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Rente, Bürgergeld und Verbrenner-Aus

Schwarz-Rot verkündet neue Sanktionen: „Bürgergeld ist jetzt Geschichte“

Bürgergeld, Verbrenner-Aus, Rente: Die Erwartungen an die Beratungen waren groß – nach dem Koalitionsausschuss meldet sich die Merz-Regierung zu Wort.

Update, 9.49 Uhr: Die schwarz-rote Koalition hat sich bei zentralen Konflikthemen geeinigt: Bürgergeld-Sanktionen, Aktivrente und Verkehrsprojekten. Die wichtigsten Punkte aus der gemeinsamen Pressekonferenz von Kanzler Merz (CDU), Arbeitsministerin Bas (SPD), Finanzminister Klingbeil (SDP) und CSU-Chef Söder:

  • Bürgergeld: Komplettstreichung von Leistungen nach drittem versäumten Termin im Jobcenter 
  • Aktivrente: bis zu 2000 Euro steuerfreier Hinzuverdienst, der auch vom Progressionsvorbehalt ausgenommen ist
  • Straßenbau: drei Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung 
Söder, Merz, Bas und Klingbeil (v.l.) bei der Pressekonferenz nach dem Koalitionsausschuss.

Koalitionsausschuss von Schwarz-Rot: Entscheidung zum Verbrenner-Aus vertagt

In einer Kernfrage sind sich Union und SPD weiter uneins: Wie steht Deutschland zum endgültigen EU-weiten Aus für Neufahrzeuge mit Verbrennermotor im Jahr 2035? Die Union – allen voran Kanzler Merz – wollte das Verbrenner-Aus in dieser Form kippen. Die SPD wollte daran festhalten. Man habe da noch nicht zu einer abschließenden Bewertung gefunden, sagte Merz bei der Pressekonferenz auf Nachfrage. 

Ergebnisse vom Koalitionsausschuss: Bas lobt „Kooperationsplan“ bei Bürgergeld

Update, 9.43 Uhr: Noch eine Nachfrage direkt an die SPD zur Bürgergeld-Reform: „Wie verkaufen Sie das in Ihrer Partei?“ Bas antwortet: Das sei einfach, weil Schwarz-Rot austariere. „Wir wollen die unterstützen, die Hilfe brauchen.” Deshalb der Kooperationsplan. Auf Augenhöhe mit dem arbeitslosen Menschen zu verhandeln, sei den Sozialdemokraten immer wichtig gewesen – und das bleibe erhalten, argumentiert Bas.

Erst bei Verstößen gegen den Kooperationsplan gebe es Sanktionen. „Das haben sich die Jobcenter-Mitarbeiter auch gewünscht.“ Sie betont: „Deshalb kann ich das auch vertreten in meiner Partei.“ Wenn jemand nicht erscheine, könne er keine Leistungen erhalten: „Das ist kein Widerspruch.“

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die Komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

Klingbeil: „Diese Regierung sorgt dafür, dass die Bagger rollen”

Update, 9.38 Uhr: Beim Autogipfel heute wolle man auch über neue Technologien sprechen, kündigt Merz an. Man wolle Maßnahmen besprechen, die Krise der Branche zu beenden. „Diese Regierung sorgt dafür, dass die Bagger rollen”, fügt Klingbeil zum Thema Verkehrsprojekte hinzu.

Update, 9.31: „Bis wir auf Null gehen, das ist eine ziemliche Strecke“, kontert Bas eine kritische Journalistennachfrage, ob die geplante Bürgergeldstreichung bei Terminschwänzung verfassungskonform sei. Es gehe hier um Mitwirkungspflichten.

Update, 9.23 Uhr: Als vierter spricht Klingbeil. „Wir haben bei wichtigen Themen die Knoten durchgeschlagen.” Die Koalition beweise damit, dass sie arbeitsfähig sei, lobt der Finanzminister. Er erwähnt vor allem die geplanten „Rekordinvestitionen“ in die Infrastruktur. „Es gibt keine Gründe mehr, nicht zu bauen“, meint er.

Schwarz-Rot verkündet neue Sanktionen: „Bürgergeld ist jetzt Geschichte“

Update, 9.17 Uhr: Söder berichtet von der „Marathonsitzung“ Koalitionsausschuss von mehr als zehn Stunden. Es habe eine ernste Stimmung in ernsten Zeiten geherrscht. Bayerns Ministerpräsident bedankt sich ausdrücklich bei der SPD. „Das Bürgergeld ist jetzt Geschichte.“ Er freue sich über die Mütterrente: „Vielen Dank für das ganze Rentenpaket.“ Und mit Blick auf die Infrastruktur: „Kein Projekt bleibt liegen.“ Man habe „drei große Brocken“ gelöst.

Ergebnisse vom Koalitionsausschuss: Bas erläutert Bürgergeld-Verschärfungen

Update, 9.15 Uhr: Bas ergänzt Merz’ Ausführungen zum Bürgergeld: Die Regierung werde die Potenziale von Langzeitarbeitslosen „heben”. Junge Menschen werden auch sehr gebraucht, betont die Arbeitsministerin. Die Regierung wolle Ausbildungen fördern. Dabei gelte: „Wer nicht mitmacht, wird es schwer haben.” Wer sich anstrenge, werde das Jobcenter als sehr kooperativ erleben. „Wir wollen nicht die Falschen treffen, das ist ganz wichtig”, betont Bas mit Blick auf zum Beispiel kranke Menschen.

