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Namen der Politiker veröffentlicht

Renten-Paket: Merz‘ Kanzlermehrheit steht, trotz Panne beim Auszählen und sieben Abweichlern

Der News-Ticker zum Renten-Showdown im Bundestag. Merz und Spahn können durchatmen. Das Rentenpaket erhält die absolute Mehrheit.

Update, 15:50 Uhr: Unter die Renten-Rebellen der Union hat sich auch ein weiterer bekannter Name gemischt. Roderich Kiesewetter, vor allem bekannt für seine klaren Positionen mit Blick auf den Ukraine-Krieg, hat bei der Abstimmung am Freitag seine Stimme nicht abgegeben. „Unter Abwägung der fehlenden parlamentarischen Mitgestaltung, der enormen langfristigen Kostenrisiken und der drohenden Überlastung unseres Haushalts ist meine Zustimmung nicht möglich“, erklärte er gegenüber dem Focus sein Abstimmungsverhalten.

Da bei der Abstimmung die einfache Mehrheit gereicht hätte, gefährdete Kiesewetter durch sein Verhalten nicht den Beschluss des Rentenpakets. Jedoch verweigerte er Kanzler Friedrich Merz somit seine Stimme für die geforderte Kanzlermehrheit.

Update, 14:57 Uhr: Bei der wichtigen Abstimmung über das Rentenpaket von Schwarz-Rot gab es offenbar eine kleine Panne bei der Auszählung. Vizepräsident Ramelow hatte das Ergebnis zunächst mit 319 Ja- zu 225 Nein-Stimmen verkündet. In der vom Bundestags veröffentlichten Liste zur namentlichen Abstimmung ist jedoch von 318 Ja- und 224 Nein-Stimmen die Rede.

Wie der Focus mit Verweis auf die Pressestelle des Bundestags berichte, handelt es sich dabei um eine Nachkorrektur infolge einer Nachzählung der Stimmen. Ramelow habe demzufolge korrekt die ihm vorliegenden Zahlen verkündet, die sich später jedoch als nicht korrekt herausstellten. Am Erreichen der Kanzlermehrheit ändert die Korrektur jedoch nichts. Diese hätte Schwarz-Rot auch mit 316 Stimmen gehabt.

Sieben Abweichler in der Union: Diese Abgeordneten stimmten gegen das Rentenpaket

Update, 14:29 Uhr: Sechs der sieben Abweichler beim Renten-Showdown im Bundestag kommen aus den Reihen der Jungen Gruppe. Damit hat genau ein Drittel der Jungen Gruppe am Ende an ihre Ablehnung zum Rentenpaket festgehalten. Die siebte Nein-Stimme kam vom Abgeordneten Nicolas Zippelius. Das geht aus der vom Bundestag veröffentlichten Liste zum namentlichen Abstimmungsverhalten hervor. Folgende Mitglieder der Unionsfraktion haben gegen das Rentenpaket gestimmt: 

  • Yannick Bury
  • Pascal Reddig
  • Marvin Schulz
  • Johannes Volkmann
  • Johannes Wiegelmann
  • Johannes Winkel
  • Nicolas Zippelius

Update, 14:16 Uhr: Sieben der 208 Unionsabgeordneten haben im Bundestag gegen das umstrittene Rentengesetz gestimmt. Zwei weitere enthielten sich, ein Abgeordneter gab seine Stimme nicht ab. Bei der SPD haben alle 120 Abgeordneten für das Rentenpaket votiert. Das geht aus den vom Bundestag veröffentlichten Listen hervor, auf denen das Abstimmungsverhalten der einzelnen Abgeordneten verzeichnet ist.

Die Kanzlermehrheit von 318 Ja-Stimmen kam somit allein durch die Stimmen der Regierungsfraktionen zustande. Die Abgeordneten der Linkspartei enthielten sich bei der Abstimmung wie angekündigt. Die Abgeordneten von AfD und Grüne votierten, wie zu erwarten, gegen das Rentenpaket oder gaben ihre Stimme nicht ab.

Bas zieht positives Fazit unter Rentenstreit – „Die Mehrheit steht“

Update: 13:59 Uhr: Auch aus SPD kommt ein positives Fazit: Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sieht die Koalition durch die klare Zustimmung des Bundestags zum Rentenpaket gestärkt. „Die Mehrheit steht“, sagte Bas am Freitag nach dem Votum des Bundestags. „Das ist gut für die Koalition, das stabilisiert.“ Bas gehe davon aus, dass alle anwesenden SPD-Abgeordneten dem Paket zugestimmt haben.

Es sei auch mit Blick auf weitere Projekte der Koalition „wichtig, dass wir eine eigene Regierungsmehrheit haben“. Bas stellte für das kommende Jahr eine längerfristige Reform des Rentensystems in Aussicht. „Jetzt beginnt auch die Arbeit für eine Strukturreform“, sagte sie.

