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Anti-NATO-Allianz

Kampfbrüder Putin und Xi – Russland macht China fit für Taiwan-Invasion

Dokumente enthüllt: Russland bereitet China auf den Angriff Taiwans vor. Diese wachsende Allianz ist ein Zeichen der US-Schwäche unter Donald Trump.

Moskau/Peking – Die Allianz zwischen Russland und China festigt sich. Ein neuer Beweis dafür sind rund 800 Seiten Vertrags- und Korrespondenzmaterial über deren militärische Kooperation, das von der Hackergruppe Black Moon geleakt wurde. Demnach sollen Wladimir Putins Militärexperten die chinesische Volksbefreiungsarmee auf die Invasion Taiwans vorbereiten.

Russlands Präsident Wladimir Putin (links) geht am 3. September 2025 mit Chinas Präsident Xi Jinping vor einer Militärparade zum 80. Jahrestag des Sieges über Japan und des Endes des Zweiten Weltkriegs auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking.

Der Enthüllung zufolge soll sich Russland bereits 2023 bereit erklärt haben, die chinesische Volksbefreiungsarmee mit einem kompletten Waffen- und Ausrüstungssatz für ein Luftlandebataillon sowie weiterer Spezialausrüstung für die Luftinfiltration von Spezialeinheiten zu beliefern. Darüber hinaus wird Russland eine umfassende Ausbildung des Personals im Umgang mit dieser Ausrüstung anbieten sowie Knowhow zur Waffenproduktion an China weitergeben.

China kann von Russlands Erfahrung im Ukraine-Krieg lernen

Obwohl Russland China militärisch immer weniger überlegen ist, verfügt es über praktische Erfahrung und Fähigkeiten im Luftkampf, die China fehlen, wie das britische Royal United Services Institute (RUSI) analysiert. Chinas Staatschef Xi Jinping hatte angekündigt, Taiwan bis 2027 einnehmen zu wollen - ein Angriff allein über Wasser und Land scheint allerdings riskant, deshalb will Xi seine Truppen von Russlands Luftraumspezialisten ausbilden lassen, die bisher kaum Kampferfahrung haben. Russische Streitkräfte verfügen dagegen auch wegen des Ukraine-Kriegs über ausreichend Expertise beim Thema Krieg der Lüfte.

Der Hauptvertrag über die Lieferung von Ausrüstung, dessen vorläufiger Wert sich vor Abschluss auf 584 Millionen Dollar belief, umfasst laut Washington Post auch die Übergabe mehrerer Kommando- und Beobachtungsfahrzeuge sowie Spezialfallschirmsysteme für den Abwurf schwerer Lasten aus großer Höhe. In einem künftigen Krieg um Taiwan könnten Moskaus Öl-, Gas- und andere Rohstoffvorräte sowie seine große Rüstungsindustrie zu einer strategischen Unterstützung für China werden, so die Einschätzung von RUSI.

Militärparade in Peking: China präsentiert unter den Augen von Putin und Kim neue Superwaffen

