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Transatlantische Beziehung

Deutschland benötigt „eine Art der Wehrpflicht“: Pistorius sendet Trump klares Signal

In den USA zeigt sich Pistorius voller Tatendrang. Auch seinen Wehrpflicht-Vorschlag bringt er mit. Der SPDler will zeigen: Deutschland ist aktiv.

Washington, D.C. – Nachdem zuletzt in Europa vor allem über mehr Autonomie bei der Sicherheitspolitik geredet wurde, ist Verteidigungsminister Boris Pistorius bei seinem Besuch in den USA auf Versöhnungskurs. „Lassen Sie uns – die USA und Deutschland zusammen – die Zukunft gestalten zusammen mit all denen, die für Freiheit, Frieden und die regelbasierte internationale Ordnung stehen“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in einer Grundsatzrede. Pistorius äußerte sich in den USA mit viel Tatendrang, auch bezüglich einer deutschen Wehrpflicht.

Deutschland sei zu seiner sicherheitspolitischen Rolle in Europa bereit, sicherte Pistorius Washington zu. Man sei ein standfester Verbündeter und fähig und bereit, seine Aufgabe im Bündnis und in der globalen Politik zu übernehmen. Sicherlich auch vor dem Hintergrund von Donald Trumps Kritik an Nato-Staaten, die das Zwei-Prozent-Ziel nicht erfüllen, wollte Pistorius das Image Deutschlands geraderücken. Der Verteidigungsminister traf sich am Donnerstag im Pentagon mit seinem US-amerikanischen Pendant, Lloyd Austin.

Die USA und Kanada waren die Ziele der Reise des Verteidigunsministers Pistorius.

Pistorius zeigt sich in den USA entschlossen: Deutschland „benötigt“ Wehrpflicht

Pistorius betonte bei seinem Besuch laut der Zeit die „Renaissance der deutschen Sicherheitspolitik“. Deutschland sei inmitten eines militärischen Aufbauprozesses und habe lange gepflegte Zurückhaltung aufgegeben – wie bei der Lieferung von Waffen in Kriegsgebiete, sagte er in seiner Grundsatzrede an der renommierten Johns-Hopkins-Universität. Der SPDler wolle das Ende der Wehrpflicht korrigieren, denn „die Zeiten haben sich verändert“. Der Verteidigungsminister pochte auf militärische Standhaftigkeit und sagte: „Ich bin der Überzeugung, dass Deutschland eine Art der Wehrpflicht benötigt.“

Der Verteidigungsminister wolle angesichts der Krisen von Ukraine-Krieg bis Gazastreifen nicht in Pessimismus verfallen. „Sie sehen mich bereit, diese Krisen und Herausforderungen mit grimmiger Hingabe zu bekämpfen“, erklärte er laut der Zeit. Neben der Wehrpflicht zeigte Pistorius auch die Bereitschaft, mehr als zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung auszugeben: „Die zwei Prozent sind unser Boden, nicht die Decke.“

US-Verteidigungsminister Austin und Pistorius betonen Beziehung zwischen Deutschland und den USA

„Ich bin überzeugt, dass nur Amerika und Europa zusammen den Westen stark erhalten und gegen Russlands expansionistische Ambitionen und den Hunger anderer Akteure nach Macht und Vorherrschaft verteidigen können“, sagte Pistorius in seiner Rede. Seine Botschaft sei laut eigenen Aussagen: „Lassen Sie uns diese transatlantische Gelegenheit einmal mehr ergreifen.“

Auch der US-Verteidigungsminister Austin führte laut Tagesschau die Nähe Deutschlands zu den USA an: „Ob bei der Abschreckung gegen eine Aggression des Kremls oder der Stärkung der Stabilität im Indo-Pazifik, unsere zwei stolzen Demokratien sind im Gleichschritt.“ Deutschland wolle im Indo-Pazifik und in China auch einen Beitrag leisten, so Pistorius. Austin sagte weiter: „Deutschland bleibt einer unserer stärksten und verlässlichsten Partner.“ 