Update, 13:55 Uhr: „Diese Koalition ist entscheidungsfähig“, lobt CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann bei einem Pressestatement nach der Abstimmung. Fraktionschef Jens Spahn (CDU) betonte, er kenne keine Fraktion, die eine so gute Streit- und Debattenkultur habe, wie die der Union.

Renten-Showdown im Bundestag: JU-Chef Winkel stimmte gegen Gesetzespaket

Update, 13:42 Uhr: JU-Chef Johannes Winkel bestätigt im Interview mit phoenix, dass er gegen das Rentenpaket gestimmt hat. Winkel – einer der führenden Renten-Rebellen in der Jungen Gruppe – hatte seine Haltung bereits am Montag öffentlich gemacht und nach eigenen Angaben nicht mehr geändert. Auch der Vorsitzende Jungen Gruppe Pascal Reddig hatte bei seinem Redebeitrag im Bundestag angekündigt, nicht für das Paket stimmen zu wollen.

Update, 13:35 Uhr: „Friedrich Merz hat mit allerletzter Kraft verhindert, dass diese Koalition aus der Kurve geflogen ist“, kritisiert Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann das Verhalten des Regierungschefs im TV-Sender phoenix. Es habe noch am Donnerstagabend eine erneute Forderung von Merz nach der Kanzlermehrheit bedarf, um die Mehrheit zu sichern, beklagt die Grünen-Abgeordnete.

Update, 13:29 Uhr: Das Ergebnis der Abstimmung ist sicherlich eine kleine Überraschung. Noch vor wenigen Tagen wurden 10 bis 20 Abweichlern allein innerhalb der Unionsfraktion gemeldet. Trotzdem konnte Schwarz-Rot sich die absolute Mehrheit im Bundestag für das Rentenpaket sichern. Unklar ist bislang, wie die Kanzlermehrheit zustande kam.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gibt bei einer namentlichen Abstimmung über das Rentenpaket seine Stimmkarte im Bundestag ab.

Konnten Kanzler Merz und Fraktionschef Spahn noch genügend Abweichler von der Zustimmung überzeugen oder haben Abgeordnete anderer Fraktionen für das Rentenpaket votiert und so die Mehrheit gesichert? Ob das Rentenpaket tatsächlich allein durch die Stimmen von Union und SPD die geforderte Kanzlermehrheit erhalten hat, wird das detailierte Ergebnis der namentlichen Abstimmen zeigen.

Renten-Showdown im Bundestag entschieden – Durchatmen bei Jens Spahn und Friedrich Merz

Update, 13:21 Uhr: Ramelow verkündet das Ergebnis der Renten-Abstimmungen. 318 Abgeordnete haben sich für das Rentenpaket ausgesprochen. 53 Abgeordnete enthielten sich, 224 stimmten gegen die Vorlage. Damit erreicht Schwarz-Rot die sogenannte „Kanzlermehrheit“ von 316 Stimmen. Merz und Spahn können erst einmal durchatmen.

Update, 13:17 Uhr: Der letzte Redner des laufenden Tagesordnungspunkts tritt ans Rednerpult im Bundestag. Danach dürfte das Ergebnis der Abstimmung über das Rentenpaket bekannt gegeben werden.

Update, 13:05 Uhr: Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow hat die Abstimmung über das Rentenpaket offiziell geschlossen. Die Auszählung läuft. Das Ergebnis soll nach dem aktuellen Tagesordnungspunkt bekanntgegeben werden – also wohl in etwa 10 bis 20 Minuten.

Update, 12:55 Uhr: Für Friedrich Merz ging es im Bundestag beim Rentenpaket ums Ganze für die Stabilität seiner schwarz-roten Koalition - ins Plenum kam der Kanzler allerdings erst etwa 50 Minuten nach Beginn der Debatte. Der CDU-Chef setzte sich auf seinen Platz auf der Regierungsbank neben Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), da hatten schon Rednerinnen und Redner aller Fraktionen gesprochen.

Renten-Showdown im Bundestag – namentliche Abstimmung läuft

Update, 12.40 Uhr: Die Redebeiträge zum schwarz-roten Rentenpaket sind beendet, nun kommt es im Bundestag zur Renten-Abstimmung.

