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Staatsbesuch in den USA

König Charles im US-Kongress: Eindringlicher Appell für Ukraine und westliche Allianz

König Charles und Camilla reisen in die USA zu Präsident Donald Trump. Der Besuch steht im Schatten von Schüssen, Epstein und dem jüngsten Eklat um Harry.

Update vom 28. April, 22:13 Uhr: Nach wochenlangen Spannungen wegen des Iran-Kriegs hat der britische König Charles III. die USA zum Zusammenhalt mit ihren westlichen Verbündeten aufgerufen. Kein Land könne die großen Herausforderungen der heutigen Zeit „alleine bewältigen“, sagte Charles am Dienstag in einer Rede vor dem US-Kongress. Großbritannien und die USA könnten sich daher auch nicht „auf vergangenen Errungenschaften ausruhen“.

Besuch von König Charles bei Trump: König ruft USA zum Zusammenhalt mit westlichen Verbündeten auf

„Welche Differenzen und Meinungsverschiedenheiten es auch zwischen uns geben mag, wir stehen zusammen in unserem Engagement für die Bewahrung der Demokratie“, sagte Charles vor beiden Parlamentskammern. Er wies in seiner gut halbstündigen Rede immer wieder auf die „besondere Beziehung“ zwischen Großbritannien und den USA hin, die sich zu einem der wichtigsten Bündnisse „in der Geschichte der Menschheit“ entwickelt habe. „Ich bete mit meinem ganzen Herzen dafür, dass unser Bündnis weiterhin unsere gemeinsamen Werte verteidigen wird“, sagte der König.

Auch mit Blick auf die Ukraine mahnte er die Einigkeit des Westen an: Um einen „wirklich gerechten und dauerhaften Frieden“ im Ukraine-Krieg zu erreichen, sei eine „unbeugsame Entschlossenheit“ erforderlich. Neue Bedrohungen erforderten zudem stärkere Verteidigungsanstrengungen.

Erstmeldung: König Charles III. und Königin Camilla absolvieren diese Woche einen mehrtägigen Staatsbesuch in den USA. Das Programm ist dicht: ein Empfang im Weißen Haus, ein Staatsbankett am Dienstag, eine historische Rede vor dem US-Kongress – als erst zweiter britischer Monarch nach Queen Elizabeth II. Anlass ist der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Doch der Besuch findet in einem Washington statt, das politisch und sicherheitstechnisch unter Schock steht. Hinzu kommt ein US-Präsident, der erst in der vergangenen Woche den Sohn von Charles, Prinz Harry, verbal ins Visier nahm.

König Charles III. besucht mit Camilla Donald Trump in den USA. Dem Staatsbesuch geht eine gewisse Brisanz voraus. (Archivbild)

Am Wochenende hatte ein bewaffneter Mann beim traditionellen Dinner der White-House-Korrespondenten versucht, in den Ballsaal eines Washingtoner Hotels einzudringen, in dem der US-Präsident, First Lady Melania und Kabinettsmitglieder an einer Gala teilnahmen. Als Schüsse fielen, wurden das Präsidentenpaar und weitere Regierungsmitglieder in Sicherheit gebracht. Ein Beamter wurde verletzt, der Täter festgenommen. Trump und Melania blieben unverletzt. Der Buckingham-Palast überprüfte daraufhin die Reisepläne in letzter Minute – bestätigte aber schließlich, dass die Visite wie geplant stattfinden werde. Charles ließ ausrichten, er sei „sehr erleichtert zu hören, dass der Präsident, die First Lady und alle Gäste unverletzt geblieben sind.“ Trump lobte den „tapferen“ King dafür, dass er seinen Besuch in Amerika fortsetzte.

Besuch von König Charles bei Trump: US-Reise mit Brisanz

Der Staatsbesuch des britischen Königs findet vor dem Hintergrund tief angespannter Beziehungen zwischen London und Washington statt. Kern des Konflikts ist der Iran-Krieg: Premierminister Keir Starmer lehnte es ab, britische Truppen und Militärstützpunkte für die US-geführten Angriffe auf den Iran zur Verfügung zu stellen. „Das ist nicht unser Krieg“, stellte Starmer klar. Trump reagierte mit unverhohlener Verärgerung. Im März spottete er in Anspielung auf den britischen Kriegspremier des Zweiten Weltkriegs: „Wir haben es hier nicht mit Winston Churchill zu tun.“

