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Abtransport nach Russland?
Nuklearer Poker um Irans Uran: Putin schaltet sich ein – Trump blockt
Die Frist der Waffenruhe im Iran-Krieg läuft ab. Und die Kernfrage des angereicherten Urans ist noch nicht gelöst. Nun positioniert sich Russland als Mediator.
Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA stocken. Noch heute könnte es zu einer Entscheidung kommen, wie es mit dem Konflikt in Nahost weitergeht. Erklärtes Ziel von US-Präsident Donald Trump ist es, zu verhindern, dass Teheran eine Atombombe entwickelt. Ein Lösungsvorschlag für das Problem kommt aus Russland. Moskau hatte wiederholt angeboten, das hochangereicherte iranische Uran zu übernehmen.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte am Freitag, dieses Angebot liege derzeit „nicht auf dem Verhandlungstisch“. Moskau sei zwar grundsätzlich weiter offen dafür, doch Washington zeige „kein Interesse“ an dem Vorschlag. Ein iranischer Außenamtssprecher betonte am Montag, Teheran habe in bisherigen Gesprächen mit Washington eine Übergabe seines Urans nicht thematisiert – trotz Aussagen von US-Präsident Donald Trump, die USA würden mit Iran zusammenarbeiten, um dessen „nuklearen Staub“ zurückzuholen.
Könnte Russland im Iran-Krieg aushelfen? Putin bietet Trump an Irans Uran einzulagern
Einige Experten sehen in Russlands Angebot dennoch einen möglichen Kompromiss, angesichts Moskaus technischer Kapazitäten, des hohen iranischen Vertrauens und der langjährigen nuklearen Zusammenarbeit beider Länder, wie die unabhängige Exil-Zeitung Moscow Times schreibt.
Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg
Bereits Mitte März berichtete das US-Portal Axios von einem Telefonat zwischen Kreml-Chef Wladimir Putin und Donald Trump. Demnach soll Putin Trump gegenüber vorgeschlagen haben, das angereicherte Uran des Iran nach Russland zu transferieren – als Teil eines möglichen Deals zur Beendigung des Krieges. Trump lehnte das Angebot ab, wie Axios unter Berufung auf mehrere Quellen berichtete. Russland hatte ähnliche Vorschläge bereits im vergangenen Jahr während der US-iranischen Nuklearverhandlungen unterbreitet – und erneut in den Wochen vor Beginn des aktuellen Konflikts.
Parallelen zum Atomabkommen von 2015: Wie mit Irans hochangereichertem Uran umgehen?
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) geht davon aus, dass der Iran rund 450 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran besitzt. Theoretisch genügt das Material, um innerhalb weniger Wochen mehrere Atomsprengköpfe herzustellen. Russland hingegen ist bereits eine Atommacht und hatte im Rahmen des Wiener Atomabkommens von 2015 bereits gering angereichertes iranisches Uran eingelagert. Technisch wäre Moskau in der Lage, das Material zu übernehmen.
Während der Verhandlungen unmittelbar vor dem US-israelischen Angriff auf den Iran hatte Teheran vorgeschlagen, das hochangereicherte Uran in seinen eigenen Anlagen unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde auf eine niedrigere Anreicherung abzubauen, wie die Jerusalem Post schreibt. Ab einer Anreicherung von über 20 Prozent gilt Uran als hochangereichert. Für zivile Zwecke wie Atomreaktoren genügt eine Anreicherung von zwischen drei und fünf Prozent.
Dmitry Gorchakov, Nuklearberater bei der Umwelt-NGO Bellona, erklärt gegenüber der Moscow Times: „Sollte dieses Abkommen zustande kommen, wird die IAEA auf jeden Fall einbezogen werden.“ Es liege im Interesse aller, dass die Internationale Atomenergiebehörde den Vorgang überwache. Laut Gorchakov gebe es keinen Grund für die Trump-Administration, nicht auf das russische Angebot einzugehen. „Es geht nur darum, was sie wirklich vom Iran wollen, was Trump will und was das Ziel dieses Krieges war. Ich habe dazu viel mehr Fragen als zu diesem möglichen Abkommen.“ (Quellen: Axios/AFP/Moscow Times/Jerusalem Post) (sischr)