Deutschland kämpft weiter um Zwei-Prozent-Ziel – Republikaner beschwichtigt Pistorius‘ Trump-Sorgen

Die Sorge, ein Präsident Trump würde Nato-Länder, die das Ausgabenziel nicht erfüllen, nicht verteidigen, spielte in den Gesprächen ebenfalls eine große Rolle. „Die Nato ist auch für die Republikaner im Falle einer neuen Administration nach den Präsidentschaftswahlen unverzichtbar“, fasste Pistorius im ZDF-„Heute Journal“ die Aussagen eines Republikaners zusammen. Es gebe laut dem Republikaner einen Unterschied zwischen dem, was gesagt und was getan wird, so der SPDler.

Nato: Die wichtigsten Kampfeinsätze des Verteidigungsbündnisses

Seit ihrer Gründung am 4. April 1949 hat sich die Rolle des Nordatlantik-Pakts Nato stark verändert. Aus dem Bündnis, das  vorrangig der Verteidigung diente, wurde in den 1990ern eine global eingreifende Ordnungsmacht. Ihren ersten Kampfeinsatz leistete die Nato, deren Hauptquartier sich seit 1967 in Brüssel befindet, im Jahr 1995.
Seit ihrer Gründung am 4. April 1949 hat sich die Rolle des Nordatlantik-Pakts Nato stark verändert. Aus dem Bündnis, das vorrangig der Verteidigung diente, wurde in den 1990ern eine global eingreifende Ordnungsmacht. Ihren ersten Kampfeinsatz leistete die Nato, deren Hauptquartier sich seit 1967 in Brüssel befindet, im Jahr 1995. © EMMANUEL DUNAND/afp
Ihren ersten Kampfeinsatz startete die Nato am 30. August 1995 mit der Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild).
Am 30. August 1995 startete die Nato die Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild). © DOD/USAF/afp
Bei der Operation kam es zum ersten Kampfeinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Zweiten Weltkrieg. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze. 
Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. Nato-Befehlshaber Leighton Smith (Mitte) und UN-Balkankommandant Bernard Janvier (rechts) konnten sich schon am Tag davor am Flughafen von Sarajevo als Sieger fühlen.
Bei der Operation kam es zum ersten Kampfeinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Zweiten Weltkrieg. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. Nato-Befehlshaber Leighton Smith (Mitte) und UN-Balkankommandant Bernard Janvier (rechts) konnten sich schon am Tag davor am Flughafen von Sarajevo als Sieger fühlen. © ANJA NIEDRINGHAUS/afp
Die Nato-Streitkräfte waren auch im Kosovo-Krieg im Einsatz. Anlass für den Angriff der Nato im Rahmen der Operation „Allied Force“ war die Nichtunterzeichnung des Vertrags von Rambouillet durch den serbischen Präsidenten Slobodan Milošević (rechts, hier mit dem damaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer). Offizielles Hauptziel war, die Regierung Miloševićs zum Rückzug der Armee aus dem Kosovo zu zwingen.
Die Nato-Streitkräfte waren auch im Kosovo-Krieg im Einsatz. Anlass für den Angriff der Nato im Rahmen der Operation „Allied Force“ war die Nichtunterzeichnung des Vertrags von Rambouillet durch den serbischen Präsidenten Slobodan Milošević (rechts, hier mit dem damaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer). Offizielles Hauptziel war, die Regierung Miloševićs zum Rückzug der Armee aus dem Kosovo zu zwingen.  © dpa
Bereits im Jahr 1998 hatte hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.
Bereits im Jahr 1998 hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.  © ECKEHARD SCHULZ/Imago
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen.
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen. © Louisa Gouliamaki/dpa
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. Der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.  © SHAH MARAI/afp
Seit 1999 ist die Kfor (Kosovo-Truppe, engl. Kosovo Force) für den Aufbau und Schutz eines sicheren Umfelds im Kosovo tätig. Ihr Einsatz begann am 12. Juni 1999 mit der Operation Joint Guardian, als die ersten Truppen der Nato in den Kosovo einrückten. Mit circa 48.000 Soldaten aus 30 Nationen (davon 19 Nato-Mitgliedern) war es bis zu diesem Zeitpunkt der größte Bodeneinsatz in der Geschichte des Bündnisses. Mit dabei sind auch Bundeswehrsoldaten, die u.a. im Jahr 2007 das serbisch-orthodoxe Erzengelkloster in der Nähe von Prizren sicherten.
Seit 1999 ist die Kfor (Kosovo-Truppe, engl. Kosovo Force) für den Aufbau und Schutz eines sicheren Umfelds im Kosovo tätig. Ihr Einsatz begann am 12. Juni 1999 mit der Operation Joint Guardian, als die ersten Truppen der Nato in den Kosovo einrückten. Mit circa 48.000 Soldaten aus 30 Nationen (davon 19 Nato-Mitgliedern) war es bis zu diesem Zeitpunkt der größte Bodeneinsatz in der Geschichte des Bündnisses. Mit dabei sind auch Bundeswehrsoldaten, die u.a. im Jahr 2007 das serbisch-orthodoxe Erzengelkloster in der Nähe von Prizren sicherten.  © Maurizio Gambarini/dpa
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist.
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist. © TOBIN JONES/afp
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle.
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle. © AHMAD AL-RUBAYE/afp
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Luftraum-Überwachung setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Düsenjägerpilot in Mont-de-Marsan noch einmal sein Flugzeug für die viermonatigen Mission vor.
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Überwachung des Luftraums setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Pilot in Mont-de-Marsan noch einmal seinen Jet für die viermonatige Mission vor.  © THIBAUD MORITZ/afp