Eine strategischen Interkontinentalraketen von Typ DF-61 wird bei der Militärparade zum 80. Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg gezeigt.
Eine strategischen Interkontinentalraketen von Typ DF-61 wird bei der Militärparade zum 80. Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg gezeigt. © Andy Wong/AP/dpa
Chinesische Bomber des Typs Xian H-6 während der Militärparade in Peking.
Chinesische Bomber des Typs Xian H-6 während der Militärparade in Peking. © Hector RETAMAL / AFP
Chinesische Kampfflugzeuge - Shenyang J-16 (r.), Chengdu J-20 Mighty Dragon (mitte), and Shenyang J-35 (l.) - fliegen während der Militärparade in Peking.
Chinesische Kampfflugzeuge - Shenyang J-16 (r.), Chengdu J-20 Mighty Dragon (mitte), and Shenyang J-35 (l.) - fliegen während der Militärparade in Peking. © GREG BAKER / AFP
Militärparade in Peking: China hat die interkontinentalen ballistischen Raketen DF-5C zur Schau gestellt.
Militärparade in Peking: China hat die interkontinentalen ballistischen Raketen DF-5C zur Schau gestellt. © GREG BAKER / AFP
Fahrzeuge mit der Laser-Waffe LY-1 fahren während der Militärparade in Peking am Platz des Himmlischen Friedens vorbei. China zeigte erstmals während der Parade diesen sogenannten Hochenergie-Lasers (HEL), der zur Abwehr von Schwärmen kleinerer Drohnen oder Lenkwaffen dienen könnte.
Fahrzeuge mit der Laser-Waffe LY-1 fahren während der Militärparade in Peking am Platz des Himmlischen Friedens vorbei. China zeigte erstmals während der Parade diesen sogenannten Hochenergie-Lasers (HEL), der zur Abwehr von Schwärmen kleinerer Drohnen oder Lenkwaffen dienen könnte. © Johannes Neudecker/dpa
Militärparade in Peking: Ein chinesischer Soldat posiert vor HHQ-9C Boden-Luft-Raketen.
Militärparade in Peking: Ein chinesischer Soldat posiert vor HHQ-9C Boden-Luft-Raketen. © Pedro PARDO / AFP
Eine chinesische Drohne während der Militärparade in Peking.
Eine chinesische Drohne während der Militärparade in Peking. © Pedro PARDO / AFP
Militärparade zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs: Helikopter fliegen eine Formation über Peking.
Militärparade zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs: Helikopter fliegen eine Formation über Peking. © Greg Baker/AFP
Militärparade in Peking: Soldatinnen marschieren in Reih und Glied am Platz des Himmlischen Friedens vorbei.
Militärparade in Peking: Soldatinnen marschieren in Reih und Glied am Platz des Himmlischen Friedens vorbei.  © Johannes Neudecker/dpa
Stargast bei der Militärparade in Peking: Kremlchef Wladimir Putin
Stargast bei der Militärparade in Peking: Kremlchef Wladimir Putin © Sergei Bobylev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Ebenfalls zu Gast bei der Militärparade in Peking: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un
Ebenfalls zu Gast bei der Militärparade in Peking: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un © Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Militärparade in Peking: Xi Jinping bei seiner anschließenden Ansprache
Militärparade in Peking: Xi Jinping bei seiner anschließenden Ansprache © Jade Gao/AFP
Vor Militärparade in Peking
Der chinesische Staatschef Xi Jinping hat zur Militärparade am 3. September illustre Gäste geladen. Darunter ist auch der russische Präsident Wladimir Putin. Schon vor der Parade haben sie bei einem Treffen in Peking ihr gutes Verhältnis betont. Putin und Xi betonten außerdem, zur Militärparade anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges der jeweils anderen Seite gekommen zu sein. © Sergei Bobylev/dpa
Vor Militärparade in Peking - Treffen Xi und Putin
Am 1. September hatten sich Xi und Putin beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) für eine neue Weltordnung ausgesprochen. Die russlandfreundliche SOZ gilt Gegengewicht zu westlichen Bündnissen. Putin hatte erklärt, das eurozentrische und euroatlantische Modell habe sich überlebt. © dpa
Vor Militärparade in Peking - Ankunft Gäste
544732808.jpg © Pang Xinglei/dpa
Kim Jong un
Kim Jong-un verlässt sein Land überaus selten. Die Militärparade in Peking ist für ihn das erste Treffen mehrerer Staatschefs überhaupt. Es wird erwartet, dass er Xi Jinping und Wladimir Putin in Peking auch zu persönlichen Gesprächen trifft.  © afp
Vor Militärparade in Peking
Wichtige Vertreter aus dem Westen werden bei der Militärparade in Peking nicht im Publikum sein. Dabei ist aber der serbische Präsident Aleksandar Vučić (hier bei seiner Ankunft). © Lintao Zhang/dpa
Vor Militärparade in Peking - Ankunft Gäste
