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News im Ticker

Mullah-Regime schlägt Iran-Proteste brutal nieder – USA sprechen neue Sanktionen aus

Nach der blutigen Niederschlagung der Proteste sitzt der Schock tief. Der Zugang zum Internet ist im Land weiter blockiert. Die aktuelle Lage im Iran im Ticker.

Update, 6:45 Uhr: Nach den Drohungen gegen den Iran verstärken die USA Medienberichten zufolge ihr Militär in Nahost. Die New York Times berichtete unter Berufung auf zwei US-Beamte, der Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ und einige Begleitschiffe seien auf dem Weg vom Südchinesischen Meer in die Region. Bis zur Ankunft dauere es etwa eine Woche. Außerdem würden zusätzliche Waffen und Verteidigungsausrüstung dorthin gebracht. Es könnten Kampfflugzeuge folgen. Auch das US-Medium Axios berichtete, der Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ sei auf dem Weg in die Region. Eine Bestätigung des Pentagons gab es zunächst nicht.

Weißes Haus: 800 Hinrichtungen im Iran abgesagt

Update, 16. Januar, 5:15 Uhr: Donald Trump beobachtet die ⁠Lage im Iran genau. ⁠Das teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, ‍mit. Der US-Präsident und sein ⁠Team hätten Teheran gewarnt, dass es schwerwiegende ‍Konsequenzen geben werde, sollte es Tötungen durch die Niederschlagung der Proteste ‌geben. Nach Angaben des US-Präsidialamtes hat der Iran 800 Hinrichtungen ausgesetzt.

Update, 23 Uhr: Die Vereinten Nationen haben den Iran aufgefordert, jegliche geplanten Hinrichtungen von Protest-Teilnehmern aufzuhalten und alle Todesfälle unabhängig und transparent aufzuklären. Die Situation im Iran sei „zutiefst beunruhigend“, sagte die stellvertretende UN-Generalsekretärin für Afrika, Martha Pobee, bei einer Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen in New York. Das Treffen war auf Bitten der USA angesetzt worden.

UN-Generalsekretär António Guterres rufe alle Beteiligten zu größtmöglicher Zurückhaltung auf, sagte Pobee weiter. Er bleibe überzeugt, dass alle den Iran betreffenden Angelegenheiten am besten durch Diplomatie und Dialog gelöst werden könnten.

Update, 19:45 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich zurückhaltend zu möglichen Militäreinsätzen der USA oder Israels gegen die iranische Staatsführung geäußert. „Ich kann die Aktivitäten anderer Länder nicht kommentieren. Es liegt an ihnen, zu entscheiden, was sie tun“, sagte die deutsche Spitzenpolitikerin am Rande politischer Gespräche in Zypern.

Gleichzeitig kündigte von der Leyen neue EU-Sanktionen gegen Verantwortliche für die brutale Niederschlagung der Proteste im Iran an. „Die Tötung junger Menschen ist eine menschliche Tragödie“, betonte sie und erklärte, die Sanktionen sollten dabei helfen, ein Ende der derzeitigen Regierung herbeizuführen.

Proteste im Iran: USA bereit neue Sanktionen gegen Mullah-Regime vor

Update, 18:30 Uhr: Die USA haben neue Sanktionen gegen iranische Sicherheitsverantwortliche wegen der brutalen Niederschlagung der Proteste im Iran verhängt. Betroffen sind unter anderem der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Laridschani, sowie vier Regionalkommandeure der Sicherheitskräfte, wie US-Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag mitteilte.

Die US-Regierung von Donald Trump hat wegen der brutalen Niederschlagung der Proteste neue Sanktionen gegen die iranische Führung angekündigt.

Die Strafmaßnahmen richten sich gegen Verantwortliche, die das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten organisiert haben sollen. In der Provinz Fars hätten Sicherheitskräfte „unzählige friedliche Demonstranten getötet“, erklärte das US-Finanzministerium. Zusätzlich wurden 18 Personen und Einrichtungen sanktioniert, die über „Schattenbanken“ Milliardensummen aus iranischen Ölverkäufen waschen sollen.

Mullah-Regime geht brutal gegen Demonstranten vor – Experte rechnet dennoch mit weiteren Protesten im Iran

Update, 17:02 Uhr: Israelische Experten haben trotz der blutigen Niederschlagung weiterhin Hoffnung auf anhaltende Proteste im Iran. Der persisch-israelische Journalist Menasche Amir sagte dem israelischen Kan-Sender, die „Gründe für die Demonstrationen sind tief verwurzelt“ und das Regime werde fallen.

