Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kolumne von Alexander Görlach

Wilde UN-Rede: Trump macht USA zum Zaungast – Wichtiges zur Palästina-Frage verschweigt er

Nahezu einmalige Eklats, eine mäandernde Rede Trumps und Ringen um Palästina: Was die UN-Vollversammlung lehrt.

Alexander Görlach ist Geopolitik-Experte und unterrichtet an der New York University. Für IPPEN.MEDIA blickt er auf die Brennpunkte dieser Welt.

New York/London – Schon vor der UN-Vollversammlung hatte sich eine Konfrontation mit den USA über einen künftigen Staat Palästina abgezeichnet: Tags zuvor erkannten Großbritannien, Kanada, Australien und Portugal diesen Staat an. Es folgten, auf Initiative Frankreichs und Saudi-Arabiens, neben Frankreich auch Belgien, Luxemburg, Malta, Andorra und Monaco. Damit erkennen nun 157 der 193 der im Weltengremium versammelten Nationen den Staat Palästina an. Israel und sein wichtigster Verbündeter, die Vereinigten Staaten, kritisierten diesen Schritt massiv. Aus Israel war sogar die Drohung zu vernehmen, die West Bank zu annektieren, um einen künftigen Staat Palästina ein für allemal zu verunmöglichen. 

Donald Trump verlässt nach seiner Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen das Podium.

Donald Trump nannte Frankreichs Initiative „nutzlos“, da sie keinerlei Gewicht trage. Seine Sprecherin sagte, die Anerkennung Palästinas belohne nach Trumps Ansicht die Terrororganisation Hamas. Damit bekräftigt das Weiße Haus die Argumentation Israels – und verschweigt, dass die Länder, die Palästina nun anerkennen, gleichzeitig verlangen, dass die Hamas entwaffnet wird und in der Zukunft keine Rolle in einem Staat Palästina spielt. Auch die Bundesrepublik Deutschland erkennt Palästina aus diesem Grund nicht an.

Streit um Anerkennung Palästinas: USA erteilen Abbas kein Visum – Leid in Gaza geht weiter

Dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, erteilte die Trump-Regierung kein Einreisevisum, um an der Vollversammlung teilnehmen zu können. Dieser Vorgang ist nahezu einmalig. Zuletzt wurde 1988 Yassir Arafat die Einreise verweigert. Rechtsexperten sind sich einig, dass eine Visa-Verweigerung der USA illegal ist. Das State Department kann lediglich verbieten, dass sich Staatenlenker und ihre Delegation an anderen Orten als dem UN-Gebäude und der jeweiligen Botschaft ihrer Länder aufhalten. Eine Einschränkung, die in der Vergangenheit beispielsweise für die Vertreter des Iran galt. 

Bei seiner Rede vor der Vollversammlung der UN nannte Donald Trump die Initiative der US-Verbündeten nicht beim Namen, sondern forderte, dass die Hamas die verbliebenen Geiseln freilässt. Wie viele von ihnen noch am Leben sind, ist unklar.