Nach Koalitionsausschuss: Aktivrente-Start und schärfere Sanktionen beim Bürgergeld

Update, 9.10 Uhr: Dann Merz zum Rentenpaket: Zum 1. Januar 2026 soll die Aktivrente in Kraft treten. Sie gilt für nichtselbständige Tätigkeiten. Es soll einen monatlichen Steuerfreibetrag von 2000 Euro geben. Die Rentenkommission soll noch dieses Jahr besetzt werden.

Der Kanzler spricht als Drittes zum Bürgergeld. Bei einem ersten Gespräch zwischen Jobcenter und Leistungsberechtigtem soll ein „Kooperationsplan” erstellt werden. Bei Verstößen sollen Rechtsfolgen „klar und deutlich” sein. Wer einen ersten Termin versäumt, erhält unmittelbar einen zweiten. Bei Nichterscheinen wird die Leistung um 30 Prozent gekürzt, sagt Merz. Bei einem verpassten dritten Termin komplett gestrichen. „Das gilt dann auch für die Kosten der Unterkunft.“ Merz schließt mit: „Es wird eine wirklich gute neue Grundsicherung geben und das Thema Bürgergeld wird damit der Vergangenheit angehören.“

Ergebnisse vom Koalitionsausschuss: „Alles was baureif ist, wird gebaut“

Update, 9.04 Uhr: Söder, Merz, Bas und Klingbeil nehmen zur PK Platz. Merz betont Beratungen bis spät in die Nacht. Es habe drei Hauptthemen gegeben: die Verkehrsinfrastruktur, die Aktivrente und die neue Grundsicherung, also das jetzige Bürgergeld. „Alles was baureif ist, wird gebaut“, verspricht Merz. Das betreffe Schiene und Straße. 300 Milliarden Euro sollen zusätzlich in die Finanzierung gehen. Nach zwei Jahren wollen man die Fortschritte und Finanzmittel überprüfen.

Update, 9. Oktober, 8.49 Uhr: Schwarz-Rot hat sich im Koalitionsausschuss auf schärfere Sanktionen für Bürgergeldempfänger geeinigt. Das berichtet die Bild. Wer als Bezieher einen Termin beim Jobcenter nicht wahrnimmt, dem soll die Leistung um 30 Prozent gekürzt werden, schreibt die Zeitung. Bislang sind es zehn Prozent. Erscheint die oder der Betroffene auch zu einem zweiten Termin nicht, folgt eine weitere Kürzung um 30 Prozent. Bei einem versäumten dritten Termin soll die Leistung dann komplett gestrichen werden.

Nach Koalitionsausschuss: Merz, Söder und Co. geben Ergebnisse in Pressekonferenz bekannt

Erstmeldung: Berlin – Nach dem Koalitionsausschuss tritt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstagmorgen gemeinsam mit den Spitzen von SPD und CSU vor die Presse. Es ging bei den Beratungen, die rund acht Stunden dauerten, um mehrere heikle Themen.

Verbrenner-Aus, Rente und Bürgergeldreform: Koalition ringt um Einigung

An der Pressekonferenz zu „innenpolitischen Themen“ im Kanzleramt nehmen ab 09.00 Uhr die SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas sowie CSU-Chef Markus Söder teil, wie die Bundesregierung mitteilte. Über konkrete Ergebnisse des erst in der Nacht beendeten Koalitionstreffens wurde zunächst nichts bekannt. 

Die Spitzenvertreter der Regierungsparteien suchten dabei auf Chefebene nach Lösungen für eine Reihe von Konfliktthemen. Dabei ging es vor dem Autogipfel am Donnerstagnachmittag insbesondere um eine gemeinsame Haltung der Bundesregierung zum Verbot neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2035.

Auch die Themen Rente, Bürgergeld und die Finanzierung von Verkehrsinfrastruktur-Projekten waren im Vorfeld als Themen genannt worden. Gehen sollte es dabei um eine weitere Finanzierung wichtiger Bauprojekte bei Straße und Schiene. Darüber waren Irritationen aufgekommen, nachdem es aus dem Verkehrsministerium geheißen hatte, bestimmte Aus- und Neubauprojekte in der Zeit bis 2029 würden wegen eines Finanzierungslochs wackeln.

Koalitionsausschuss beendet: Kanzler Merz und Parteispitzen werden sich äußern

Vor dem Autogipfel am Donnerstagnachmittag suchten Spitzenvertreter der Regierungsparteien Lösungen für mehrere Konfliktfelder. Vorrang hatte die Frage eines Verbots neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab 2035. Zuletzt signalisierte sogar die Grünen-Fraktion Gesprächsbereitschaft: Gegenüber dem Spiegel erklärte Cem Özdemir, „wenn mehr Flexibilität nötig ist, bekommt ihr mehr Flexibilität“ – ein deutliches Signal an die Autobauer und eine mögliche Verschiebung des Verbots.

Auf der Agenda stehen weitere umstrittene Themen: Die Bürgergeldreform, die CDU und SPD zuletzt spaltete; die Rente sowie die Finanzierung von Verkehrsinfrastrukturprojekten. Zuletzt hatten sich die Partei- und Fraktionsspitzen von CDU, CSU und SPD Anfang September getroffen. Besonders die Unionsseite hatte nun die Erwartung geäußert, dass es ein „Koalitionsausschuss der Ergebnisse“ werden sollte. (Quellen: afp, dpa, Spiegel) (kox)

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