Update, 11:52 Uhr: SPD-Fraktionsvize Dagmar Schmidt warb zu Beginn der Renten-Debatte für die umstrittene Stabilisierung des Rentenniveaus, die für ihre Partei „besonders wichtig“ sei. „Das ist uns wichtig, weil wir damit ein Sozialstaatsversprechen erneuern“, sagte Schmidt. „Die Menschen wollen, dass man sich auf die Rente verlassen kann, wenn man sein ganzes Leben Beiträge gezahlt hat.“

Vor der Renten-Abstimmung sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU), dass er mit der geschlossenen Zustimmung der Koalitionsfraktionen zu dem unionsintern umstrittenen Rentenpaket rechne. „Die Koalitionsfraktionen werden geschlossen abstimmen, und die entsprechende Mehrheit wird auch erreicht werden“, so Wadephul. „Diese Koalition ist absolut stabil, das wird sich heute auch in der Abstimmung zeigen.“

Koalitionsfraktionen vor Renten-Abstimmung so gut wie komplett

Update, 11:11 Uhr: Die Koalitionsfraktionen gehen heute laut eigenen Angaben fast vollzählig in die Renten-Abstimmung im Bundestag. Die Unionsfraktion erklärte, dass die Anwesenheit aller 208 Abgeordneten erwartet werde. In der SPD-Fraktion geht man von einem Krankheitsfall unter den 120 Abgeordneten aus. Somit wären 327 Abgeordnete der schwarz-roten Koalition anwesend – elf mehr als die von Kanzler Merz als Ziel ausgegebene absolute Mehrheit von 316 Stimmen.

In rund 10 Minuten beginnen die Beratungen zum Rentenpaket, anschließend folgt die namentliche, mit Spannung erwartete Abstimmung im Bundestag. Mit einem Ergebnis wird am frühen Nachmittag gerechnet. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion Mathias Middelberg gestehte im phoenix-Interview vor der Abstimmung im Bundestag zum Rentenpaket der Koalition ein, dass die Junge Gruppe „inhaltlich sehr gute Argumente“ habe. Er hoffe dennoch auf eine „stabile Mehrheit“.

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

Reichinnek wettert wegen Renten-Abstimmung gegen die Union

Update, 10:32 Uhr: Vor der heutigen Renten-Abstimmung im Bundestag hat sich Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek zur Erhaltung ihrer Partei geäußert. Man rette nicht „Herrn Merz“, sondern „die Rente von 21 Millionen Menschen in diesem Land“, sagte sie in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv. Es gehe nicht um Machtstrategien. „Wir werden ganz sicher nicht zulassen, dass die Union ihre Machtspielchen auf dem Rücken der Rentnerinnen und Rentner ausführt.“

Mit der Union habe die Partei nicht gesprochen, „weil es hier einfach weder um Herrn Merz noch um Herrn Spahn noch um die Union an sich geht. Es geht darum, wie wir etwas für die Menschen in dem Land erreichen können“, sagte Reichinnek über Kanzler Friedrich Merz und Unionsfraktionschef Jens Spahn. Dennoch sagte sie, für die Union gebe es nichts Schlimmeres, als wenn das Rentenpaket nur durch die Enthaltung der Linken zustande komme.

Update, 9:26 Uhr: Die Union gibt sich optimistisch bei der heutigen Renten-Abstimmung im Bundestag. Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) denkt sogar schon an die kommenden Projekte – und kündigte jetzt eine „Manöverkritik“ an. Nach den internen Streitereien um die Rente müsse die Fraktion beraten, wie es in Zukunft besser laufen könne, sagte Bilger dem Nachrichtenportal Web.de.

„Für das neue Jahr wäre es sicher gut, öffentliche Diskussionen zu vermeiden“, sagte Bilger. „Wir werden Prozesse verbessern, um aufkommende Probleme frühzeitiger zu erkennen – wie zum Beispiel bei der Weiterbearbeitung von Kabinettsbeschlüssen im parlamentarischen Verfahren.“ Am Dienstag (2. Dezember) fand eine Probeabstimmung in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion statt, bei der offenbar etwa 15 Abgeordnete gegen die Rentenvorlage stimmten. Seitdem laufen intensive Gespräche mit den Kritikern, um ein Scheitern des Vorhabens zu verhindern.

Vor Renten-Abstimmung im Bundestag: SPD-Ministerpräsidentin kritisiert Union

Update, 8:40 Uhr: Vor der Renten-Abstimmung im Bundestag hat Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) der Union vorgeworfen, das Handwerk des Regierens nicht zu beherrschen. „Die Bundesregierung insgesamt ist in schwerem Fahrwasser, aber das liegt aktuell ja wirklich nicht an der SPD“, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Zuspruch zur Koalition könne besser sein, wenn die Regierungstechnik stimmen würde.

„Die Union zeigt, wie hinderlich es sein kann, wenn man seinen Laden nicht zusammenhält“, so Rehlinger. Die Bürger erwarteten, dass die Bundesregierung ihre Arbeit mache und sich nicht in wochenlangen Streitereien ergehe. Sie gehe aber davon aus, dass die Rentenreform heute beschlossen wird, sagte die stellvertretende SPD-Chefin.

