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Weltklimakonferenz in Belém

Merz in Brasilien: Bundeskanzler fordert „globale Kraftanstrengung“ für Klimaschutz bei COP30

Im Amazonas sollen die Weichen für den Kampf gegen den Klimawandel gestellt werden. Wird Kanzler Merz auf der COP30 plötzlich zum Klimaschützer?

Update vom 7. November, 22 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim Klimagipfel in Brasilien eine „globale Kraftanstrengung“ im Kampf gegen die Erderwärmung gefordert und neue Finanzmittel für den Schutz des tropischen Regenwalds zugesagt. An einem neuartigen Milliardenfonds, der die Abholzung in Ländern wie Brasilien oder Kongo bremsen soll, werde sich Deutschland mit einem „namhaften Betrag“ beteiligen, sagte der CDU-Chef in seiner Rede. 

„Wir stehen in diesen Tagen an einer Weggabelung“, sagte Merz. Später fügte er vor Journalisten an: „Hier im Amazonasbecken schärft sich eben noch einmal unser Blick auch auf diese wahre Menschheitsaufgabe. Wir sind uns alle der Verantwortung bewusst, die wir tragen, mit unserer Welt für unser Zusammenleben.“ 

Merz bei COP30: Bundeskanzler mit deutlichen Aussagen – „Auf Deutschland ist Verlass“

Jedes Land müsse entscheiden, wie es der Erderwärmung begegnen wolle. Für Deutschland sei die Entscheidung klar: „Wir setzen auf Innovation und auf Technologie, um eben dem Klimawandel erfolgreich Einhalt zu gebieten. Unsere Wirtschaft ist nicht das Problem, unsere Wirtschaft ist der Schlüssel, um unser Klima noch besser zu schützen“, sagte Merz. 

Merz stellt sich also einen Klimaschutz vor, der wirtschaftliche Aktivität fördert und nicht behindert. Man müsse sicherstellen, dass Energie langfristig günstig, sicher und verlässlich sei. Es gehe darum, Wettbewerbsfähigkeit mit Klimaschutz und sozialer Ausgewogenheit zu verbinden. Später sagte er vor Journalisten: „Wir wollen den Klimaschutz in Deutschland und in Europa nicht gegen die Wirtschaft machen, sondern mit der Wirtschaft.“ Ein Denken in Dogmen bringe aber keinen voran. „Wir gehen hier nicht ideologisch an dieses Thema, sondern wir gehen sehr pragmatisch an dieses Thema ran.“ 

Zu den deutschen und europäischen Klimaschutzzielen bekannte sich Merz: „Auf Deutschland ist Verlass“, sagte er, betonte aber auch die globale Verantwortung. Deutschland habe 2024 rund sechs Milliarden Euro öffentliche Klimafinanzierung bereitgestellt - doch müssten auch andere stärker mitziehen. 

„Alle Länder mit den ökonomischen Möglichkeiten und hohen Emissionen sind - und wir gehören dazu - sind dazu aufgefordert, eben dazu beizutragen“, sagte er. Damit knüpft Merz an Forderungen früherer Bundesregierungen an, dass etwa China, Saudi-Arabien und andere Golfstaaten, die mit Öl, Gas und Kohle viel verdient haben, in den Geberkreis für arme Staaten gehören.

Erstmeldung: Belém – Alle Augen richten sich auf die brasilianische Amazonas-Metropole Belém: die 30. Weltklimakonferenz COP30 steht vor der Tür. Vom 10. November an werden dort rund 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 190 Ländern elf Tage lang bis zum 21. November über die Zukunft im globalen Kampf gegen den Klimawandel verhandeln. Bereits im Vorfeld dabei ist Friedrich Merz (CDU). Für den Bundeskanzler ist es die erste große internationale Klimakonferenz seit seinem Amtsantritt – und damit eine echte Bewährungsprobe.