Obwohl es laut Amir in den vergangenen Tagen zu einem „Massenmord“ mit Tausenden Toten gekommen sei, könnten die Proteste im Iran in Form von zivilem Ungehorsam weitergehen. Der Iran-Experte Raz Zimmt sieht Anzeichen für eine „langanhaltende revolutionäre Situation“ mit sporadischen Ausbrüchen.

Update, 15:50 Uhr: Der Konflikt zwischen Iran und den USA scheint sich vorerst etwas zu entspannen. Wie die Financial Times mit Verweis auf drei Personen aus dem Umfeld arabischer Regierungen meldet, hätten „intensive diplomatische Bemühungen“, Donald Trump von einem Angriff auf den Iran abzuhalten, vorerst für eine Deeskalation der Lage gesorgt.

„Die Lage hat sich vorerst beruhigt“,“ zitiert die Financial Times eine namentlich nicht genannte Quelle zu den jüngsten Entwicklungen. „Die USA geben sich Zeit für Gespräche mit dem Iran, um zu sehen, wie es weitergeht.“ Trump hatte mit einem Beitrag auf Truth Social am Dienstag für Gerüchte über einen zeitnahen Angriff gesorgt. Der US-Präsident kündigte in Richtung der Demonstranten an: „HILFE IST AUF DEM WEG.“

Reaktion auf Massenproteste im Iran – Trump soll vorerst auf Angriff verzichten

Update, 15:06 Uhr: US-Präsident Donald Trump soll dem Iran mitgeteilt haben, dass er nicht plane, das Land anzugreifen. Im Gegenzug soll er Teheran zur Zurückhaltung aufgefordert haben. Das teilte der iranische Botschafter in Pakistan, Reza Amiri Moghadam, am Donnerstag mit, wie das pakistanische Medium Dawn berichtet.

Der Diplomat erklärte bei einem Besuch der nationalen Rahmatul-lil-Alameen-Behörde, er habe gegen 1 Uhr morgens Informationen erhalten, wonach Trump keinen Krieg wolle und den Iran gebeten habe, US-Interessen in der Region nicht anzugreifen. Moghadam bezeichnete die anhaltenden Proteste im Iran als die „schlimmsten in der Geschichte des Landes“, betonte aber, die Lage sei nun „vollständig unter Kontrolle“.

Gewalt bei Protesten im Iran in „beispiellosem Ausmaß“

Update, 14:19 Uhr: Nach Ansicht von Menschenrechtsaktivisten hat die iranische Regierung mit beispielloser Schärfe gegen die Proteste im Land reagiert. „Die Repression gegen die landesweiten Proteste im Iran hat zu massenhaften Tötungen in einem bislang beispiellosen Ausmaß geführt“, berichtete die Organisation Amnesty International laut dpa. Als Nachweis dienten „verifizierte Videos und Informationen von Augenzeug*innen“. Es lägen beispielsweise Indizien vor, dass Ordnungskräfte systematisch unbewaffnete Demonstranten gezielt in Kopf und Oberkörper beschossen hätten.

Amnesty rief die UN-Mitgliedsstaaten zu sofortigen Ermittlungen und zur Einleitung von Strafverfahren gegen die Verantwortlichen auf. „Selbst gemessen an der düsteren Bilanz der iranischen Behörden bei der Niederschlagung früherer Protestwellen sind die Schwere und das Ausmaß der aktuellen Tötungen und Repressionen beispiellos“, erklärte Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland. Die Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Hauptsitz in Oslo schätzte die Anzahl der getöteten Demonstranten auf 3.428. Die reale Zahl könne erheblich höher sein. Unabhängig verifizieren lassen sich die Zahlen gegenwärtig nicht.

Proteste im Iran: G7 reagieren auf Entwicklungen

Update, 13:57 Uhr: In einer kollektiven Erklärung drückten die Außenminister Kanadas, Frankreichs, Deutschlands, Italiens, Japans, Großbritanniens und der USA zusammen mit dem Hohen Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik ihre große Besorgnis über die Entwicklungen bezüglich der Proteste aus und betonten ihre entschiedene Ablehnung der verschärften brutalen Repressionen der iranischen Behörden gegen das iranische Volk. Die am Donnerstag auf der Website der EU veröffentlichte Stellungnahme erklärt, dass die G7-Nationen zutiefst erschüttert über die hohe Zahl der gemeldeten Toten und Verletzten seien und den systematischen Einsatz von Gewalt durch iranische Sicherheitskräfte gegen die Protestierenden verurteilen.