Auch der slowakische Regierungschef Robert Fico ist vor Ort (hier am Flughafen von Peking). Beide stehen vor allem dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahe. © Jade Gao/dpa
Militärparade China
China erinnert am 3. September an den Sieg über Japan im Zweiten Weltkrieg. Nach 2015 zum 70. Jahrestag hält die Volksrepublik damit zum zweiten Mal eine Militärparade anlässlich des Gedenkens an den Sieg über Japan im Zweiten Weltkrieg ab. Die letzte große Militärparade in Peking fand 2019 statt. Damals erinnerte die herrschende Kommunistische Partei an den 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik 1949. © Wang Zhao/afp
Militärparade China
Mit Zehntausenden Männern und Frauen will China bei der diesjährigen Militärparade anlässlich des 80. Jahrestages des Sieges im Widerstandskrieg gegen Japan seine Kampffähigkeit unter Beweis stellen.  © Pedro Pardo/afp
Übung zur Militärparade in Peking
Insgesamt sollen 45 Formationen über den Platz des Himmlischen Friedens in Peking laufen und fliegen. Darunter sind ausgewählte Einheiten des Heeres, der Marine, der Luftwaffe, aber auch der Luftabwehrtruppen.  © Johannes Neudecker/dpa
Militärparade China
Zudem will die Staatsführung in der rund 70-minütigen Vorführung Hunderte Panzer und Militärfahrzeuge sowie Kampfflugzeuge und Hubschrauber zur Schau stellen.  © Pedro Pardo/afp
Militärparade China
Schon seit geraumer Zeit trainieren am Stadtrand von Peking Einheiten in der Sommerhitze für die Militärparade.  © Pesro Pardo/afp
Übung zur Militärparade in Peking
Die Parade fällt in eine Zeit, in der Peking im Südchinesischen Meer und der Taiwanstraße unter westlicher Kritik zunehmend militärischen Druck aufbaut.  © Johannes Neudecker/dpa
Militärparade China
Alle gezeigten Waffensysteme sollen aus chinesischer Herstellung stammen. Darunter soll neue, bisher nicht gezeigte Ausrüstung sein, unter anderem Drohnen, elektronische Störsysteme, Hyperschallwaffen sowie Raketen- und Luftabwehrsysteme. © Pedro Pardo/afp
Militärparade China
Die bei der Parade zur Schau gestellten Waffen könnten Hinweise auf einen möglichen zukünftigen Konflikt mit Taiwan liefern. Es wird erwartet, dass dabei eine neue Serie von Anti-Schiffs-Raketen, die Ying Ji („Adlerangriff“), vorgestellt wird. Diese Marschflugkörper sowie ballistische und Hyperschallraketen könnten entscheidend sein in einem Gefecht mit der US-Marine. © Pedro Pardo/afp
Übung zur Militärparade in Peking
Die Parade wird auch die Rolle der Kommunistischen Partei der Volksrepublik beim Sieg über Japan herausstellen. © Johannes Neudecker/dpa
Übung zur Militärparade in Peking
Dabei sind sich die Historiker außerhalb Chinas weitgehend einig, dass das Hauptverdienst für diesen Sieg Chiang Kai-sheks Nationalisten zukommt, die damals den größten Teil Chinas regierten © Johannes Neudecker/dpa
Übung zur Militärparade in Peking
2015 würdigte die Kommunistische Partei die nationalistischen Soldaten, indem sie Veteranen zur Parade einlud. © Johannes Neudecker/dpa
Übung zur Militärparade in Peking
Auch ausländische Mächte trugen zur Niederlage Japans bei, darunter die als „Flying Tigers“ bekannten US-Piloten. Sie einzubeziehen, wäre eine versöhnliche Geste gegenüber der Regierung in Washington. © Johannes Neudecker/dpa
Siegesparade Moskau
Als Anerkennung der damaligen Unterstützung der Sowjetunion könnten russische Soldaten mitmarschieren – so wie auch chinesische Soldaten an der Moskauer Parade im Mai teilnahmen. © Kirill Kudryavtsev/afp
Übung zur Militärparade in Peking
In der Militärkapelle spielen laut staatlichen Medien 80 Hornisten mit, die für die 80 Jahre seit der Kapitulation Japans stehen.  © Johannes Neudecker/dpa
Übung zur Militärparade in Peking
Die insgesamt mehr als 1000 Musiker stehen in 14 Reihen – Sinnbild für die Jahre des chinesischen Widerstands.  © Johannes Neudecker/dpa
Militärparade China
In der offiziellen Geschichtsschreibung Chinas begann der Krieg mit der japanischen Invasion der Mandschurei 1931. © Wang Zhao/afp
Übung zur Militärparade in Peking
Groß angelegte Militärparaden in China sind selten. Peking selbst will die Parade und seine wachsende militärische Macht als einen Beitrag zum Frieden verstanden sehen. © Johannes Neudecker/dpa
Militärparade China
AFP__20250820__69ZJ7G6__v2__HighRes__TopshotChinaJapanHistoryWwiiMilitaryParade.jpg © Pedro Pardo/afp
Vor Militärparade in Peking - Treffen Xi und Putin
Nach der Parade wird Xi voraussichtlich eine Ansprache halten. Beobachter erwarten Kommentare zu den USA und zu Taiwan, das China als Teil der Volksrepublik betrachtet. © Sergei Bobylev/dpa