Die US-britischen Beziehungen seien „nicht mehr das, was sie mal waren“, schimpfte Trump. In einer Rede auf einem Oster-Lunch äffte er sogar Starmers Tonfall nach, als er über dessen angebliche Zögerlichkeit beim Thema Flugzeugträger spottete: „Ich sagte: Du hast zwei alte, kaputte Flugzeugträger. Könntest du sie rüberschicken? Er sagte: Da muss ich mein Team fragen. Ich sagte: Du bist doch der Premier. Nein, ich muss mein Team fragen.“

Besuche im Weißen Haus: Trumps legendäre Momente im Oval Office

Friedrich Merz trifft Donald Trump
529408025.jpg © Evan Vucci/dpa
Friedrich Merz beim Besteigen der „Konrad Adenauer“, dem deuschen Pendant der Air Force One.
Friedrich Merz beim Besteigen der „Konrad Adenauer“, dem deutschen Pendant der Air Force One. Das Flugzeug bringt den Bundeskanzler am Mittwoch nach Washington DC. In der US-Hauptstadt wird Merz zum Antrittbesuch bei Donald Trump erwartet. Es ist das erste persönliche Treffen der beiden und das erste Mal, dass Merz zu Gast im Weißen Haus ist. © Michael Kappeler/dpa
Für Friedrich Merz ist es der erste offizielle Besuch im Weißen Haus.
Für Friedrich Merz ist es der erste offizielle Besuch im Weißen Haus. In den USA kennt sich der neue Bundeskanzler aber aus. Von 2009 bis 2019 war er Vorsitzender der „Atlantik-Brücke“, ein Verein, dem etwa 800 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft angehören. Die „Atlantik-Brücke“ dient ihren Mitgliedern als Netzwerk und Austauschforum und hat zum Ziel, die transatlantische Zusammenarbeit zwischen den USA auf der einen und Deutschland sowie Europa auf der anderen Seite zu fördern. © Bernd Von Jutrczenka/dpa
 Per Dekret benannte der neue US-Präsident den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um
Kaum angekommen im Oval Office sorgte Donald Trump für den nächsten Eklat. Per Dekret benannte der neue US-Präsident den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um. Weil die Nachrichtenagentur AP diese Umbenennung nicht mitmachen wollte, verbannte die Trump-Administration ihre Vertreterinnen und Vertreter von den Pressekonferenzen des Weißen Hauses. © imago
Statuette, die an das Attentatsversuch auf Trump im Wahlkampf erinnert.
Das Oval Office hat Donald Trump längst nach seinen Vorstellungen umgestaltet. Der neue Präsident scheute dabei keine Kosten. Der Teppichboden wurde ausgetauscht, deutlich mehr Flaggen aufgestellt und zahlreiche neue Bilder aufgehängt. Daneben finden sich im Oval Office etliche Memorabilias wie eine Statuette, die an das Attentatsversuch auf Trump im Wahlkampf erinnert.  © Alex Brandon/dpa
Donald Trump, hier in Begleitung von Verteidigungsminister Pete Hegseth
Einen besonders prominenten Platz vergab Donald Trump, hier in Begleitung von Verteidigungsminister Pete Hegseth bei der Präsentation eines neuen Kampfjets, an ein Bild Ronald Reagans. Der 40. Präsident der USA gilt Trump seit jeher als Vorbild. Seinen Wahlspruch, „Make America Great Again“, der zum Namen einer ganzen Bewegung geworden ist, hat sich Trump ebenfalls bei Reagan abgeschaut. © IMAGO/Pool/ABACA
X Æ A-Xii, der jüngste Sohn von Elon Musk
Ein außergewöhnlicher Moment im Oval Office war der Auftritt von X Æ A-Xii, der jüngste Sohn von Elon Musk. Donald Trump hatte den reichsten Mann der Welt damit beauftragt, die Regierungsausgaben der USA radikal zu kürzen. Musk stellte sich daraufhin derart auffällig ins Rampenlicht, das viele Beobachterinnen und Beobachter in dem gebürtigen Südafrikaner den eigentlichen US-Präsidenten sahen. © JIM WATSON/AFP
Kid Rock und Donald Trump im Oval Office
Elon Musk und Sohnemann X Æ A-Xii waren aber nicht die Einzigen, die seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus ihre Momente im Oval Office hatten. Einen solchen feierte auch Kid Rock. Der in die Jahre gekommene Rockstar ist seit langem Anhänger Trumps und besuchte diesen kurz nach seiner Wahl in Washington DC. Für seine Audienz im Oval Office wählte Kid Rock ein Outfit, das an menschliche Kanonenkugeln und furchtlose Motorrad-Stuntfahrer erinnerte. © SAUL LOEB/AFP
Donald Trump beim Interview im Oval Office
Ebenfalls im Oval Office kam es zu einem weiteren Eklat, an dem Donald Trump maßgeblich beteiligt war. Während eines Fernsehinterviews behauptete der US-Präsident, man habe die Tätowierung „MS13“ auf den Knöcheln eines abgeschobenen Südamerikaners gefunden, was wiederum dessen Mitgliedschaft in der gleichnamigen Kriminellen-Gang beweisen würde. Mehrfach wies der Reporter Trump daraufhin, dass es sich bei seinem angeblichen Beweisfoto um eine mit Photoshop bearbeitete Aufnahme handle. Trump wiederum ließ sich davon aber nicht stören. © IMAGO/White House