Update, 12:33 Uhr: Irans Regierung fühlt sich laut US-Analysten durch die jüngsten Massendemonstrationen im Land existenziell bedroht. „Das iranische Regime betrachtet die Proteste als eine Vorstufe zur Revolution, die es vollständig und unverzüglich niederschlagen muss“, heißt es in einer Einschätzung des Critical Threats Project (CTP), das von den in Washington ansässigen Denkfabriken Institute for the Study of War (ISW) und American Enterprise Institute betrieben wird.

Gewaltsame Handlungen von Protestteilnehmern könnten die Sichtweise der politischen Spitze bestärken, dass Demonstrationen zu einer Revolution führen könnten. Die Staatsführung werde diesen Aufstand vermutlich erfolgreich beenden können. Voraussetzung dafür sei allerdings die Loyalität der Sicherheitskräfte. Die Führung habe jegliche Anstrengungen eingestellt, „zwischen legitimen wirtschaftlichen Protesten und illegitimen Protesten“ gegen die Staatsführung zu unterscheiden, konstatierten die Experten weiter.

Warnung vor Eskalation wegen Iran-Protesten: USA verlegen Flugzeugträger

Update, 11:23 Uhr: US-Medienberichten zufolge verfügen die Vereinigten Staaten wegen der Druckstrategie der Trump-Regierung gegenüber Venezuela über keine im Nahen Osten oder in Europa positionierten Flugzeugträger. Das Pentagon befahl allerdings dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und seiner Kampfgruppe, vom Südchinesischen Meer in den Nahen Osten zu fahren, wie der amerikanische Fernsehsender NewsNation berichtete.

Update, 10:05 Uhr: Die iranischen Justizbehörden haben Berichte zurückgewiesen, nach denen der inhaftierte Protestteilnehmer Erfan Soltani hingerichtet werden soll. Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders IRIB wurde der 26-Jährige nicht zu einer Todesstrafe verurteilt. Die Befürchtungen um Soltanis Schicksal hatten sich in den letzten Tagen verschärft, nachdem das US-Außenministerium, seine Angehörigen und Menschenrechtsorganisationen erklärt hatten, die iranischen Behörden planten die Hinrichtung des Mannes.

Iran-Proteste flachen ab: Mullah-Regime hat Spezialeinheiten im Einsatz

Update, 9:25 Uhr: Nach Einschätzung eines Al-Jazeera-Reporters in Teheran beruhigen sich die Proteste im Iran zunehmend. Ursächlich sind wohl mehrere Gründe: Das Mullah-Regime hat in den vergangenen Tagen die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verschärft. Inzwischen sollen auch Spezialeinsatzkräfte gegen Demonstranten vorgehen. Ein anderer Grund ist, dass viele Protestierende, die gegen die wirtschaftliche Lage auf die Straße gegangen waren, sich inzwischen zurückgezogen haben. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung über die wirtschaftliche Verschlechterung besteht jedoch weiterhin.

Lage im Iran: Sieben Tage ohne Internet

Update, 9:04 Uhr: Der Iran hat das Internet für seine Bevölkerung bereits den siebten Tag in Folge komplett abgeschaltet. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete auf der Plattform X, dass die Internetsperre inzwischen länger als 156 Stunden andauere.

Das Informationsvakuum führe gleichzeitig zu einer Verstärkung von regimefreundlichen Accounts und KI-Fälschungen, wie Netblocks mitteilte. Berichten zufolge umgehen einige Menschen den Blackout per Starlink-Satelliteninternet – vorausgesetzt, sie konnten die dafür notwendigen Terminals illegal einführen. Ausnahmen von der Sperre gelten lediglich für Sicherheitskräfte und ausgewählte Staatsmedien.

Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran

Haft-e Tir in Teheran
Am 13. Juni 2025 startete die israelische Armee Luftangriffe auf die Islamische Republik Iran unter dem Codenamen „Operation Rising Lion“. Ziel der Angriffe waren die Atomanreicherungsanlagen des Landes sowie Zentren der Macht des Mullah-Regimes. Doch auch Irans Hauptstadt Teheran geriet unter Beschuss, wie dieses Bild einer Frau auf dem Haft-e Tir Platz in Teheran zeigt. © afp
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu
Befohlen hatte Israels Angriff auf den Iran Premierminister Benjamin Netanjahu. Er begründete den Angriff auf das Mullah-Regime mit der atomaren Gefahr, die von diesem für den jüdischen Staat ausgehen würde. Teheran sei kurz davor, eine Atombombe fertigzustellen. Und solange der Iran die Vernichtung Israels als Teil seiner Staatsdoktrin verstehe, könne man mit Blick auf den Iran in Jerusalem kein Risiko eingehen. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück.
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück. Unter dem Codenamen „Operation True Promise III“ flogen Raketen Richtung Israel, die auch die Regionen rund um Tel Aviv trafen. Hier zu sehen ist ein Rettungshelfer mit einem Kind auf dem Arm in der Stadt Ramat Gan, einem Vorort der Millionenmetropole am Mittelmeer. © Ilia Yefimovich/dpa
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm.
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm. Laut unbestätigten Meldungen sollen im Iran bis zum 16. Juni 2025 etwa 800 Menschen getötet worden sein. In Israel sollen nach offiziellen Angaben acht Menschen infolge der Raketenangriffe aus dem Iran gestorben sein. © Oded Balilty/dpa
Nahostkonflikt - Trump über Angriff auf iranische Atomanlagen
Doch wer sind die wichtigsten Akteure im Israel-Iran-Krieg? Und gibt es eine Opposition im Mullah-Regime? Antworten auf diese Frage finden Sie in den folgenden Bildern. Neben dem bereits erwähnten Benjamin Netanjahu steht auf der einen Seite Donald Trump. Der US-Präsident befahl am 22. Juni 2025 einen koordinierten Angriff aus der Luft und von der See auf die Atomanreicherungsanlagen des Iran. Die Operation lief unter dem Codenamen „Operation Midnight Hammer“. Die US-Streitkräfte nahmen die iranischen Atomanlagen in Fordo, Natanz und Isfahan unter Beschuss. Laut Trump, hier bei der Verkündung der Operation und in Begleitung von Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth, wurden alle drei Anlagen vollständig zerstört. © Carlos Barria/dpa
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras. Hegseth nannte die Militäroperation gegen den Iran einen vollen Erfolg. An dem Angriff waren laut dem Verteidigungsministerium insgesamt rund 125 Flugzeuge beteiligt, darunter sieben B-2-Bomber, mehrere Tankflugzeuge sowie Aufklärungs- und Unterstützungsmaschinen Ebenfalls beteiligt an dem Angriff war laut Hegseth ein U-Boot, das im Golf von Oman stationiert war und insgesamt 30 Tomahawk-Raketen auf Ziele im Iran abfeuert. © Alex Brandon/dpa
Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu
Ein weiterer Protagonist im eskalierenden Nahostkonflikt ist Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu. Beide gehören der rechtskonservativen Likud-Partei an. Katz gilt parteiintern als Konkurrent Netanjahus. In Sachen israelischer Außenpolitik vertritt er aber ähnliche Position. So lehnt Katz, hier bei einem Truppenbesuch an der israelischen Grenze zum Libanon, eine Zweistaatenlösung im Konflikt mit den Palästinensern ebenso ab wie Netanjahu. © Ariel Hermoni/dpa
Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari
Ein mächtiger Mann im Iran ist Verteidigungsminister und Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari bei einer Sitzung im Hauptquartier in der iranischen Stadt Zolfaghar. Hatami drohte Israel nach deren Raketenangriff mit Vergeltung und warf der „zionistischen Armee“ Versagen im Bodenkampf vor, weshalb sie ihre Angriffe auf die Luft beschränken würden. © imago
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani. Er war seit 1998 Kommandeur der Quds-Einheit, einer Unterabteilung der iranischen Revolutionsgarde, die Spezialeinsätze außerhalb des Irans durchführt. Er galt als Vertrauter von Ajatollah Ali Chamenei und als einer der Hauptverantwortlichen für die Ausweitung des iranischen Einflusses auf weite Teile des Nahen Ostens. Am 3. Januar 2020 wurde Soleimani während eines Besuch im benachbarten Irak auf Befehl von US-Präsident Donald Trump von einer Drohne des US-Militärs getötet. An jedem Jahrestag veranstaltet das Mullah-Regime in Teheran eine große Gedenkdemonstration. © Ameer Al Mohammedaw/dpa
Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden
Nach dem Tod von Qasem Soleimani wurde sein Stellvertreter Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden des Iran ernannt. © imago
Der mächtigste Mann auf der anderen Seite ist Irans „Oberster Führer“ Ajatollah Ali Chamenei.
Der mächtigste Mann im Iran ist der „Oberste Führer“ Ajatollah Ali Chamenei. Der Anführer des Mullah-Regimes, hier bei einer Zeremonie im Rahmen des „Festivals der Engel“ im Jahr 2023, ist seit 1989 das politische und religiöse Oberhaupt des schiitisch geprägten Iran. Diese Position macht Chamenei auch zum „Revolutionsführer“. Er ist außerdem die höchste geistliche Instanz im Range eines Ajatollah und der Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte in der Islamischen Republik Iran. © imago
Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini.
