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Rechtsextremismus

Militante Rechte bei AfD-Abschlusskundgebung mit Höcke in Thüringen

Vor der Landtagswahl in Thüringen tauchen militante Rechtsextreme auf einer AfD-Kundgebung in Erfurt auf. Neue Fotos zeigen dabei offenbar Neonazis gekleidet in Shirts mit Bezug zum „NSU“.

Erfurt – Nach der Wahl in Thüringen am Sonntag (1. September) hält die Landes-AfD ein Drittel der Mandate im Erfurter Landtag. Damit kann die vom Rechtsextremen Björn Höcke geführte Fraktion Verfassungsänderungen, Rundfunkratsbesetzungen und Richterwahlen blockieren. Zur Abschlusskundgebung mit Höcke und Bundesparteichefin Alice Weidel kamen diverse militante Rechtsextreme. Nun zeigen Fotos des Recherchekollektivs Recherche Nord Details und Ausmaß des rechtsextremen Publikums.

Vor Thüringen-Wahl: Mindestens 2000 Menschen demonstrieren gegen Höcke und die AfD

Auf der antifaschistischen Gegenkundgebung waren nach Polizeiangaben etwa 2000 bis 3000 Teilnehmende. An der AfD-Abschlusskundgebung nahmen demnach etwa 1300 Menschen teil. Unter ihnen waren, das zeigen die Fotos des Kollektivs, viele, zumeist junge Leute, die anhand von einschlägigen Kleidungsmarken und Tätowierungen klar der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind. Junge Männer im Teenager-Alter, gekleidet in Neonazi-Marken wie „Thor Steinar“ oder „Label 23“ waren genauso vor Ort, wie ältere Männer in T-Shirts mit dem Aufdruck „Heimatschutz Thüringen“. Die Polizei ermittelt inzwischen wegen Gewaltandrohungen und Hitlergrüßen im Umfeld der Veranstaltung gegen einige Teilnehmende.

Rechtsextreme Jugendliche lauschen der AfD-Chefin Alice Weidel.

Unter den jüngeren Rechtsextremen, die Höcke lauschten, sollen sich laut dem Berliner Extremismus-Monitoringverein democ Männer aus dem Umfeld der militanten Neonazi-Gruppe „Knockout51“ befunden haben. Der Verein democ begleitete die Kundgebung und veröffentlichte bereits am Samstag einen Zusammenschnitt.

Vier Mitglieder der Führungsebene von „Knockout51“ wurden unlängst vom Oberlandesgericht Thüringen zu mehrjährigen Haftstrafen wegen mehreren Übergriffen auf politische Gegner verurteilt. Das berichtete die taz. Die neuen Bilder von Recherche Nord zeigen einen jungen Mann mit einem „51“-Tattoo auf dem Knöchel. Die Zahlenkombination steht für das Autokennzeichen „EA“ von Eisenach, wo „Knockout51“ gegründet wurde.

Wahl in Thüringen: Neonazis tragen Shirts mit NSU-Bezug auf AfD-Abschlusskundgebung

Die älteren Neonazis im „Heimatschutz Thüringen“-Shirt sind, den neuen Fotos von Recherche Nord zufolge, augenscheinlich alt genug, um sich an die aktive Zeit des „Thüringer Heimatschutz“ erinnern zu können. Die Neonazi-Kameradschaft entstand Mitte der 1990er-Jahre und wuchs bis 2001 auf etwa 170 Mitglieder. Unter ihnen, hält die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) fest, waren Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Das Kerntrio der Terrororganisation „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU), die von 2000 bis 2007 neun Menschen ermordete. Nachdem Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt 1998 untergetaucht waren, wurden sie von diversen Neonazis unterstützt. Einer von ihnen war Ralf Wohlleben, der laut BpB ebenfalls Mitglied des „Thüringer Heimatschutzes“ war.

Nach Thüringen-Wahl: Höcke beschwert sich über Rechtsextremismus-„Stigmatisierung“

Die jungen Männer zeigten das Handzeichen für die alte Neonazi-Parole „White Power“. Nach der Wahl beschwerte sich Höcke im Wahlstudio des MDR indes darüber, dass er und seine Partei als rechtsextrem „stigmatisiert“ werden würden. Der Moderator fragte anschließend nicht nach dem offen rechtsextremen Publikum Höckes. (kb)

Rubriklistenbild: © Martin Schutt/dpa

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