag des Sieges ist Russlands Machthaber Wladimir Putin, hier zu sehen auf dem Roten Platz vor Beginn der Feierlichkeiten. Geschmückt ist Putin mit dem Georgsband am Revers, in Russland ein Symbol für militärische Tapferkeit und den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. © afp
Im vergangenen Jahr rollte noch eine gigantische Militärparade durch Moskau.
Im vergangenen Jahr rollte noch eine gigantische Militärparade durch Moskau. Dieses Jahr finden die Feierlichkeiten am Tag des Sieges aber in abgespeckter Version statt. © dpa
Der Ukraine-Krieg zwingt Russland offenbar dazu, selbst im tausende Kilometer entfernten Moskau Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.
Der Ukraine-Krieg zwingt Russland offenbar dazu, selbst im hunderte Kilometer entfernten Moskau Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Dazu gehören Flugabwehrgeschosse, die sich auf zahlreichen offiziellen Einrichtungen in der Hauptstadt befinden. © afp
Kurz vor dem Tag des Sieges wurde ein Wohnhochhaus in der Mosfilmowskaja-Straße getroffen.
Sie sollen Drohnenangriffe während der Militärparade verhindern. Moskau ist im Verlauf des Ukraine-Kriegs immer wieder zum Ziel ukrainischer Drohnen geworden. Kurz vor dem Tag des Sieges wurde ein Wohnhochhaus in der Mosfilmowskaja-Straße getroffen. © dpa
Tausende Soldaten und Polizeikräfte sollen am Tag des Sieges einen reibungslose Militärparade gewährleisten.
Auch das Sicherheitspersonal in der Hauptstadt selbst wurde massiv erhöht. Tausende Soldaten und Polizeikräfte sollen am Tag des Sieges eine reibungslose Militärparade gewährleisten. © imago
Zu den Sicherheitskräften gehören auch Nationalgardisten, die in russischen Militärfahrzeuge des Typs Tigr in der Haupstadt unterwegs sind.
Zu den Sicherheitskräften gehören auch Nationalgardisten, die in russischen Militärfahrzeugen des Typs Tigr in der Haupstadt unterwegs sind. © afp
Eine strategische russische Atomrakete vom Typ Topol-M (Nato-Code: SS-27 Sickle B) fährt bei der Militärparade zum Tag des Sieges über den Roten Platz.
Aus Angst vor ukrainischen Angriffen müssen die Bewohnerinnen und Bewohner Moskaus bei der diesjährigen Militärparade offenbar auf schweres Militärgerät verzichten. Waren im Vorjahr noch strategische Atomraketen des Typs Topol-M Teil der Parade, sind dieses Jahr wohl weder Panzer noch Raketen zu sehen. © dpa

Drohnenkampagne schneidet Nachschubwege ab: Versorgung der Fronttruppen zunehmend geschwächt

Die Ukraine hat in ihrer zunehmend energischen Offensive gegen russische Einrichtungen, die 30 bis 180 Kilometer hinter der Front liegen, Treibstofflager, wichtige Transportadern, Kommandoposten und Munitionsdepots ins Visier genommen. Zwischen Januar und April vervierfachte sie nahezu die durchschnittliche monatliche Zahl solcher Angriffe – von 41 auf 160. Videos zeigten Treffer auf russische Güterzüge, Frachtschiffe, Munitionslager und zentrale Brücken, was die Versorgungsketten unter Druck setzt.

Die Offensive zwang russische Einheiten, ihre Logistik weiter nach hinten zu verlegen – teils mehr als 120 Kilometer von der Front entfernt – und schränkte damit ihre Fähigkeit ein, Offensivoperationen in größerem Maßstab zu unterstützen. Zugleich würgte sie die Versorgung der Fronttruppen ab und schwächte die Luftverteidigung, wodurch Schwachstellen sichtbar wurden, die häufigere und ehrgeizigere Angriffe tief im russischen Hinterland ermöglichten.

Tschonhar-Brücke erneut lahm gelegt: Ukraine kappt die wichtigste Putin-Logistikroute zur Krim

Mit einer Reihe von Angriffen, die Russlands Zugang zur besetzten Krim kappen sollten, brachte die Ukraine eine wichtige Logistikautobahn aus Südrussland über Mariupol auf die besetzte Schwarzmeerhalbinsel nahezu zum Erliegen. Am Dienstagmorgen legten ihre Drohnen erneut die Zufahrt zur Tschonhar-Brücke lahm, einer kritischen Route, die die Krim mit dem ukrainischen Festland verbindet und von russischen Kräften häufig für den Transport von Personal und Nachschub genutzt wird.

Von Russland eingesetzte Behörden untersagten am 4. Juni den Barkauf von Benzin, während strikte Rationen von 20 Litern eingeführt wurden, die nur noch über zunehmend knappe Gutscheine erhältlich sind. Unterdessen haben russische Touristen die Krim in Scharen verlassen: Hotelreservierungen gingen im Vergleich zum Vorjahr für den Zeitraum vom 24. Mai bis 6. Juni um fast ein Drittel zurück. Agentstvo berichtete, dass auch Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln und Buchweizen rasch aus den Regalen verschwinden.