Sein Vorgänger im Amt des Ajatollahs war Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini. Er führte die Islamische Republik Iran seit der Islamischen Revolution 1979 bis zu seinem Tod 1989 an. Hier betet Khomeini im französischen Exil, aus dem heraus er die Revolution in seinem Heimatland organisierte, und das er erst am 1. Februar 1979 in Richtung des Iran wieder verließ. © imago
Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran
Dem obersten Führer des Landes kommt auch die Aufgabe zu, die Präsidentschaftswahlen im Iran zu eröffnen. Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran. In der Hochsicherheitszone der Hauptstadt der islamischen Republik gab das Staatsoberhaupt seine Stimme ab. © Arne Immanuel Bänsch/dpa
Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009
Von einer freien Wahl kann bei der Präsidentschaftswahl im Iran aber keine Rede sein. Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009, entscheidet unter dem Vorsitz des Ajatollahs, welche Kandidaten überhaupt an der Wahl teilnehmen dürfen. Von insgesamt 80 Bewerbungen blieben gerade einmal sechs Kandidaten übrig, bei denen es sich allesamt um systemtreue Politiker handelte. © imago
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian.
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2021 hatte der Wächterrat der Islamischen Republik Iran seine Kandidatur noch verhindert. Peseschkian gilt innerhalb des Irans als eher moderate Kraft. Er versprach eine Öffnung seines Landes hin zum Westen und betonte, der Iran strebe keine Atomwaffen an. Gleichzeitig forderte auch Peseschkian das „Verschwinden des zionistischen Regimes [Israel] von der Landkarte“ und feierte die iranischen Raketenangriffe auf Israel im Jahr 2024. © imago
Trauerfeier für Irans Präsident und Außenminister Ebrahim Raisi
Eigentlich hätte die Präsidentschaftswahl im Iran erst 2025 stattfinden sollen. Doch weil der amtierende Präsident, der ultrakonservative Ebrahim Raisi, im Mai 2024 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kam, wurde die Wahl nach vorverlegt. © dpa
Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran
Bei dem Hubschrauberabsturz kam auch Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran und hier beim Weltwirtschaftsforum in Davos, ums Leben. © Hannes P Albert/dpa
Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin
Nachfolger von Massud Peseschkian im Amt des Außenministers wurde Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin im Kreml aufschlägt. Russland gilt als strategischer Verbündeter der Islamischen Republik Iran. Die beiden Länder bilden gemeinsam mit Armenien eine diplomatische Achse im Kaukasus und sind militärische Partner bei den Konflikten in Syrien, Irak und Afghanistan. Russland ist aber nicht der einzige internationale Verbündete des Mullah-Regimes. © Alexander Kazakov/dpa
OIC-Sitzung in Istanbul mit Irans Außenminister
Ein weiterer, wenn auch deutlich weniger enger, Verbündeter des Iran ist Pakistan. Hier unterhält sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (r) mit seinem pakistanischen Amtskollegen Ishaq Dar während der Sitzung des Außenministerrats der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC). © Khalil Hamra/dpa
die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon
Einer der engsten internationalen Verbündeten des Mullah-Regimes im Iran ist die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon. Der Iran unterstützt die Gruppierung mit bis zu einer Milliarde US-Dollar pro Jahr. Wie die Führer der Islamischen Republik Iran gilt auch die Hisbollah als schiitisch geprägte Organisation und als Teil der „Achse des Widerstands“ gegen den Einfluss der USA und Israels in der Region. © imago
mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren
Dem israelischen Geheimdienst Mossad gelang im September 2024 ein empfindlicher Schlag gegen die Hisbollah-Miliz. Den Mossad-Agenten gelang es, mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren und nahezu zeitgleich explodieren zu lassen. Mindestens 37 zum Teil hochrangige Mitglieder der Hisbollah starben, rund 3.000 Menschen wurden teils schwer verletzt. © imago
Huthi-Rebellen im Jemen
Ebenfalls zu der „Achse des Widerstands“ gehören die Huthi-Rebellen im Jemen. Die schiitische Terrororganisation zettelte dort 2004 einen Bürgerkrieg an. 2014 eroberten sie jemenitische Hauptstadt Sanaa, 2015 schließlich die Kontrolle über den Rest des Landes. Der Iran ist bislang das einzige Land, das die Huthis als legitimie Herrscher des Jemen anerkennen. Während die alte Regierung im Jemen von dem sunnitisch geprägten Königshaus in Saudi-Arabien unterstützt wurde, erhalten die Huthi-Rebellen finanzielle, militärische und logistische Hilfe aus dem Iran. Im Gegenzug vertreten die Huthis die Interessen der Mullahs in der Region und führen für sie einen Stellvertreterkrieg gegen Israel und die USA im Roten Meer. © imago
die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas
Das letzte Mitglied der „Achse des Widerstands“ ist die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas, die seit 2006 über den Gazastreifen herrscht, und die seit den 1990er Jahren von der Islamischen Republik Iran unterstützt wird. Laut israelischen Geheimdiensten erhält die Hamas bis zu 350 Millionen US-Dollar jährlich aus dem Iran - obwohl die palästinensische Terrororganisation sunnitisch geprägt ist und damit im Gegensatz steht zum schiitisch dominierten Mullah-Regime im Iran. © imago
Hamas-Führer Yahya Sinwar
