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Brutaler Vorfall
ICE-Agent erschießt Autofahrerin in Minneapolis: Trump gibt „radikalen Linken“ die Schuld – massive Proteste
In Minneapolis wird eine Frau bei Protesten gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE erschossen. US-Präsident Trump findet schnell Schuldige.
Update, 8. Januar, 5:07 Uhr: Nach tödlichen Schüssen eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf eine Frau in Minneapolis hat der Gouverneur des Bundesstaats Minnesota US-Präsident Donald Trump attackiert. „Was wir hier sehen, sind die Folgen einer Regierungsführung, die darauf ausgelegt ist, Angst, Schlagzeilen und Konflikt zu erzeugen“, sagte der Demokrat Tim Walz und ergänzte: „Diese Rücksichtslosigkeit hat heute jemanden das Leben gekostet.“
Update von 0.24 Uhr: Kristi Noem, US-Ministerin für Heimatschutz, hat bei einer Pressekonferenz den ICE-Agenten verteidigt, der in Minneapolis eine Frau erschossen hat. Die 37-Jährige habe versucht, den Beamten mit ihrem Auto zu überfahren, so Noem. Sie bezeichnete diesen „Angriff“ als „Inlandsterrorismus“. Auch der ICE-Agent sei im Krankenhaus behandelt worden, allerdings bereits zurück bei seiner Familie. Er habe im Sinne der ICE-Trainingsanweisungen gehandelt. Das FBI werde den Vorfall weiter untersuchen.
Update von 23.52 Uhr: Die von einem ICE-Mitarbeiter erschossene Frau wurde inzwischen identifiziert. Wie CBS News berichtet, handelt es sich um die 37 Jahre alte Renee G.. Laut BBC verfügte sie über eine US-Staatsbürgerschaft. Sie starb offenbar an einer Kopfverletzung im Krankenhaus. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ereignete sich der tödliche Vorfall nur wenige Blocks entfernt von der Stelle, an der vor fünf Jahren der LKW-Fahrer George Floyd durch Polizeigewalt getötet wurde.
In Minneapolis bilden sich derweil große Proteste. Zahlreiche Menschen versammeln sich, auf Videoaufnahmen, die von US-Medien veröffentlicht wurden, ist zu sehen, wie Passanten auf schwarze Autos mit Schneebällen werfen. Zudem sollen sich zahlreiche Menschen vor dem Gerichtsgebäude in Minneapolis versammeln und „ICE out now!“ (deutsch: „Raus mit ICE!“) skandieren, wie CNN berichtet. Die Behörden – darunter Gouverneur Tim Walz – rufen zu friedlichen Demonstrationen auf. Nach dem Tod von George Floyd wurde die Stadt Minneapolis von heftigen, teils gewaltsamen Protesten getroffen.
Update von 23.09 Uhr: Tim Walz, der Gouverneur von Minnesota, hat die Nationalgarde des Bundesstaates in Bereitschaft versetzt. Das teilte Walz bei einer Pressekonferenz mit, wie CNN berichtet. Zudem brauche Minnesota „keine weitere Hilfe“ von den Bundesbehörden. Walz sagte weiter, er habe „seit Wochen gewarnt“, dass die ICE-Operationen der Trump-Regierung in seinem Bundesstaat eine „Bedrohung für unsere öffentliche Sicherheit“ darstellten und dazu führen würden, dass jemand zu Schaden komme.
Update von 22.54 Uhr: Donald Trump hat auf den tödlichen Vorfall in Minneapolis reagiert. Laut dem US-Präsidenten seien die „radikalen Linken“ für die Eskalation verantwortlich. „Die Situation wird derzeit in ihrer Gesamtheit untersucht, aber der Grund für diese Vorfälle ist, dass die radikale Linke täglich unsere Strafverfolgungsbeamten und ICE-Agenten bedroht, angreift und ins Visier nimmt“, schreibt Trump auf seiner Plattform Truth Social.
