Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Iran warnt vor Konsequenzen
UN-Sanktionen gegen Irans Atomprogramm wieder in Kraft: Teheran reagiert empört – „Rechtlich unbegründet“
Nach dem Streit um das iranische Atomprogramm gelten erneut umfassende UN-Sanktionen gegen Teheran. Die iranische Regierung reagiert erbost.
Teheran – Nach dem Ablauf einer vierwöchigen Frist sind in der Nacht zum Sonntag wieder weitreichende UN-Sanktionen gegen Iran wirksam geworden. Zehn Jahre nach dem historischen Atomabkommen mit der Islamischen Republik richten sich die Maßnahmen, insbesondere gegen das Atom- und Raketenprogramm Teherans. Während die iranische Regierung empört reagierte, betonten die USA und europäische Staaten die Notwendigkeit neuer diplomatischer Initiativen, um den Konflikt weiterhin auf diplomatischem Weg zu lösen, wie aus der offiziellen UN-Dokumentation der Sicherheitsratssitzung vom 26. September 2025 hervorgeht.
Die Wiedereinführung der nach dem Atomabkommen von 2015 abgebauten UN-Sanktionen sei „nicht das Ende der Diplomatie“, erklärten Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU), sein französischer Kollege Jean-Noël Barrot und die britische Außenministerin Yvette Cooper. Die sogenannten E3-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollten vielmehr „weiterhin mit allen Parteien zusammenarbeiten, um eine diplomatische Lösung zu finden, die sicherstellt, dass der Iran niemals über Atomwaffen verfügt“.
E3-Staaten aktivieren UN-Sanktionen gegen Iran – Verhandlungen bleiben offen
Gleichzeitig warnten die drei Länder den Iran davor, auf die UN-Sanktionen mit „eskalierenden Maßnahmen“ zu reagieren. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas betonte, dass die Sanktionen nicht das Ende der Diplomatie bedeuten: Eine „nachhaltige Lösung“ im Atomstreit könne nur durch „Verhandlungen“ erreicht werden. US-Außenminister Marco Rubio rief Teheran zu „direkten Gesprächen“ mit Washington auf und erklärte, ein Abkommen bleibe weiterhin die beste Lösung für das iranische Volk und die Welt.
Ende August hatten die E3-Staaten den sogenannten Snapback-Mechanismus aktiviert, nachdem Verhandlungen über das iranische Atomprogramm ergebnislos geblieben waren. Dieser Mechanismus sieht vor, die UN-Sanktionen innerhalb von 30 Tagen wieder in Kraft zu setzen – was nun geschehen ist. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes umfassen die Maßnahmen unter anderem ein Waffenembargo, Einschränkungen für den iranischen Banken- und Finanzsektor sowie Verbote für den Import, Export oder Transfer zahlreicher Güter.
Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran
Westliche Staaten werfen Iran Atomwaffenstreben vor – Teheran weist Vorwürfe zurück
Westliche Staaten werfen dem Iran vor, heimlich auf den Besitz einer Atombombe hinzuarbeiten. Laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist der Iran derzeit das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Teheran hingegen betont, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken. Nach der Wiedereinsetzung der UN-Sanktionen kündigte das Land eine „entschlossene und angemessene“ Reaktion an. Das iranische Außenministerium bezeichnete die erneuten Strafmaßnahmen als „rechtlich unbegründet und nicht zu rechtfertigen“ und forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, die Sanktionen nicht anzuerkennen.
Wirtschaftlicher Druck auf Iran steigt: Sanktionen wirken auf Rial und Infrastruktur
Die erneuten UN-Sanktionen stellen den Iran vor zusätzliche wirtschaftliche Herausforderungen. Das Land kämpft bereits mit hoher Inflation und einer schwachen Infrastruktur. Auf dem Schwarzmarkt fiel der Wert des Rial am Sonntag laut spezialisierten Websites auf ein Rekordtief: Ein US-Dollar wurde demnach mit 1,12 Millionen Rial gehandelt, während Anfang August noch rund 900.000 Rial gezahlt wurden.
Zweifel an der Durchsetzung der Sanktionen bleiben jedoch bestehen. Russland erklärte durch seinen Vize-Botschafter bei der UNO, Dmitri Poljanski, dass die Wiedereinführung der Strafmaßnahmen für sein Land „null und nichtig“ sei. Auch über das Verhalten Chinas in diesem Zusammenhang herrscht bislang Unklarheit.
Bundesaußenminister Wadephul verteidigt Sanktionen gegen Iran und hält Verhandlungen für notwendig
Bundesaußenminister Wadephul sagte am Samstag in seiner Rede bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York, dass die E3-Staaten wegen der Verstöße des Iran gegen das Atomabkommen „keine andere Wahl“ gehabt hätten, als den Snapback-Mechanismus auszulösen. Der Iran dürfe niemals in den Besitz einer Atombombe gelangen. Zugleich betonte Wadephul: „Wir bleiben offen für Verhandlungen über eine neue Vereinbarung. Die Diplomatie kann und sollte weitergehen.“
Das Atomabkommen von 2015 sollte den Iran am Bau der Atombombe hindern. Die USA stiegen aber im Mai 2018 während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump einseitig aus dem Abkommen aus. In der Folge zog sich auch der Iran schrittweise von seinen Verpflichtungen zurück. Diplomatische Bemühungen für eine Wiederbelebung des Abkommens brachten bislang keinen Durchbruch. Im Juni bombardierten Israel und schließlich auch die USA iranische Atomanlagen. (Quellen: dpa, un.org) (jal)