Wolodymyr Selenskyj mit seinem Outfit in Washington DC
Während die Garderobe von Elon Musk und Kid Rock bei ihren Besuchen im Oval Office die MAGA-Welt um Donald Trump unbeeindruckt hinterließ, sorgte Wolodymyr Selenskyj mit seinem Outfit in Washington DC für einen handfesten Eklat. Der ukrainische Präsident erschien zum Antrittbesuch im schwarzen Pullover – für den ebenfalls anwesenden Brian Glenn offenbar zu viel des Guten. „Haben Sie keinen Anzug“, fragte der rechtsradikale Kommentator Selenskyj, der sich im Oval Office auch von Vizepräsident JD Vance so einiges anhören durfte. © imago
das Treffen zwischen Donald Trump und Emmanuel Macron im Weißen Haus
Harmonischer lief dagegen das Treffen zwischen Donald Trump und Emmanuel Macron im Weißen Haus. Frankreichs Präsident ließ bei dem Besuch seinen Charme spielen, was Trump offensichtlich gefiel. Selbst als Macron ihn bei der Frage, welches Land wie viel Hilfe an die Ukraine geleistet habe, korrigierte, quittierte Trump das nur mit einem Lächeln. © LUDOVIC MARIN/AFP
Keir Starmer folgte bei seinem Besuch im Oval Office
Keir Starmer folgte bei seinem Besuch im Oval Office dem Vorbild Emmanuel Macrons. Wie schon Frankreichs Präsident bemühte sich auch der britische Premierminister um ein harmonisches Verhältnis zu Donald Trump. Starmer brachte sogar eine schriftliche Einladung Trumps an den Hof von König Charles III. mit – wohl wissend, dass Trump schon immer ein Faible für die britischen Royals hatte. Der britische Premierminister war der sechste Regierungschef, der Trump im Oval Office einen Besuch abstattete. © Carl Court/dpa
Beste Laune herrschte im Oval Office bei dem Staatsbesuch von Giorgia Meloni
Beste Laune herrschte im Oval Office bei dem Staatsbesuch von Giorgia Meloni. Donald Trump nannte Italiens Regierungschefin „eine großartige Premierministerin.“ Sie mache „einen fantastischen Job in Italien“ und sei „eine der wirklichen Führungspersönlichkeiten der Welt.“ Die Post-Faschistin Meloni habe laut Trumps Laudatio im Weißen Haus seit ihrem Amtsantritt „Europa im Sturm erobert“. © imago
Nato-Generalsekretär Marc Rutte in Washington DC.
Was zu anderen Zeiten ein dröger Standard-Termin gewesen wäre, wird unter Donald Trump zum Treffen mit Zündstoff: Der Besuch von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Washington DC. Der amtierende US-Präsident gilt als Kritiker des Verteidigungsbündnisses und will, dass sein Land weniger Verantwortung für die anderen Mitglieder übernimmt. Rutte bemühte sich bei seinem Besuch, die so entstandenen Wogen zu glätten. © imago
Mark Carney und Donald Trump im Weißen Haus
Ähnlich gestaltete sich die Situation beim Antrittsbesuch von Mark Carney, dem neuen Premierminister Kanadas, in Washington DC. Trump hatte im Vorfeld zur Wahl in Kanada die Idee in Umlauf gebracht, die USA könnten sich den nordischen Nachbarstaat einfach einverleiben. Kanada würde so der 51. Bundesstaat werden. Doch im Oval Office stellte Carney klar: „Kanada steht nicht zum Verkauf.“ © imago
Donald Trump beim Besuch von Cyril Ramaphosa
Einen weiteren Eklat verursachte Donald Trump beim Besuch von Cyril Ramaphosa. Der Präsident Südafrikas sah sich im Oval Office mit Videoaufnahmen konfrontiert, die einen angeblichen Genozid an der weißen Bevölkerung seines Landes dokumentieren sollen. Ramaphosa war eigentlich nach Washington DC gereist, um mit Trump über Zollabkommen zu verhandeln. Dessen plötzlichen Themenwechsel nahm Südafrikas Präsident gelassen hin. © imago
Donald Trump Trikot im weißen haus
Nicht nur Staats- und Regierungschefs gehen ein und aus im Weißen Haus. Donald Trump empfängt dort auch regelmäßig Vertreter aus Kultur und Sport. Im Mai 2025 verkündete der US-Präsident aus dem Oval Office, dass der Draft der American Football Liga (NFL) im Jahr 2027 in Washington DC stattfinden werde. Dafür bekam Trump ein persönliches Trikot des städtischen Football-Teams, der Washington Commanders, überreicht. Die Nummer 47 steht dabei für sein Amt: Trump ist der 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Der dazugehörige Football erinnert zudem an seine erste Amtszeit, als Trump der 45. US-Präsident war. © imago
Eine Sportart, für die Donald Trump viel Begeisterung aufbringt, ist die Ultimate Fighting Championship (UFC)
