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Krisentreffen einberufen

Merz rüffelt Reiche nach Klingbeil-Kritik öffentlich: Kanzler „befremdet“ von Alleingang

Wirtschaftsministerin Reiche stört den Energiegipfel von Finanzminister Klingbeil. Merz kanzelt seine Ministerin ab und fordert Geschlossenheit von der Koaltion.

Update, 16:18 Uhr: Der Alleingang von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat beim Bundeskanzler offenbar für Unmut gesorgt. Aus dem Umfeld von Friedrich Merz (CDU) heißt es: „Der Bundeskanzler ist befremdet über den öffentlichen Schlagabtausch und mahnt Ministerin Reiche zur Zurückhaltung.“ Darüber berichten mehrere Medien übereinstimmend, unter anderem der Stern. Merz mahnt weiter, die Regierung müsse jetzt Vorschläge einvernehmlich erarbeiten. Die zuständigen Ministerien sollen Maßnahmen für den Fall erarbeiten, dass die Spritpreise noch weiter steigen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich befremdet vom Vorgehen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gezeigt (Archivbild).

Reiche hatte parallel zu einem Energiegipfel im Finanzministerium eine eigene Pressekonferenz abgehalten und dabei die Pläne von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) für eine Übergewinnsteuer als „teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig“ zurückgewiesen. Merz mahnt die Koalitionäre mit Blick auf die dringend benötigten Reformen im Land zu Zusammenhalt. „Es gehe jetzt um das Land, nicht um Parteibefindlichkeiten“, heißt es aus dem Umfeld des Kanzlers weiter.

Reiche stört Klingbeils Benzin-Gipfel: SPD-Entlastungspläne „teuer und verfassungsrechtlich fragwürdig“

Update, 12:31 Uhr: Mitten in ein Krisengespräch von Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Freitag mit einer eigenen Pressekonferenz dazwischengefunkt. Klingbeil hatte die Runde einberufen, ohne Reiche abzustimmen – ein Affront, den die CDU-Ministerin laut Bild nicht hinnahm. Sie erteilte Klingbeils Plänen für eine Übergewinnsteuer eine klare Absage und bezeichnete die Vorschläge des Koalitionspartners als „teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig“.

„Das führt zu Verwirrung und hilft den Verbrauchern nicht“, führte Reiche aus. „Ich erteile der Übergewinnsteuer eine klare Absage.“ Stattdessen sprach sie sich für eine zeitweise Erhöhung der Pendlerpauschale sowie eine Absenkung der Dieselsteuer für die Logistikbranche aus – Maßnahmen, die Klingbeil bislang ablehnt.

Erstmeldung: Die Spritpreise in Deutschland entwickeln sich seit Beginn des Iran-Kriegs nur in eine Richtung: nach oben. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) reagiert. Der Vizekanzler lädt Vertreter aus Wirtschaft und Gewerkschaften zu einem Krisengipfel ins Berliner Finanzministerium. Das Treffen ist für den heutigen Freitag geplant. Es soll einen Weg aus der Benzinpreis-Krise bereiten, mit denen sich Millionen Bürger täglich an der Tankstelle konfrontiert sehen.

Der Spiegel hatte als erstes über Klingbeils Krisengipfel berichtet. Das Finanzministerium bestätigte die Pläne anschließend. Eingeladen sind laut Spiegel die Spitzen von Gewerkschaften wie der IG Metall und der IGBCE sowie die Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände BDI und BDA. Das Treffen trägt intern den Namen „Sozialpartnergespräch zu den wirtschafts- und finanzpolitischen Auswirkungen des Iran-Kriegs“, wie die Welt berichtet.

Klingbeil reagiert mit Krisengipfel auf steigende Benzinpreise

Grund für das Treffen sind die Entwicklungen infolge des laufenden Iran-Kriegs. Das Mullah-Regime in Teheran sperrte nach den Angriffen der USA und Israels die Straße von Hormus. Die Folge war ein massiver Anstieg der Öl- und Gaspreise weltweit. Laut Zahlen der Süddeutschen Zeitung stieg der Preis von Diesel in Deutschland im bundesweiten Tagesdurchschnitt um mehr als 70 Cent. Aus dem Finanzministerium hieß es zum steigenden Benzinpreis laut Süddeutscher Zeitung: „Wir sehen die aktuellen Belastungen der Unternehmen und vieler Bürgerinnen und Bürger – und prüfen Maßnahmen, wie wir möglichst zielgenau entlasten können.“ Dazu wolle Klingbeil in den direkten Austausch mit den Sozialpartnern gehen.