China könnte mit Russlands Hilfe neben Taiwan auch andere Inseln angreifen

In seinem am Freitag veröffentlichten Bericht über die Abkommen erklärte RUSI, dass die in den Akten beschriebenen Trainings und Transfers der chinesischen Luftwaffe „erweiterte Luftmanöverfähigkeiten“ verleihen würden. Dies bedeutet, dass Chinas militärische Gefahr neben Taiwan auch andere Länder der Region treffen könnte. Laut dem britischen Think-Tank biete China die Kooperation mit Russland „offensive Optionen gegen Taiwan, die Philippinen und andere Inselstaaten in den Regionen“.

China lehnt es bisher ab, in großem Umfang militärische Ausrüstung an Wladimir Putin zu liefern. Dennoch pflegen die beiden Länder weiterhin eine enge Sicherheitspartnerschaft, die beide als wichtig erachten, um den USA und ihren Verbündeten entgegenzutreten. Im vergangenen Jahr nahmen Xi und der russische Präsident gegenseitig an Militärparaden teil. Vergangene Woche nahmen chinesische Militärvertreter an den russisch-weißrussischen Militärübungen Zapad-2025 teil, bei denen Russland die Abwürfe schwerer Geräte aus großer Höhe demonstrierte, die China den Vereinbarungen zufolge nachahmen will.

Die Vereinbarungen sehen den Verkauf folgender Güter durch Russland an China vor:

37 BMD-4M, leichtes Amphibienfahrzeug (Anmerkung: für Land und Wasser geeignet) mit einer 100-mm-Kanone und einer 30-mm-Maschinenkanone.
11 leichte amphibische Panzerabwehr-Selbstfahrlafetten vom Typ Sprut-SDM1 mit einer 125-mm-Kanone.
11 BTR-MDM „Rakushka“, gepanzerte Lufttransportwagen.
Mehrere Rubin-Kommando- und Beobachtungsfahrzeuge und KSHM-E-Kommandofahrzeuge. (Quelle: Royal United Services Institute)

Laut Einschätzung des US-Think-Tanks Foreign Polics Research Institute (FPRI ) zeige die komplexe Zusammenarbeit zwischen Russland und China die Schwäche der Bemühungen der USA, Ressourcen von der Verteidigung der Ukraine und Europas abzuziehen und sich stattdessen auf die Bekämpfung Chinas im asiatisch-pazifischen Raum zu konzentrieren. Insider gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren China einen russischen Angriff auf die NATO als Ablenkungsmanöver für den Überfall auf Taiwan nutzen könnte.

Unterstützung der USA für Taiwan bröckelt unter Donald Trump

Donald Trump hält sich laut FPRI in diesem machtpoltischen Wirrwarr bewusst bedeckt, wenn es um konkrete Zusagen zur Verteidigung Taiwans geht. Im Gegensatz zu Vorgänger Joe Biden hatte er Militärhilfen für Taiwan im September 2025 abgelehnt und sich für eine Annäherung an China entschieden, darüber berichtete etwa der ORF.

Auf die Frage, ob die USA Taiwan im Falle eines chinesischen Angriffs verteidigen würden, antwortete er: „Ich kommentiere das nie. Ich will mich nie in diese Position bringen“ Diese Haltung entspricht der traditionellen „strategischen Zweideutigkeit“ der USA, die bewusst offenlässt, ob militärisch eingegriffen würde. (Quellen: FPRI, Rusi, Washington Post, ORF) (lm)

Rubriklistenbild: © ALEXANDER KAZAKOV/AFP

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