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Washington Post

„Bevor er mich erwischt hat“: Trump nennt erstmals persönliches Motiv für Angriff auf den Iran

Präsident Donald Trump am 13. Februar im Weißen Haus.
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Präsident Donald Trump am 13. Februar im Weißen Haus.

Trump verweist auf angebliche Mordpläne gegen ihn im Jahr 2024. Belege dafür legt das Weiße Haus bislang nicht vor. Eine Analyse.

Erstmals räumte Präsident Donald Trump eine persönliche Ebene für seine Entscheidung ein, den Befehl zum Angriff auf Iran gegeben zu haben: Er nannte die Bemühungen Irans, ihn im Jahr 2024 zu ermorden, als einen Faktor für den gemeinsamen US-israelischen Einsatz, bei dem Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde.

„Ich habe ihn erwischt, bevor er mich erwischt hat“, sagte Trump am Sonntagabend im Interview mit ABC News. „Ich war schneller.“

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Attentatsdrohungen während des Wahlkampfs als Hintergrund

Bisher hatte Trump nicht thematisiert, wie die iranischen Drohungen gegen sein Leben seine Überlegungen zum Kriegseinsatz im Nahen Osten beeinflusst haben. Diese Drohungen – zusätzlich zu den Attentatsversuchen im Juli und September 2024 – prägten zusammen mit wiederholten Sicherheitsalarmen und Notfallmaßnahmen wie dem Wechsel von Flugzeugen und Autokolonnen den Präsidentschaftswahlkampf von Trump und seinen Beratern im Herbst 2024.

Das iranische Interesse, Trump zu töten, reicht laut US-Ermittlern bis zum Drohnenangriff der USA auf General Qasem Soleimani im Januar 2020 zurück. Bundesstaatsanwälte haben zwei angebliche iranische Auftragsmordpläne angeklagt. Für die beiden versuchten Attentate auf Trump im Jahr 2024 gibt es keine Beweise, die den Iran direkt in Verbindung bringen.

Trump sieht dennoch einen Zusammenhang und sagte gegenüber ABC: „Sie haben es zweimal versucht.“

Weißes Haus und Regierung stützen persönliche Motive nicht mit Belegen

Das Weiße Haus legte für diesen Zusammenhang bislang keine Beweise vor.

„Es gibt Millionen Gründe, Terroristen wie Ajatollah Chamenei auszuschalten“, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter anonym. „Seine Pläne, Präsident Trump zu ermorden, sind lediglich einer davon.“

Trumps UN-Botschafter Mike Waltz stellte das iranische Interesse an Trumps Ermordung als Teil eines Musters dar, das den US-Angriff rechtfertige:

„Iran ist verantwortlich für eine Reihe nicht provozierter bewaffneter Angriffe auf die USA und Israel, für Verstöße gegen die UNO-Charta und für Bedrohungen des internationalen Friedens und der Sicherheit im Nahen Osten“, sagte Waltz am Samstag bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. „Sie haben sogar den US-Präsidenten Trump zu töten versucht.“

Ermittlungen – Spuren und Unsicherheiten bei den Attentatsversuchen

US-Sicherheitsbehörden warnten Trumps Wahlkampagne früh, Iran plane einen Anschlag – noch bevor Trump am 13. Juli 2024 bei einer Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania, verletzt wurde. Der Schütze, Thomas Matthew Crooks (20), wurde vor Ort getötet; über sein Motiv besteht weiter Unklarheit.

Bei einem weiteren Briefing im September 2024 informierten US-Beamte Trumps Wahlkampfteam, Iran habe mehrere Killerkommandos in den USA eingeschleust. Trump fragte wiederholt, ob Iran hinter dem Angriff von Butler stecke; Ermittler konnten das laut Teilnehmern des Briefings nicht ausschließen.

Der Attentäter, der auf Trumps Golfplatz in West Palm Beach, Florida, zuschlug – Ryan Wesley Routh (59) –, verteidigte sich selbst vor Gericht und wurde letzten Monat zu lebenslanger Haft verurteilt.

Vergangene Woche begann der Prozess gegen den Pakistani Asif Merchant, der im Juli 2024 festgenommen wurde und beschuldigt wird, Auftragskiller auf einen Politiker angesetzt zu haben. Ein Mann aus Brooklyn wurde letzten Monat zu 15 Jahren Haft verurteilt, weil er im Auftrag eines Iraners ein Mordkomplott gegen einen iranischen Dissidenten plante – der Auftraggeber wollte laut US-Justiz Trump ermorden lassen.

Iranisches Regime drohte offen mit Rache

Iranische Behörden hatten öffentlich Vergeltung gegen amerikanische Führungspersönlichkeiten angekündigt, darunter Trump sowie dessen frühere Berater Mike Pompeo und John Bolton. Das US-Außenministerium stellte Pompeo und Bolton auch unter Präsident Biden weiter Personenschutz; Trump zog diesen später ab.

Trump und seine Regierung haben die breite öffentliche Argumentation für den Angriff auf Iran bisher wenig präsentiert. Das Thema nahm in Trumps Rede zur Lage der Nation der vergangenen Woche drei von 108 Minuten ein. Über das Wochenende veröffentlichte er zwei Videos und äußerte sich Montagnachmittag etwa sechs Minuten lang dazu, ohne Fragen zu beantworten.

Am Montag nannte Trump vier Ziele: die Zerstörung von Irans Raketenarsenal, Marine, Atomplänen und Terrorunterstützung. Zuvor hatte er das Ziel eines Sturzes des Regimes und einer Befreiung des iranischen Volks noch allgemeiner formuliert.

Zum Autor

Isaac Arnsdorf ist leitender White-House-Reporter der Washington Post. Seine Vor-Ort-Berichterstattung zum Attentatsversuch auf Trump war zentral für die Berichterstattung, die der Post 2025 den Pulitzer-Preis für Breaking News einbrachte.

Dieser Artikel war zuerst am 3. März 2026 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

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