Eine Sportart, für die Donald Trump viel Begeisterung aufbringt, ist die Ultimate Fighting Championship (UFC). Deren im Ruhestand befindlicher Superstar ist der Ire Conor McGregor. Zum St. Patricks Day lud der US-Präsident den ehemaligen UFC-Weltmeister mitsamt Familie ins Weiße Haus ein. Im Oval Office gefiel es McGregor offenbar so gut, dass er im Anschluss an das Familienfoto mit Trump und Elon Musk beschloss, eine eigene politische Karriere zu beginnen und bei der nächsten Wahl in seiner Heimat Irland für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. © imago
So fand Skandal-Rapper Kanye West seinen Weg ins Weiße Haus
Bereits während seiner ersten Amtszeit im Oval Office lud Donald Trump jeden ein, der ihm mit seinem Besuch Schlagzeilen versprechen konnte. So fand Skandal-Rapper Kanye West seinen Weg ins Weiße Haus, um dort mit dem US-Präsidenten über Schusswaffengewalt, Sozialpolitik und Trumps Strategie zu sprechen. West trug während seines Besuchs die Trumps berühmte rote MAGA-Mütze. Sie sorge dafür, dass er sich „wie Superman“ fühle, so West. © SAUL LOEB/AFP
First Lady Melania Trump ganz alleine auf dem Sofa,
Im Jahr 2017 machte ein weiteres Bild aus dem Oval Office die Runde. Dort zu sehen: First Lady Melania Trump ganz alleine auf dem Sofa, umringt von Fotografen und Journalisten, die ihr aber keine Beachtung zu schenken scheinen. Das Weiße Haus verbreitete das Foto auf seinen Social-Media-Kanälen ausgerechnet als Geburtstagsgruß an die Ehefrau Donald Trumps. © BRENDAN SMIALOWSKI
Bundeskanzlerin Merkel trifft US-Präsident Trump
Merz-Vorgängerin Angela Merkel hatte gleich mehrere Treffen mit Donald Trump im Weißen Haus. Die Ex-Kanzlerin regierte von 2017 bis 2021 zeitgleich mit Trump. Wie der US-Präsident dabei auf Merkel wirkte, beschrieb sie ausführlich in ihren Memoiren. „Je mehr Menschen im Raum waren, desto größer war sein Drang, der Sieger zu sein. Man kann mit ihm nicht plaudern, jede Begegnung ist ein Wettkampf: Du oder ich“, so die ehemalige Kanzlerin über Trumps Verhalten im Oval Office.  © Evan Vucci/dpa
Angela Merkel und Barack Obama
Ganz anders gestaltete sich dagegen die Beziehung zwischen Angela Merkel und Barack Obama, Donald Trumps Vorgänger im Amt des US-Präsidenten. Merkel besuchte Obama mehrfach im Weißen Haus. Der US-Präsident beschrieb die damalige Bundeskanzlerin nach ihrer Amtszeit als „nett und freundlich.“ © imago
Obama und Merkel im Weißen Haus
Dabei stand die Beziehung der deutschen Bundeskanzlerin und des neuen US-Präsidenten zu Beginn unter einem ungünstigen Stern. Präsidentschaftskandidat Barack Obama wollte im Wahlkampf der US-Wahl 2008 vor dem Brandenburger Tor auftreten. Merkel aber verhinderte den Auftritt des Demokraten, damit nicht der Eindruck entstünde, sie würde sich gegen den Kandidaten der Republikaner, John McCain, stellen. Nach Obamas Wahlsieg soll Merkel befürchtet haben, der neue US-Präsident trage ihr die Entscheidung noch nach. „Sie war immer besorgt, dass ich deshalb noch wütend bin“, sagte Obama bei der Vorstellung von Merkels Memoiren in Washington DC. „Das bin ich aber wirklich nicht“, versicherte er der ehemaligen Kanzlerin. © imago
Obama und Trump im Oval Office
Ein deutlich unangenehmer Termin für Barack Obama dürfte dagegen das Treffen mit Donald Trump im Weißen Haus gewesen sein. Der alte US-Präsident empfing seinen Nachfolger nach dessen Sieg bei der US-Wahl 2016 zur Übergabe der Amtsgeschäfte im Oval Office. © Michael Reynolds/dpa
Merkel und Barroso bei Bush in Washington
Für Friedrich Merz wird der Besuch bei Donald Trump eine Premiere sein. Noch nie war der Bundeskanzler zu Gast im Weißen Haus. Seine Vorgängerin im Amt, Angela Merkel, traf dagegen gleich vier US-Präsidenten in deren Amtssitz. Neben Barack Obama und Donald Trump luden auch Joe Biden und George W. Bush die deutsche Bundeskanzlerin nach Washington DC ein. © dpa
Kanzler Scholz in den USA
Vor Friedrich Merz regierte Olaf Scholz Deutschland als Bundeskanzler. In seiner weniger als vier Jahre dauernden Amtszeit besuchte Scholz gleich mehrfach das Weiße Haus. Donald Trumps Vorgänger Joe Biden empfing den deutschen Bundeskanzler jedes Mal freundlich zum Gespräch im Oval Office. © Michael Kappeler/dpa
Schröder zu Treffen mit Bush im Weißen Haus
Bundeskanzler Gerhard Schröder war ebenfalls Gast im Weißen Haus. Im Jahr 2005 empfing der damalige US-Präsident George W. Bush den Sozialdemokraten im Oval Office.  © dpa
Bush und Kohl im Weißen Haus
Vor Gerhard Schröder reiste Bundeskanzler Helmut Kohl ebenfalls nach Washington DC. Der Altkanzler traf dort George Bush, Vorgänger und Vater des späteren US-Präsideten George W. Bush, zum Gespräch im Oval Office des Weißen Hauses. © imago

