Wahl in Baden-Württemberg 2026

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Özdemir strebt Kretschmann-Nachfolge an

Landtag von Baden-Württemberg
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Am 8. März wählt Baden-Württemberg einen neuen Landtag. Insgesamt treten laut Innenministerium 21 Parteien an. An erster Stelle auf den Stimmzetteln werden die Grünen stehen. Dahinter folgen CDU, SPD, FDP, AfD und die Linke. Auch die Landesliste des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) wurde für die Landtagswahl zugelassen. Wahlberechtigt sind nach Schätzung des Statistischen Landesamtes rund 7,7 Millionen Menschen.
Kretschmann hält seine letzte Rede im Parlament
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Wenn die Menschen in Baden-Württemberg am 8. März ihre Stimme abgeben, endet eine politische Ära im Südwesten: Winfried Kretschmann tritt nicht mehr an. Nach 15 Jahren als Ministerpräsident steht sein Name diesmal nicht mehr auf dem Stimmzettel. Die Fußstapfen sind groß, zumindest wenn man das Ansehen Kretschmanns in Politik und Volk betrachtet.
Landesparteitag Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg
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Er will Kretschmanns Erbe antreten: Cem Özdemir (hier zusammen mit dem Regierungschef beim Landesparteitag im Dezember 2025). Gerne betont Özdemir seine lange Erfahrung auf verschiedenen Ebenen der Politik. Es sei sicher kein Fehler, wenn der Ministerpräsident von Baden-Württemberg sich in Berlin, Brüssel und Washington, DC, nicht verlaufe und auch schon mal ein Ministerium von innen gesehen habe, sagte der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister im Wahlkampf.
Wahlkampagne der Grünen für die Landtagswahl
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Die Grünen setzen bei ihrer Kampagne jedenfalls voll auf die Bekanntheit und politische Erfahrung ihres Spitzenkandidaten. Auf ihre Wahlplakate schreibt die Partei denn auch den Slogan „Özdemir – Der kann es“. Dagegen sind der Name und das Logo der Partei nicht oder nur klein zu sehen. Inhaltlich setzen die Grünen bei ihren Plakaten auf die Themen Wirtschaft, Klima und Bildung.
Landesparteitag Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg
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Özdemir nennt sich selbst einen „anatolischen Schwaben“. Er wurde 1965 in Bad Urach als Sohn türkischer Gastarbeiter geboren. Inzwischen ist der gelernte Erzieher, der später Sozialpädagogik studierte und seit 1981 Mitglied der Grünen ist, Ehrenbürger seiner Heimatstadt.
Cem Özdemir und Flavia Zaka
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Özdemir gilt als Vertreter des pragmatischen Realo-Flügels und hatte immer wieder Konflikte mit seiner eigenen Partei, zuletzt beim Thema Migration oder beim Umgang mit dem Verbrenner-Aus. Özdemir hat mit seiner Ehefrau zwei Kinder, 2023 gab das Paar seine Trennung bekannt. Inzwischen ist er mit der kanadischen Juristin Flavia Zaka (im Bild) liiert.
Manuel Hagel
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Die CDU schickt Manuel Hagel ins Rennen. Kretschmanns Erbe werde bei den Christdemokraten in guten Händen sein, sagte Hagel schon vor langer Zeit. Es gehe um „Wirtschaft, Wirtschaft, Wirtschaft“, sagt Hagel gerne und tourt im Wahlkampf unermüdlich von einem Mittelständler zum nächsten.
Wahlkampagne der CDU für die Landtagswahl
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Die CDU inszeniert ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Baden-Württemberg als Kumpel von nebenan. „Ein Kandidat aus der Mitte des Landes. The Normal One“, sagte beispielsweise der baden-württembergische CDU-Generalsekretär Tobias Vogt bei der Vorstellung der Kampagne in Stuttgart. Die Wahlplakate konzentrieren sich vor allem auf den CDU-Landes- und Fraktionschef. Im Gegensatz zum grünen Koalitionspartner finden sich auf allen CDU-Plakaten zudem der Name der Partei in schwarzen Buchstaben und das Logo.
CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel bekommt „Goldene Narrenschelle“
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Mitten im Wahlkampf durfte sich Hagel über die „Goldene Narrenschelle“ der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) freuen. Die Auszeichnung hatten in den Jahren zuvor auch Winfried Kretschmann (Grüne), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sowie Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir bekommen. Hagel ist seit Kindesbeinen als Narr der Narrenzunft Spritzenmuck in seiner Heimatstadt Ehingen aktiv.
63. Landespresseball Baden-Württemberg 2025
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Der gläubige Katholik will für einen modernen Konservatismus stehen. Der Vater von drei Kindern (hier im Bild mit seiner Ehefrau Franziska) machte eine Ausbildung zum Bankkaufmann, arbeitete sich dann zum Sparkassendirektor in seiner Heimat hoch. Seit 2016 sitzt Hagel im Landtag. Er hat seitdem eine steile politische Karriere hingelegt: CDU-Generalsekretär, Fraktionschef, Landesvorsitzender. Die CDU soll „politische Heimat der Fleißigen“ sein, sagt Hagel.