Deutschland hatte im letzten Jahre zum ersten Mal seit langem das Zwei-Prozent-Ziel erreicht. Für die kommenden Jahre würde sich laut Pistorius auch ein Weg finden. „Davon bin ich fest überzeugt.“ Weniger sicher ist, wie die Ausgaben finanziert werden sollen. Auch im Gespräch mit dem ZDF brachte der Verteidigungsminister ein weiteres Aussetzen der Schuldenbremse an, „weil wir ansonsten nächstes Jahr und in den Folgejahren in einen Rüstungsstopp hineinlaufen“. Das sei kein gutes Zeichen für die Allierten, aber auch für die deutsche Verteidigungsfähigkeit.

Gebot der Stunde: Deeskalation im Gazastreifen – Pistorius bestellt Ukraine-Hilfen aus den USA

Im „Heute Journal“ äußerte sich Pistorius nach den Gesprächen in den USA ebenfalls zum Krieg in Israel. Auf die Frage nach den Drohungen des US-Präsidenten Joe Biden mit einem Stopp der Waffenlieferungen an Israel zeigte Pistorius Verständnis. Konkrete Schritte Deutschlands nannte Pistorius nicht. Sicher sei jedoch:  „Das, was jetzt passiert, tut der Region nicht gut und erst recht nicht der notleidenden Bevölkerung im Gazastreifen.“ Es müsse weiter auf Deeskalation gesetzt werden, „das ist das Gebot der Stunde“, sagte Pistorius.

Wie als Symbol für die transatlantischen Beziehungen machte Pistorius direkt nach dem Gespräch mit Austin öffentlich, dass Deutschland die Lieferung von drei weiter reichenden Himars-Raketenartilleriesystemen aus den USA an die Ukraine bezahlen werde. Die auf einem Lastwagenfahrgestell montierten Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesysteme kosten einen höheren zweistelligen Millionenbetrag. Laut Pistorius im ZDF-„Heute Journal“ sei die Verabredung für die Bestellung schon vor einigen Monaten gemacht worden.

Nach seinem Besuch in den USA soll es für den SPD-Politiker nun in Kanada weitergehen, laut Angaben der kanadischen Regierung zum ersten Mal seit seiner Ernennung zum Verteidigunsminister. Er wollte noch am Freitag in Ottawa seinen Amtskollegen Bill Blair treffen. (lismah/dpa)

Rubriklistenbild: © Jim WATSON / AFP

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