Wenige Tage vor dem royalen Besuch in den USA hatte zudem Prinz Harry beim Kiewer Sicherheitsforum die USA aufgefordert, ihre Verpflichtungen gegenüber der Ukraine einzuhalten. Trump meldete sich wenig später zu Wort – und ließ keinen Zweifel daran, was er von Harrys Auftritt hielt: „Prinz Harry spricht nicht für Großbritannien.“ Einen weiteren Schatten wirft der Epstein-Skandal. Charles‘ Bruder Andrew, dem der König mittlerweile alle Titel entzogen hat, war jahrelang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein befreundet. Das Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte mehrfach ausgesagt, sie sei zum Sex mit Andrew gezwungen worden – das erste Mal bereits mit 17.

Reise von König Charles zu Trump – trotz Gala-Schüssen

Dass die Reise von König Charles zu Trump dennoch stattfindet, war für die britische Seite alternativlos – zumindest aus protokollarischer Sicht. Politikjournalist Andrew Rawnsley vom Observer bringt es auf den Punkt: Eine Absage wäre „wohl das Unhöflichste, das Großbritannien den US-Amerikanern angetan hat, seit Soldaten des British Empire im Jahr 1814 das Weiße Haus niederbrannten.“ Die Historikerin und Monarchie-Expertin Anna Whitelock von der St.-George‘s-Universität London ergänzt: „Solche Staatsbesuche werden nur wegen Krankheiten oder Sicherheitsbedenken abgesagt.“ Dennoch sei es „schwer vorstellbar, dass Charles und Camilla die Reise genießen werden.“

