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Jemen-Rebellen und Iran operieren gemeinsam

Huthi-Angriffe eskalieren im Roten Meer – Trump droht, Merz warnt, Ölpreis springt über 100 Dollar

Raketen auf saudische Öltanker, eine angedrohte Seeblockade und Brent über 100 Dollar: Die Huthi eröffnen eine neue Eskalationsfront im Roten Meer. Trump droht mit Vergeltung, Merz stellt sich hinter Saudi-Arabien.

Die Huthi haben mit Angriffen auf saudische Öltanker und der Ankündigung einer Seeblockade gegen Saudi-Arabien eine neue Eskalation im Roten Meer ausgelöst. Am 23. Juli 2026 verschärften die USA, Deutschland, die Europäische Union und die Afrikanische Union den politischen Druck auf die jemenitische Miliz.

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US-Präsident Donald Trump drohte den Huthi und ihrem Verbündeten Iran mit schweren militärischen Konsequenzen. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent stieg erstmals seit Ende Mai wieder über 100 Dollar.

Präsident Donald J. Trump nimmt an der würdigen Versetzung von US-Soldaten teil, die bei iranischen Angriffen im Nahen Osten getötet wurden.

Die Angriffe treffen eine der wichtigsten Handels- und Energierouten der Welt. Zugleich ist die Straße von Hormus bereits weitgehend blockiert, wodurch die Sorgen vor Lieferausfällen und steigenden Energiepreisen zunehmen. 

Huthis greifen saudische Öltanker an

Die vom Iran unterstützten Huthi erklärten, zwei saudische Öltanker im Roten Meer mit Raketen und Drohnen angegriffen zu haben. Mindestens ein saudisches Schiff wurde am Mittwoch getroffen.

Zuvor hatte die Miliz eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Schiffe mit Verbindung zum Königreich sollen demnach zum Ziel von Angriffen werden.

Die Huthi kontrollieren große Teile des Jemen und greifen seit mehreren Jahren Handelsschiffe im Roten Meer an. Die Miliz begründet ihre Operationen mit regionalen Konflikten und ihrer Unterstützung für den Iran und dessen Verbündete.

Trump droht Iran und Huthi mit Militärschlägen

Trump erklärte, die Vereinigten Staaten würden Iran für weitere Angriffe der Huthi verantwortlich machen. Die Miliz sei ein Stellvertreter Teherans.

Sollten die Attacken weitergehen, werde es eine „schwere militärische Bestrafung“ gegen Iran und die Huthi geben, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Der US-Präsident zeigte sich zugleich „sehr enttäuscht“ von der Miliz. Nach amerikanischen Angriffen im vergangenen Jahr und während des im Februar begonnenen Krieges gegen Iran hätten sich die Huthi aus seiner Sicht zunächst zurückgehalten.

Mit der Drohung steigt das Risiko einer direkten militärischen Konfrontation. Weitere amerikanische Angriffe auf Ziele im Jemen könnten zugleich die Spannungen zwischen Washington und Teheran verschärfen.

Merz stellt sich hinter Saudi-Arabien

Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte die Angriffe auf saudische Schiffe „auf das Schärfste“. Die Huthi müssten ihre Attacken unverzüglich einstellen. „Jede Form einer Seeblockade ist inakzeptabel“, erklärte Merz. Die Angriffe gefährdeten die freie Schifffahrt und drohten, die regionale Stabilität weiter zu untergraben.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Deutschland stehe solidarisch an der Seite Saudi-Arabiens und seiner Partner in der Region, fügte der Bundeskanzler hinzu. Auch die Europäische Union bezeichnete die angekündigte Blockade als direkte Bedrohung der regionalen Stabilität. Der Angriff auf einen Öltanker sei inakzeptabel und rechtswidrig.

Die EU-Marineoperation Aspides soll die freie Schifffahrt im Roten Meer und den umliegenden Gewässern schützen. Ihr Mandat ist defensiv ausgerichtet.

Afrikanische Union warnt vor Folgen für den Kontinent

Auch die Afrikanische Union verurteilte die Angriffe. Der Vorsitzende der AU-Kommission, Mahmoud Ali Youssouf, sprach von einer gefährlichen Eskalation mit Folgen für Frieden und Sicherheit in der gesamten Region.

Er bekundete die Solidarität der Afrikanischen Union mit Saudi-Arabien und bekräftigte die Unterstützung für dessen Sicherheit, Souveränität und Stabilität.

Störungen im Roten Meer bedrohten nicht nur den internationalen Handel, sondern auch die wirtschaftlichen Interessen zahlreicher afrikanischer Staaten. Viele Länder des Kontinents sind auf sichere Seewege für Energieimporte, Exporte und den Warenverkehr mit Europa und Asien angewiesen.

Youssouf forderte die Huthi auf, ihre Angriffe auf Handelsschiffe sofort einzustellen und das internationale Seerecht einzuhalten.

Ölpreis steigt um mehr als acht Prozent

Die Sorge vor weiteren Angriffen ließ die Ölpreise kräftig steigen. Der Preis für Brent-Rohöl legte am Donnerstag um 8,4 Prozent auf 101,93 Dollar je Barrel zu.

Damit überschritt Brent erstmals seit Ende Mai wieder die Marke von 100 Dollar. Die amerikanische Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 7,6 Prozent auf 93,44 Dollar je Barrel.

Der Preisanstieg trifft einen bereits angespannten Markt. Wegen der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus stehen Lieferungen aus dem Persischen Golf unter Druck. Die Angriffe im Roten Meer gefährden nun zusätzlich die Route durch den Suezkanal.

Über das Rote Meer und den Golf von Aden laufen große Teile des Handels zwischen Europa und Asien. Eine länger anhaltende Störung könnte Reedereien erneut zu Umwegen um das Kap der Guten Hoffnung zwingen. Dadurch verlängern sich Transportzeiten, während Treibstoff- und Versicherungskosten steigen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Molly Riley / B66 / Avalon

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