Geeint sind die palästinensische Hamas und die iranischen Mullahs in ihrem Hass auf Israel. Der äußerte sich in seiner ganzen Grausamkeit am 7. Oktober 2023, als Terror-Einheiten der Hamas den Süden Israels überfielen, 1.200 Menschen töteten und 200 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppten. Geplant wurde der Angriff durch den mittlerweile verstorbenen Hamas-Führer Yahya Sinwar (m.), der dabei umfangreiche Hilfe aus dem Iran erhielt. Unter anderem wurden mehr als 500 Hamas-Kämpfer im Vorfeld der Attacke im Iran ausgebildet.  © imago
Proteste gegen die Regierung des Iran im Jahr 2009
Doch bei weitem nicht alle Menschen im Iran stehen hinter der Herrschaft des autoritären Mullah-Regimes. Das bewiesen zuletzt die Proteste gegen die Regierung im Jahr 2009. In Teheran kam es im Zuge dessen zu gewaltsamen Ausschreitungen. © imago
Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi
Das bekannteste Gesicht der iranischen Opposition ist Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi. Der Schah-Erbe lebt im Exil in den USA und ruft von dort aus seine Landsleute regelmäßig zum Widerstand gegen das Mullah-Regime auf. © Thomas Padilla/dpa
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA. Ein Jahr später kam es zur Islamischen Revolution im Iran und dem Ende der dortigen Schah-Herrschaft. © imago
Mohammed Reza Pahlavi, Schah im Iran
Sein Vater, Mohammed Reza Pahlavi, regierte den Iran als letzter Schah seit 1941. Nach der Islamischen Revolution in seinem Heimatland und der Machtübernahme der Mullahs floh Pahlavi mit seiner Frau nach Kairo.  © imago
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland.
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland. Während seines Besuchs in Berlin kam es zu heftigen Protesten gegen die Schah-Monarchie der noch jungen Studentenbewegung. Anhänger des Schah-Regimes und Agenten des iranischen Geheimdienstes prügelten unbehelligt auf Demonstranten und Passanten ein. In die gewalttätigen Auseinandersetzungen schaltete sich die schließlich die Berliner Polizei ein. Im Zuge dessen erschoss der Polizist Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg. Kurras wurde 2009 als Stasi-Agent enttarnt. © imago
Yasmine Pahlavi und Iman Pahlavi in Washington DC
Im Gegensatz zu seinem Vater strebt Reza Pahlavi nach eigener Aussage den Aufbau einer demokratischen Regierung im Iran an. Dafür tritt er immer wieder auf öffentlichen Kundgebungen auf, wie hier in Washington DC im April 2025. Zu der Veranstaltung begleiteten den Schah-Erbe seine Frau Yasmine Pahlavi und die gemeinsame Tochter Iman Pahlavi. © imago
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi.
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi. Die 71 Jahre alte Politikerin lebt im Exil in Paris und ist Präsidentin des „Nationalen Widerstandsrates im Iran“ (NWRI). Zu Beginn der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979 stand Rajavi noch auf der Seite der Mullahs. Zum Bruch kam es erst ab 1981. Ein Jahr später verließ Rajavi den Iran. Die Politikerin will einen Regimewechsel im Iran durch das iranische Volk und bietet laut einem Interview mit Fox News eine „demokratische und inklusive Alternative“ zum Mullah-Regime. © imago
Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung von Reza Pahlavi in Washington DC.
Hinter Maryam Rajavi stehen auch prominente Figuren der US-Politik aus dem Umfeld von Donald Trump. Dazu gehört unter anderem Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung vor Anhängerinnen und Anhängern Rajavis in Washington DC. © imago
Elahe Tavakolian auf einer Demonstration gegen das Mullah Regime im Iran
Ohnehin ist ein Großteil der Führungspersönlichkeiten der iranischen Opposition weiblich. Zum Symbol des weiblichen Widerstands gegen das patriarchale Mullah-Regime wurden seit den 2010ern Augenverletzungen. Zahlreiche Demonstrantinnen erlitten diese infolge der Aufstände gegen die Islamische Republik Iran. Eine solche erlitt auch Elahe Tavakolian, die mittlerweile in Italien lebt und dort regelmäßig an Demonstrationen teilnimmt. © imago
Studentin Kosar Eftekhari aus dem Iran
Auch die Studentin Kosar Eftekhari erlitt eine solche Verletzung und verließ den Iran infolgedessen. Sie lebt mittlerweile in Berlin und engagiert sich dort in der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad
Eine weitere bekannte Persönlichkeit der iranischen Opposition ist die Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad, die hier auf einer Kundgebung in Washington DC spricht. Die heute 48 Jahre alte Frau wurde 1994 im Iran verhaftet, weil sie regierungskritische Flugblätter in Umlauf gebracht haben soll. Heute lebt Alinejad in den USA und gründete dort im Jahr 2010 die Gruppe IranNeda, in der sich Schritstellerinnen und Schriftsteller sowie Intelektuelle aus dem Iran gemeinsam gegen das Mullah-Regime engagieren. © imago
2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan
Der Name IranNeda leitet sich von der 2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan ab. Die iranische Studentin wurde während einer Demonstration gegen das Mullah-Regime von einem Mitglied der Bürgermiliz Basidsch erschossen. Ihr Vorname, der auf persisch „Stimme“ oder „Ruf“ bedeutet, wurde zum Symbol und Kampfbegriff der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Sara Seyed ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.
Gegen das Mullah-Regime im Iran kämpft auch Sara Seyed. Sie ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.  © imag