Auf britischer Seite ruhen die Hoffnungen auf der persönlichen Beziehung zwischen dem König und dem US-Präsidenten. Trump schwärmte in einem BBC-Interview: „Definitiv“ könne Charles III. dazu beitragen, das Verhältnis zwischen beiden Staaten wieder ins Lot zu bringen. „Er ist fantastisch. Er ist ein fantastischer Mann.“ Der neu ernannte britische Botschafter in den USA, Christian Turner – sein Vorgänger Peter Mandelson war nach Enthüllungen über Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein entlassen worden – bezeichnete den Besuch als „wichtig“. Charles und Trump verbinde ein „sehr persönliches Verhältnis“, geprägt von „tiefer Zuneigung und Respekt“, sagte Turner dem Sender NBC News.

Historiker ordnen den Besuch von Charles in den USA als außergewöhnlich heikel ein. Anthony Seldon, Politikhistoriker an der Universität Wellington, bezeichnet ihn laut Guardian als schwieriger als jeden offiziellen Königsbesuch seit Georg VI., der Roosevelt zum Eintritt in den Zweiten Weltkrieg bewegen wollte. Für Charles spreche allerdings ein entscheidender Faktor: Er sei „wahrscheinlich die einzige Person auf der Welt, die Trump nicht verärgern wolle“ – was dem König mehr Spielraum bei den Gesprächen lasse.

Für die Kongressrede des Königs, die international übertragen wird und als womöglich wichtigste seines Lebens gilt, empfiehlt Experte Philip Murphy eine indirekte Strategie: Charles könne gemeinsame Werte – Freiheit, Demokratie, jahrhundertealte Verbundenheit – betonen und damit die amerikanische Öffentlichkeit „quasi über Trumps Köpfe hinweg“ ansprechen, sagte der Experte laut Guardian. Das bilaterale Gespräch im Oval Office findet bewusst unter Ausschluss der Presse statt – eine Lehre, die der Palast offenbar aus Wolodymyr Selenskyjs öffentlicher Demütigung durch Trump gezogen hat. Laut Buckingham Palace wird Charles in seiner Rede „die Herausforderungen anerkennen, vor denen unsere Länder stehen“. 

„Schwieriger Staatsbesuch für den König“ bei Donald Trump

Der Verfassungsexperte Craig Prescott von der Londoner Royal Holloway-Universität bescheinigt Charles diplomatisches Geschick: Der König sei „generell sehr gut“ darin, in schwierigen diplomatischen Fahrwassern zu navigieren. Gleichzeitig räumt Prescott ein, es handele sich „zweifellos“ um einen „schwierigen Staatsbesuch für den König“, wie der Deutschlandfunk schreibt – auch wegen der Unberechenbarkeit des US-Präsidenten.

Prescott erwartet, dass Charles die bilateralen Spannungen in seiner Rede vor dem Kongress auf verklausulierte Weise ansprechen wird. Laut Palast soll es darin um die gemeinsame Vergangenheit und die tiefe Verbindung beider Staaten gehen. Der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit biete den Briten zudem eine gute Möglichkeit, zu argumentieren, „dass es bei dem Besuch nicht eigentlich um Keir Starmer und Donald Trump geht“. Wenn Trump auch nur einmal das Wort „besondere Beziehung“ sage, „wäre das schon ein Erfolg“, so Monarchie-Expertin Whitelock.

Besuch von Charles in den USA – Kritik in Großbritannien

In Großbritannien selbst ist der Besuch von Charles in den USA umstritten. Laut einer Umfrage im Auftrag von The i Paper sind 44 Prozent der Briten gegen den Besuch, nur 35 Prozent dafür. Der Parteichef der Liberaldemokraten, Ed Davey, forderte im Parlament offen die Absage: „Er ist ein gefährlicher und korrupter Gangster“, rief er laut Tagesschau Premier Starmer zu – gemeint war Trump. Es sei nicht richtig, den König in eine solche Lage zu bringen. Graham Smith von der Anti-Monarchie-Gruppe Republic zeigte sich skeptisch: Charles werde „die Rituale durchlaufen, ohne irgendetwas Gehaltvolles zu bieten“. Das einzig Interessante an diesem „sinnlosen Besuch“ sei die Frage, „wie Trump sich benimmt“. (Quellen: Guardian, Observer, Deutschlandfunk, Tagesschau, dpa, AFP) (fbu)

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/AP/dpa

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