Während eines Protests in Rio de Janeiro rund um die Klimakonferenz COP30 zeigt eine Projektion die Forderung an Bundeskanzler Friedrich Merz: „Besteuern Sie Luxusflugreisen, jetzt!“

Zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen hat sich die Klimakrise dramatisch zugespitzt. Laut aktueller UN-Prognose steuert die Welt auf 2,8 Grad Erwärmung bis zum Jahrhundert-Ende zu. Das international vereinbarte 1,5-Grad-Ziel würde bereits innerhalb des nächsten Jahrzehnts gerissen werden. Die weltweiten Emissionen steigen an – im vergangenen Jahr sogar so drastisch wie seit Beginn der modernen Messungen 1957 nicht, so die Weltwetterorganisation laut eines Berichts der dpa.

COP30 in Brasilien: Kanzler Merz hält Rede im Rahmen der Klimakonferenz

Bereits vor dem offiziellen Start der COP30 treffen mehrere Staats- und Regierungschefs in Brasilien zusammen. Darunter auch Kanzler Merz. Der CDU-Chef will laut eines Berichts der Deutschen Welle noch am Freitag (7.11.2025) vor Ort eine Rede halten.

Die Wahl Beléms als Austragungsort für die COP30 hat hohen symbolischen Wert. Gastgeberland Brasilien will die Bedeutung des Amazonas nutzen, um der Welt die Dringlichkeit vor Augen zu führen. Vorab warnte der deutsche Greenpeace-Chef Martin Kaiser eindringlich: Der Regenwald drohe zur Savanne zu werden, wenn die dortige Entwaldung auch nur um einige Prozent zunehmen. Die weltweiten Folgen wären fatal, so der Umweltschützer gegenüber der dpa: „Dann kippt das globale Klima. Ohne den Schutz des Amazonas gibt‘s keinen Klimaschutz.“

Umweltorganisationen sehen deshalb die COP30-Konferenz als entscheidende Bewährungsprobe, auch für die deutsche Klimapolitik der Merz-Regierung. Gegenüber der Nachrichtenagentur epd fordete Viviane Raddatz, Sprecherin der Klima-Allianz Deutschland, von der deutschen Delegation um Kanzler Merz und Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) „auf dieser internationalen Bühne wirklich stark aufzutreten“.

COP30 kompakt: Alles, was Sie über die Klimakonferenz in Brasilien wissen müssen

EreignisCOP30 - Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen
Datum10.11.2025 bis 21.11.2025
OrtBelém, Brasilien
Teilnehmer50.000 Delegierte und Vertreter aus über 190 Ländern
VorabTreffen von Staats- und Regierungschefs am 7./8.11.2025

Lange Zeit war unklar, ob Merz überhaupt zur COP30 nach Brasilien reisen würde. Der Klimaschutz hatte bislang keinen zentralen Platz auf seiner Agenda. Statt eigene Klimaschutzprogramme zu bewerben, betonte er im Wahlkampf vor der Bundestagswahl und seit Beginn seiner Amtszeit dagegen immer wieder, dass Deutschland den Klimawandel allein ohnehin nicht aufhalten könne. Nun berichtet die dpa aus dem Umfeld des Kanzlers, Merz wolle in Brasilien die Bedeutung des Klimaschutzes für die Bundesregierung unterstreichen und sich zu den Klimaschutzzielen der Europäischen Union (EU) bekennen.

Klimafinanzierung im Fokus: COP30 will 1,3 Billionen US-Dollar für den Klimaschutz

Zentrales Thema für Merz und Co. auf der Weltklimakonferenz wird die Klimafinanzierung werden. Laut eines Fahrplans des COP-Präsidenten für die Konferenz, aus dem die Nachrichtenagentur AFP zitiert und der vor Beginn der Verhandlungen veröffentlicht wurde, stünden bis zu 1,3 Billionen Dollar zur Verfügung. Mit dem Geld sollen vom Klimawandel besonders betroffene Länder unterstützt werden. „Dieser Fahrplan soll als Katalysator und Grundlage für die nächste Phase der Klimaschutzmaßnahmen dienen“, erklärten der Präsident der COP29, Muchtar Babajew, und der Präsident der COP30, André Corrêa do Lago, im Vorwort des 81 Seiten langen Berichts.