Donald Trumps berüchtigte Handschlag-Strategie

Handschlag auf Augenhöhe – und es wird ordentlich gequetscht: US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.
US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.  © SAUL LOEB / AFP
Donald Trumps Handschlag
Berühmt, berüchtigt und bekannt: Donald Trumps Handschlag ist eines der Markenzeichen des US-Präsidenten und vereint Machtspiel und Macho-Pose. Zu spüren bekamen das schon zahlreiche Politikerinnen und Politiker auf der ganzen Welt – hier Russlands Präsident Wladimir Putin im Juli 2017 in Hamburg. © imago
Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen.
Donald Trump war noch frisch im Amt und genoss die mediale Aufmerksamkeit, die ihm durch seinen überraschenden Sieg bei der US-Wahl zukam. Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen. © imago
Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan
Mehrere Biografen Donald Trumps beschreiben, dass ihm sein Handschlag schon immer wichtig gewesen sei. Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan, soll der Meinung sein, dass ein Handschlag darüber entscheidet, wer im anschließenden Gespräch Dominanz ausstrahlt und wer nicht. © IMAGO
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard, beschäftigen die politische Medienlandschaft seit seinem Eintritt in die politische Arena. Die Washington Post beschrieb den Präsidenten als jemand, der „unbeholfene, intensive und manchmal geradezu seltsame Händedrücke“ gebe. © imago
James Comey. Der ehemalige Direktor des FBI
imago418416130.jpg © imago
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps. Bei ihrem Treffen im Oval Office im Weißen Haus packte der US-Präsident zu - und ließ nicht mehr los. Ganze 19 Sekunden soll der Handschlag zwischen Trump und Abe gedauert haben. Japans Premierminister war von Trumps Händedruck sichtlich überrascht und reagierte mit nervösem Lächeln und ungläubigem Augenrollen. © imago
Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch
Wie schon bei Comey versuchte Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch, den Trump während seiner ersten Amtszeit zum Obersten Richter am Supreme Court ernannte. Beim Handedrücken zog Trump den Arm Gosuchs zu sich und brachte den obersten Richter sichtbar aus dem Gleichgewicht. © imago
Donald Trump und Emmanuel Macron
Den Höhepunkt des Händeschüttelns erlebte die Welt mit Donald Trump und Emmanuel Macron. Mehrfach während ihres Treffen schüttelten der amerikanische und der französische Präsident die Hände - fast immer in absonderlicher Art.  © IMAGO/Ron Sachs
Aufeinandertreffen mit Macron
Bei den Aufeinandertreffen mit Macron, wie hier beim G7-Gipfel in Kanada, wurde besonders deutlich, dass der Handschlag für Donald Trump vor allem ein Machtspiel ist. Frankreichs Präsident aber schien darauf vorbereitet und reagierte ebenfalls mit Angriff statt Verteidigung. Auf den Bildern war zu sehen, wie er Trumps Hand mit aller Kraft drückte, bis sogar seine Knöchel weiß wurden. Trump versuchte erfolglos, Macrons Arm zu verdrehen. © Evan Vucci/afp
Emmanuel Macron und Donald Trump
Emmanuel Macron beschrieb seine Reaktion auf Donald Trumps Handschlag-Taktik im Nachgang. „Mein Händedruck mit ihm war nicht unschuldig“, so Frankreichs Präsident. Man müsse Trump „zeigen, dass wir keine kleinen Zugeständnisse machen werden, auch nicht symbolische.“ Das galt für Macron offensichtlich selbst bei dem Austausch von Begrüßungsfloskeln. © Michael Kappeler/dpa
Emmanuel Macron und Donald Trump
Über die Jahre entwickelten die Alpha-Männer Emmanuel Macron und Donald Trump dann doch noch einen zivilisierten Händedruck. Den präsentierten sie der Weltöffentlichkeit in Rom, als beide Staatschefs zur Beerdigung von Papst Franziskus zu Gast waren. „Er ist ein toller Kerl - klug, stark und hält gerne meine Hand“, beschrieb Trump Macron, der „ein sehr guter Mensch“ und ein „sehr harter Kerl“. © imago
G7-Gipfel in Kanada
Ähnlich wie bei Emmanuel Macron wurde auch der Handschlag zwischen Donald Trump Marc Trudeau zum Politikum. Kanadas Premierminister wollte wie schon Frankreichs Präsident nicht klein beigeben. Es entwickelte sich ein kurzes Handgemenge, dass Trudeau aber mit einem Lächeln quittierte. © Evan Vucci/dpa
UFC-Kommentator Joe Rogan