Brisante Lage im Iran – Lufthansa meidet Luftraum 

Update, 7:11 Uhr: Die Lufthansa-Gruppe hat wegen der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten den Luftraum über dem Iran und dem Irak für alle Konzernfluggesellschaften gesperrt. „Bis auf Weiteres“ würden diese Gebiete gemieden, teilte ein Konzernsprecher der Nachrichtenagentur AFP mit. „Einige Flüge“ könnten komplett annulliert werden. Betroffene Passagiere würden von ihrer Fluggesellschaft kontaktiert, hieß es weiter.

Update, 6:17 Uhr: Die USA könnten bereits in den kommenden 24 Stunden einen Militärschlag gegen den Iran durchführen. Zwei europäische Regierungsvertreter rechnen nach Informationen von Reuters mit einem unmittelbar bevorstehenden Angriff.

Die Lage im Iran bleibt angespannt. Greift Donald Trump militärisch ein?

„Alle Signale deuten darauf hin, dass ein US-Angriff unmittelbar bevorsteht“, sagte laut dem Bericht ein westlicher Militärvertreter. Die Sorge vor einer militärischen Eskalation zwischen Washington und Teheran hat sich damit dramatisch verschärft.

Update, 15. Januar, 5:11 Uhr: Der Iran plant nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi infolge der Massenproteste keine Hinrichtungen. Es gebe überhaupt keinen Plan, Menschen zu erhängen, sagte Araghtschi in einem Interview des US-Senders Fox News. In der Islamischen Republik Iran werden Todesurteile in der Regel durch Hinrichtungen am Galgen vollstreckt.

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuvor für den Fall, dass festgenommene Demonstranten hingerichtet werden, mit einer entschlossenen Reaktion gedroht. „Wir werden sehr hart reagieren“, sagte er am Dienstag (13. Januar) dem Sender CBS News. Trump machte keine genaueren Angaben, welche Schritte die US-Regierung in Erwägung zieht.

