„Da wünscht man sich Horst Seehofer zurück“
„Maybrit Illner“: So brachte Söder die Frauen gegen sich auf
Maybrit Illner lädt sich den designierten Ministerpräsidenten Markus Söder zur GroKo-Runde ein. Der bringt mit dem Asyl-Thema die Frauen in der Runde gegen sich auf.
München - Minderheitsregierung, Große Koalition oder doch ein anderer Weg? Die SPD musste sich auf ihrem Parteitag entscheiden und stimmte für Gespräche mit der Union. Darüber ließ die wieder genesene Maybritt Illner im ZDF-Talk diskutieren.
Im Studio waren der designierte bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), SPD-Vize Manuela Schwesig und die Unternehmerin und bekennende Sozialdemokratin Sina Trinkwalder, die von ihrer Partei besonders enttäuscht ist. Dazu war Stephan Detjen vom Deutschlandradio zu Gast, sowie der „Wirtschaftsweise“ Lars P. Feld.
„Maybrit Illner“: Dabei wollte sich Söder harmonisch geben
Und Söder schoss sich gleich ein. Erste Gegnerin: Schwesig. „Die Bürger dürfen schon erwarten, dass es nicht nur um die psychologischen Prozesse in der SPD geht, sondern dass wir was zustande bringen, was einem Land wie Deutschland angemessen ist.“
Schwesig konterte: „Ein bisschen mehr Demut vor dem Wahlergebnis, auch von Unionsseite, wäre schön.“
Minderheitsregierung kann sehr belebend sein - Lars P. Feld bei #illner
— maybrit illner (@maybritillner) 8. Dezember 2017
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Dabei wollte sich Söder nach eigener Aussage Mühe geben, harmonisch zu sein. Das Gefühl hatten die anderen Studiogäste offenbar nicht.
Der erste Schlagabtausch war eben zu Ende, da hatte Söder schon die zweite Frau gegen sich aufgebracht. Weil er immer wieder auf das Thema Zuwanderung kam, wurde die bayerische Unternehmerin Trinkwalder deutlich: „Wenn Sie für die Menschen da sind, dürfen Sie nicht permanent zündeln und die Menschen in Angst versetzen.“
„Maybrit Illner“: Trinkwalder findet Söder „polarisierend und polemisch“
„Wir dürfen das Thema nicht unterschätzen“, entgegnete Söder, die Mehrzahl der Deutschen bewege dieses Thema täglich, so der 50-Jährige. „Das ist polarisierend und polemisch“, fand Trinkwalder.
Gegnerin Nummer drei war keine geringere als die Moderatorin selbst. Die hatte irgendwann genug vom Lieblingsthema des CSU-Mannes und bremste ihn aus: „Sie haben es jetzt schon vier Mal erwähnt“, fiel sie ihm ins Wort. Lieber wollte sie zu diesem Thema Schwesig hören.
Scheitern nicht implizieren - @Markus_Soeder bei #illner
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Das wollte Söder wiederum nicht auf sich sitzen lassen. Die Bürgerrente sei sogar schon fünf Mal Thema gewesen, kritisierte er.
„Maybrit Illner“: Söder-Talk statt GroKo-Diskussion
Doch damit nicht genug. Söder musste sich auch den Angriffen des Journalisten Detjen erwehren. Der schoss mit fast jeder seiner Wortmeldungen kräftig gegen Söder. Als „großer Kraftmeier“ wolle er unbedingt an die Regierung kommen, sagte er und zog ein pessimistisches Fazit: „Wenn ich sehe, wie Herr Söder versucht, die Diskussion zu dominieren, dann wird mir klar, wie schwer diese Koalitionsverhandlungen werden.“
"Jamaika"-Kompromisse nicht Verhandlungsgrundlage @ManuelaSchwesig bei #illner
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Schwesig hatte irgendwann genug: „Herr Söder, Sie schaffen es wirklich, dass man sich Herrn Seehofer zurückwünscht.“ Lachen in der Runde und Applaus vom Publikum.
Am Ende hatte es Markus Söder geschafft, dass mehr über ihn, als über eine Große Koalition gesprochen wurde. Der Arbeitstitel des ZDF "Rote Linien, schwarze Blöcke – geht die SPD in die große Koalition?" wurde der Sendung nicht im Ansatz gerecht.