UFC-Kommentator Joe Rogan beschrieb in seinem Podcast „The Joe Rogan Experience“, wie er sich auf das Händeschütteln mit Donald Trump vorbereitet hätte. Der Kampfsport-Experte sagte, er habe damit gerechnet, dass ihn der US-Präsident durch einen Ruck aus dem Gleichgewicht habe bringen wollen. „Ich habe mich breiter gestellt, um eine feste Basis zu haben“, so Rogan. Der US-Präsident sei deshalb trotz mehrfacher Versuche mit seinem Trick an ihm gescheitert. © imago
Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation
Doch Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation für seinen Gegenüber maximal unangenehm zu gestalten. Eine davon präsentierte er 2018 in Brüssel beim Handschlag mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Als die beiden beim Nato-Gipfel aufeinandertrafen, packte Trump zu und lehnte sich mit seinem Oberkörper nach vorne. Stoltenberg reagierte mit diesem Eindringen in seinen persönlichen Raum mit dezentem Rückzug. © imago
Bundeskanzlerin Angela Merkel r CDU trifft US Praesident Donald Trump im Rahmen des G20 Gipfels
Beim Handschlag mit Altkanzlerin Angela Merkel hielt sich Donald Trump vornehm zurück. Die Bundeskanzlerin bekam beim G20-Gipfel einen eher unterkühlten Händedruck vom US-Präsidenten. © Inga Kjer/dpa
UN Generalversammlung in New York
Ganz gesittet gestaltete sich 2017 in Donald Trumps Heimatstadt New York das Händeschütteln. Bei der UN-Generalversammlung traf Trump auf António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. © Shealah Craighead/dpa
Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt
Nancy Pelosi beschloss, bei ihrem Handschlag mit Donald Trump den Spieß umzudrehen. Die damalige Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt. Pelosi streckte ihm im Anschluss die Hand mit soviel Ablehnung entgegen, wie ein Blick und eine Geste nur ausstrahlen können. © imago
Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office
Wer die Gunst Donald Trumps genießt, der bekommt beizeiten einen ganz speziellen Händedruck vom US-Präsidenten. Trump legt dann liebevoll seine linke Hand auf die rechte seines Gegenübers und tätschelt diese. In den Genuss dieser Geste kam Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office. © imago
Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus.
Den doppelten Händedruck für besonders gute Freunde bekam auch Indiens Premierminister Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus. © imago
Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago
Zu den guten Freunden Donald Trumps gehörte auch Brasiliens ehemaliger Präsident, Jair Bolsonaro. Der hatte sich im Wahlkampf mit seinem Rechtspopulismus und Skandalen den Spitznamen „Tropen-Trump“ erarbeitet. Der US-Präsident quittierte das im März 2020 bei einem Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago mit dem doppelten Händedruck. © imago
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani. Bei einem Treffen mit Trump im Jahr 2016 schien der ehemalige Bürgermeister New Yorks auch auf den besonderen Handschlag mit dem damaligen Kandidaten der Republikaner für das Präsidentenamt zu hoffen. Trump gönnte seinem Ex-Anwalt diese Ehre aber offenbar nicht. © imago
Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump
Sein Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump ein Augenzwinkern oben drauf. © imago
US-Präsident Trump im Nahen Osten - Katar
Bei seinem Staatsbesuch in Katar bemühte Donald Trump sich offensichtlich um Zurückhaltung. Das galt auch für seinen Händedruck, den hier der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, während eines Staatsdinners im Lusail-Palast entgegen nahm. © Alex Brandon/dpa
Keir Starmer und Donald Trump
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer reiste vor kurzem zum Antrittsbesuch nach Washington DC. Im Weißen Haus traf er auf Donald Trump. Der Handschlag blieb folgenlos und unspektakulär. © Carl Court/dpa
Cyril Ramaphosa und Donald Trump
Auf den absonderlichen Handschlag zwischen Cyril Ramaphosa und Donald Trump im Weißen Haus folgte der Eklat im Oval Office. Trump beschuldigte den südafrikanischen Präsidenten, in seinem Land einen Völkermord an weißen Landbesitzern geschehen zu lassen. Um seine Behauptungen zu untermauern, konfrontierte der US-Präsidenten seinen Amtskollegen sogar mit gefälschten Videomaterial. © imago

