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Riecht ein Hund am Schritt eines Menschen, mag das unangenehm werden. Aus Sicht des Vierbeiners ist das Schnüffeln jedoch als reines Interesse zu interpretieren. (Symbolbild)
Dass Hunde bei Menschen gerne am Schritt riechen, hat einen biologischen Hintergrund. Was dieses Verhalten zu bedeuten hat und wie Sie als Halter damit umgehen können.
Eine ähnliche Situation haben wahrscheinlich schon viele erlebt: Sie treffen auf einen fremden Hund – und noch bevor Sie verstehen, was passiert, riecht Ihnen der Vierbeiner begeistert am Schritt und lässt sich so schnell nicht davon abbringen. Unangenehm! Nicht nur für Sie, sondern auch für den Halter.
Simpler biologischer Hintergrund als Erklärung
Betrachten wir die Situation einmal aus Sicht des Hundes: Unter Artgenossen ist das Schnüffeln am Schritt Teil des gängigen Begrüßungsrituals. Mit der Nase den Intimbereich des Gegenübers zu erforschen, bedeutet schlichtweg, dass der Hund mehr über den anderen erfahren möchte. Fachkundigen Hundebesitzern ist bekannt, dass das Schnüffeln im Schritt von Fremden als ein Teil der Hundesprache zu verstehen ist und keinerlei anzüglichen Hintergrund hat.
Zwar unterscheidet sich das Begrüßungsritual von Hund zu Hund – bei besonders neugierigen Vierbeinern gehört ein freundlicher Schnüffler jedoch zum Standard-Repertoire. Einen Überraschungsangriff auf die Intimzone sollten Sie daher ausschließlich als Begrüßung oder Vorstellung verstehen.
Ein empfindliches Sinnesorgan: die Hundenase
Die Nase eines Hundes ist sehr sensibel und sein leistungsfähigstes Sinnesorgan. Mehr als eine Million Gerüche können die Fellnasen damit wahrnehmen und unterscheiden. Mit rund 220 Millionen Riechzellen besitzen sie zehnmal so viele wie ein Mensch. Über Duftmarken sind Hunde außerdem in der Lage, sich in ihrem Umfeld zu orientieren. Aufgrund ihres ausgeprägten Geruchssinns kommunizieren sie sogar zum größten Teil über Duftnoten.
Zum Zweck der Kommunikation sondern Hunde bestimmte Botenstoffe, sogenannte Pheromone, ab. Auch im Fall des Menschen kommt diesen daher eine besondere Bedeutung zu. Anhand dieser Botenstoffe können die Vierbeiner unter anderem Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand ihres menschlichen Gegenübers erschnüffeln. Und die Pheromon-produzierenden Drüsen sitzen bei Tier und Mensch nun mal – richtig, im Genitalbereich. Aber auch unter den Achseln. Im Schritt ist der Duftstoff jedoch am einfachsten zu identifizieren. Denn die Hundenase liegt meist – wie praktisch – auf genau dieser Höhe. Jedes Individuum hat dabei seinen ganz eigenen Duftcocktail.
Wieso riechen sich Hunde gegenseitig am Hinterteil?
Der Grund, weshalb sich Hunde bei ihrer ersten Begegnung oder zur Begrüßung meist zuerst gegenseitig am Allerwertesten riechen, ist der gleiche, weshalb sie Menschen am Schritt riechen: An den Analdrüsen oder Analbeuteln von Vierbeinern lassen sich die Pheromone einfach besonders gut erschnüffeln. Für uns ist dieser Vorgang vergleichbar mit einem netten Smalltalk mit einem interessanten Gegenüber.
Bedeutung des Schnüffelns in der Hundeerziehung
Keine Sorge: Schnüffelt ein Hund am menschlichen Schritt, ist das kein Anzeichen für eine schlechte Erziehung. Viel mehr ist es ein völlig natürliches Verhalten, das zwar zu peinlichen Begegnungen führen kann, an dem aber nichts weiter auszusetzen ist. Für Hundehalter bedeutet das in der Erziehung Ihrer Vierbeiner zunächst eines: Bestrafen Sie Ihre Fellnase niemals, wenn sie Menschen im Intimbereich anschnüffelt. Eine solche Konsequenz für ein aus seiner Sicht normales Verhalten wäre für den Hund mehr als unverständlich. Schließlich gehört ausgiebiges Beschnüffeln in der Hundewelt zum guten Ton.
Um ihm seine neugierige Nase abzugewöhnen, sollten Sie der Fellnase am besten ein Verhalten beibringen, das ihm um Welten spannender erscheint, als fremde Genitalregionen auszukundschaften. Tipps und Tricks dazu erhalten Sie beim Tierarzt Ihres Vertrauens, beim Hundetrainer oder in einer Hundeschule.
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Ist Ihnen diesbezüglich das aufdringliche Verhalten Ihres Hundes bekannt, können Sie sich damit behelfen, den Bello an die Leine zu nehmen, beispielsweise, wenn Besuch kommt. Eine weitere Möglichkeit ist, in der Erziehung ein entsprechendes Signal wie „Schluss“ zu trainieren. Ist Ihr Vierbeiner mit den Grundkommandos vertraut, liegt es in Ihrer Hand, woran und wie lange der Hund schnüffelt.