„Sie versuchen nur, ihre Arbeit zu tun, um AMERIKA SICHER ZU MACHEN“, heißt es weiter. „Wir müssen unseren Strafverfolgungsbeamten beistehen und sie vor dieser radikalen linken Bewegung der Gewalt und des Hasses schützen!“ Die Frau, die offenbar das in den sozialen Medien weitverbreitete Video von dem Vorfall aufgenommen hatte, bezeichnete Trump als „offensichtlich professionelle Provokateurin“.
Bei Protesten gegen Trump-Behörde: ICE-Beamter erschießt Autofahrerin in Minneapolis
Erstmeldung von Mittwoch, 7. Januar, 22.19 Uhr: Minneapolis – Bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE im Bundesstaat Minnesota wurde eine Frau von einem Beamten erschossen. Nach Angaben der Polizei befand sich die 37-Jährige in ihrem Fahrzeug und blockierte eine Straße, als sich ein ICE-Beamter zu Fuß näherte. Das Auto setzte sich demnach in Bewegung, woraufhin mindestens zwei Schüsse fielen. Die Frau habe eine Kopfverletzung erlitten und sei im Krankenhaus für tot erklärt worden.
Das Heimatschutzministerium teilte auf X mit, die Frau habe versucht, ICE-Einsatzkräfte mit ihrem Fahrzeug zu überfahren. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem sprach auf einer Pressekonferenz von einem „defensiven“ Schusswaffeneinsatz zum Schutz der Beamten und Unbeteiligter. Die Stadt Minneapolis widersprach dieser Darstellung deutlich.
Bürgermeister von Minneapolis: Trumps ICE soll Stadt „verdammt nochmal verlassen“
Der demokratische Bürgermeister Jacob Frey warf den Bundesbehörden vor, die Lage eskaliert zu haben. ICE sei nicht in Minneapolis, um Sicherheit zu schaffen, sondern verursache Chaos, sagte Frey. Die Darstellung als Selbstverteidigung bezeichnete er als „Bullshit“. Die Bundesbeamten forderte er auf, Minneapolis „verdammt nochmal“ zu verlassen.
Das Weiße Haus bezeichnete Frey wegen dessen Äußerungen nach dem Vorfall derweil als „Dreckskerl“. US-Medienberichten zufolge ereignete sich der Vorfall während einer Protestaktion gegen Migrationskontrollen in Minneapolis.
Nach tödlichen Schüssen: Hunderte Menschen demonstrieren gegen Trump-Behörde ICE
Nach den tödlichen Schüssen kam es zu Demonstrationen am Tatort. Hunderte Menschen versammelten sich, skandierten Parolen gegen ICE und forderten den Abzug der Beamten aus der Stadt. Eine ICE-Operation in Minneapolis und St. Paul, an der nach Angaben des Heimatschutzministeriums mehr als 2000 Bundesbeamte beteiligt sind, läuft seit mehreren Tagen.
Ziel der Einsätze sind demnach Ermittlungen im Zusammenhang mit mutmaßlichem Betrug, unter anderem im Umfeld der somalischen Community. US-Medien diskutieren, ob der von den Behörden genannte Einsatzgrund als Vorwand für eine politisch motivierte Verschärfung der Einwanderungspolitik dient.
Frau bei ICE-Protest in Minneapolis erschossen: Video soll Vorfall zeigen
Ein bislang nicht unabhängig überprüftes Video des Vorfalls zeigte einen Honda-SUV, der nicht gekennzeichneten Polizeifahrzeugen den Weg versperrte. Als Polizeibeamte auf das Auto zugingen und versuchten, die Tür zu öffnen, versuchte die Fahrerin wegzufahren. Ein Beamter feuerte daraufhin drei Schüsse ab. Minnesota-Gouverneur Tim Walz forderte die Öffentlichkeit zur Ruhe auf, während eine Untersuchung des Vorfalls laufe.