Klingbeil pocht auf eigene Mehrheit bei Renten-Abstimmung im Bundestag

Erstmeldung vom 5. Dezember: Berlin – Die Diskussion um das Rentenpaket war intensiv und langwierig. Am heutigen Freitag (5. Dezember) wird im Bundestag darüber entschieden. Noch in letzter Minute fühlten sich viele verpflichtet, zu warnen. Vizekanzler Lars Klingbeil nahm diese Woche eine Einladung zur ARD-Sendung „Maischberger“ an und äußerte seine Bedenken. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) warnte am Dienstag in der Fraktionssitzung. Die Linke spielt jedoch mittlerweile eine entscheidende Rolle.

Klingbeil warnte die schwarz-rote Koalition in der Polit-Talkshow davor, sich bei der Abstimmung über das Rentenpaket im Bundestag auf die Unterstützung der Linkspartei zu verlassen. „Es geht jetzt darum, bis Freitag auch eine eigene Mehrheit zu organisieren“, betonte der SPD-Politiker.

Merz warnt vor der Renten-Abstimmung heute: „Alles andere führt uns ins Elend“

Bei einer Probeabstimmung in der Unionsfraktion gab es am Dienstag auch Gegenstimmen. Merz warnte – mit Blick auf die „Renten-Rebellen“ – in der Fraktionssitzung davor, dass ein Scheitern der Abstimmung Deutschland und Europa destabilisieren könnte. „Ich akzeptiere hier, in unserem Kreis, jede Nein-Stimme und jeden Zweifel. Aber da unten (im Plenum des Bundestags) brauchen wir eine stabile politische Mehrheit. Alles andere führt uns ins Elend“, erklärte er laut Informationen aus seinem Umfeld.

Renten-Abstimmung: Kein Ende der Zitterpartie

Die Linken-Fraktion hat sich entschieden, sich bei der Bundestagsabstimmung über das umstrittene Rentenpaket zu enthalten, was die Verabschiedung des Gesetzes mit den Stimmen der Koalition erheblich erleichtert. Ein Hintergrundbericht der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media erläutert, warum Merz und Spahn weiterhin besorgt sein müssen.

In der Sache können Merz und Unions-Fraktionschef Jens Spahn wahrscheinlich aufatmen. Dennoch könnte die Abstimmung für die beiden CDU-Politiker eine Zitterpartie werden – für Kanzler und Fraktionschef geht es am heutigen Freitag nach wochenlangem Ringen um mehr als nur ein Rentenpaket, heißt es im Bericht.

Vor Renten-Abstimmung heute: Merz erhöht Druck auf „Rebellen“

Trotzdem will die Führung der Unionsfraktion bis zur Abstimmung am Freitagmittag um jede einzelne Stimme kämpfen. „Wir wollen eine eigene Mehrheit sicherstellen und verlassen uns nicht darauf, was die Opposition tut oder nicht tut“, sagte Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) zu t-online.

Denn von der Linken will man sich nicht helfen lassen. Die CDU hat eine koalitionsähnliche Zusammenarbeit mit der Partei 2018 mit einem Parteitagsbeschluss ausgeschlossen. Bei der letzten Abstimmungskrise der schwarz-roten Koalition im Sommer – bei der Wahl neuer Richter für das Bundesverfassungsgericht – hatte sich die Union geweigert, Gespräche mit der Linken über die Sicherung der notwendigen Zweidrittelmehrheit zu führen.

Abstimmung über Rente: Schwarz-Rot hofft auf Kanzlermehrheit

Die absolute Mehrheit aller 630 Abgeordneten im Bundestag liegt bei 316 Stimmen. Diese wird auch Kanzlermehrheit genannt, da sie bei der Kanzlerwahl oder Vertrauensfrage erforderlich ist. Ein klares Zeichen des Zusammenhalts und der Stabilität der Koalition wäre erst bei Erreichen dieser Marke gegeben, auch wenn weniger Stimmen zur Verabschiedung des Gesetzes ausreichen würden.

Der Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sieht ein Rentenniveau – also das Verhältnis der gesetzlichen Rente eines Standardrentners mit 45 Beitragsjahren zum Durchschnittsverdienst aller Erwerbstätigen – von 48 Prozent bis 2031 vor, was in der Koalition unstrittig ist. Zudem ist vorgesehen, dass das Rentenniveau auch ab 2032 höher liegt als ohne dieses Gesetz. Diesen Punkt lehnen die jungen Unionsabgeordneten ab, da es ihrer Meinung nach inakzeptable Kosten in dreistelliger Milliardenhöhe verursachen würde. (Redaktion mit Nachrichtenagenturen)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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