Zentrale Frage beim Krisengipfel ist, wie Bürgerinnen, Bürger und die Wirtschaft von den hohen Spritpreisen entlastet werden können. Auch das Reformpaket der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll laut der Welt auf der Tagesordnung stehen. Klingbeil hatte zuletzt mehrere Ideen ins Spiel gebracht, darunter eine Mobilitätsprämie und einen flexiblen Preisdeckel für Sprit. Der SPD-Chef setzt sich außerdem laut der Süddeutschen Zeitung auf EU-Ebene dafür ein, Entlastungen für die Bürger durch eine Übergewinnsteuer für Energiekonzerne zu finanzieren.

Maßnahmen der Merz-Regierung im Benzinpreis-Drama verpuffen

Die bisherigen Maßnahmen der Merz-Regierung haben die Benzin-Preis-Krise nicht entspannt. Die seit dem 1. April geltende 12-Uhr-Regel, die Tankstellen verpflichtet, Preiserhöhungen erst ab Mittag vorzunehmen, bremste den Preisanstieg bislang nicht, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Auch deshalb steigt der Druck auf Klingbeil, aber auch auf Merz. Führende Unionspolitiker aus mehreren Bundesländern forderten ein sofortiges Aussetzen der CO₂-Bepreisung vom CDU-Chef. So könne der Literpreis für Benzin um bis zu 16 Cent verbilligt werden, sagte Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt gegenüber der Bild. Eine Taskforce der Koalition soll zeitgleich eine Entlastung über die Kfz-Steuer prüfen, um auf die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs zu reagieren.

Aus den Reihen der Sozialdemokraten kommen vor Klingbeils Krisengipfel dagegen Forderungen an die Mineralölkonzerne. SPD-Fraktionsvize Esra Limbacher setzte sich gegenüber der Süddeutschen Zeitung für eine Senkung der Spritpreise ein. „Die Ölpreise sind allein in der Nacht auf Mittwoch zweistellig gefallen. Das muss sich jetzt schnell an den Preisen an der Zapfsäule widerspiegeln.“

Die leichte Entspannung beim Ölpreis ereignete sich, nachdem die Regierung von US-Präsident Donald Trump und das Mullah-Regime einen vorübergehenden Waffenstillstand im Iran-Krieg vereinbart hatten. Die Waffenruhe soll für zwei Wochen gelten. Teil des Abkommens ist auch die Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Laut iranischen Medien schloss das Mullah-Regime die Meerenge für den Schiffsverkehr nur wenige Stunden nach der vereinbarten Öffnung wieder und begründete das mit den andauernden Angriffen Israels auf Stellungen der Hisbollah-Miliz im Libanon. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt wiederum widersprach und erklärte die Hormus-Passage für geöffnet.

Verwirrung um Lage im Iran verhindert Entspannung der Benzinpreise

Die Verwirrung um die Lage im Iran und die Situation in der Straße von Hormus dürfte in den kommenden Wochen dafür sorgen, dass der Benzinpreis auf hohem Niveau bleibt. DIW-Chef Marcel Fratzscher sagte der Rheinischen Post, eine erneute Eskalation sei wahrscheinlich, zudem seien bereits hohe Kosten entstanden. Er plädiert für eine Energiekostenpauschale als schnelles und sozial ausgewogenes Instrument.

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die Komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

Genau deshalb kommt dem Krisengipfel, zu dem Klingbeil für Freitag geladen hat, eine besondere Bedeutung zu: Es geht nicht nur um den Benzinpreis an der Zapfsäule – es geht darum, wer in Deutschland die Lasten der Energiekrise trägt und wie die Politik darauf antwortet. (Verwendete Quellen: DPA, AFP, Bild, Rheinische Post, Süddeutsche Zeitung, Welt) (dil)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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