Kreml räumt Luftangriffe als Ursache ein: Treibstoffknappheit weitet sich auf 14 Regionen aus

Die Treibstoffknappheit hat sich laut Schätzungen von 7x7, einem russischen Medienprojekt, zudem auf rund 14 russische Regionen ausgeweitet, während die Preise seit Jahresbeginn um fünf Prozent gestiegen sind. Der Kreml versuchte, die sich zuspitzende Krise zu ignorieren, doch spät am Montag räumte Russlands Energieministerium schließlich ein, Unternehmen des Brennstoff- und Energiesektors hätten „eine Zunahme feindlicher Luftangriffe“ erlebt, was zu vorübergehenden Schwierigkeiten bei der Kraftstoffversorgung geführt habe.

„Vor nur sechs Monaten war Benzin an allen Tankstellen verfügbar, ohne dass man anstehen musste“, sagte ein Bewohner von Simferopol Bereg, einer unabhängigen russischen Nachrichtenseite. „Jetzt bekommen nur noch diejenigen mit Gutscheinen Kraftstoff, und selbst sie sind mit einer Menge Einschränkungen konfrontiert.“ Ein anderer erklärte: „Die Leute haben angefangen, nicht nur Benzin, sondern auch Lebensmittel zu horten. Ich habe gesehen, wie Menschen buchstäblich die Regale leergeräumt haben. Ich gehe inzwischen zu Fuß zur Arbeit. Alles, was noch bleibt, ist ein Pferd zu kaufen!“

Simferopol-Bewohner gehen inzwischen zu Fuß: „Alles, was noch bleibt, ist ein Pferd zu kaufen“

Für Moskau dürfte die langsame Strangulierung der Krim einen besonderen Stachel haben, argumentierte Sir Ben Wallace, der frühere Verteidigungsminister. „Wir müssen immer im Kopf behalten, was [Wladimir] Putin antreibt: Ego und Geschichte, nicht rationales Denken. Es ist klar: Wenn man Putin an den Tisch bringen will, muss man ihn glauben lassen, dass er etwas zu verlieren hat“, sagte er der The Telegraph.

„Ich habe öffentlich und privat vorgeschlagen, dass, wenn man die Krim für die Russen unhaltbar macht, sie so zu besetzen, wie sie es tun – als ein lebensfähiges Territorium –, ihn das so sehr beschäftigen wird, dass er möglicherweise erkennt, dass er etwas zu verlieren hat“, fügte er hinzu. Entscheidend sei zwar die in den USA hergestellte Hornet-Drohne gewesen, eine teilautonome Drohne mit 200 Kilometern Reichweite und einem fünf Kilogramm schweren Gefechtskopf; doch die 412. Nemesis-Brigade stellte vergangene Woche die zuvor verdeckt gehaltene, im Inland produzierte Morrigan-Drohne vor, die eingesetzt worden sei, um die Logistikautobahn R-280 zu bombardieren.

Neue Drohnentypen und Jagd auf Luftabwehr: Russland war auf solche Schwärme nicht vorbereitet

Die Ukraine hat zudem umfassend ihre Antwort auf die Hornet genutzt, die Darts-2-Drohne, ebenso wie die Chaklun-V, eine gegen elektronische Kriegsführung resistente Angriffsdrohne, die Starrflügeldrohne Bober (Biber) mit einem 20- bis 50-Kilogramm-Gefechtskopf sowie die Behemot mit 300 Kilometern Reichweite. Dies, kombiniert mit höherem Umfang, besserer Aufklärung und einem gezielten Vorgehen gegen Luftabwehrsysteme, habe Kyjiw ermöglicht, sich die Lufthoheit zu sichern.

Seine Kräfte erhöhten die Angriffe auf russische Luftverteidigungs- und Elektronische-Kriegsführung-Systeme im März und April um 300 Prozent, berichtete der Kyiv Independent. „Diese Art billiger, relativ kleiner Starrflügeldrohnen, die in niedriger Höhe und in Schwärmen fliegen, ist eine Luftbedrohung, auf die Russlands Streitkräfte nicht vorbereitet waren“, sagte Emil Kastehelmi, Militärexperte und Mitgründer der in Finnland ansässigen Black Bird Group.

Anpassungsphase noch nicht erreicht: Ukraine nutzt ihr Zeitfenster gegen Putin maximal aus

Weil die Angriffe so zahlreich und so verteilt sind, seien sie für Russland mit den bestehenden Fähigkeiten schwer zu kontern. „Um die Lage zu normalisieren, bräuchten sie sehr viele zusätzliche kinetische Systeme – damit meine ich Kurzstrecken-Flugabwehrraketen, Abfangdrohnen, normale Flugabwehr-Maschinengewehrtrupps, elektronische Kriegsführung – und sie bräuchten eine Vielzahl von Sensoren und Radaren auf dem Gefechtsfeld, um sie zu entdecken“, sagte er.

Obwohl Russland bald einen Weg finden werde, den Drohnen zu begegnen, werde es „aus russischer Perspektive wahrscheinlich erst einmal schlimmer, bevor es besser wird“, sagte Kastehelmi The Telegraph. „Normalerweise leiden die Russen eine gewisse Zeit und passen sich dann an“, sagte er. „Aber die Anpassungsphase ist noch nicht ganz da – also nutzt die Ukraine ihr Zeitfenster so gut wie möglich.“ (Dieser Artikel von Antonia Langford und Joe Barnes entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk)

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