Pfiffe gegen Israels Spieler
Hochrisikospiel von Israel in Paris: Fans geraten kurz aneinander – Polizei hat Lage im Griff
Tausende Polizisten sichern die Partie zwischen Frankreich und Israel ab. Trotz Rangeleien bleibt es rund um das Spiel weitgehend ruhig. Israels Trainer freut das.
Update vom 15. November, 5.00 Uhr: Israels Trainer Ran Ben Schimon hat Frankreich für die Sicherheitsvorkehrungen beim Nations-League-Spiel in Paris gedankt. „Die Sicherheit war außergewöhnlich und fantastisch“, zitierte die französische Zeitung Le Parisien den Coach. „Wir wollen den Sicherheitskräften danken, die uns beschützt haben“, gab das Sportmagazin L‘Équipe den Trainer wieder.
Nachdem sich beide Teams 0:0 trennten, war die Lage in Stadionnähe dem Sender BFMTV und der Zeitung Le Parisen zufolge ruhig. Israelische Fans, vor allem französische Juden, seien im Anschluss mit eigens angeheuerten Bussen vom Stadion abgereist, schrieb Le Parisien. Die Polizei habe sie eskortiert. „Das ist sehr gut verlaufen. Wir hatten mehr Mittel als bei Olympia“, zitierte das Blatt einen Zivilpolizisten.
Update vom 14. November, 21.50 Uhr: Bei dem Hochrisikospiel in der Nations League zwischen Frankreich und Israel ist es im Stade de France in Paris zu Krawallen gekommen. Auf dem Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) wurden Videos veröffentlicht, die Handgemenge zwischen israelischen und französischen Fans zeigen. Rund 50 Personen waren laut Medienberichten an den Auseinandersetzungen in der Nordkurve während der ersten Halbzeit beteiligt. Die Sicherheitskräfte und Polizisten griffen schnell ein und trennten die beiden Gruppen. Der Vorfall dauerte gut zwei Minuten.
Israel-Spiel in Paris: Großes Polizeiaufgebot – keine Zusammenstöße vor dem Anpfiff
Wie die dpa meldet, wurden bis zum Anpfiff im Stade de France bei Paris keine Zusammenstöße bekannt. Ein massives Polizeiaufgebot sichert das Stadion bereits seit dem Nachmittag weitläufig. Wenige Kilometer vom Stadion entfernt demonstrierten am frühen Abend Hunderte unter dem Motto „Man spielt nicht mit dem Genozid“ gegen das Fußballspiel. Einem dpa-Reporter zufolge war die Lage vor Ort ruhig.
In der Begegnung stand es zur Halbzeit noch Unentschieden, 0:0. Französische Fans quittierten Ballbesitzphasen jedoch immer wieder mit Pfiffen und Buhrufen.
Israel-Spiel in Paris: Ausschreitungen schon am Vortag – Polizei im Großeinsatz
Erstmeldung vom 13. November: Paris – Vor dem Nations-League-Spiel Frankreich gegen Israel ist die Stimmung in Paris angespannt. Hintergrund sind antisemitische Ausschreitungen im Kontext des Spiels von Maccabi Tel Aviv gegen Ajax Amsterdam. Nach der Partie am vergangenen Donnerstag kam es im Zentrum der niederländischen Hauptstadt zu Übergriffen auf israelische Maccabi-Fans. Die Bilanz des traurigen Abends: Mindestens fünf Verletzte im Krankenhaus und bis zum Mittag des Folgetages 62 Festnahmen.
Nun befürchtet auch die Regierung in Paris ähnliche Ausschreitungen. Der französische Innenminister hat bereits Sicherheit für israelische und jüdische Fans zugesagt. „Sie werden in Sicherheit sein“, sagte Bruno Retailleau im Sender BFMTV. „Ich lade sie ein, zu dem Spiel zu kommen.“ Bereits vor dem Spiel kommt es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstrierenden.
Ausschreitungen in Paris vor Nations-League-Spiel gegen Israel
So berichtet die Bild von „rund 3000 Personen“ auf der Straße, die mit Transparenten in Richtung des jüdischen Kongresses ziehen sollen. Darunter sollen auch vermummte Personen sein, die Stimmung sei „zunehmend aggressiv“. Ein ähnliches Bild von der Situation bestätigen Fotos der dpa. Dort sind Zusammenstöße zwischen Demonstrierenden und der Polizei zu sehen. Die dpa berichtet vom Einsatz von Tränengas durch die Polizei – und Pyro-Angriffen von der Gegenseite.
Für das Hochrisikospiel am fünften Spieltag der Nations League sollen 4000 Polizisten und allein 1600 Sicherheitskräfte am Stade de France im Einsatz sein. Es ist die Rede vom heikelsten Match des Jahres, berichtet auch der Sender BFMTV. Am Spieltag selbst will Präsident Emmanuel Macron persönlich vor Ort sein. (spr/dpa)
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