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 ist die erste seit Jahren ohne Winfried Kretschmann. Wer wird sein Nachfolger? Die Spannung ist groß – auch weil erstmals ein neues Wahlrecht gilt. Eine Vorschau in Bildern.

Stuttgart – Das Wahljahr 2026 beginnt im Südwesten. Am 8. März können die Menschen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ihre Stimme abgeben. Indirekt entscheiden sie dabei auch, wer nächster Ministerpräsident von Baden-Württemberg wird. Amtsinhaber Winfried Kretschmann (Grüne) tritt nach drei Amtszeiten nicht mehr an. Chancen, ihn zu beerben, haben CDU-Landeschef Manuel Hagel und Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir.

Für die Grünen steht bei der Wahl diesmal besonders viel auf dem Spiel. Bisher stellen sie in Baden-Württemberg den einzigen Regierungschef. Damit könnte es bald vorbei sein. Dagegen wittern die Christdemokraten ihre Chance: Jahrzehntelang regierten sie den Südwesten, bis sie 2011 von den Grünen entthront wurden. Nun hofft die Partei auf die Rückkehr an die Macht. Die aktuellen Umfragen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg sehen die CDU jedenfalls vor den Grünen. Die AfD dürfte stärkste Oppositionspartei werden – keiner will mit den Rechten koalieren. Die SPD folgt in den Umfragen auf Platz vier.

FDP raus, Linke rein? Landtagswahl Baden-Württemberg 2026 sorgt für Spannung

Auch die Zusammensetzung des Landtags könnte sich ändern. Klar ist, dass die Fünf-Prozent-Hürde in diesem Jahr eine besondere Bedeutung bekommt. Das liegt vor allem an der FDP, die erstmals in der Geschichte in ihrem Stammland aus dem Landtag fliegen könnte. Die Linke wiederum, bisher in der außerparlamentarischen Versenkung, könnte erstmals überhaupt den Sprung ins Parlament in Baden-Württemberg schaffen.

Spannend wird die Wahl auch deswegen, weil erstmals ein neues Wahlrecht greift. Die Menschen haben – wie bei der Bundestagswahl – nun zwei Stimmen, mit denen sie einen Kandidierenden im Wahlkreis und eine Partei wählen können. Neu ist auch, dass erstmals Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren abstimmen dürfen.

Landtagswahl Baden-Württemberg 2026 ist Auftakt ins Superwahljahr

Nicht zuletzt kommt noch eine bundespolitische Strahlkraft hinzu. Die Landtagswahl in Baden-Württemberg ist die erste von fünf Landtagswahlen in einem dichten Superwahljahr 2026 – damit kann sie Signalwirkung entfalten, die weit über die Landesgrenzen hinausreicht. Die Strategen in den Parteizentralen in Berlin dürften deshalb am 8. März genau hinschauen, was bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg geschieht. (Quellen: dpa, AFP) (cs)

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