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Totenwache offenbar verpasst
Milei kommt zu spät zur Papst-Beerdigung und schimpft dann auf „Journalistenschweine“
Zwischen Javier Milei und Papst Franziskus gab es nie eine gute Beziehung. Jetzt hat der Argentinier die Totenwache bei der Beerdigung verpasst.
Rom – Argentiniens Präsident Javier Milei und Landsmann Papst Franziskus hatten schon zu Lebzeiten ein schwieriges Verhältnis. Milei bezeichnet sich als Katholik, lehnt allerdings die Autorität der römisch-katholischen Kirche ab. Franziskus sei „die Repräsentation des Bösen auf Erden, der den Thron Gottes besetzt“, sagte der libertäre Staatschef des Papst-Heimatlandes noch 2023 gegenüber France24.
Der Präsident drückte im Nachhinein sein Bedauern über seine heftige Kritik an Papst Franziskus aus. Als Staatschef in einem Land mit rund 75 Prozent Katholiken hatten die Angriffe auf den Papst an seinem Image gekratzt. Typisch für Milei, schwenkte er ins andere Extrem um: „Er war der bedeutendste Argentinier der Geschichte“, sagte der Libertäre wenige Stunden vor der Beerdigung des Papstes im Vatikan.
„Vor verschlossenen Türen des Petersdoms“ – Milei kommt zu spät zur Papst-Beerdigung
Doch die Beziehung zwischen Javier Milei und Papst Franziskus macht selbst nach dem Tod des Pontifex negative Schlagzeilen. Zum offiziellen Gottesdienst erschien er, doch die Totenwache verpasste der Präsident Argentiniens. Ihm wird nun von Gläubigen und Journalisten vorgeworfen, zu spät zur Verabschiedung gekommen zu sein. „Milei ist zu spät gekommen, stand dann vor den verschlossenen Türen des Petersdoms und konnte sich nicht mehr verabschieden“, berichtete etwa die ARD.
Die argentinische Tageszeitung Pagina12 spottete, der argentinische Präsident habe lieber Interviews mit dem spanischen libertären Wirtschaftswissenschaftler Jesús Huerta de Soto gegeben, als der Totenwache des Papstes beizuwohnen. Das Flugzeug ARG-01, mit Milei und der argentinischen Delegation an Bord, sei gerade in der italienischen Hauptstadt gelandet, als der Sarg des Papstes geschlossen wurde.
Papst-Beerdigung in Rom: Trump trägt blau, Selenskyj im Anzug
„Geschmacklose Lüge“ – Argentiniens Präsident Javier Milei attackiert Journalisten
Auf den Vorwurf, er sei nicht rechtzeitig zur Verabschiedung von Papst Franziskus im Petersdom eingetroffen, wo Hunderttausende Gläubige ihm bei geöffnetem Sarg Lebewohl gesagt hatten, reagierte der Präsident wie gewohnt mit einem Gegenangriff. Javier Milei attackierte Journalisten auf mehreren Kanälen, wie etwa die Zeitung Clarín berichtete.
Er sei freitags direkt ins Hotel gefahren und habe seine offiziellen Tätigkeiten samstags um 8 Uhr wie geplant begonnen, verteidigte er sich. Dass er zu spät gekommen war, sei eine „geschmacklose Lüge“, von „Journalistenschweinen“, die ihn beschmutzen wollten, sagte Milei gegenüber dem argentinischen Radio Mitre.
„Dieser Dummkopf in Rom“ – Argentinischer Präsident Javier Milei beleidigt Papst Franziskus
Was für Milei eine ekelhafte Lüge der Presse ist, halten viele Menschen in Argentinien hingegen für Kalkül. Der libertäre Präsident ist bekannt für medienwirksame und provokative Aktionen. Zu spät zur Papst-Beerdigung zu erscheinen brachte dem „Anarchokapitalisten“ einmal mehr internationale Schlagzeilen ein.
Seine Religion ist der freie Markt. Der oft als links bezeichnete Papst war dem Populisten von Anfang an ein Dorn im Auge: Sozialprogramme würden zu Hass und Neid führen, was eine Todsünde sei. Da müsse man „diesen Dummkopf in Rom benachrichtigen, der immer die soziale Gerechtigkeit verteidigt“, sagte Milei dem Fernsehsender El Nueve ebenfalls 2023.
Papst Franziskus stand für Toleranz – „Brücken bauen und keine Mauern“
Die Trauermesse leitete der italienische Kardinal Giovanni Battista Re. Der 91-Jährige ist Dekan des Kardinalkollegiums und leitete schon die Trauerfeier für Franziskus‘ Vorgänger Benedikt XVI. im Januar 2023.
In seiner Predigt erinnerte Re daran, dass Franziskus immer wieder zu Frieden und Vernunft aufgerufen habe. „Brücken bauen und keine Mauern“ sei eine Aufforderung gewesen, die er mehrfach wiederholt habe.
Rom wegen Papst-Beerdigung im Ausnahmezustand – 10.000 Einsatzkräfte
Der Gottesdienst und damit verbunden die Ankunft von mehr als 160 Delegationen sorgte in Rom für einen Ausnahmezustand. Unter anderem wegen US-Präsident Donald Trump, der am späten Freitagabend mit seiner Frau Melania in der Air Force One auf dem Flughafen Fiumicino landete, herrschten extreme Sicherheitsvorkehrungen. Etliche Straßen waren in der italienischen Hauptstadt gesperrt. Rund 10.000 Einsatzkräfte wurden aufgeboten, um einen reibungslosen Ablauf der Großveranstaltung zu gewährleisten.
Die vielen Staatsgäste nahmen seitlich des Altars Platz. Ganz vorne saß Präsident Javier Milei aus Franziskus‘ Heimatland Argentinien. Daneben waren die Italiener mit Präsident Sergio Mattarella und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Aus Deutschland waren unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der geschäftsführende Kanzler Olaf Scholz angereist. (lm)