Iran-Schlag durch USA: Trump von Verbündeten gebremst

Update, 9:27 Uhr: Trump will gegen das Regime im Iran notfalls mit einem Militärschlag vorgehen. Israelische und arabische Regierungsvertreter sollen der Trump-Administration laut einem Bericht des US-Senders NBC News geraten haben, vorerst von einem Angriff auf den Iran abzusehen. Sie argumentieren, das Regime in Teheran sei möglicherweise noch nicht ausreichend geschwächt für einen Sturz durch US-Intervention.

Aktuelle Proteste im Iran: Trump droht mit Zöllen

Erstmeldung: Teheran – Nach gut zwei Wochen tödlicher Proteste im Iran ist die Zahl der Toten erneut gestiegen. Wie die BBC und Al Jazeera berichten, sind seit Beginn der Ausschreitungen etwa 500 Demonstranten gestorben. Internationale Medien berichten zudem von etwa 50 getöteten Sicherheitskräften. Iranische Staatsmedien sprechen sogar von mehr als 100 toten Sicherheitskräften.

Das Mullah-Regime bemüht sich weiter darum, die Lage im Iran unter Kontrolle zu bringen. Das Internet im ganzen Land ist seit mehr als 100 Stunden blockiert. Präsident Massud Peseschkian warnte vor neuen „Unruhen“ und sagte in einem Fernsehinterview, das von den staatlichen Medien übertragen worden war, dass „Aufrührer die Gesellschaft destabilisieren“ würden. In Reaktion auf die Proteste im Iran versammelte das Mullah-Regime am Montag tausende Regierungsanhänger zu einer Großdemo in der Hauptstadt Teheran.

Aktuelle Lage im Iran nach Protesten in Teheran

Gleichzeitig steigt der internationale Druck auf das Mullah-Regime. Die Lage im Iran beschäftigt sowohl die US-Regierung in Washigton DC als auch die Regierungschefs Europas. US-Präsident Donald Trump drohte der Regierung der Islamischen Republik mit einer erneuten militärischen Intervention, sollte die Gewalt gegen Demonstranten nicht aufhören. Auch die Verbündeten des Mullah-Regimes müssten mit Konsequenzen rechnen, so Trump. Das gelte vorwiegend für China, wie eine Sprecherin des Weißen Hauses gegenüber Medienvertretern klarstellte. Zuvor hatte Trump den Handelspartnern des Iran mit zusätzlichen Strafzöllen in der Höhe von 25 Prozent gedroht.

Bundeskanzler Friedrich Merz wiederum stellte sich noch während seiner Reise nach Indien an die Seite der Demonstranten im Iran. „Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen“, sagte er laut der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media.

Aufgrund der aktuellen Lage im Iran haben die USA alle ihre Bürger zur Ausreise aufgefordert. „Verlassen Sie den Iran jetzt“, war in einer am Dienstag veröffentlichten Meldung der virtuellen US-Botschaft im Iran zu lesen. Man müsse damit rechnen, dass die Proteste weiter „eskalieren und gewalttätig werden könnten, was zu Verhaftungen und Verletzungen führen könnte“. US-Bürger seien einem „erheblichen Risiko von Verhören, Verhaftungen und Inhaftierungen ausgesetzt“.

Das Mullah-Regime wiederum zeigt sich trotz der angespannten Lage im Iran weiter unbeeindruckt. Auf die Drohung Trumps reagierte Außenminister Abbas Araghchi in einem Interview mit Al Jazeera. Man bemühe sich weiter um Diplomatie, sei jedoch auf „alle Optionen vorbereitet“. Im Gegensatz zur Situation im letzten Jahr, als die USA die Atomanlagen des Iran mit Luftschlägen stark beschädigten, verfüge der Iran nun über eine „umfangreiche und weitreichende militärische Bereitschaft“.

Aktuelle Lage im Iran: Trump droht mit Militärschlag

Trump hatte am Sonntag erklärt, das Militär befasse sich mit der Lage im Iran und prüfe „sehr drastische Optionen“. US-Medienberichten zufolge war für heute ein Treffen Trumps mit seinem nationalen Sicherheitsteam geplant, berichtete die dpa. Das US-Nachrichtenportal Axios berichtete unter Berufung auf einen Beamten des Weißen Hauses, Trump neige dazu, Ziele im Iran anzugreifen, habe aber noch keine Entscheidung getroffen. (dil) (Verwendete Quellen: Al Jazeera, BBC, DPA, Axios)

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