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Lage im Golf von Oman angespannt

Neue Hormus-Eskalation: Iranischer Drohnenangriff lässt Ölpreis in die Höhe schnellen

Der Iran greift ein Frachtschiff in der Straße von Hormus an – und stellt klar, wer die Regeln bestimmt. Der Ölpreis springt. Ist der Trump-Deal in Gefahr?

Kaum war die Straße von Hormus wieder passierbar, da machte der Iran mit einem Drohnenangriff unmissverständlich klar, wer die Regeln bestimmt. Ein unter singapurischer Flagge fahrendes Frachtschiff wurde vor der Küste des Omans getroffen – nach Angaben von US-Beamten von den iranischen Revolutionsgarden. Das Schiff hatte offenbar versucht, die von Teheran vorgeschriebenen Routen zu umgehen.

Blockade in der Straße von Hormus: Die Revolutionsgarden kontrollieren weiterhin die Schifffahrt.

Die Antwort des Mullah-Regimes ließ nicht lange auf sich warten: Die zuständige Behörde PGSA bekräftigte noch am selben Abend, dass Durchfahrten durch die Meerenge nur auf iranisch festgelegten Routen sicher seien – alle anderen Wege seien nicht durch Sicherheitsgarantien abgedeckt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa stoppte die Weltschifffahrtsorganisation IMO daraufhin vorläufig den erst wenige Tage zuvor gestarteten Evakuierungsplan für mehr als 11.000 Seeleute in der Region.

Angriff auf Frachtschiff: Durchfahrt in der Straße von Hormus erneut gestoppt

IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez erklärte nach dem erneuten Drohnen-Vorfall: „Mir wurde heute ein Angriff im Golf von Oman auf ein Schiff gemeldet, das die Straße von Hormus durchquert hat.“ Es müsse nun geprüft werden, ob die erforderlichen Sicherheitsgarantien für alle Schiffe in der Region weiterhin gegeben seien. Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) teilte mit, ein „unbekanntes Projektil“ habe die Brücke des Schiffes beschädigt. Verletzte gab es demnach keine.

Die Revolutionsgarden hatten bereits am Donnerstagvormittag gewarnt, dass Passagen durch die Meerenge nur auf iranisch festgelegten Routen sicher seien. Am Abend legte die PGSA auf X nach: Jegliche Konsequenzen infolge der Befahrung nicht genehmigter Routen würden in der „alleinigen Verantwortung des Schiffseigners, des Charterers und des Kapitäns“ liegen und berechtigten „nicht zu Versicherungsschutz oder damit verbundenen Haftungsansprüchen“. Nach Angaben des Datenanbieters Windward waren bereits vier Tanker nach warnenden Funksprüchen der Revolutionsgarden auf der Oman-Route umgekehrt.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Iran-Krieg aktuell: Gefährdet das Hormus-Wirrwarr den Trump-Deal mit dem Mullah-Regime?

Die Märkte reagierten unmittelbar. Der Preis für ein Barrel der Referenzsorte Brent, der am Donnerstag zwischenzeitlich auf 72,06 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs gefallen war, drehte nach dem Zwischenfall ins Plus. Er kostete am Abend 75,84 Dollar – ein Plus von knapp drei Prozent gegenüber dem Vortag und rund fünf Prozent gegenüber dem Tagestief. Dabei hatte sich der Ölpreis laut einem Bericht von t.online.de zuletzt gerade deshalb erholt, weil immer mehr Schiffe die Meerenge passierten: Am Mittwoch zählte der Datenanbieter Kpler 70 Durchfahrten. Vor Ausbruch des Iran-Kriegs waren es täglich mehr als 100 gewesen.

Der Angriff belastet das fragile Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran, das die Beendigung der Kampfhandlungen und die Wiederöffnung der für den globalen Öl-, Gas- und Düngerhandel wichtigen Meerenge zum Ziel hat. Im Zuge des vorläufigen Deals hatten die USA diese Woche Sanktionen auf iranisches Öl vorübergehend ausgesetzt. US-Außenminister Marco Rubio machte jedoch klar, dass Washington keinem Abkommen „um jeden Preis“ zustimmen werde, berichtete der Spiegel. Ein möglicher Deal müsse gut, belastbar und überprüfbar sein sowie dauerhaft eingehalten werden. Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom postete unterdessen auf X Bilder von F-16-Kampfflugzeugen und verwies darauf, dass die US-Streitkräfte „in der gesamten Region präsent und wachsam“ blieben.

US-Präsident Donald Trump hatte sich erst kürzlich bei einem Essen mit Farmern im Rosengarten des Weißen Hauses geäußert und bekräftigt, die Meerenge sei offen. Den Angriff auf das Frachtschiff erwähnte er mit keinem Wort. Stattdessen betonte er, der Iran wolle unbedingt ein Abkommen mit den USA schließen – „das werden wir wahrscheinlich auch tun. Ich denke, wir werden es tun.“ Das ausgehandelte Rahmenabkommen soll den Grundstein für Verhandlungen über Teherans Atomprogramm legen.

Lage in Nahost: Israel und Hisbollah setzen Verhandlungen über Libanon-Krieg fort

Unterdessen bleibt auch die breitere Lage im Nahen Osten angespannt. Parallel zu den Spannungen in der Straße von Hormus gehen die Bemühungen um einen dauerhaften Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz weiter. Aus dem US-Außenministerium hieß es: „Die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon dauern an, und wir unterstützen sie weiterhin.“

Die proiranische Hisbollah lehnt die Gespräche in Washington jedoch ab und nimmt nicht teil. Zwischen ihr und Israel gilt seit dem vergangenen Freitag eine Waffenruhe, die nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen zuletzt weitgehend eingehalten wurde. Am Donnerstagabend teilte die israelische Armee jedoch laut der Nachrichtenagentur AFP mit, in der von ihr kontrollierten „Sicherheitszone“ im Südlibanon erneut sechs Mitglieder der Hisbollah „eliminiert“ zu haben. Die Verflechtung mit dem Iran-Deal ist dabei keine zufällige: Die Hisbollah gilt als verlängerter Arm Teherans in der Region, ihre Entwaffnung ist eine der zentralen israelischen Forderungen in den Verhandlungen. (Quellen: dpa, AFP, t-online.de, Spiegel) (jenko)

Rubriklistenbild: © Ahmad Halabisaz/XinHua/dpa

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