Während der Vollversammlung der Vereinten Nationen gingen die Kämpfe in Gaza weiter. Bislang sollen Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums zufolge rund 65.000 Menschen durch die israelische Armee getötet worden sein, darunter 18.500 Kinder. Unabhängige Organisationen sprechen von einem Genozid Israels an den Palästinensern. Aufgrund der Hungersnot im Gazastreifen, ausgelöst durch Israels Blockade von Hilfslieferungen, haben sich die westlichen Nationen entschieden, Palästina anzuerkennen, im vergangenen Jahr gingen unter anderem Spanien und Irland diesen Schritt. Am Schicksal der Palästinenser hat sich dadurch nichts geändert.

Die westlichen Staaten holen mit der Anerkennung jetzt das nach, was vor dem Krieg in Gaza bereits 138 Nationen getan hatten. Die Forderung nach einem palästinensischen neben einem jüdischen Staat ist älter als Israel selbst. Bereits in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts empfahl eine britische Kommission diesen Schritt. Das Osloer Abkommen aus dem Jahr 1993 machte die Zweistaaten-Lösung verbindlich. Die Siedlungen, die Israel im Westjordanland errichtet und derzeit erweitert, sind auf dieser Grundlage illegal. Auch eine geplante Besetzung des Gaza-Streifens wäre, sollte es dazu kommen, nach internationalem Recht illegal. 

Die Konsequenzen aus Netanjahus Krieg gegen Gaza hat die Parteinahme westlicher Staaten für Israel auf eine harte Probe gestellt. Nicht zuletzt mahnt Papst Leo XIV. – genauso wie sein Vorgänger Franziskus – zu einem schnellen Friedensschluss und macht sich zu einem Anwalt der Palästinenser. Genauso wie Franziskus ruft auch Leo häufig in der katholischen Pfarrei in Gaza an. Das Gotteshaus der Gemeinde wurde von Israel mit Raketen beschossen. Auch christliche Dörfer der Palästinenser werden zerstört, Kirchen und religiöse Gegenstände von fanatischen Siedlern entweiht. Für Christen ist das Leben im heiligen Land, an der Wiege des Christentums, unter der Ägide der rechtsextremen Netanjahu-Regierung sehr schwierig geworden. Ob Israel seiner Verpflichtung nachkommt und die heiligen Stätten, das Land und die Gebäude, gegen radikale Siedler verteidigt, ist angesichts des gegenwärtigen Befunds fraglich. 

Trump beschimpft vor den UN westliche Nationen: USA werden so im Zaungast – China will übernehmen

Das hat Israel zuletzt auch Sympathien in Trumps MAGA-Bewegung gekostet. Bei den vielen evangelikalen Christen, die dieser Bewegung angehören, schwindet die Unterstützung für Israels Kampf gegen die Palästinenser. Die rechtspopulistische Republikanerin aus dem US-Bundesstaat Georgia, Marjorie Taylor Greene, hat genauso wie der linke unabhängige Senator von Vermont, Bernie Sanders, die Trump-Regierung aufgefordert, die Hungersnot in Palästina zu beenden. Eine seltene Allianz zwischen den beiden Polen des politischen Spektrums in den USA. Zudem sagte Taylor Green, dass Benjamin Netanjahu versuche, die USA in seine Kriege zu verwickeln. Künftig solle es deshalb nicht mehr „America First“, sondern „America Only“ heißen.

Ganz in diesem Sinne war dann auch Trumps mäandernde Rede vor den UN. Er, und nicht dieses Gremium, habe alleine sieben Kriege, die als „unendlich“ galten, beendet. Seine Rede nutzte Trump vor allem dazu, Tiraden gegen westliche Nationen loszulassen und sie aufgrund von verfehlter Immigrationspolitik zu beschimpfen. „Eure Länder gehen zum Teufel“, sagte er. Zu geopolitischen Fragen, Israels oder Russlands Aggression betreffend, zur Herausforderung der freien Welt durch das autokratische China, sagte er kein Wort. 

Unter ihm, das machte seine Rede deutlich, werden die Vereinigten Staaten, ein Mitgliedsland der Vereinten Nationen, zu einem unwichtigen Zaungast der internationalen Beratungen. China ist bereit, diese Führungsrolle von den USA zu übernehmen. Die Volksrepublik steht schon lange an der Seite der Palästinenser. Im globalen Süden, also jenen Ländern, die von westlichen Staaten jahrhundertelang kolonial unterjocht wurden, genießt Xi Jinping deshalb große Popularität. 

Deutschlands Renommee hingegen hat durch Berlins uneingeschränkte Parteinahme für die Regierung Netanjahu massiv gelitten. Im Vorfeld der diesjährigen Vollversammlung wurde die Forderung laut, die Sitzung nach Genf zu verlegen, sodass auch Mahmud Abbas teilnehmen könne. Diesem Vorschlag könnten in den kommenden Jahren Taten folgen, sollten sich die USA unter Donald Trump als rationaler Akteur von der geopolitischen Bühne verabschieden. Der Sitz der UN könnte dann in der Schweiz liegen und nicht mehr in den Vereinigten Staaten von Amerika. 

Rubriklistenbild: © IMAGO/Lukas Coch/AAP

Kommentare