Sollte es auf der COP30 wirklich gelingen, eine Summe in dieser Größenordnung für die Finanzierung des globalen Klimaschutzes bereitzustellen, würden die enttäuschenden Ergebnisse der COP29 in Baku (Aserbaidschan) wohl in Vergessenheit geraten. Die letzte Klimakonferenz endete mit dem Versprechen der Industrienationen, den ärmeren Ländern bis 2035 jährlich 300 Milliarden Dollar bereitzustellen. Zusätzlich setzten sie sich das weniger konkrete Ziel, jährlich 1,3 Billionen US-Dollar aus öffentlichen und privaten Quellen aufzubringen. Klimaforscher zeigten sich enttäuscht. Mojib Latif, Professor für Ozean-Zikulation und Klimadynamik an der Universität Kiel, beantwortete die Frage der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media, ob die Klimakonferenz in Baku dem realen Klima geholfen habe, mit: „Eben nicht. Alle messbaren Parameter zeigen in die falsche Richtung.“

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die Komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

Aus Sicht der Wirtschaft spielt bei der erfolgreichen Finanzierung des Kampfs gegen den Klimawandel aber auch noch andere Faktoren eine große Rolle. „Entscheidend ist nicht die Höhe der Zusagen, sondern dass die Mittel schnell, transparent und lokal in die Unternehmen fließen. Nur dann entfalten sie auch in Europa und Deutschland Wirkung“, sagt Dr. Johannes Feist vom Finanzdienstleister Mikro Kapital Management gegenüber Fr.de von Ippen.Media.

Die Erwartungen an COP30 fallen bei Fachleuten gering aus. „Es wird in Brasilien eine schöne Abschlusserklärung voller hehrer Absichten geben“, sagte Klimaforscher Latif gegenüber der Mediengruppe Bayern. Ein starkes Signal für den Klimaschutz seitens der EU blieb vor dem Gipfel in Brasilien aus.

Trump schwänzt COP30-Gipfel in Brasilien

Aus den USA ist eine Initiative für mehr Klimaschutz derzeit ausgeschlossen. Im Gegensatz zu Merz wird US-Präsident Donald Trump nicht nach Brasilien reisen und laut einer Bekanntgabe auch keine ranghohen Vertreter seiner Regierung entsenden. Laut eines CNN-Berichts ist möglich, dass die USA – zweitgrößter CO²-Produzent der Welt und allein verantwortlich für über 13 Prozent der weltweiten Emmissionen – auf der COP30 gar nicht vertreten sein werden. „Präsident Trump wird die wirtschaftliche und nationale Sicherheit unseres Landes nicht gefährden, um vage Klimaziele zu verfolgen, die andere Länder ruinieren“, sagte Taylor Rogers, Sprecherin des Weißen Hauses, gegenüber CNN. Stattdessen verhandle der US-Präsident lieber direkt mit den Staatschefs.

Präsident Trump wird die wirtschaftliche und nationale Sicherheit unseres Landes nicht gefährden, um vage Klimaziele zu verfolgen, die andere Länder ruinieren.

Taylor Rogers, Sprecherin des Weißen Hauses über die Haltung der US-Regierung zur COP30.

Den Klimawandel selbst streitet Trump seit jeher ab. Bereits im Jahr 2012 hatte der damalige Immobilienmakler aus dem winterlichen New York getwittert: „Es ist eiskalt und schneit. Wir brauchen die globale Erwärmung!“ Folgerichtig unterzeichnete der Republikaner schon am ersten Tag seines Amtsantritts im Januar 2025 den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen. Wirksam wird dieser Austritt zwar erst ein Jahr später. Er wirft aber schon jetzt seinen Schatten auf die COP30. (Verwendete Quellen: CNN, AFP, DPA, Deutsche Welle, EPD, Mediengruppe Bayern, eigene Recherche) (dil)

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