Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bislang nur wenige Dutzend hergestellt

Ukraine entwickelt neuartige „Neptun-Rakete“ mit enormer Reichweite

Im Krieg gegen Russland verpasst die Ukraine einem bekannten Marschflugkörper-Modell ein weitreichendes Upgrade.

Kiew - Der Verteidigungskrieg gegen den Aggressor aus Russland erfordert aus ukrainischer Sicht nicht nur eine unglaubliche Menge an Waffen und Munition, sondern auch einen steten technologischen Fortschritt. Eine merkliche Verbesserung soll nun offenbar das Marschflugkörper-System „Neptun“ erfahren.

Die Ukraine setzt große Hoffnungen auf die Weiterentwicklung ihres Neptun-Raketensystems.

Ukraine entwickelt Neptun-Rakete weiter

Wie das Online-Portal Defense Express unter Berufung auf den stellvertretenden ukrainischen Verteidigungsminister Ivan Havryliuk schreibt, ist die Regierung von Wolodymyr Selenskyj dran, eine neue Neptun-Raketenvariante für den Ukraine-Krieg zu entwickeln. „Derzeit wird daran gearbeitet, den sogenannten Langen Neptun herzustellen. Dabei handelt es sich um eine neue Modifikation der Rakete für das Neptun-System“, wird Havryliuk zitiert.

Konkrete Einzelheiten zu dem Upgrade sind zwar nicht bekannt, die Experten von Defense Express gehen aber davon aus, dass sich die Verbesserungen auf eine Adaption der R-360-Rakete für das Neptun-System beziehen. Dieses wird bislang vornehmlich zur Küstenverteidigung gegen Seeziele verwendet, verfügt aber auch über die Fähigkeit, Objekte auf dem Land anzugreifen.

Bestätigt die Arbeit am „Langen Neptun“: der stellvertretende ukrainische Verteidigungsminister Ivan Havryliuk.

Bislang nur wenige Raketen hergestellt

Die R-360 Neptun, die technisch auf dem Seezielflugkörper Ch-35 basiert, wurde im Jahr 2013 entwickelt und kam offenbar im April 2022, bei einem Angriff auf den russischen Lenkwaffenkreuzer Moskwa, erstmals zum Einsatz. Bis heute wurden laut übereinstimmender Medienberichte nur wenige Dutzend dieser Raketen hergestellt.

Die nun angedachte Aufwertung des Neptun-Modells könnte diesem eine erhöhte Reichweite von bis zu 400 Kilometer im Vergleich zu derzeit bis zu 300 Kilometer - verleihen. Ferner ließe sich das Gefechtskopfgewicht, so Defense Express mit Hinweis auf die Vorläufigkeit dieser Zahlen, von 150 Kilogramm auf bis zu 350 Kilogramm erhöhen. Erwartet wird darüber hinaus, dass die neuen Neptun-Marschflugkörper mit einem Wärmebild-Zielsuchsystem arbeiten werden. Dieses soll es ermöglichen, ein Ziel anhand eines vorinstallierten Bildes zu lokalisieren und anzuvisieren.

Kostspielige Investitionen in das Neptun-Projekt

Ganz günstig kommt die Modernisierung des Neptun-Systems Kiew im Kampf gegen Russland nicht. Die Investitionen in die technische Weiterentwicklung sollen maßgeblicher Teil eines Gesamtpakets für Raketenwaffen und Munition in Höhe von 175 Milliarden Hrywnja (ca. 4,75 Milliarden US-Dollar) sein. Das entspricht in etwa einem Sechstel des Etats des ukrainischen Verteidigungshaushalts für das Jahr 2024.

Die Neptun-Raketen werden hierbei von der Verteidigungsindustrie der Ukraine selbst entwickelt und produziert. Die Herstellung eigener Langstreckenraketen ist für das belagerte Land von wesentlicher Bedeutung, schreibt Defense Express, da ausländische Bündnispartner bei diesen Waffentypen meist Beschränkungen auferlegen, insbesondere das Verbot, Ziele innerhalb Russlands zu attackieren. Während die Ukraine sich um eine Verbesserung ihrer militärischen Schlagkraft bemüht, kündigte nun ein erster Nato-Partner den Stopp von Waffenlieferungen an. (chnnn)

Rubriklistenbild: © IMAGO / YAY Images

Kommentare